Schlagwort-Archive: The Big Bang Theory

Hollywood

Der Vorspann ist ziemlich großartig. Sechs junge Menschen versuchen die riesigen Buchstaben des in den Hügel bei Los Angeles gelegenen Hollywood-Zeichen zu erklimmen. Sie drohen abzustürzen, helfen sich gegenseitig und schaffen es schließlich.

Hollywood

Dies ist eine schöne Zusammenfassung des Konzepts einer Netflix-Serie, in der es um die Produktion eines Hollywood-Films geht, der die wahre Geschichte der Schauspielerin Peg Entwistle erzählt, die 1932 am Buchstaben H des Hollywood-Zeichens hochkletterte und in den Tod sprang.

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Im Mittelpunkt der Geschichte stehen sechs junge Menschen, darunter ein homosexueller Darsteller, dem der Künstlername Rock Hudson verpasst wurde. Abgesehen vom Werdegang der sehr mitreißend von Laura Harrier (Spider-Man: Homecoming) verkörperten schwarzen Schauspielerin Camille Washington, fesseln die Schicksale und Liebschaften des Sextetts kaum.

Hollywood

Etwas Ausgleich bieten prominent besetzte Nebenrollen, wie Regisseur Rob Reiner (Harry & Sally) als Studiochef, Jim Parsons (Sheldon aus The Big Bang Theory) als intriganter Agent Henry Wilson oder Queen Latifa (Chicago) als Darstellerin Hattie McDaniel, die einen Oscar für ihre Nebenrolle in Vom Winde verweht erhalten hatte, aber bei der Verleihungs-Zeremonie nicht zusammen mit den weißen Gästen am selben Tisch sitzen durfte.

Hollywood

Eine Gala-Vorstellung liefert Dylan McDermott (Jersey Girl) als Ernie West, der getarnt als Tankstelle, einen Kontakthof für geschlechtliche Dienstleistungen aller Art betreibt und sich dadurch als Darsteller für den Hollywood-Mogul David O. Selznick im Film Peg qualifiziert. Unterbrochen von einigen kleinen Glanzlichtern schleppt sich Hollywood dahin, um schließlich in der siebten und letzten Episode ein völlig idiotisches “filmreifes Ende“ zu präsentieren.

Hollywood

Hier wird mit großem Aufwand und noch größerem Druck auf die Tränendrüsen (Achtung: Spoiler!) ein alternativer Verlauf der Oscar-Verleihung des Jahres 1948 gezeigt. Der unter großen Schwierigkeiten produzierte fiktive Film Peg schneidet dabei erstaunlich gut ab und alle zuvor geschilderten Probleme im prüden und rassistischen US-Amerika der Nachkriegszeit spielen plötzlich keine Rolle mehr. Das nicht unumstrittene Ignorieren der Realität im Finale von Quentin Tarantinos Once Upon a Time … in Hollywood ist dagegen eine Bagatelle.

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Florence Foster Jenkins

Bereits kurz zuvor inspirierte das Leben der ebenso leidenschaftlichen wie untalentierten Sängerin Florence Foster Jenkins den französischen Film “Madame Marguerite oder die Kunst der schiefen Töne“, der das Geschehen jedoch ins Paris der 20er Jahre verlagerte. Stephen Frears‘ Film-Biographie “Florence Foster Jenkins“ hingegen ist historisch korrekt im New York des Jahres 1944 angesiedelt.

Florence Foster Jenkins

Meryl Streep spielt eine ebenso pompöse wie wohlhabende Gesellschaftsdame, die sich sehr stark für die New Yorker Musik-Szene engagiert. Doch obwohl Florence Foster Jenkins Gesangsstunden bei den besten Lehrern der Stadt nimmt, gelingt es ihr nur selten den richtigen Ton zu treffen. Ihr Ehemann St. Clair Bayfield  (Hugh Grant), ein erfolgloser Schauspieler, bemüht sich darum, dass bei Konzerten seiner Frau nur wohlgesonnene und tolerante Freunde im Publikum sitzen.

