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Die Schöne und das Biest (2017)

Bereits drei Jahre nach dem der Disney-Zeichentrickfilm Die Schöne und das Biest 1991 zu einen großen Erfolg an der Kinokasse wurde, erlebte ein gleichnamiges Broadway-Musical seine Premiere. Dies geschah am Palast Theatre direkt am Broadway, unweit des Time Square, und war ein wichtiger Beitrag dazu, diese einst verrufene Gegend immer familienfreundlicher zu machen.

Die Schöne und das Biest (2017)

Das Musical wurde zu einem weltweiten Erfolg und lief in Deutschland in Stuttgart, Oberhausen und Berlin. Daher ist es kein Wunder, das nach dem Erfolg der auf Disney-Zeichenklassikern basierenden Realverfilmungen Maleficent – Die Dunkle Fee  und Cinderella auch Die Schöne und das Biest noch einmal mit “richtigen“ Darstellern in Szene gesetzt wurde.

Die Schöne und das Biest (2017)

Für die Hauptrolle konnte Harry-Potter-Star Emma Watson gewonnen werden. Die Darstellerin versicherte glaubhaft, dass Belle ihre liebste Disney-Figur. Auf alle Fälle hat sie für die Rolle der “Schönen“ die richtige Ausstrahlung und Sangeskraft.

Die Schöne und das Biest (2017)

Versteckt unter einer nicht immer wirklich überzeugenden  Maske ist der Brite aus Downton Abbey bekannte Brite Dan Stevens ein nur bedingt furchterregendes Biest.

Die Schöne und das Biest (2017)

Richtig Vollgas gibt Luke Evans (Immer Drama um Tamara) als Belles selbstsüchtiger Verehrer Gaston. Dessen von Josh Gad verkörperter Sidekick LeFou sorgte als erste offen schwule Figur in einem Disney-Film für einiges Aufsehen.

Die Schöne und das Biest (2017)

Für das in Haushaltsgeräte und Mobiliar verwandelte Personal des Schlosses konnten mit Emma Thompson als Teekanne Mrs. Potts, Ewan McGregor als Kerzenhalter Lumière und Ian McKellen als Standuhr Cogsworth prominente britische Darsteller gewonnen werden. Diese sind allerdings erst in den letzten Minuten nicht nur zu hören, sondern auch zu sehen.

Die Schöne und das Biest (2017)

Für den Soundtrack war wieder Alan Menken  zuständig, der nicht auf sein für das Broadway-Musical neu komponiertes Material, wie den Song Human Again zurückgegriffen hatte. Er schrieb neue Lieder geschrieben, die jedoch nur recht kurz zu hören sind, doch Titel wie Days in the Sun oder How does a Moment last forever könnten durchaus Ohrwürmer werden.

Die Schöne und das Biest (2017)

Tricktechnisch kann der Film nur bedingt überzeugen und sieht oft kitschiger aus, als die Zeichentrick-Vorlage. Die Darsteller reißen jedoch einiges raus, was insbesondere für die menschlich sehr anrührenden Szenen mit Emma Watson und ihren von Kevin Kline verkörperten Vater  Maurice sowie Luke Evans mitreißende Darbietung des Gassenhauers Gaston gilt.

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Gringos Locos

1948 brachen drei mittlerweile legendäre Meister des frankobelgischen Comics zu einem erinnerungswürdigen Trip auf. Der seinerzeit durch seine Beiträge zur Traditionsserie Spirou bekannte Joseph Gillain alias Jijé (Jerry Spring) reiste mit seiner kompletten fünfköpfigen Familie und zwei seiner gelehrigsten Schüler durch die USA. Während der hochtalentierte André Franquin (Gaston) damals noch nach seinem Platz im Comic-Universum suchte, feierte Maurice de Bévère alias Morris bereits erste Erfolge mit seinem Cowboy Lucky Luke, der immer noch schneller als sein Schatten schießt.

