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Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968

Nachdem bereits im selben Riesen-Format von 42 x 31 cm voluminöse Bildbände zu Stanley Kubrick, Charlie Chaplin und James Bond erschienen sind, erweitert der Taschen Verlag seine Archiv-Reihe um Bücher über Walt Disneys Animationsfilme. Im Zentrum des 620-seitigen ersten Bandes stehen jene Filme, die zu Disneys Lebzeiten entstanden sind.

Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968

Etwas kurz kommen dabei jene ersten Cartoons mit Micky, Donald und Goofy, die sicher noch in einem weiteren Band gewürdigt werden. Doch ansonsten wird ein ebenso umfassender wie auch überraschender Überblick über das Lebenswerk Walt Disneys geboten.

Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968

Das Buch hält sich nicht lange mit Disneys Herkunft und Privatleben auf. Stattdessen beschäftigt sich “The Disney Film Archive“ ausgiebig mit dem schöpferischen Prozess, der mit primitiven Kurzfilmen wie den Laugh-O-grams begann und spätesten ab Ende der 30er Jahre den Animationsfilm zur auch kommerziell erfolgreichen Kunstform machte. Disneys erster Langfilm “Schneewittchen und die sieben Zwerge“ wurde zu einem der größten Blockbuster seiner Zeit.

Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968

Dem Herausgeber Daniel Kothenschulte ist es wichtig nicht nur die Erfolgsgeschichte Walt Disneys zu dokumentieren. Er weist auch auf Filme hin, die im Schatten von kommerziellen Erfolgen wie “Peter Pan“, “Mary Poppins“ oder dem letzten noch von Walt Disney persönlich produzierten Animationsfilm “Das Dschungelbuch“ stehen. Im Vorwort widerspricht Kothenschulte energisch der allgemein herrschenden Auffassung Disney hätte zwischen “Bambi“ (1942) und “Cinderella“ (1950) nichts Bedeutendes produziert.

Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968Um dieser These entgegen zu wirken, enthält  das Buch ausführliche reich bebilderte Kapitel zu den Kurzfilm-Zusammenstellungen “Saludos Amigos“, “The Three Caballeros“, “Make Mine Music“, “Fun and Fancy Free“ (“Fröhlich, frei, Spaß dabei“), “Melody Time“ (“Musik, Tanz und Rhythmus“) und “The Adventures of Ichabod and Mr. Toad“, die zumeist nur unter Schwierigkeiten als Heimkino-Editionen aufzutreiben sind.

Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968

In diese Rubrik gehört auch der umstrittene doch tricktechnisch eindrucksvolle Misch-Film “Song of the South“ (“Onkel Remus‘ Wunderland“) von 1946, der auf einer Südstaaten-Plantage spielt und seit VHS-Zeiten auch in den USA nicht mehr erschienen ist. Mit diesem oft des Rassismus bezichtigten Films beschäftigt sich der Trickfilm-Papst Leonard Maltin in einem die Fakten sorgsam abwägenden Text.

Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968Neben der exklusiven Bebilderung, auch zu den während des Zweiten Weltkriegs produzierten Propaganda-Filmen oder den in Zusammenarbeit mit Wernher von Braun entstandenen TV-Spezials über die Eroberung des Weltraums, sind es die von verschiedenen Trickfilm-Experten verfassten sehr aufschlussreichen (in einem Extraheft als deutsche Übersetzung beiliegen) Texte, die für dieses schöne Buch sprechen.

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Robert Crumb Sketchbooks

Von 1981 bis 1997 brachte der mittlerweile leider kaum noch existierenden Verlag und Versandhandel Zweitausendeins in sieben Bänden Nachdrucke der Sketchbooks von Robert Crumb (“Fritz the Cat“, „Genesis„)  heraus.

