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Derib: Buddy Longway – Gesamtausgabe 5: Für immer

Der fünfte Band schließt die Gesamtausgabe “Buddy Longway“ ab, und wie Derib, der mit bürgerlichen Name Claude de Ribaupierre heißt, das Ende zelebrierte ist äußerst bemerkenswert. Band 4 der Gesamtausgabe enthält vier Geschichten, die ihre Premiere zwischen 1984 und 1987 erlebten. Danach legte Derib eine Pause ein und sollte erst 15 Jahre später wieder zu seiner Western-Serie zurückkehren.

Derib: Buddy Longway – Gesamtausgabe 5: Für immer

In der Zwischenzeit beschäftigte sich der Schweizer in den, teilweise von staatlichen Stellen geförderten, aufklärerischen Comicalben  “Jo“, “Pour toi Sandra“, “No limits“ und “Dérapages“ mit Problemen wie Aids, Drogen oder Prostitution. Dadurch bekam er einen neuen Einblick in die erzählerischen Möglichkeiten des Mediums Comic. Hinzu kam noch, dass es das Comic-Magazin Tintin, in dem Derib zuvor “Buddy Longway“ vorab veröffentlicht hatte, nicht mehr gab. Ohne Rücksichtnahme auf eine noch sehr junge Leserschaft konnte Derib seine neuen Geschichten um den Trapper Buddy Longway noch erwachsener erzählen.

Derib: Buddy Longway – Gesamtausgabe 5: Für immer

Die letzten vier Alben sind zwar auch mit den vorherigen Abenteuern von Buddy Longway verzahnt, erzählen jedoch eine durchgehende Geschichte, die alles andere als gut endet. Hierbei feierte Derib noch ein letztes Mal in wunderschönen Bildern die Liebe Buddy Longways zu seiner indianischen Frau Chinook und dem ungebundenen Leben in der Wildnis. Das böse Ende kommt dadurch ebenso unerwartet wie heftig. Den Abschluss bildet ein ergreifender Prolog, den Derib in einem etwas anderen Stil mit aquarellierten Bildern in Szene setzt.

Derib: Buddy Longway – Gesamtausgabe 5: Für immer

Derib war froh, dass er sein Epos zu einem konsequenten (wenn auch von ihm nicht von Anfang an so geplanten) Ende gebracht hatte. Der Abschied von lieb gewonnenen Figuren war zwar auch für Derib schmerzhaft, doch ansonsten hätte er Bedenken gehabt, dass aus “Buddy Longway“ eine sich ständig wiederholende Endlos-Serie geworden wäre. Auch der letzte Band von Egmonts Gesamtausgabe erfreut wieder mit einem Anhang voller interessanter Bilder und aufschlussreicher Texte.

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Musée Hergé

Brüssel ist zweifelsohne die europäische Comic-Metropole. In der ganzen Stadt sind Fassaden zu finden, die mit Comic-Figuren bemalt wurden .  Auch das städtische in einem ehemaligen Jugendstil-Kaufhaus gelegene Comic-Museum Centre Belge de la Bande Dessinée ist immer wieder einen Besuch wert.

Musée Hergé

Unweit von Brüssel befindet sich innerhalb der auf dem Reißbrett geplanten ziemlich öden Studentenstadt Louvain-la-Neuve ein gewaltiges Gebäude, das ausschließlich einem einzigen Comic-Künstler gewidmet ist.

Musée Hergé

Die Architektur des 2009 eröffneten Musée Hergé stammt vom Franzosen Christian de Portzamparc.

Musée Hergé

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© Nicolas Borel – Atelier Christian de Portzamparc

Im gewaltigen Foyer verwendete de Portzamparc Elemente aus den Comiczeichnungen von Hergé als Wanddekoration.

Musée Hergé
© Musée Hergé

Auf mehreren Ebenen wird der Besucher über das Leben und dem Werk des Schöpfers von Tim und Struppi informiert.