Gringos Locos
Das Trio träumte davon dem provinziellen Belgien zu entfliehen und Karriere in Walt Disneys Trickfilm-Studios zu machen. Doch dort wurden 1948 wegen finanzieller Probleme keine neuen Zeichner eingestellt. Jijé & Co. ließen sich davon nicht unterkriegen, sondern setzten ihre Reise fort, zeichneten und schickten ihre Comic-Seiten nach Belgien. Morris traf schließlich in New York auf René Goscinny und dessen genialen Szenarios machten Lucky Luke zu dem Klassiker, der er heute noch ist. Doch das ist eine andere Geschichte, die der Comic Gringos Locos leider nicht erzählt.

Gringos Locos

Der Autor Yann und der Zeichner Olivier Schwartz gestalteten zuvor mit Spirou und Fantasio – Operation Fledermaus bereits ein charmant-nostalgisches Album. Auch diesmal sind der Hauptanreiz des Albums Schwartz’ lockere an den viel zu früh verstorbenen Yves Chaland erinnernde Zeichnungen, in denen immer wieder Anspielungen auf die Comic-Serien der Protagonisten zu finden sind. Yanns Geschichte reiht etwas planlos eine mehr oder weniger amüsante Episode an die nächste und zeigt wenig Sensibilität mit Themen wie Krieg oder Rassismus (der Ku-Klux-Klan ist bei ihm nur ein alberner Karnevalsverein).

Gringos Locos
Yanns ziemlich frei erfundene Darstellung der Reise zog auch viel Kritik auf sich. Die Tochter von Franquin und die Kinder von Jijé waren alles andere als amüsiert darüber, wie im Comic ihre Väter dargestellt wurden. Daher ist es durchaus angebracht (und für Comicfreunde hochinteressant), dass Benoit Gillian im umfangreichen Anhang des Albums dazu Stellung nimmt und seine Eindrücke der Reise schildert.

Gringos Locos

Wer es gerne noch etwas ausführlicher hat, dem sei die Vorzugs-Hardcoverausgabe vom Salleck Verlag empfohlen, die zusätzlich noch einen signierten Druck und 16 Seiten mit wunderschönen Zeichnungen, Skizzen und Scribbles enthält.

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Musicals: Geschichte – Shows – Komponisten

Ähnlich wie in “Das Film Buch” hat auch hier der Dorling Kindersley Verlag versucht, ein Thema so übersichtlich und interessant bebildert wie möglich aufzuarbeiten. Doch während es unmöglich ist, alle wichtigen Filme zwischen zwei Buchdeckeln aufzuarbeiten, sieht es im Genre Musical etwas anders aus.

Musicals: Geschichte – Shows – Komponisten

Ein Musical, das nach seiner Premiere beim Publikum nicht ankommt, verschwindet schnell vom Spielplan, wird nicht in anderen Städten aufgeführt und natürlich auch nicht verfilmt. Von daher ist die Anzahl von immer wieder neu inszenierten Dauerbrennern natürlich übersichtlich.

Musicals: Geschichte – Shows – Komponisten

Als erstes “richtiges“ Musical definiert das Buch die am 27. Dezember 1927 im New Yorker Ziegfeld Theater gestartete Bühnenshow “Show Boat“, die dreimal verfilmt und bis hinein in die 90er Jahre immer wieder neu inszeniert wurde. In diesem Musical wurden nicht nur zu Evergreens gewordene Songs wie “Ol‘ Man River“ geschmettert, sondern “Show Boat“ erzählte eine auch interessante dramatische Geschichte gezählt, in der es u. a. um eine “gemischtrassige“ Beziehungen ging. Wie brisant dies Thema war, zeigte sich daran, dass es sehr lange dauern sollte, bis schwarze Darsteller in den Hauptrollen “Show Boat“zu sehen waren.

Musicals: Geschichte – Shows – Komponisten

Das Buch beschreibt chronologisch geordnet bis hinein in die Gegenwart die erfolg- und einflussreichsten Musicals wie “Porgy und Bess“, “The Wizard of Oz“, “Singin‘ in the Rain“, “My Fair Lady“, “West Side Story“, “Mary Poppins“, “Hair“, “The Rocky Horror Picture Show“, “Cats“, “Billy Elliot“, “Mathilda“, aber auch “Die Drei-Groschenoper“ findet Berücksichtigung.