Robert Crumb Sketchbooks

Dieser Deal (aber vor allem der Verkauf der Original-Sketchbooks an Sammler) soll es dem Meister der Underground-Comix ermöglicht haben, die USA zu verlassen und sich in einem kleinen südfranzösischen Örtchen niederzulassen. Die schön aufgemachten Bände von Zweitausendeins enthielten alles, was Crumb neben seinen Hauptwerken von Mitte der sechziger Jahre bis in die damalige Gegenwart zu Papier gebracht hat.

Robert Crumb Sketchbooks

Eine neue Ausgabe der Skizzenbücher erschien beim Taschen Verlag und wurden von Robert Crumb persönlich editiert. Die ersten sechs Bände enthalten ausgewähltes Material, das zwischen 1982 und 2011 entstanden ist, darunter über 600 zuvor unveröffentlichte Zeichnungen.

Robert Crumb Sketchbooks

Eine zweite Box mit ebenfalls sechs Bänden präsentiert das Frühwerk von 1964 bis 1981. Enthalten sind kurze Comics, Porträts, Skizzen, Aktzeichnungen und vieles mehr. Beim Betrachten der Bücher ist zu spüren, dass hier ein manischer Zeichner am Werke war, der beständig an der Verfeinerung seiner ohnehin schon beeindruckenden Kunst arbeitete.

Robert Crumb Sketchbooks

Im Vorwort zur Neu-Edition schreibt Robert Crumb, das er mittlerweile das regelmäßige Befüllen von Sketchbooks ganz aufgegeben hat. Während er früher die Tätigkeit des Zeichnens als seinen nahezu einzigen Lebensinhalt ansah, ist es für ihn heute zwar immer noch sein Broterwerb, aber nicht mehr das Zentrum seines Lebens.

Robert Crumb Sketchbooks

Die Erstausgaben des Taschen Verlags sind sehr aufwändig aufgemacht und auf 1000 von Crumb signierte Exemplare limitiert. Die jeweils sechs Bücher sind etwas großformatiger als die Bände von Zweitausendeins. Sie stecken in einem schönen Schuber und enthalten einen signierten Kunstdruck. Eine solche Qualität hat natürlich ihren Preis, doch in absehbarer Zeit dürfte die Limited Edition deutlich mehr als 750,- Euro Wert sein, was bei der Ausgabe mit den Sketchbooks von 1964 – 1981 bereits der Fall ist.

Robert Crumb Sketchbooks

Wie immer bei Taschen wurde anschließend eine deutlich preiswertere sechsbändige Ausgabe gestartet, die diesmal sogar im selben Format ( 20,5 x 27 cm) wie die Erstveröffentlichung erscheint.

Robert Crumb Sketchbooks

Der erste Band enthält auf 440 Seiten jene Frühwerke, die Crumb aus den Jahren 1964 – 1968 auswählte. Geboten werden neben dem ersten Auftritt von Mr. Natural auch die Original Keep On Truckin‘ Zeichnung.

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Barbra Streisand

Wer dieses großformatige Buch auch nur durchblättert, wird die im Zentrum stehende Dame künftig nicht mehr Babara Streisand nennen, sondern BARBRA Streisand. Der kleinen Unterschied, also das fehlende A,  ist eins der vielen Tricks, den die 1942 in Brooklyn geborene, geborene Entertainerin, einsetzt um sich abzuheben.

Barbra Streisand

Erwähnenswert ist aber ganz sicher auch, was die Schauspielerin und Sängerin nicht getan hat, um aufzufallen. Im Gegensatz zu ihr, haben sich viele Mitbewerberinnen die Nase “richten“ lassen, um im Showbusiness dabei zu sein. Doch gerade durch ihr unverwechselbares Äußeres wurde sie zu “Der Streisand“, und wenn sie heute in einem Film (etwa in der “Meet the Fockers“-Reihe) mitspielt, ist das immer noch ein Ereigniss und Erlebniss.

