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Aus dem Nichts

Katja verliert plötzlich ihren Ehemann Nuri und ihren 8-jährigen Sohn Rocco. Beide sind einem Anschlag auf Nuris Übersetzungsbüro in Hamburg zum Opfer gefallen. Da Nuri kurdische Wurzeln hat und wegen Drogenhandel im Gefängnis war, vermutet die Polizei, dass es sich um einen Racheakt unter “Ausländern“ handelt.

Aus dem Nichts

Doch Katja hat vor dem Laden ihres Manns eine junge blonde Frau gesehen, die dort ein Fahrrad mit viel Gepäck abstellte. Tatsächlich befand sich die Bombe auf dem Fahrrad und die junge Frau wird zusammen mit ihrem Ehemann festgenommen. Beide sind Neonazis und die Beweislage spricht dafür, dass sie die Täter sind. Doch das Ehepaar wird freigesprochen. Die ohnehin am Rande des Nervenzusammenbruchs stehende Katja macht sich dran, selbst für Gerechtigkeit zu sorgen…

Aus dem Nichts

Mit Aus dem Nichts erzählt Fatih Arkin (Tschick, The Cut) auch einen Rachethriller im US-Stil, doch zugleich ist die Geschichte fest in der bundesrepublikanischen Wirklichkeit verankert. Der Film verarbeitet die NSU-Attentate und ist sehr sachlich bei der Schilderung der Gerichtsverhandlung, was sicherlich auch dem Co-Drehbuchautor Hark Bohm (Nordsee ist Mordsee) geschuldet ist, der Jura studiert hat.

Aus dem Nichts

In der Hauptrolle brilliert der deutsche Hollywood-Star Diane Kruger (Inglourious Basterds). Als Katja vermittelt sie sehr nachfühlbar, die Fassungslosigkeit angesichts von Tat und Gerichtsurteil. Wie sie schließlich darauf reagiert, das ist ebenso radikal wie konsequent. Akin gelang ein Film, der – sehr viel stärker noch als die gerichtliche Aufarbeitung – dazu beitragen dürfte, dass die Opfer der NSU-Attentate nicht in Vergessenheit geraten.

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The Cut

Das ganz große Politikum ist dieser Film von Fatih Akin (Aus dem Nichts) nicht geworden, obwohl er sich mit einem türkischen Reizthema beschäftigt, dem während des Ersten Weltkriegs begangenen Völkermord an den Armeniern. Akin zeigt den von türkischen Soldaten begangenen Genozid zwar in einer ziemlich drastischen Szene. Doch das Massaker ist weniger das zentrale Thema von The Cut sondern eher das auslösende Moment für die Geschichte, die Akins Film erzählt.

The Cut

Der Titel The Cut bezieht sich  dabei sowohl auf den Schnitt mit einem türkischen Messer, der den armenischen Schmied Nazaret Manoogian 1915 seiner Stimme aber nicht seines Lebens beraubt, aber auch auf den darauf folgenden Schnitt innerhalb der Geschichte, der den Film in eine andere Richtung als erwartet driften lässt. Akin schildert in epischer Breite die Odyssee zu der Nazaret aufbricht um seine in den Kriegswirren verschollenen Zwillingstöchter zu finden.

The Cut

Für Akin ist The Cut nicht in erster Linie ein Film über den Völkermord, sondern die Geschichte eines Vaters sowie eine „Geschichte über Einwanderung und Auswanderung“, die zeigt wie weit manche Armenier aus ihrer Heimat geflüchtet sind. Der von Akin in Zusammenarbeit mit dem armenisch stämmigen Drehbuchautor Mardik Martin, der für Martin Scorsese Hexenkessell und New York, New York schrieb, erarbeitete Film ist aber auch ein Western, denn Nazaret reist auf seiner Suche über Kuba westwärts bis nach Amerika.

The Cut

Die Kritik ging mit Akins neuem Film nicht eben gnädig um und es wurde ihm vorgeworfen, dass er in der Originalfassung die Türken zwar türkisch aber die Armenier englisch sprechen ließ. Doch dieser im US-Kino übliche Kunstgriff, erlaubte es Akin u. a. für die Hauptrolle Tahar Rahim zu verpflichten, einen in Frankreich sehr populären Darsteller mit algerischen Wurzeln. Sehr gefreut haben dürfte sich Akin über Martin Scorseses Meinung zu seinem Film: „The Cut ist ein echtes Epos in einer Tradition, an die sich heute niemand mehr heranwagt. Fatih Akins sehr persönliche Antwort auf ein tragisches Kapitel der Weltgeschichte ist von großer Intensität, Schönheit und beeindruckender Erhabenheit. Dieser Film ist mir in vielerlei Hinsicht sehr wertvoll.“

The Cut

Die Blu-ray von Pandora enthält den 138-minütigen Film in deutscher, armenischer, englischer Sprachfassung sowie in einer Hörfil-Fassung. Als einzigen Bonus gibt es einen 2-minütigen Teamfilm.

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