Musicals: Geschichte – Shows – Komponisten

Dabei geht es um Bühnen- wie auch um Film-Musicals. Ein Anhang bietet noch Kurzinfos zu weiteren Musicals. Besonders interessant sind die Doppelseiten auf denen die Strukturen einzelner Musicals übersichtlich dargestellt werden. Hier ist zu sehen, wie die Handlung verläuft und wann die einzelnen Songs zum Einsatz kommen.

Musicals: Geschichte – Shows – Komponisten

Außerdem gibt es noch Biographien zu Persönlichkeiten wie George und Ira Gershwin, Fred Astaire, Irving Berlin, Cole Porter, Andrew Lloyd Webber, Julie Taymor oder Elton John. Leider sind die von mehreren Autoren verfassten Texte oft etwas trocken und nur selten so amüsant wie im Falle der Beschreibung von “Mamma Mia!“. Hier wird auch eine Kritik zum zugehörigen Film zitiert, in der es heißt, dass man: “so schnell nicht wieder hautnah erleben kann, wie erstklassige Schauspieler betrunken Karaoke singen.“

Musicals: Geschichte – Shows – Komponisten

Für das Buch spricht auch, dass es für die deutsche Ausgabe noch ergänzt wurde. Aufnahme fanden hier auch einheimische Produktionen wie “Linie 1“ oder “Elisabeth“ und ein Anhang beschreibt deutsche Musicals wie “Heiße Ecke“, “Rocky“, “Hinterm Horizont“ oder den DDR-Erfolg “Mein Freund Bunbury“. Abschließend sei auch noch das thematisch passende schlichte aber ergreifende Glitzer-Cover erwähnt.

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Deutsche Comicforschung 2017

Auch der dreizehnte Band der seit 2005 alljährlich erscheinenden Reihe “Deutsche Comicforschung“ informiert über Gebiete, die in der Comic-Fachpresse und in Fachbüchern bisher gar nicht oder nur sehr unzureichend behandelt wurden. Im Vorwort macht sich Herausgeber Eckart Sackmann Sorgen um die Zukunft seiner Zunft, da Comics kaum noch gesammelt bzw. archiviert wird, weder von Privatpersonen noch von Institutionen.

Deutsche Comicforschung 2017

Der erste Artikel des Buchs beschäftigt sich damit, wie im deutschen Sprachraum der Begriff “Comic“ vom “Schimpfwort zum Lehnwort“ wurde. Während in deutschen Zeitungsartikeln bereits in den 20er Jahren von amerikanischen Comics die Rede war, sollten hierzulande erst 1966 Hefte erscheinen, auf deren Titelbildern das Wort „Comic“ zu lesen war. Marvels Spider-Man erschien damals als “Die Spinne“ in der Reihe “Hit Comics“, zuvor wurden seltsame Wortschöpfungen wie “Bilderfolge“, “Bilderroman“, „“Bilderzeitung“, “Buch-Film“ oder “Chico-Chips“ auf den Covern von deutschen Comicheften zu lesen.

Deutsche Comicforschung 2017

Die weiteren 11 Artikel des Buchs sind wieder chronologisch geordnet. Julian Auringer befasst sich mit “Rinaldo Rinaldini als Comic-Held“, Sackmann schreibt über den schwer zu beschreibenden “Verwandlungskünstler“ Lothar Meggendorfer, Helmuth Kronthaler über “antisemitische Bildergeschichten aus der Kaiserzeit“ und Sackmann wiederum über “Geschichten aus dem Zwergenland“ von Johannes Thiel, sowie über eine Nazi-Zeitung für die “Donau-Schwaben“ namens “Die Wespe“, die 1937 den US-Zeitungs-Strip “Tim Tyler’s Luck“ veröffentlichte. Kurios ist auch ein seltsamer „Mickey Mouse“-Strip von Gerhard Brinkmann, der 1942 im zum nationalsozialistischen Propagandablatt verkommenen Magazin “Kladderadatsch“ erschien und eher skurril als anti-amerikanisch geraten ist.