Barbra Streisand

Doch das Werk aus dem Hause Taschen beschäftigt sich mit jener Zeit, als die Streisand noch ein “Funny Girl“ war. Die Rolle der ebenfalls jüdisch-stämmigen Fanny Brice spielte Barbra zunächst ab 1964 am Broadway, dann vier Jahre später unter der Regie von William Wyler im Kino. Den Oscar für ihre Hauptrolle in “Funny Girl“ musste sie sich – auch das ist einzigartig – teilen und zwar mit Katherine Hepburn.

Barbra StreisandDas Buch überzeugt nicht nur durch die sehr lebendigen und abwechslungsreich zusammengestellten Abbildungen, die ausschließlich von den auf Promi-Portraits spezialisierten Fotografen Steve Schapiro und Lawrence Schiller stammen. Zu sehen sind Abbildungen aus den zwischen 1968 und 1976 entstandenen Filmen wie „Einst kommt der Tag“, „The Way We Were“ („Cherie Bitter“ mit Robert Redford), „Die Eule und das Kätzchen“, der Fortsetzung „Funny Lady“ und „A Star Is Born“. Leider fehlen Fotos aus „Is’ was, Doc?“ von 1972, denn hier waren Schapiro und Schiller nicht am Set.

Barbra Streisand

Das Buch ist jedoch mehr als ein Bildband, denn es enthält auch noch ein sehr interessantes Gespräch zwischen den beiden Fotografen. Sie bieten dabei einen sehr lebendigen Eindruck in ihre ungewöhnliche Arbeit, denn Schapiro und Schiller arbeiteten nur inoffiziell im Auftrag der Produktionsfirmen. Dadurch dass sie unabhängige (aber die Hollywood-Spielregeln beherrschten), gelang es ihnen, auch zum Vorteil der Studios, ihre Fotos in den Hochglanz-Magazinen zu platzieren. Augenzwinkernd schildern sie wie die Streisand mit ihren Co-Stars klar kam und sich dabei von Anfang an als Star in Szene setze.

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Christo: The Floating Piers

Zwanzig Jahre nachdem er gemeinsam mit seiner mittlerweile verstorbenen Frau Jeanne-Claude in Berlin den Reichstag verhüllen ließ, hat Christo wieder ein wirklich originelles Projekt realisiert. Er ermöglichte es den Besuchern im wahrsten Sinne auf dem Wasser zu wandeln.

Christo: The Floating Piers

Auf dem italienischen Iseosee, unweit von Mailand, ließ er über eine Länge von drei Kilometern schwimmende Stege platzieren. Diese bestanden aus 200.000 hochverdichteten Kunststoff-Schwimmkörpern, auf denen “dahliengelbes“ glitzernde Stoffbahnen gelegt wurden. Das Konzept wurde zunächst in einem Gewässer in Schleswig Holstein einem Geheimtest unterzogen.

Christo: The Floating Piers

Vom 18. Juni bis zum 3. Juli 2016 durften Besucher diese die zwei Inseln Monte Isola und San Paolo einschließende und mit dem Festland verbundene Strecke begehen, was gut – ja fast schon zu gut – angenommen wurde. Wer es nicht zum Iseosee geschafft hat, dem sein ein im Taschen Verlag erschienenes Buch über die Realisierung des Projekts wärmsten empfohlen.

Christo: The Floating Piers

Dieses liegt zwar nur in einer englisch-italienischen Sprachversion vor, doch es sind in erster Linie, die großformatigen Abbildungen, die für das Buch sprechen. Christos Skizzen sind (zum Glück) oftmals ebenso schön, wie seine danach entstandenen Projekte.

Christo: The Floating Piers

Dokumentiert sind auch die bürokratischen Hürden die Christos zu überwinden hatte, um seinen ohne staatliche Fördermittel realisierten Traum zu verwirklichen.