Musée Hergé
© Musée Hergé

Das Design für die Ausstellung entwarf der Holländer Joost Swarte, der den Begriff Ligne Claire für die Zeichenkunst von Hergé prägte.

Musée Hergé
© Georges Gobet / AFP

Neben sehr vielen Originalzeichnungen des Schöpfers von Tim und Struppi gab es auch Nachbauten von Elementen aus den Comics zu bewundern.

Musée Hergé

Natürlich gibt es auch einen gut sortierten Museums-Shop.

Musée Hergé

Das Museum beeindruckte durch die Fülle der Exponate und durch die gewaltigen Räumlichkeiten in denen diese zur Schau gestellt wurden. In den Ausstellungsräumen war Fotografieren verboten. Nicht nur daher sollte jeder Comicfreund, wenn es ihn nach Brüssel verschlägt, im Musée Hergé vorbeischauen.

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Centre Belge de la Bande Dessinée

Brüssel ist zweifelsohne die europäische Comic-Metropole. In der ganzen Stadt sind Fassaden zu finden, die mit Comic-Figuren bemalt wurden .  Auch das Musée Hergé ist nicht weit entfernt und das städtische in einem ehemaligen Jugendstil-Kaufhaus gelegene Comic-Museum Centre Belge de la Bande Dessinée ist immer wieder einen Besuch wert.

Centre Belge de la Bande Dessinée

Bereits das Foyer ist sehr vielversprechend gestaltet.

Centre Belge de la Bande Dessinée

Centre Belge de la Bande Dessinée

Centre Belge de la Bande Dessinée

Centre Belge de la Bande Dessinée

Eine Dauer-Ausstellung informiert über die Geschichte der Comics.

Centre Belge de la Bande Dessinée

Centre Belge de la Bande Dessinée

Centre Belge de la Bande Dessinée

Natürlich gibt es auch interessante Original-Zeichnungen zu sehen.

Centre Belge de la Bande Dessinée

Centre Belge de la Bande Dessinée

Centre Belge de la Bande Dessinée

Centre Belge de la Bande Dessinée

Im oberen Stockwerk des Museums werden – getrennt durch eine übergroße Spirou-Pagenmütze – die beiden belgischen Comic-Großmeister Hergé (Tim und Struppi) und Peyo (Die Schlümpfe) gleichberechtigt präsentiert.

Centre Belge de la Bande Dessinée

Centre Belge de la Bande Dessinée

Centre Belge de la Bande Dessinée

Centre Belge de la Bande Dessinée

Centre Belge de la Bande Dessinée

Eine interessant kuratierte Sonder-Ausstellung ist Étienne Davodeau (Die Ignoranten, Der schielende Hund) gewidmet.

Centre Belge de la Bande Dessinée

Hier überraschte, dass nur sehr wenige der zahlreichen Comics von Davodeau auf Deutsch vorliegen.

Centre Belge de la Bande Dessinée

Centre Belge de la Bande Dessinée

Centre Belge de la Bande Dessinée

Centre Belge de la Bande Dessinée

Natürlich gibt es auch einen gut sortierten Museums-Shop.

Centre Belge de la Bande Dessinée

Ein Besuch lohnt sich für jeden Comic-Freund, auch im zum Museum gehörenden Bistro!

Centre Belge de la Bande Dessinée

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Comicstadt Brüssel

Dass Brüssel die europäische Comic-Metropole ist, zeigt nicht nur eine riesige Skulptur von André Franquins Gaston, die unweit des in einem ehemaligen Kaufhaus gelegenen Comic-Museums Centre Belge de la Bande Dessinée. Auch das Musée Hergé ist nicht weit entfernt.

Comicstadt Brüssel

In der ganzen Stadt sind Fassaden zu finden, die bemalt wurden mit Comic-Figuren, hier ein alles andere als vollständiger Überblick.

Comicstadt Brüssel

Die gallische Dorfgemeinschaft aus Asterix.