Deutsche Comicforschung 2017

Ein bemerkenswerter Artikel beschäftig sich mit dem vor allem als “Fix & Foxi“-Zeichner bekannten Kurt Ludwig Schmidt alias KASCH über den bisher wenig bekannt war, zumal er auch als Becker-Kasch tätig war und vermutet wurde, es handele sich um zwei Personen. Doch nachdem Schmidts Tochter mit der Webseite Kaukapedia in Kontakt trat, ist sehr viel mehr bekannt. Ein reich bebilderter Text stellt Arbeiten aus allen Schaffensperioden von KASCH vor und informiert auch über seine Tätigkeiten als 3D-Zeichner u. a. für die Firma View Master, für die er Disney-Filme adaptierte.

Deutsche Comicforschung 2017

Ein Kuriosum ist die Comic-Serie „Gaby, das Atommädchen“, die in der die friedliche Nutzung der Atomenergie propagierenden Zeitschrift ZB erschien. Überraschend ist, dass die CDU 1961 zur Wahl-Werbung ein Comicheft einsetzte. Darüber, dass in diesem komplett im Buch abgedruckten Heftchen „Die spannendste Geschichte unserer Zeit“ Konrad Adenauer neben Königin Elisabeth abgebildet wurde, ärgerte britische Zeitungen, was wiederum die CDU werbetechnisch freute.

Deutsche Comicforschung 2017

Interessant ist auch ein Bericht, der aufzeigt in wie vielen Varianten die Comic-Geschichte “Asterix der Gallier“ in Deutschland veröffentlicht wurde.

Deutsche Comicforschung 2017

Den Abschluss bildet ein Beitrag über die erste deutsche Veranstaltung für Comic-Freunde. Der 1. Deutsche Comic-Congress fand 1973 in Berlin statt und ein geteiltes Echo. Die sehr lückenhafte Rekonstruktion dieser Veranstaltung, zu der Hansrudi Wäscher eingeladen war, anreiste und nur von wenigen Besuchern erkannt wurde, liest sich spannend. Auch hier zeigt sich, wie wenig Informationen selbst über die sehr zeitnahe deutsche Comic-Geschichte vorliegen und wie wichtig die weitere Forschung ist.

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Cartoons ziehen in den Krieg

Nachdem die USA 1941 in den Zweiten Weltkrieg zogen, machte auch Hollywood mobil. Besonders gut geeignet um die Bevölkerung in Kriegsstimmung zu versetzen waren Cartoons. Für zahlreiche von der Regierung finanzierte kurze Zeichentrickfilme waren Hitler, Mussolini und der japanische Kaiser jetzt dankbare Spottobjekte.

Cartoons ziehen in den Krieg

Die interessantesten Filme entstanden bei Disney. Dort wurde unter dem Titel „Victory through Airpower“ sogar ein abendfüllender Trickfilm produziert, der Werbung für die Bombardierung Deutschlands machte. Der schreiend komische Cartoon „Der Fuehrer’s Face“ mit Donald Duck gewann sogar einen Oscar. „Education for Death“ hingegen schildert sehr subtil, wie in Nazi-Deutschland junge Menschen von Propaganda verführt werden und ist einer der besten Zeichentrickfilme des Studios. Diese Disney-Cartoons sind in den USA unter dem Titel „On the Front Lines“ gesammelt auf DVD erschienen.

Cartoons ziehen in den Krieg

„Cartoons ziehen in den Krieg“ enthält eine hochinteressante 45-minütige TV-Dokumentation in der Trickfilmzeichner wie Chuck Jones zu Wort kommen. Garniert mit zahlreichen Ausschnitten wird ein aufschlussreicher Einblick in eine ungewöhnliche Art der psychologischen Kriegsführung geboten.

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Die Extras der DVD umfassen sieben passend dazu ausgewählte Cartoons: „Jungle Drums“ (Superman), „Scrap Happy Daffy“ (Daffy Duck), „Secret Agent“ (Superman),“The Ducktators“ (Daffy Duck), „Confusions of a Nutzy Spy“ (Porky Pig), „Daffy the Commando“ (Daffy Duck) und „The Sprit of 43“ (Donald Duck), insgesamt 51:22 min, wahlweise mit deutschen Untertiteln.

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Frank Frazetta: White Indian

Der am 10. Mai 2010 im Alter von 82 Jahren verstorbene Frank Frazetta dürfte hauptsächlich durch seine Titelbilder zu Tarzan– oder Conan-Romanen, seine Filmplakate und seine Fantasy-Gemälde bekannt sein. Diese brachte er meist vor düstererem Hintergrund mit relativ wenigen Pinselstrichen auf die Leinwand und ließ dadurch viel Raum für die Fantasie des Betrachters.