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The James Bond Archiv SPECTRE Edition

Pünktlich zum Kinostart von “Skyfall“ erschien Ende 2012 ein 600-seitiges Buch zum 50. Jubiläum der James-Bond-Filmreihe. Beginnend mit markanten Momenten aus den jeweiligen Vorspann-Sequenzen wird die Entstehungsgeschichte jedes Bond-Films ausführlich dokumentiert.

The James Bond Archiv SPECTRE Edition

Tatsächlich wird hier wirklich jeder Kinofilm (daher nicht die frühe TV-Version von “Casino Royale“) berücksichtigt, auch das Connery-Comeback “Sag niemals nie“, die Klamauk-Version von “Casino Royale“ aus dem Jahre 1967 sowie natürlich auch “Skyfall“.

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Zu jedem Film wurden interessante Statements der an den Produktionen Beteiligten zusammengetragen, wobei Kommentare von Sean Connery Mangelware sind. Noch beeindruckender ist jedoch die phantastische Bebilderung, die nicht nur aus Film-Standfotos besteht, sondern oftmals interessante Impressionen von den Dreharbeiten vermittelt.

The James Bond Archiv

Faszinierend ist auch der komplett reproduzierte Drehplan von “Liebesgrüße aus Moskau“. Abgerundet wird das Buch durch ein Playboy-Interview mit Ian Fleming von 1964.  Der ersten Auflage liegt noch ein Filmstreifen aus “James Bond jagt Dr. No“ bei. Wem das noch nicht genug war, der konnte auch noch für 750 Euro (!) eine ledergebundene güldene Golden Edition des Buches im Riesenformat 42 x 80 cm (!!) erwerben, das vom Bond-Kulissenplaner Sir Ken Adam und von 007 höchstpersönlich Daniel Craig (!!!) signiert wurde!

The James Bond Archiv. SPECTRE Edition

Rechtzeitig zum Weihnachtsfest 2015 liegt eine aktualisierte Version des Buchs vor. Diese enthält zusätzlich noch 24 Seiten zum aktuellen Bond-Film“Spectre“. Diese “Spectre Edition“ ist mit 34 x 25 cm etwas kleinformatiger, doch sie liegt dafür besser in der Hand. Der Text in der Hardcover-Ausgabe ist auch diesmal wieder in englischer Sprache, doch es liegt eine 128-seitige Broschüre mit deutscher Übersetzung bei. Echte 007-Fans werden wohl beide Ausgaben des “James Bond Archivs“ für ihre Sammlung benötigen. Doch einmal mehr überzeugt die Verlags-Politik von Taschen, denn die “Spectre Edition“ ist mehr als eine verkleinerte und verbilligte Neuauflage.

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Das BILD-Buch

2012 feierte der Taschen Verlag mit einem riesigen 11 Kilo schweren Buch zum Preis von 99,- Euro den 60. Geburtstag der Bild-Zeitung.

Das BILD-Buch

Dabei handelte es sich nur sehr bedingt um ein Sachbuch, auch wenn im Vorwort des ehemaligen Spiegel-Chefredakteurs Stefan Aust mancher kritischer Unterton anklingt. Im riesigen Format von 53 x 73 cm, das nur geringfügig kleiner als die Bild-Zeitung selbst ist, wurden von jedem Monat seit Juni 1952 (damals startete das Blatt) Titelseiten der Bild-Zeitung reprintet.

Das BILD-Buch

Bei diesen 718 aus über 18.000 Ausgaben ausgewählten Titelseiten wurde allerdings recht wenig Wert darauf gelegt möglichst originelle Debil-Schlagzeilen wie “Mann beim Abwaschen ertrunken“ oder “Hellseher erschoss sich selbst, weil sein Tod nicht pünktlich kam“ zu erwischen, sondern es wurde versucht die jeweils wichtigsten Nachrichten in der Bild-Verknappungsform unterzubringen. Dies führte dazu, dass im November 1963 nicht etwa “Kennedy erschossen“ ausgewählt wurde, sondern der glückliche Ausgang des Grubenunglücks in Lengede mit der Schlagzeile “Gott hat mitgeholfen“ (kurz wurde die blasphemischere Variante “Gott hat mitgebohrt“ erwogen).

