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Matthieu Bonhomme: Der Mann, der Lucky Luke erschoss

Die Western-Parodie „Lucky Luke“ des als Morris bekannten Belgiers Maurice de Bevere (1923-2001) wirkt auch nach 70 Jahren dank ihrer gekonnt karikierten Typen sehr frisch. Neben der aktuell von Hervé Darmenton alias Achdé im klassischen Look werkgetreu weitergeführten Serie versucht sich jetzt auch Matthieu Bonhomme an Lucky Luke.

Matthieu Bonhomme: Der Mann, der Lucky Luke erschoss

Sein eher realistischer Zeichenstil scheint auf den ersten Blick nicht zur stark karikierenden Darstellung des Wilden Westen zu passen, die ihren Höhepunkt feierte, als der große René Goscinny neben Asterix auch noch „Lucky Luke“ textete. Bonhomme zeigte zuvor schon in der von Lewis Trondheim geschriebenen Western-Serie „Texas Cowboys„, dass realistische Zeichnungen und skurriler Humor kein Widerspruch sein müssen. Außerdem wurde bereits innerhalb der ebenfalls in Belgien entstandenen Traditions-Serie “Spirou“ bewiesen, dass es eine gute Idee ist, neben der regulären Reihe auch einmal Experimente mit weiteren Zeichnern und Autoren zu wagen.

Matthieu Bonhomme: Der Mann, der Lucky Luke erschoss

Auch wenn “Der Mann, der Lucky Luke erschoss“ nicht wie einst bei Morris & Gosinny alle paar Panels einen Schenkelklopfer serviert, kann das Experiment, vor allem dank des interessanten Zeichenstils von Bonhomme, als gelungen betrachtet werden. Dessen Geschichte um das von drei undurchsichtigen Brüdern kontrollierte Städtchen Froggy Town hat leider nicht so viel schrägen Humor wie die „Texas Cowboys“ und ist eher spannend als lustig. Doch ganz nebenbei wird eine recht plausible Erklärung geliefert, warum Lucky Luke ab 1982 in den Comics aufgehört hat zu rauchen und fortan zum Strohhalm statt zur Zigarette griff.

Jolly Jumper antwortet nicht
Lucky Luke von Guillaume Bouzard

Zeitgleich entstand mit „Jolly Jumper antwortet nicht„, eine weitere Neuinterpretation von Lucky Luke, die Guillaume Bouzard sehr reduziert zu Papier gebracht hat.

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Texas Cowboys 2

Das ehemalige Greenhorn Harvey Drinkwater verschlägt es im zweiten Band von „Texas Cowboys“ wieder nach Fort Worth, Texas. Erneut will der Reporter aus Boston den großstädtischen Lesern wilde Geschichten aus dem Westen liefern und wird einmal mehr fündig. Gemeinsam mit seinem rauhbeinigen Kumpel Ivy Forest erlebt er Geschichten, die Stoff genug für zehn Western-Filme gewesen wären. Unter anderem ist in immer abstruser werdenden Varianten zu erfahren, wie der Kriegs-Veteran Thomas Woodham angeblich seinen Arm verloren hat.

Texas Cowboys

Lewis Trondheim (“A.L.I.E.E.N.“, “Donjon“), der Mann mit dem unglaublichen Output von schnell hingekritzelten Comics, und der eher akribisch im Bereich des realistischen Abenteuer-Comics arbeitende Matthieu Bonhomme (“Der Marquis von Anaon“) scheinen nicht so recht zusammen zu passen. Doch vor “Texas Cowboys“ arbeitete das Duo bereits bei der ebenfalls bei Salleck im “Graphic Novel Format“ erschienenen Comicgeschichte “Omni-Visibilis“ zusammen.

Texas Cowboys 2

„Texas Cowboys 2“ erzählt wieder nicht nur eine durchgehende Story, sondern die einzelnen Kapitel – ja oft sogar die einzelnen Seiten – sind abgefahrene Kurzgeschichten am Rande des Surrealen. Zu Papier gebracht hat Bonhomme diese in einem unglaublich lässigen Zeichenstil, der fast ein wenig so wirkt als wenn Moebius und nicht Jean Giraud den “Leutnant Blueberry“ gezeichnet hätte. Dies brachte ihm den Auftrag den Hommage-Band “Der Mann, der Lucky Luke erschoss“ zu zeichnen und zu schreiben.

Der Mann, der Lucky Luke erschoss
Der Mann, der Lucky Luke erschoss

Abgerundet wird dieser schöne Comic noch durch die als Titelbilder des fiktiven Magazins „Texas Cowboys – The Best Wild West Stories Published“ gestalteten Einleitungen zu den einzelnen Kapitel, sowie durch einem Anhang, der erzählt wie das weitere Leben der einzelnen Figuren verlief. So will die Legende wissen, dass Thomas Woodham ein einziges Mal doch tatsächlich die Wahrheit darüber erzählte, wie er seinen Arm verloren hat.

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