Frank Frazetta: White Indian

Während auf der Basis von Frazettas wohl bekanntestes Gemälde “Death Dealer“ gleich zwei Comic-Serien entstanden sind, ist fast völlig in Vergessenheit geraten, dass die Karriere des gefeierten Fantasy-Malers einst in der Comic-Branche startete. Frazetta arbeitete für die legendären EC-Comics, assistierte Dan Barry bei “Flash Gordon“ und Al Capp neun Jahre lang bei seinem Strip „Li’l Abner“.

Frank Frazetta: White Indian

Mit “White Indian“ veröffentlicht Salleck Publications Frazettas am längsten laufende eigene Comic-Serie. Von 1949 bis 1952 erschien die Reihe zunächst als Zweitstory im Western-Comicheft “Durango Kid“. In kurzen siebenseitigen Episoden wird vom jungen Dan Brand erzählt, einem “Salonlöwen im Philadelphia der Kolonialzeit“, dessen Verlobte von einem Nebenbuhler ermordet wird.

Frank Frazetta: White Indian

Während er den Mörder westwärts durch die Wildnis verfolgt, wird Brand zum “White Indian“ und kämpft mit seinem jungen indianischen Gefährten Tipi “gegen Banditen, Piraten, britische Soldaten und Verräter“.

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Frazettas Zeichnungen sind hier natürlich noch nicht auf dem Niveau seines Spätwerks und die zugehörigen Stories meist etwas albern. Doch es ist zu begrüßen, dass diese klassischen Comics in einer schönen gebundenen Gesamtausgabe vorliegen. Besonders erfreulich ist, dass als Zugabe noch allerlei weitere oft reichlich seltsame Kurzcomics enthalten sind, die Frazetta zeitgleich gezeichnet hat.

Frank Frazetta: White Indian

Dabei handelt es sich um aufklärerische Kurzgeschichten, die vor Drogen warnen, um die Erlebnisse von heldenhaften Soldaten, Tipps für Ersthelfer, „Heroic True Life Stories“, Märchen im Disney-Stil und Hommagen an Hal Fosters “Prinz Eisenherz“.

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Maria d’Oro und Bello Blue

Der Witwer Herr Pulle lebte mit seiner schönen Tochter Maria und ihrem Hund Bello Blue glücklich zusammen. Doch dann heiratet Herr Pulle eine bitterböse Frau, die eine noch eine hinterhältige Tochter namens Marie Lu hat. Eines Tages lernte Maria im Wald einen Jäger kennen, der ihr einen wunderschönen Zauberstein schenkte. Bald stellte sich heraus, dass der Jäger ein Prinz war, der Maria gerne zur Frau nähme. Doch ihre Stiefschwester versuchte, dies zu verhindern. Sie stiehlt den Zauberstein…

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Obwohl dieser Film des “Fix & Foxi“-Schöpfers Rolf Kauka ein (wenn auch nicht allzu erfolgreicher) deutscher Trickfilmklassiker ist, war es unmöglich ihn in den Mediamärkten von München (dessen Vorort Grünwald immerhin Kaukas Wirkungsstätte war) käuflich zu erwerben. Doch zum Glück ist das Werk bei Amazon unter dem irreführenden Titel “Der Zauberstein“ problemlos zu erhalten. Rolf Kauka, der es ungern hörte wenn er mit Walt Disney verglichen wurde, versuchte 1973 zweifelsohne diesem auf dem Gebiet des abendfüllenden Trickfilms Konkurrenz zu machen.

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Das Resultat ist inhaltlich eine wilde bis wirre Mischung aus deutschen Märchenmotiven (wobei Frau Holle sogar persönlich mitwirkt, während das blaue Hündchen Bello Blue auch als bester Freund von “Bussi Bär“ bekannt ist). Formal stiehlt „Maria d’Oro“ ziemlich dreist die Brunnenszene aus Disneys “Schneewittchen und die sieben Zwerge“, erinnert aber auch an das poppige Design von “Yellow Submarine“ und ziemlich oft an die “Signor Rossi“-Cartoon von Bruno Bozzetto, was nicht weiter verwundert, denn die Animation wurde in Italien durchgeführt.