Comicstadt Brüssel

Lucky Luke und die Daltons.

Comicstadt Brüssel

Tibets Rick Master und Kommissar Bourdon.

Comicstadt BrüsselFrank Pés Jonas Valentin.

Comicstadt Brüssel

Victor Sackville von Francis Carin.

Comicstadt Brüssel

Olivier und Columbine von Dany.

Comicstadt Brüssel

Monsieur Jean von Dupuy & Berbérian.

Comicstadt Brüssel

Nero von Marc Sleen.

Comicstadt Brüssel

Tim und Struppi von Hergé.

Comicstadt Brüssel

XIII von Vance.

Comicstadt Brüssel

Mit Ralf König ist erstmals auch ein deutscher Comic-Zeichner vertreten.

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Tim und Struppi im Kino

Bereits 1947 entstand “Le Crabe aux pinces d’or“, der erste Film mit Tim und Struppi,  doch dieser wurde lediglich zweimal in einem Kino in Brüssel gezeigt.

Tim und Struppi im Kino

Mit “Die Krabbe mit den goldenen Scheren“ wurde jene Comic-Geschichte von Hergé adaptiert, die Steven Spielberg knapp 65 Jahre später auch zur Grundlage eines sehr viel aufwändigeren Animationsfilms machen sollte.

Tim und Struppi im Kino

“Le Crabe aux pinces d’or “ ist ein schwarzweißer knapp einstündiger Film, der großteils mit kleinen Puppen im Stop-Motion-Verfahren gedreht wurde. Gelegentlich gab es aber auch “richtige“ menschliche Hände oder Dokumentaraufnahmen von Schiffen zu sehen. Obwohl der Film gut ankam, wurde er kein Erfolg, da der Produzent Wilfried Bouchery Geldprobleme hatte und nach Argentinien floh.

Tim und Struppi im Kino

Mittlerweile liegt der Animations-Film in Belgien und Frankreich auf DVD vor.

Tim und Struppi im Kino

Zwölf Jahre später ging es dann weiter mit dem bewegten Tim. Von 1959 bis 1964 produzierte die belgische Firma Belvision mit „Les Aventures de Tintin, d’après Hergé“ eine Zeichentrickserie, die zunächst noch in schwarzweiß gedreht wurde.

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Insgesamt entstanden 103 eher schlicht animierte 5-minütige Episoden, die auch in den USA und in Großbritannien gezeigt wurden, aber nicht bei uns.

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Eine Ausnahme ist die Belvision-Adaption des Comics “Der Fall Bienlein“, die auf DVD gemeinsam mit den Kino-Zeichentrickfilmen “Tim und Struppi im Sonnentempel“ und “Tim und der Haifischsee“ veröffentlicht wurde.

Tim und Struppi im Kino

1961 und 1964 wurden mit “Das Geheimnis um das Goldene Vlies“ und “Tim und die blauen Orangen“ zwei  Realverfilmungen gedreht, für die allerdings nicht auf Hergés Comicalben zurückgegriffen wurde, sondern Remo Forlani und Andre Barret dachten sich neue Geschichten aus.

Tim und Struppi im Kino

Die Idealbesetzung für Hergés etwas naiven Helden wurde mit Jean-Pierre Talbot gefunden. Dieser drehte danach jedoch keine weiteren Filme mehr, sondern arbeitete als Lehrer .

Tim und Struppi im Kino

Der erste der beiden Realfilme erzählt davon, wie Kapitän Haddock (Georges Wilson) ein Schiff namens “Das Goldene Vlies“ von einem alten Freund erbt. Gemeinsam mit Tim und Struppi reist er deswegen nach Istanbul. Bei der Erbschaft handelt es sich jedoch um ein Wrack, an dem trotzdem einige düstere Gestalten großes Interesse zeigen. Dies hängt mit einem Schatz zusammen. “Das Geheimnis um das Goldene Vlies“ entstand vor Ort in der Türkei und Griechenland, zeigt aber auch das Schloss Mühlenhof, in dem Kapitän Haddock residiert.