Das BILD-Buch

Auch wer nicht zu den täglichen Bild-Lesern zählt kam um Schlagzeilen wie “Wir sind Papst“ oder “Rudi, haudi Saudi“ nicht herum. Das Buch ermöglicht eine spannende Zeitreise und zeigt wie aus einer eher langweilig wirkenden Bild-Zeitung, im wahrsten Sinne des Wortes mit kommentierten Fotos, eine oftmals ganz schön irre Pinnwand des Wahnsinns wurde.

Das BILD-Buch

Zum thematisch passenden Preise von 1952,- Euro gab es seinerzeit in einer Auflage von 600 Stück bzw. 300 Stück zudem noch wahrhaft sensationelle exklusive Sammlerausgaben des Buchs. Diese Editionen enthalten Setzkästen aus gebürstetem Aluminium mit notarielle beglaubigten historischen Original-Gegenständen bzw. „Reliquien“ wie z. B. einem Stück echtes Mondgestein, einem Teil der Fackel der Olympischen Spiele 1972, Stücke vom Schal des Dalai Lama, von Madonnas Jeans, Boris Beckers Wimbledon-Tennisschläger oder von Sebastian Vettels WM-Wagen.

Mittlerweile ist auch die reguläre Ausgabe des Buchs vergriffen und wird zum Preis von knapp 200,- Euro angeboten. Daher ist es sehr erfreulich, dass Taschen drei Jahre später eine mit 28 x 39 cm etwa halb so große Paperback-Ausgabe des BILD-Buchs veröffentlicht, die ergänzt wurde um ausgewählte Titelseiten bis hin zum 29. August 2015 (“Das große Flüchtlingsdrama – Wir helfen“) und zum Preis von 33 Euro angeboten wird.

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The Silver Age of DC Comics

Große Freude kam bei mir auf, als zu erfahren war, dass der Taschen Verlag seinem riesigen Prachtband “75 Jahre DC Comics: The Art of Modern Mythmaking“ nicht – wie sonst oft üblich – eine kleinformatigere preiswerte Softcover-Ausgabe folgen ließ. Mit „The Golden Age of DC Comic“ wurde eine fünfbändige DC-Enzyklopädie gestartet, die sich noch ausführlicher mit jenem Comic-Verlag beschäftigt, der durch Helden wie Superman oder Batman das Comicheft salonfähig machte.

The Silver Age of DC ComicsZuvor erschienen in den USA Comics fast ausschließlich in den Zeitungen, doch nach dem riesigen Erfolg von Action Comics # 1 im Juni 1938 mit dem ersten Auftritt von Superman, war klar dass Comics mehr als nur eine Zeitungs-Beigabe sind. Comichefte wurden zu einem riesigen Geschäft.

The Silver Age of DC ComicsDie Superhelden zogen in ihren Abenteuern auch mit in den Zweiten Weltkrieg, oftmals noch bevor die Amerikanischen Streitkräfte in der Realität in Europa oder Asien aktiv wurden. Nach Ende des Krieges erlahmte das Interesse an den kostümierten Helden und das sogenannte “Golden Age“ ging zu Ende. Andere Comic-Genres wie die Funny Animals, hier speziell die Entengeschichten von Carls Barks, oder die auch an erwachsene Leser adressierten Kriegs- und Horror-Hefte aus dem Hause EC weckten größeres Interesse. Letztere riefen Jugendschützer auf den Plan und der Comics Code, eine Art freiwillige Selbstzensur der Verlage, sorgte dafür, dass die Comics wieder kindischer (aber gelegentlich auch – wie im Falle des MAD-Magazines – satirischer) wurden.