Maria d’Oro und Bello Blue

Komplett nervig ist, das die Figuren (wenn sie nicht gerade singen) meist in (großteils auch noch recht mäßigen) Reimen sprechen, wie etwa: “Jetzt sitz ich in der Tinte, wie sag ich´s meinem Kinde?“ Doch für alle Freunde von “Fix & Foxi“ lohnt sich die Anschaffung der DVD (auch wenn es nicht immer leicht ist den nicht allzu langen Hauptfilm durchzustehen), denn im Bonusmaterial sind echte Kuriositäten enthalten.

Maria d’Oro und Bello Blue

Bonusmaterial der DVD: „Fix & Foxi“ Zeichentrickfilm „Sinfonie in Müll“ von 1973, der damals im Vorprogramm von „Maria d´Oro“ lief (11:37 min), ein „Isetta“-Zeichentrick-Werbespot, den Rolf Kauka 1957 für BMW produzierte (3:18 min), 12 Texttafel mit einer Kauka-Biografie, seltsamerweise noch einmal einen 2-minütigen Ausschnitt aus dem Hauptfilm

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Walt Disney: Vaiana

Mit dem nach offizieller Zählung 56. Animationsfilm “Vaiana“, der im Original den Titel “Moana“ trägt, betritt Disney mit der polynesischen Inselwelt Neuland.

Walt Disney: Vaina

Doch zuvor gibt es noch einen Vorfilm zu bestaunen, der nicht nur technisch perfekt, sondern auch saukomisch ist. In seinem Regie-Debüt “Herz oder Kopf: Inner Workings“ erzählt Leo Matsuda von einem Mann, in dessen Körper die als Trickfilmfiguren auftretenden inneren Organe darum kämpfen, ob die Vernunft oder die Spontanität die Oberhand gewinnen soll. Matsuda erscheint als Regisseur die ideale Wahl, denn er hat japanisch-brasilianische Wurzeln und beschreibt sich selbst als jemand, dessen Persönlichkeit zur einen Hälfte “ernst und organisiert“ ist, während die andere Hälfte sich “ständig amüsieren“ will. Nachdem bei “Zoomania“ auf einen animierten Vorfilm verzichtet wurde, ist es sehr erfreulich, dass Disney dieser Tradition doch weiterverfolgt.

Walt Disney: Vaina

Auch der Hauptfilm ist glänzend animiert und die lichtdurchflutete Welt des Pazifiks wurde eindrucksvoll in sehr bunte Bilder umgesetzt. Hauptfigur ist die junge Insulanerin Vaiana, die wohlbehütet aufwächst, sich dennoch in ihrer traumhaft schönen Umgebung nicht ganz wohl fühlt. Im Gegensatz zu ihrer sesshaften Sippe zieht es sie in die Fremde. Als sie herausfindet, dass ihre Vorfahren einst ein fröhlich von Insel zu Insel segelndes Volk waren, gibt es für Vaiana kein Halten mehr. Sie bricht auf, findet den kuriosen Halbgott Maui und gemeinsam mit ihm heraus, warum ihr Volk nicht mehr so unternehmungslustig wie einst ist.

Walt Disney: Vaina

Obwohl es sich angeboten hätte, vermieden es die erfahrenen Disney-Regisseure Ron Clements und John Musker (“Arielle, die Meerjungfrau“, “Aladdin“, “Küss den Frosch“) “Vaiana“ zu einem stylischen Film im Tiki-Look zu machen. Statt jenen in pseudo-polynesischen Bars der 50er Jahre vorherrschenden Stil, der auch die Disneyland-Attraktion “Enchanted Tiki Room“ dominiert, noch einmal aufleben zu lassen, fanden sie vor Ort in Ozeanian einen gar nicht einmal so realitätsfernen Ansatz. Die Bewohner der Inselwelten waren vor 3.000 Jahren unternehmungslustige und kenntnisreiche Seefahrer, wurden jedoch urplötzlich für ein Jahrtausend zu Stuben- bzw. Insel-Hockern.