Tim und Struppi im Kino

Drei Jahre später wurde “Tim und die blauen Orangen“ als französisch-belgisch-spanische Koproduktion 1964 rund um Valencia gedreht. Den Kapitän Haddock spielte jetzt Jean Bouise. Diesmal ging es um eine mysteriöse blaue Orange, die angeblich auch in der Wüste wachsen kann und dadurch das Hungerproblem lösen könnte. Doch eine internationale Verbrecherbande will sich die Erfindung unter den Nagel reißen.

Tim und Struppi im Kino

Beide Realfilme gerieten recht farbenfroh und sind voller typischer “Tim und Struppi“-Situationen. So treten natürlich auch Professor Bienlein, Schultze und Schultze sowie die Operndiva Bianca Castafiore auf. Doch obwohl alle Zutaten der Comics enthalten sind, gerieten die Filme sehr viel alberner als Hergés Vorlagen. Wahrscheinlich fehlt dessen ausgefeilter Ligne-Claire-Zeichenstil , der unerlässlich ist, zum Vermitteln seiner ebenso komischen wie spannenden Geschichten.

Tim und Struppi im Kino

Doch auf alle Fälle ist es sehr erfreulich, dass diese beiden filmischen Kuriositäten, die es seinerzeit nicht bis in die deutschen Kinos schafften, endlich bei uns auf DVD und Blu-ray erschienen sind.

Tim und Struppi im Kino

1969 schließlich folgte der ebenso wie die TV-Serie von Belvision produzierte aufwändige Zeichentrickfilm “Tim und Struppi im Sonnentempel“. Als Grundlage für die Geschichte dienten die Comicalben “Die sieben Kristallkugeln“ (das ziemlich zusammengekürzt wurde) und “Der Sonnentempel“ (das recht werkgetreu umgesetzt wurde).

Tim und Struppi im Kino

Neben Hergé, der auch kurz als Zeichentrick-Figur zu sehen ist, arbeiteten am Drehbuch und am Design des Films die Comickünstler Bob de Moor, Jacques Martin und Michael Regnier alias Greg mit. Der bekannte französische Chansonsänger Jacques Brel schrieb einige Songs für den Film.

Tim und Struppi im Kino

Zudem wurden noch einige Tanz-Einlagen, sowie ein nicht im Comic vorkommendes Inka-Mädchen eingebaut. Dadurch, aber auch wegen der plastisch kolorierten Hintergrundgemälde, die so gar nichts von Hergés “Ligne Claire“ haben, erinnert “Tim und Struppi im Sonnentempel“ sehr stark an eine Produktion aus dem Hause Disney und weniger an die dem Film zugrunde liegenden Comics.

Tim und Struppi im Kino

Doch insgesamt bietet der sorgfältig gestaltete Zeichentrickfilm spannende Unterhaltung, die durch allerlei Gags aufgelockert wird.

Tim und Struppi im Kino

Drei Jahre später kam ein weiterer aufwändig animierter Trickfilm von Belvision namens “Tim und Struppi und der Haifischsee“ in die Kinos, der genau wie die beiden Realfilme wieder eine neue Geschichte erzählte. Nicht ganz ohne Grund wird Tim auf dem deutschen Kinoplakat als “der James Bond des Zeichentricks“ bezeichnet.

Tim und Struppi im Kino

Die ebenso spannende wie lustige Story erinnert gelegentlich durchaus an einen groß angelegten Kinofilm mit 007. Es wird erzählt, wie Tims Erzfeind Rastapopoulos plant, die größten Kunstwerke der Welt gegen Fälschungen auszutauschen, die er durch einen 3D-Kopierer anfertigen will. Die Originale hortet der Monokel tragende Schurken in seinem Geheimversteck auf dem Grunde des Haifischsees.