The Silver Age of DC ComicsMitte der Fünfziger Jahre starteten die DC-Superhelden wieder durch. In den Heften Showcase # 4 und # 22 erschienen modernisierte Version von Flash, dem schnellsten Menschen der Welt, und vom allmächtigen Helden Green Lantern, der jetzt durch eine zivile Tätigkeit als Testpilot etwas geerdet wurde. Helden-Truppen wie die Justice League of America wurden so beliebt, dass DCs Konkurrent Marvel seine Fantastic Four startete. Den größten Popularitätsschub bekam allerdings Batman. Eine in den Sechziger Jahren ungemein populäre TV-Serie mit Adam West zeigte den Fledermaus-Mann nicht als Dark Knight sondern als knallbunte Pop-Art-Figur, deren Abenteuer allenfalls sehr kleine Kinder spannend und die restlichen Zuschauer höchst amüsant fanden. Durch diese TV-Serie wurden auch viele DC-Comics knallbunt und infantil. Erst durch die realitätsnahen Geschichten von Denny O’Neil und Neal Adams, die das “Bronze Age“ einläuteten, erholten sich die DC-Helden von dieser Entwicklung.

The Silver Age of DC ComicsIn “The Silver Age of DC Comics” dokumentiert Paul Levitz, der von 2002 bis 2009 Chef bei DC war, auf 400 reich bebilderten Seiten dieses hochinteressante Comic-Zeitalter. Der Band ist gegenüber dem schwergewichtigen Werk “75 Jahre DC Comics“ sehr viel lesefreundlicher. Dies liegt zum einen daran, dass er komplett auf Deutsch übersetzt wurde, aber auch am etwas kleineren Format. Zudem sind zahlreiche neue Abbildungen, Texte sowie ein Interview mit Neal Adams enthalten. Es darf sich schon auf die drei weiteren DC-Bände zum Bronze-, Dark- und Modern-Age gefreut werden.

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Das Charlie Chaplin Archiv

Bei Taschen erschien im selben 42 x 30 cm Großformat bereits “The Stanley Kubrick Archives“. In jenem Buch wurde versucht herauszufinden, wie Kubrick seine Filme realisierte. Ähnlich wie Kubrick glaubte auch Charlie Chaplin (im Gegensatz etwa zum sich bei den Dreharbeiten langweilenden Alfred Hitchcock), dass sich beim Filmemachen nicht alles planen lässt. Kubrick und Chaplin ließen ihre Crews und Darsteller oft sehr lange warten oder immer wieder die selben Szenen durchspielen. Auch dadurch entstanden unvergessliche Kino-Momente.

Charlie Chaplin Archiv

Doch Chaplin war (genau wie Kubrick) ein akribischer Planer. Paul Duncan, der für Taschen bereits das “James Bond Archiv“ zusammenstellte, versucht herauszufinden, wie Chaplin seine Filme realisierte. In den Büchern des Komikers finden sich dazu wenig Hinweise. Duncan hatte Zugang zu Chaplin-Archiv, das dessen Halbbrüder Sydney Chaplin und Wheeler Dryden zusammentrugen, nachdem der Komiker 1952 in die Schweiz zog, weil er in den USA unerwünscht war.

Charlie Chaplin Archiv

Das Buch enthält ausführliche Statements und umfangreiches oft großformatiges Bildmaterial aus allen Schaffensperioden von Chaplin. Berücksichtigt und kommentiert werden alle Kurzfilme, die er für Keystone, Essanay, Mutual und First National drehte. Natürlich wird sich auch mit den sorgfältig geplanten Spielfilmen, wie dem Drama “A Woman in Paris“ (1923), “Goldrausch“ (1925), “Circus“ (1928), “Lichter der Großstadt“ (1931), “Moderne Zeiten“ (1936) und besonders ausführlich mit “Der große Diktator“ (1940), beschäftigt.

