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Roger Corman verfilmt Edgar Allan Poe

In der ersten Hälfte der 60er-Jahre drehte der für seine billigen B-Pictures wie The Little Shop of Horror bekannte Roger Corman acht Filme, die mehr oder minder auf den Werken von Edgar Allan Poe basierten. Diese wurden in prächtigen Farben und imposanten Kulissen fast immer mit Vincent Price in Szene gesetzt. Der morbide Charme und die stilvolle Machart dieser in vergangenen Zeiten spielenden Filme kann locker bei den zeitgleich entstandenen legendären britischen Horror-Klassikern der britischen Hammer-Studios mithalten.

Roger Corman verfilmt Edgar Allan Poe

1960 entstand mit Die Verfluchten eine recht freie Interpretation von Poes Erzählung Der Untergang des Hauses Usher. Erzählt wird, wie Philip Winthrop (Mark Damon) seine Verlobte Madeline (Myrna Fahey) in ihrem abgelegenen Elternhaus besuchen will. Deren Bruder Roderick Usher (Vincent Price) ist dies gar nicht recht und er behauptet, dass auf Madeline ein Familienfluch lastet. Philip läßt sich nicht abweisen und erlebt schreckliche Dinge in dem düsteren Herrenhaus.

Roger Corman verfilmt Edgar Allan Poe

Roger Corman stand mit 300.000 Dollar ein für seine Verhältnisse beachtliches Budget zur Verfügung. Dennoch ließ er keine Möglichkeit aus, um den Film teurer aussehen zu lassen, als er tatsächlich war. So drehte er die Szene als Philip durch eine trostlose karge Landschaft zum Familiensitz reitet in einem Gebiet, in dem gerade ein Waldbrand stattgefunden hat.

Roger Corman verfilmt Edgar Allan Poe

Wenn (Vorsicht, Spoiler!) am Ende das House of Usher abbrennt, war dies in Wirklichkeit eine Scheune, die angerissen werden sollte. Corman gab dem Besitzer 50 Dollar und durfte das Gebäude vor laufender Kamera abfakeln…

Roger Corman verfilmt Edgar Allan Poe

Das Bonusmaterial der Blu-ray von Die Verfluchten enthält ein interessantes Gespräch mit Mark Damon, der für seine Darstellung des Philip Winthrop einen Golden Globe erhalten hat und erzählt, dass er es war, der gemeinsam mit Roger Corman eine Schauspielschule besuchte, die Idee mit den Poe-Verfilmungen hatte. Er beschreibt Corman als sehr nervösen Regisseur und fragte oftmals den Kameramann Floyd Crosby, ob seine schauspielerische Leistung in Ordnung war.

Roger Corman verfilmt Edgar Allan Poe

Nachdem Die Verfluchten sehr erfolgreich in den Kinos lief, drehte Corman ein Jahr später gleich zwei weitere Poe-Verfilmungen. In Das Pendel des Todes agierte Vincent Price an der Seite von Barbara Steele, die ein Jahr zuvor durch Mario Bavas Die Stunde, wenn Dracula kommt zur Horror-Ikone wurde. Doch der Film gehört ganz und gar Price, der scheinbar nahtlos vom Gepeinigten zum Peiniger wird.

Roger Corman verfilmt Edgar Allan Poe

Price spielt diesmal den spanischen Edelmann Don Nicholas Medina, der ein auf den Klippen am Meer gelegenes Schloss bewohnt. Er erhält Besuch von Francis Barnard (John Kerr), dem Bruder seiner gerade verstorbenen Ehefrau Elisabeth. Einst hatte der Vater von Don Nicolas seine untreue Ehefrau lebendig eingemauert. Hat die ebenfalls zum Ehebruch neigende Elisabeth ein ähnliches Schicksal erlitten?

Roger Corman verfilmt Edgar Allan Poe

Die Blu-ray von Das Pendel des Todes erhält als Bonus noch einen fünfminütigen Prolog, der sieben Jahre nach der Premiere mit der Darstellerin Luana Anders gedreht wurde, um den Film für die TV-Ausstrahlung zu verlängern.

 Lebendig begraben

Ebenfalls 1962 drehte Corman mit Lebendig begraben seinen einzigen Poe-Film ohne Vincent Price. Die Hauptrolle übernahm Ray Milland, der für Billy Wilders Das verlorene Wochenende einen Oscar erhalten hat und etwas zurückhaltender als Price agierte.

 Lebendig begraben

Milland spielte den wohlhabenden Guy Carrell, der Angst davor hat, genau wie sein Vater lebendig begraben zu werden. Natürlich passiert genau dies, doch der Film hat noch einige Überraschungen zu bieten.

 Lebendig begraben

Die Blu-ray von Lebendig begraben enthält ein interessantes Interview mir Roger Corman, der davon erzählt, wie er den Film zunächst selbst produzieren wollte aber dann doch wieder bei AIP landete.

