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Tante Wussi

Es hat eine Weile gedauert, bis ich mich endlich zur Lektüre aufraffen konnte. Der erste Blick ins Buch bestätigte manches Vorurteil, das alteingesessene Comicfans gegenüber “Graphic Novels“ haben.

Tante Wussi

Tyto Albas Bebilderung sieht auf dem ersten Blick nicht “gekonnt“ aus, sondern eher nach dem, was in Volkshochschul-Kursen mit Aquarellfarben so alles aufs feuchte Papier gebracht wird. Doch einmal mehr gilt, Augen zu und durch, denn wenn der Leser in einem Comic erst einmal drin ist, dann betritt er eine ganz eigene Welt.

Tante Wussi

Erfreulich ist in diesem Zusammenhang, dass die Macher von “Graphic Novels“ nicht mehr nur aus ihren eigenen, oft gar nicht so interessanten, Leben erzählen, sondern sich auch gerne mit den Biografien ihrer Vorfahren befassen. Was in Barbara Yelins “Irmina“ ganz großartig klappte, funktioniert auch hier recht gut. Kathrin Bacher hat ihre Großtante Wussi persönlich befragt, und diese hatte auch tatsächlich eine ganze Menge zu erzählen.

Tante Wussi

Die Geschichte(n) einer jüdischen Familie, die 1933 – gar nicht einmal aus politischen Gründen – von Freiburg nach Mallorca zog und einige Jahre später aus Angst vor den Franco-Faschisten nach Nazi-Deutschland zurückehrte, ist es wirklich wert weitergegeben zu werden.

Tante Wussi

Die Mischung aus Rückblenden und Interviewsituationen wurde von den Großmeistern Spiegelman (“Maus“) und Sacco (“Palästina“) sehr viel besser umgesetzt, als dies in “Tante Wussi“ der Fall ist. Doch die Unbeholfenheit mit der Bacher und Alba manche der unfassbaren Schicksale in Szene setzten, wirkt nicht nur authentisch, sondern lässt die gar nicht so wenigen großartigen Momente umso mehr strahlen.

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