Charlie Chaplin Archiv

Duncan widmet sich aber auch dem ansonsten eher ignorierten Spätwerk Chaplins. Zu “Die Gräfin von Hongkong“ (1967) gibt es nicht nur großformatige Abbildungen von den Dreharbeiten, sondern auch interessante Statements der Hauptdarsteller Marlon Brando und Sophia Loren. Nachdem Brando zunächst Chaplin vergötterte, führte er sich am Set sehr flegelhaft auf. Doch Chaplin wusste damit umzugehen, denn: “Das filigranste Instrument der Welt ist der Schauspieler. Man kann ihn mit wenigen Worten zerstören. Ich muss allerdings sagen, sie erholen sich recht schnell.“

Charlie Chaplin Archiv

Das letzte Kapitel des Buchs handelt von Chaplins nicht mehr realisierten Projekten. Darunter befindet sich eine Komödie in der Chaplin – auch hierin ähnelt er Stanley Kubrick – Napolleon Bonaparte verkörpern wollte. Recht weit gediehen waren Ende der Sechziger Jahre bereits die Vorbereitungen zum Film “Freak“, der von einer jungen Frau mit Engelsflügeln handeln sollte. Hierzu existieren bereits detaillierte Storyboard-Zeichnungen, die gemeinsam mit einem Foto zum Abdruck kommen, das Chaplins Tochter Victoria mit Engelsflügeln zeigt.

Charlie Chaplin Archiv

Das Buch erscheint in englischer Sprache, es liegt jedoch ein Heft im deutscher Übersetzung bei und den ersten 10.000 durchnummerierten Exemplaren sogar ein Filmstreifen mit 12 Einzelbildern aus “Lichtern der Großstadt“, der aus dem “Charlie Chaplin Archiv stammt! Auch wer sich bereits vor der Lektüre dieses Buches intensiv mit Charlie Chaplin beschäftigt hat, dürfte überwältigt sein von der Fülle an Bildmaterial und Fakten, die hier geboten werden.

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The James Bond Archiv

Zum 50. Jubiläum der James-Bond-Filmserie ist allerlei erschienen. Erstmals liegt unter dem “Best Of Bond… James Bond“ eine CD mit allen Titelsongs aus den offiziellen Filmen vor. Cross Cult verlegt eine vorbildlich editierte Reihe von Ian Flemings 007-Romanen, Sir Roger Moore schreibt als “Bond über Bond“ und Dorling Kindersley feiert großformatig “50 Jahre James Bond Filmplakate“. Den Vogel schießt jedoch (erwartungsgemäß) der Taschen Verlag ab, denn das 600-seitige Buch “The James Bond Archiv“ lässt keine Wünsche offen.

Unbenannt5Das 600-seitige Buch ist in englischer Sprache verfasst, es liegt aber ein 128-seitiges Büchlein mit den deutschen Übersetzungen der Texte bei. Beginnend mit markanten Momenten aus den jeweiligen Vorspann-Sequenzen wird die Entstehungsgeschichte jedes Bond-Filmes ausführlich dokumentiert.

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Tatsächlich wird hier wirklich jeder Kinofilm (daher nicht die frühe TV-Version von “Casino Royale“) berücksichtigt, auch das Connery-Comeback “Sag niemals nie“, die Klamauk-Version von “Casino Royale“ aus dem Jahre 1967 sowie der brandaktuelle 007-Film “Skyfall“.

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Zu jedem Film wurden interessante Statements der an den Produktionen Beteiligten zusammengetragen, wobei Kommentare von Sean Connery Mangelware sind. Noch beeindruckender ist jedoch die phantastische Bebilderung, die nicht nur aus Film-Standfotos besteht, sondern oftmals interessante Impressionen von den Dreharbeiten vermittelt.