Roger Corman verfilmt Edgar Allan Poe

1963 hatte Roger Corman den Eindruck, dass er sich innerhalb seiner Poe-Reihe ständig wiederholen würde und schlug einen etwas anderen Weg ein. Er bat den Autor Richard Matheson auf der Grundlage des Gedichts Der Rabe eine Horror-Komödie zu schreiben. Dennoch wurde der Film so beworben, als wenn es eine weitere auf Schocks setzenden Poe-Verfilmung wäre.

Roger Corman verfilmt Edgar Allan Poe

Die Besetzung von Der Rabe ist besonders glanzvoll ausgefallen. An der Seite von Vincent Price sind diesmal Boris Karloff, Peter Lorre und ein junger aufstrebender Darsteller namens Jack Nicholson zu sehen. Price spielt den Zauberer Craven, der um seine verstorbene Frau Lenore trauert und Besuch von seinem Kollegen Bedlo (Lorre) erhält, der vom bösen Magier Dr. Scarabus in einen Raben verwandelt wurde. Es kommt zu einem Duell der Zauberer…

Roger Corman verfilmt Edgar Allan Poe

Das Resultat schlägt einen etwas freundlicheren Grundton an, als die vorherigen Poe-Filme. Roger Corman stellte Der Rabe schneller als erwartet fertig und war daher der Meinung, dass Boris Karloff ihm noch zwei Drehtage “schuldete“.

Roger Corman verfilmt Edgar Allan Poe

Diese forderte er ein, um mit ihm (und Jack Nicholson) in Windeseile den angeblich auch auf Poe basierenden The Terror zu drehen. Dieser Film wiederum spielt eine gewisse Rolle in Peter Bogdanovichs Targets – Bewegliche Ziele, der ebenfalls zustande kam, weil Corman erneut zwei ihm seiner Meinung noch zustehende Drehtage bei Karloff eintrieb.

Roger Corman verfilmt Edgar Allan Poe

Auch die Blu-ray von Der Rabe verfügt über einige interessante Extras. Dazu gehören Interviews mit Corman und Richard Matheson, sowie der Inhalt der zum Film veröffentlichten Schallplatte „The Voice of Edgar Allan Poes The Raven“,  auf der Karloff, Price und Lorre zu hören sind.

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Richard Corben: Edgar Allan Poe – Geschichten des Grauens

Horror und Fantasy sind die Grundpfeiler der mittlerweile mehr als vier Jahrzehnte andauernden Comic-Karriere des Zeichners Richard Corben (Den, Luke Cage, Banner). Bereits 1974 in Creepy # 67 interpretierte Corben in seinem unverkennbaren immer etwas klobigen aber zugleich auch sehr plastischen Zeichenstil erstmals mit The Raven ein Werk von Edgar Allan Poe, zwei weitere sollten folgen. Er setzte hier auch seine aufregende Farbtechnik ein. Dieser Band enthält eine neue – diesmal schwarzweiße – The Raven– Adaption von Corben.

Richard Corben: Edgar Allan Poe - Geschichten des Grauens

Pünktlich zum 200. Geburtstag des 1809 in Boston geborenen Autors kehrt Corben mit Welt des Schreckens in Poes Welt zurück. Für drei US-Heften namens Haunt of Horror adaptierte er zehn Gedichte und Geschichten Poes – darunter Klassiker wie Der Rabe und Das verräterische Herz -, die im Stile der legendären EC-Comics von einem Knochenmann namens Deadgar anmoderiert werden. Die Adaption der Poe-Texte besorgte wie schon zu Creepy-Zeiten wieder Rich Magopoulos.

Richard Corben: Edgar Allan Poe - Geschichten des Grauens

Leider ist nicht jeder der in Schwarzweiß gestalten Comics so schön plastisch in Grautönen “koloriert“ wie die Eröffnungsstory The Raven. Es stellt sich die Frage, ob es wirklich Sinn macht einige von Poes Geschichten in unserer Gegenwart anzusiedeln (so spielt z. B. die Adaption des Gedichtes Israfel im Rap-Milieu). Doch da der Panini Verlag in seinem schön aufgemachten Hardcover-Sammelband auch gleich die literarischen Vorlagen in den mustergültigen Übersetzungen von Hans Wollschläger und Arno Schmidt mitliefert, kann dies jeder Leser für sich selbst entscheiden.

Richard Corben: Edgar Allan Poe - Geschichten des Grauens

Bei Splitter liegt mittlerweile der überformatige 356-seitige Band Creepy präsentiert Richard Corben – Gesamtausgabe vor. Dieser enthält teilweise in restaurierter Form alle 40 Geschichten sowie die Titelbilder die Corben von 1970 bis 1978 für CREEPY und EERIE anfertigte.

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