Walt Disney: Vaina

Diese interessante Thematik nutzt der Disney-Film als Hintergrund für eine Geschichte voller großer Momente und unerwarteter Gags. Die Hauptfiguren sind auch diesmal wieder grundsympathisch. Vaina dürfte sich erfolgreich bei den Disney Princesses einreihen, zumal sie rein äußerlich trotz ihres rebellischen Inneren oft ein wenig zu sehr wie ein exotisches Püppchen aussieht. Dies kann vom muskelbepackten Halbgott Maui wirklich nicht behauptet werden.

Walt Disney: Vaina

Auf seinem über und über mit Tätowierungen versehenden wuchtigen Körper gibt es auch eine sehr lebendige Mini-Version von ihm selbst, die mit den oft sehr egoistischen Entscheidungen des selbstherrlichen Muskelprotz selten einverstanden ist. Bei dieser Figur schimmert fast immer Dwayne Johnson alias The Rock durch, der Maui in der Originalfassung nicht nur seine Sprech- sondern auch seine Sing-Stimme leiht!

Walt Disney: Vaina

Die verschiedenen Missionen, die Vaiana und Maui zu bestehen haben, gipfeln manchmal in schillernd umgesetzte Musical-Nummern, was sich mal mehr und mal weniger ins Gesamtkonzept einfügt. Einmal mehr gelang Disney mit “Vaiana“ ein Film voller Herz, Abenteuerlust, unerwarteter Gags und mit ein paar Songs zu viel.

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Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968

Nachdem bereits im selben Riesen-Format von 42 x 31 cm voluminöse Bildbände zu Stanley Kubrick, Charlie Chaplin und James Bond erschienen sind, erweitert der Taschen Verlag seine Archiv-Reihe um Bücher über Walt Disneys Animationsfilme. Im Zentrum des 620-seitigen ersten Bandes stehen jene Filme, die zu Disneys Lebzeiten entstanden sind.

Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968

Etwas kurz kommen dabei jene ersten Cartoons mit Micky, Donald und Goofy, die sicher noch in einem weiteren Band gewürdigt werden. Doch ansonsten wird ein ebenso umfassender wie auch überraschender Überblick über das Lebenswerk Walt Disneys geboten.

Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968

Das Buch hält sich nicht lange mit Disneys Herkunft und Privatleben auf. Stattdessen beschäftigt sich “The Disney Film Archive“ ausgiebig mit dem schöpferischen Prozess, der mit primitiven Kurzfilmen wie den Laugh-O-grams begann und spätesten ab Ende der 30er Jahre den Animationsfilm zur auch kommerziell erfolgreichen Kunstform machte. Disneys erster Langfilm “Schneewittchen und die sieben Zwerge“ wurde zu einem der größten Blockbuster seiner Zeit.

Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968

Dem Herausgeber Daniel Kothenschulte ist es wichtig nicht nur die Erfolgsgeschichte Walt Disneys zu dokumentieren. Er weist auch auf Filme hin, die im Schatten von kommerziellen Erfolgen wie “Peter Pan“, “Mary Poppins“ oder dem letzten noch von Walt Disney persönlich produzierten Animationsfilm “Das Dschungelbuch“ stehen. Im Vorwort widerspricht Kothenschulte energisch der allgemein herrschenden Auffassung Disney hätte zwischen “Bambi“ (1942) und “Cinderella“ (1950) nichts Bedeutendes produziert.

Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968Um dieser These entgegen zu wirken, enthält  das Buch ausführliche reich bebilderte Kapitel zu den Kurzfilm-Zusammenstellungen “Saludos Amigos“, “The Three Caballeros“, “Make Mine Music“, “Fun and Fancy Free“ (“Fröhlich, frei, Spaß dabei“), “Melody Time“ (“Musik, Tanz und Rhythmus“) und “The Adventures of Ichabod and Mr. Toad“, die zumeist nur unter Schwierigkeiten als Heimkino-Editionen aufzutreiben sind.

Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968

In diese Rubrik gehört auch der umstrittene doch tricktechnisch eindrucksvolle Misch-Film “Song of the South“ (“Onkel Remus‘ Wunderland“) von 1946, der auf einer Südstaaten-Plantage spielt und seit VHS-Zeiten auch in den USA nicht mehr erschienen ist. Mit diesem oft des Rassismus bezichtigten Films beschäftigt sich der Trickfilm-Papst Leonard Maltin in einem die Fakten sorgsam abwägenden Text.