Tim und Struppi im Kino

Die Geschichte nutzt zwar bekannte Figuren und auch das haifisch-förmige U-Boot aus den Comics, stammt jedoch nicht von Hergé, sondern von Greg.

Tim und Struppi im Kino

1973 entstand auf der Basis des Drehbuchs ein 44-seitiger Comic zum Film, der als Band 23 in die reguläre Reihe eingegliedert wurde. Doch das Cover, auf dem Filmstreifen zu sehen sind, signalisiert recht deutlich den Unterschied zu den übrigen Comic-Alben.

Tim und Struppi im Kino

Der Comic enthält eine Zusammenstellung von Standbildern aus dem Film, die mit Sprechblasen versehen sind.

Tim und Struppi im Kino

Eine nachgezeichnete Version des Film-Comics erschien 1973 im Comic-Magazin ZACK.

Tim und Struppi im Kino

Sehr werkgetreu geriet die  zwischen 1991 und 1993 produzierte 39-teilige französisch-kanadische Zeichentrickserie „Les Aventures de Tintin„, die fast alle Comicalben sorgfältig für das Fernsehen adaptierte.

Tim und Struppi im Kino

Abgesehen von “Im Lande der Sowjets“ und “Tim im Kongo“ (wurde wegen seiner rassistischen Tendenzen weggelassen) wurden hier alle “Tim und Struppi“-Comics sehr nahe am Original, aber oft auch etwas uninspiriert adaptiert, wobei Kapitän Haddock in den Episoden eher abstinent rüberkommt.

Tim und Struppi im Kino
Hier trinkt der Käptn ausnahmsweise mal…

Aus den meisten Comic-Alben entstanden hierbei zweiteilige Trickfilme. Der 1983 verstorbene Hergé konnte dies leider nicht mehr miterleben. Als Trickfilmcharakter hat er jedoch in jeder Episode einen kleinen Gastauftritt á la Hitchcock.

Tim und Struppi im Kino

Mit modernster Tricktechnik wäre es wohl denkbar eine “werkgetreue“ Verfilmung von Hergés Comic-Reihe auf die Leinwand zu zaubern. Doch dies durfte nicht erwartet werden, als Steven Spielberg 2011 “Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn“ inszenierte.

Tim und Struppi im Kino

Der Film erweist im schönen flächig animierten Vorspann und gleich danach mit einem Gastauftritt – ein computeranimierter Hergé porträtiert als Flohmarkt-Karikaturist den computeranimierten Tim in seinem typischen Ligne-Claire-Stil – dem belgischen Comicmeister seinen Respekt. Danach jedoch zieht der Erfolgsregisseur auch in seinem ersten selbst in Szene gesetzten Trickfilm voll sein Ding durch.

Tim und Struppi im Kino

Das ist zunächst etwas anstrengend, denn die Figuren sehen weder wie ihre Ebenbilder aus dem Comic aus, aber auch nicht – trotz zahlloser Details – wie richtige Menschen. Zudem ist auch noch die Kamera ständig in Bewegung, damit das Ganze als 3D-Film auch ja schön plastisch wirkt.

Tim und Struppi im Kino

Die zunächst aus Hergés Album “Das Geheimnis der Einhorn“ übernommene Geschichte beginnt – durchaus werkgetreu – etwas lahmarschig und erzählt von Schiffsmodellen die Schatzkarten enthalten. Doch wenn dann zusätzlich noch Elemente aus dem Comic “Die Krabbe mit den goldenen Scheren“ – jenem Album in der Tim den beliebten Polter- und Trunkenbold Haddock kennenlernt – gewinnt der Film ganz schön an Fahrt.