The James Bond Archiv

Faszinierend ist auch der komplett reproduzierte Drehplan von “Liebesgrüße aus Moskau“. Abgerundet wird das Buch durch ein Playboy-Interview mit Ian Fleming von 1964 und der ersten Auflage liegt noch ein Filmstreifen aus “James Bond jagt Dr. No“ bei. Wem das noch nicht genug ist, der kann auch noch für 750 Euro (!) eine ledergebundene güldene Golden Edition des Buches im Riesenformat 42 x 80 cm (!!) erwerben, das vom Bond-Kulissenplaner Sir Ken Adam und von 007 höchstpersönlich Daniel Craig (!!!) signiert wurde!

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Sex to Sexty

Cartoons auf denen ein Cowboy seiner Frau ein Brandzeichen verpasst oder ein Dorftrottel von einem vollbusigen Weib träumt, die ebenso viel Zitzen wie seine Lieblingskuh hat, wären heute wahrscheinlich selbst für die “Praline“ oder die “St. Pauli Nachrichten“ zu frauenfeindlich. Doch in den Sechziger Jahren zierten derartige Obszönitäten die Titelseiten des Witzblattes “Sex to Sexty“. Die Bilder wurden immerhin recht kunstvoll in Öl gemalt von Pierre Davis, der heute unter seinem richtigen Namen Lowell Davis kitschige Landidyllen für eine Porzellanfirma gestaltet.

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© Taschen

Das Herrenblatt wurde zwar 1983 eingestellt, lebte jedoch in einigen 2002 entstandenen Kunstwerken von Mike Kelley weiter. Dieser hatte auf seinem riesigen Bild “Missing Time Color Exercise“ die Titelbilder einiger Sex to Sexty“-Ausgaben chronologische nebeneinander aufgeklebt und dazwischen anstelle der ihm fehlenden Ausgaben monochrome Farbflächen platziert, was der Sache einen Hauch von Mondrian verleiht. Dies wiederum brachte Benedikt Taschen auf den Plan, der sich – auch als Verleger – sowohl für Kunst wie für Sex interessiert.

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© Pierre Davis

Für die Recherche zu diesem prachtvollen Bildband reiste die Autorin Dian Hanson nach Airlington, Texas und was sie dort über die Geschichte von “Sex to Sexty“ herausfand, ist sehr viel lustiger als die darin enthaltenen zottigen Cartoons. John Newton, der Herausgeber des Heftes, betrieb eine erfolgreiche Firma, die Werbesprüche auf Aschenbecher, Kugelschreiber, Kaffeebecher und dergleichen druckte. Er interessiert sich jedoch auch für schlüpfrige Cartoons und kaufte für 10.000 Dollar eine Privatsammlung von gezeichneten Witzen, die jemand in Aktenschränken thematisch nach Begriffen wie “einsame Insel“ oder “betrogene Ehefrau“ geordnet hatte. Newton ließ einige dieser Cartoons von seinen Werbegraphikern noch einmal neu zeichnen und druckte auf eigene Kosten die erste Ausgabe von “Sex to Sexty“. Danach schickte er an angeblich jeden Zeitungshändler der USA eine Kiste mit 50 Exemplaren und dem Text “Ich bitte Sie diese Hefte zum Verkauf anzubieten, und wenn Sie verkauft haben, meine Rechnung zu bezahlen. Wenn nicht betrachten Sie sie als Geschenk.“ Dies Konzept funktionierte. Von dem zunächst mit psychedelischen Covern und dann mit den Gemälden von Pierre Davis garnierten Heft wurden monatlich 250.000 Exemplare verkauft, bevor schließlich Magazine mit eindeutigen Hochglanzfotos beliebter wurden als die zweideutigen gezeichneten Witze in “Sex to Sexty“.

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© Mike Kelley / christies.com

Das Buch des Taschen Verlags enthält neben thematisch gegliederten Cartoons auch hervorragend reproduzierte Abbildungen einiger nicht verwendeter Bilder von Davis und als Gimmick noch einen Schutzumschlag, der zugleich auch noch ein Poster ist auf dem – im Gegensatz zu den Werken von Mike Kelley – sämtliche Cover von “Sex to Sexty“ abgebildet sind.

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