Das Walt Disney Filmarchiv. Die Animationsfilme 1921–1968Neben der exklusiven Bebilderung, auch zu den während des Zweiten Weltkriegs produzierten Propaganda-Filmen oder den in Zusammenarbeit mit Wernher von Braun entstandenen TV-Spezials über die Eroberung des Weltraums, sind es die von verschiedenen Trickfilm-Experten verfassten sehr aufschlussreichen (in einem Extraheft als deutsche Übersetzung beiliegen) Texte, die für dieses schöne Buch sprechen.

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Die Panzerknacker

Im November 1951 erschien in „Walt Disney’s Comics and Stories # 134“ die Geschichte “The Terror of the Beagle Boys“ (deutscher Titel “Der Selbstschuss“). Hierin gibt es die schöne Szene in der Onkel Dagobert für dreißig Kreuzer in der Stunde Donald für sich jammern lässt, mit ihm aber unzufrieden ist und ihn auffordert “gefälligst etwas phantasievoller“ zu jammern. In dieser von Carl Barks getexteten und gezeichneten Story hatte aber auch eine immer beliebter werdende Gangsterbande im letzten Panel ihren ersten noch gar nicht so großen Auftritt.

Die Panzerknacker

Doch dies sollte sich schon recht bald ändern. Ein halbes Jahr später in der Barks-Geschichte “Only a Poor Old Man“ (“Der arme reiche Mann“) standen die Panzerknacker schon sehr viel mehr im Zentrum des turbulenten Geschehens, das in einem Dammbruch und einer großen Talerflut kulminierte.

Die Panzerknacker

Hier trugen die Mitglieder der Bande bereits ihre Schilder mit den sechsstelligen Sträflingsnummern, die immer mit 176 beginnen (später sollte sich einbürgern, dass die letzten drei Ziffern auch jeweils eine 1, eine 7 und eine 6 sein sollten, allerdings in den unterschiedlichsten Reihungen). Später verpasste Barks den Panzerknackern noch ihren Opa Blackheart Beagle als Anführer!

Die Panzerknacker

Noch heute zählen die Panzerknacker zu den beliebtesten Disney-Charakteren und vor allem in Italien entstanden und entstehen zahlreiche Geschichten über ihre vergeblichen Versuche Onkel Dagoberts Geldspeicher zu plündern.

Die Panzerknacker

Daher ist es nur logisch, dass Egmont Ehapa Media auch die Festivitäten zum 65. Geburtstag der Bande vor allem in den mit Comicmaterial aus Italien gefüllten “Lustigen Taschenbüchern“ ausrichtet.

Die Panzerknacker

Vor fünf Jahren zierte die 422. Ausgabe des „Lustigen Taschenbuches“ ein Panzerknacker-Cover mit der passenden Schlagzeile “Die Unverbesserlichen“. Noch schöner war die vierbändige Sonderedition der “Lustigen Taschenbücher“ die jeweils 300 Seiten Panzerknacker-Comics enthalten und ein Fahndungsbild eines Panzerknackers auf dem Titelbild haben.

Die Panzerknacker

Zum 65-jährigen Jubiläum widmet sich „Das Lustige Taschenbuch“ Nummer 487 ganz den Gangstern mit knackigen Geschichten rund um die beliebten Halunken aus Entenhausen!

Die Panzerknacker

Tatort Entenhausen heißt es auch im Hardcoveralbum „Entenhausens Most Wanted – Schwere Jungs und leichte Beute“, in dem sich alle Schurken und Spitzbuben Entenhausens ihr Stelldichein geben. Allen voran die Panzerknacker, aber auch Gundel Gaukeley, Kater Karlo und das Schwarze Phantom bilden in diesem Band die Topliga der Bösewichte. Das Vorwort stammt vom Kriminalbiologen und Donaldisten Mark Benecke!

Die Panzerknacker

Man darf gespannt sein, was 2021 zum 70. Geburtstag der Panzerknacker erscheinen wird.

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