Tim und Struppi im Kino

Im Laufe der munter neu remixten Geschichte gibt es reichlich aus den Comics übernommene Situationen, aber auch eine wild turbulente Verfolgungsjagd durch einen afrikanischen Küstenort, die alle Indiana-Jones-Actionszenen blass aussehen lassen. Jene Sequenz, in der Kapitän Haddock sich in seinen gegen Piraten ankämpfenden Vorfahren hineinversetzt, hingegen, kann locker mit den besten Momenten aus “Fluch der Karibik“ mithalten. Wenn es um das in Szene setzten von lustigen Turbulenzen geht, ist Spielberg immer noch unerreicht und zeigt ganz nebenbei den Pixar-Leuten, die sich gerade mit “Cars 2“ lächerlich machten, dass es doch möglich ist mit computeranimierter Action zu unterhalten.

Tim und Struppi im Kino

Aus Hergés “Einhorn“-Fortsetzung “Der Schatz Rackham des Roten“ übernimmt der Film nur Fragmente und spart sich den Ausgang der Geschichte (sowie den ersten Auftritt von Professor Bienlein) für eine dann wohl von Peter Jackson in Szene gesetzte Fortsetzung auf. Insgesamt richtet sich der Film eher an das große Publikum als an die Fans der Tim und Struppi-Comics. Doch unterhaltsamer als die werkgetreue aber sehr brave TV-Trickfilmserie oder die sonstigen Kino-Auftritte von Hergés Helden ist das Ganze allemal.

Derzeitig ist Peter Jackson dabei die Fortsetzung “The Adventures of Tintin: Prisoners of the Sun” zu produzieren.

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Die Kunst von Hergé

An Sekundär-Materialien zu Hergé und seinen “Tim und Struppi“-Comics herrscht ganz gewiss kein Mangel. Das Leben von Georges Remi wurde unter dem Titel “Die Abenteuer von Hergé“ auch in Comicform nacherzählt und unter dem Titel “Auf den Spuren von Tim und Struppi“ erschien ein umfangreicher Bildband sowie eine fünfteilige arte-TV-Dokumentation. Doch Philippe Goddins dreibändige Reihe “Die Kunst von Hergé“ bietet einen anderen Blick auf den Künstler und sein ebenso umfangreiches wie vielfältiges Werk.

Die Kunst von Hergé

Der erste Band handelt den Zeitraum von 1907 – 1937 ab und dabei werden natürlich auch die in diesem Zeitraum entstandenen Comics, von “Tim im Lande der Sowjets“ über “Der blaue Lotus“ bis hin zum “Arumbaya-Fetisch“, gewürdigt. Doch Goddins Buch zeigt darüberhinaus noch chronologisch zusammengestellt eine Fülle von teilweise bisher unveröffentlichten Zeichnungen, angefangen mit einem Buntstift-Bild des vierjährigen Hergés aus dem Jahre 1911. Beim Blättern im Buch wird sofort klar, dass Georges Remi ein ebenso manischer wie talentierter Zeichner war. Bereits mit 15 Jahren erschienen erste Zeichnungen von ihm in Zeitschriften. Auch während er an den ersten “Tim und Struppi“-Geschichten arbeitete, war Hergé ein vielbeschäftigter (aber auch vielseitiger) Illustrator, Gebrauchsgraphiker und Künstler, der es auch ohne seine Comics zu Wohlstand gebracht hätte.

Die Kunst von Hergé

Das Hauptaugenmerk beim Buch liegt zweifelsohne auf den Künstler Hergé, wobei es dem Text zuweilen etwas an Distanz mangelt. Wenn Goddin zu “Tim im Lande der Sowjets“ schreibt: “Der Ton war geschaffen, er würde sich nicht mehr ändern“, dann war dies zum Glück nicht der Fall, denn die Geschichte war alles andere als “gut dokumentiert“. Dennoch ist in Goddins knappen Texten auch einiges über den Menschen Georges Remi zu erfahren. So verewigte dieser seine unglücklich endende Jugendliebe zu Marie-Louise Van Cutsem, indem er “Milou“ (so heißt der Hund Struppi im Original) nach ihr benannte. Auch das sich über einen langen Zeitraum hinziehende Werben Hergés um seine erste Ehefrau Germaine wird dokumentiert, zumal es sich in einigen sehr stimmungsvollen Porträts niederschlug. Es ist zu hoffen, dass die weiteren Bände recht bald erscheinen, denn “Die Kunst von Hergé“ ist die optimale Begleitlektüre beim Lesen von “Tim und Struppi“.