Florence Foster Jenkins

Doch als St. Clair nach einem mit seiner Mätresse verbrachten Kurz-Urlaub nach New York zurückkehrt, hat seine Gemahlin nicht nur eine Schallplatte aufgenommen, sondern auch noch gleich die Carnegie Hall für ein Konzert gebucht. Für ihren großen Auftritt hat sie 1.000 Eintrittskarten an Kriegsveteranen verschenkt. Kann das gut gehen?

Florence Foster Jenkins

Streeps Florence Foster Jenkins scheint zunächst eine nervtötende Egomanin zu sein und ihr Gatte ein notorischer Ehebrecher. Doch nach und nach vermittelt Stephen Frears die Tragik hinter dieser innigen Beziehung. Jenkins wurde von ihrem ersten Ehemann mit Syphilis angesteckt, doch ihre große Liebe zur Musik hält sie am Leben. Aus verständlichen Gründen ist die Beziehung mit St. Clair nur platonisch, aber dennoch sehr liebevoll.

Florence Foster Jenkins

Streep und Grant finden in ihrem Spiel die richtige Tonart zwischen Tragik und Komödie. Doch nicht unerwähnt bleiben sollte noch Simon Hellberg. Der Darsteller des Howard Wolowitz aus “The Big Bang Theory“ trägt durch seine subtil-komische Darstellung des verzweifelt die Fassung bewahrenden Pianisten Cosmé McMoon sehr viel zum positiven Gesamteindruck des Films bei.

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Sarvenaz Tash: Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums

Graham freut sich in diesem Jahr ganz besonders auf den New York Comic Con.  Er wird die Großveranstaltung zusammen mit Roxy besuchen und plant ihr dort zu gestehen, dass er sie liebt. Graham hat alles ganz genau geplant, doch die gemeinsame Freundin Felicia ist mit von der Partie und sie meldet beide auf dem Comic Con fürs Speeddating an. Dort lernt Roxy, die auf BBC-Serien steht, einen attraktiven Briten namens Devin kennen, und der Comic Con scheint für Graham zur reinsten Hölle zu werden.

Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums

Der Titel des Buchs wurde mit “Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums“ etwas unglücklich übersetzt. Im Original trägt es den sehr viel schöneren (und treffenderen) Titel “The Geek’s Guide to Unrequited Love“. Zwar hat die in Teheran geborenen US-Autorin Sarvenaz Tash keinen Ratgeber verfasst, doch ihr Roman beschreibt durchaus Situationen, die Anregungen liefern, wie damit umgegangen werden kann, wenn weniger Liebe zurückkommt als selbst empfunden wird.

Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums

Zugleich ist das Buch aber auch eine detailverliebte Liebeserklärung an die Geek- und Nerd-Kultur. Die Geschichte spielt hauptsächlich während der vier Tage der Comic Convention und fängt sehr gut die Atmosphäre ein, die im zentral in New York gelegenen Javits Center herrscht. Noch sehr viel stärker als in der TV-Serie “The Big Bang Theory“ werden die Hauptfiguren als begeisterte Anhänger von populären Kulturmythen beschrieben, die aber dennoch (und teilweise auch gerade wegen ihrer Begeisterungsfähigkeit) voll im Leben stehen.

Die (beinahe) größte Liebesgeschichte des Universums
New York Comic Con 2015

Eine wichtige Rolle spielen, neben den Comics des fiktiven Autors und Zeichners Robert Zinc, auch noch zeitlose romantische Kino-Komödien wie “The Breakfast Club“, “Pretty in Pink“ oder “Ist sie nicht wunderbar?“, die John Hughes in den 80er Jahren produzierte. Diese Filme sind gute Ratgeber zum Thema unerwiderte Liebe, genau wie dieser liebenswerte Roman von Sarvenaz Tash.

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