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Auf den Spuren von Tim & Struppi

Auf dem Cover des Buches überlappt sich eine Zeichnung aus “Tim in Amerika“ mit dem von Hergé dafür als Vorlage verwendeten Foto. Der englische Journalist Michael Farr hatte Zugang zum Archiv des Schöpfers von “Tim und Struppi“ und belegt in Wort und Bild wie sorgfältig dessen Comics mit Fakten unterlegt wurden. Chronologisch widmet sich Farr jedem einzelnen Album von “Tim im Lande der Sowjets“ bis hin zum unvollendet gebliebenen “Tim und die Alpha-Kunst“.

Auf den Spuren von Tim & Struppi

Wir sehen nicht nur die realen Vorbilder für Professor Bienleins Haifisch-U-Boot oder für die extravaganten Kostüme der Opern-Diva Bianca Castafiore, sondern erfahren auch dass Hergé seinen Kapitän Haddock einmal versehentlich “Klysopumpe“ (Anal-Dusche) fluchen ließ und sich an unzuverlässigen Handwerkern oder aufdringlichen Musikorchestern (die ihm unangemeldet daheim auflauerten und auf “seinen Helden Spirou“ anstießen) rächte indem er sie ganz einfach in seine Geschichten einbaute.

Für das Buch spricht auch, dass Farr dabei nicht unkritisch mit Hergés (Spät-)Werk umgeht. Der Autor findet jedoch auch sehr gute Argumente um den immer auf der Seite der Unterdrückten stehenden Comic-Schöpfer, der jedoch ohne Zweifel während der Zeit der deutschen Besetzung von Belgien am produktivsten war, vom Verdacht der Kollaboration mit den Nationalsozialisten freizusprechen.

Auf den Spuren von Tim & Struppi

Unter dem Titel “Auf den Spuren von Tim und Struppi“ ist auch eine TV-Dokumentation entstanden. Der deutsch-französische TV-Sender Arte hat sich schon einige Male mit den Werken von Hergé auseinandergesetzt, so gab es z. B. in den Neunziger Jahren einen sehr gehaltvollen fünfstündigen Themenabend zu “Tim und Struppi“. Doch erstaunlicherweise konnte für die fünfteilige Serie “Auf den Spuren von Tim und Struppi“ ein besonders neuer origineller Ansatz gefunden werden, der es ermöglicht die Comicgeschichten “vor Ort“ nachzuerzählen und zugleich Hintergrundinformationen zu vermitteln.

Auf den Spuren von Tim & Struppi

Die Serie beschäftigt sich mit Comicbänden in denen Tim durch die Weltgeschichte reist. In „Die Zigarren des Pharaos“ ist er in Ägypten und Indien unterwegs, in „Der blaue Lotos“ erlebt er Abenteuer in China, in „Die Krabbe mit den goldenen Scheren“ geht es nach Marokko, in „Der Sonnentempel“ nach Peru und im möglicherweise besten Band der Serie „Tim in Tibet“ nach Nepal.

Auf den Spuren von Tim & Struppi

Im Gegensatz zu Hergé haben die Macher der Serie die in den Comics dargestellten Örtlichkeiten tatsächlich aufgesucht. Vor Ort wurden die Zeichnungen aus den Comicgeschichten den Bildern der realen Landschaften gegenübergestellt. Dabei fällt auf wie gut es Hergé am Zeichentisch in Belgien gelungen ist  die Atmosphäre von fremden Ländern und Kulturen einzufangen. Abgerundet wird diese faszinierende Dokumentationsreihe durch historische Filmaufnahmen und Informationen über die Entstehung der Comicgeschichten.

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