Schlagwort-Archive: Walt Disney

Walt Disney: Die Hexe und der Zauberer

1963 brachte Walt Disney seinen 19. abendfüllenden Animationsfilm ins Kino. Bei uns hieß das Werk zunächst Merlin und Mim, der Originaltitel lautet The Sword in the Stone. Als Vorlage diente ein Buch von T. H. White, das hierzulande als Der König auf Camelot erschienen ist.

Walt Disney: Die Hexe und der Zauberer

Bill Peet, der zuvor bereits das Drehbuch zu 101 Dalmatiner geschrieben hatte, war jedoch nur an dem ersten Teil des Buchs interessiert, das sich mit der Jugend des späteren der Tafelrunde vorstehenden König Arthur beschäftigt hatte. Erzählt wird von Arthurs Lehrjahren beim Zauberer Merlin, die darin gipfelten, dass der Junge das Schwert von Uther Pendragon aus einem Stein zieht und zum König von England wird.

Walt Disney: Die Hexe und der Zauberer

Aus der Vorlage machte Peet eine nur sehr schleppend voranschreitende Geschichte voller – für sich betrachtet recht amüsanter – Gags und Songs der Sherman-Brothers. Tricktechnisch wurde der Film im selben lässig hingehauenen Animations-Stil in Szene gesetzt, wie zuvor schon 101 Dalmatiner. Zur in der Gegenwart angesiedelten Hunde-Story passten das modern wirkende Design und die detailarmen Hintergrund-Bilder recht gut.

Walt Disney: Die Hexe und der Zauberer

Die Hexe und der Zauberer büßte durch den Look und die Konzentration auf Gags den märchenhaften Fantasy-Zauber ein, der in T. H. Whites Vorlage vorhanden war. Finanziell blieb der Film weit hinter den Erwartungen zurück, woraufhin Bill Peets schon fast fertigen Entwürfe zu Das Dschungelbuch, dem nächsten Zeichentrickfilm, von Disney verworfen wurden. Peet verließ daraufhin das Studio und konzentrierte sich auf Kinderbücher.

Walt Disney: Die Hexe und der Zauberer

Insgesamt ist der Film nicht mehr (aber auch nicht weniger) als ein überlanger oft sehr komischer Cartoon. Der Höhepunkt ist ein Duell der Zauberer, bei dem Merlin gegen die Hexe Mim antreten muss und beide sich in verschiedene Tiere verwandeln. Zumindest in Sachen Charisma ist Merlin (dem Bill Peeet die Nase von Walt Disney verpaßte) seiner pummligen Kollegin, die anschließend im Comic als Madam Mim Karriere machte, hoffnungslos unterlegen.

Walt Disney: Die Hexe und der Zauberer

Bonusmaterial der Blu-ray: Alternativer Anfang: Floh trifft auf Merlin (4:02 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln); Magische Musik: Die Sherman-Brüder (8:00 min); Walt Disney zaubert in „All About Magic“(7:19 min); Cartoons „Knight for a Day“ mit Goofy (7:06 min) und „Brave Little Taylor“ mit Mickey Mouse (9:01 min)

„Die Hexe und der Zauberer“ als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Hexe und der Zauberer“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Die Hexe und der Zauberer“ bei ebay kaufen, hier anklicken

Walt Disney: Aristocats

Vielleicht wirkte Aristocats bereits 1970, als der Zeichentrickfilm erstmals in die Kinos kam, etwas altmodisch. Da konnte daran liegen, dass die Geschichte im Paris des Jahres 1910 beginnt, vielleicht auch daran, dass vertraute Elemente aus Susi und Strolch und 101 Dalmatiner Verwendung fanden. Ganz sicher lag es daran, dass die Firma Disney, nach dem der Firmengründer und Übervater 1966 gestorben war, wenig Interesse an Experimenten hatte.

Walt Disney: Aristocats

So ist die Geschichte über Duchesse, eine alleinerziehende Katzendame in Not, auf alle Fälle eine souveräne Zurschaustellung dessen, was sich Walt Disneys Trickfilm-Studio in den vergangenen vier Jahrzehnten an tricktechnischer Finesse erarbeitet hat.

Walt Disney: Aristocats

Beteiligt waren begnadete Animatoren wie Milt Kahl, Ollie Johnston oder Frank Thomas, zu denen auch Wolfgang Reitherman gehört, der 1909 in München geborene Regisseur des Films. Durch ihre Kunst wird glaubhaft, dass Katzen nicht nur untereinander reden können, sondern auch mit Mäusen, Enten oder Pferden.

Walt Disney: Aristocats

Hinzu kommt ein Soundtrack, der alles andere als Katzenmusik ist. Songs wie Katzen brauchen furchtbar viel Musik, die beschwingte Nummer Thomas O’Malley oder der im Original von Maurice Chevalier und bei uns von Paul Kuhn interpretierte Titelsong Aristocats der Sherman-Brothers wurden zu Evergreens.

Walt Disney: Aristocats

Tricktechnisch sind manche Disney-Frühwerke zwar sehr viel virtuoser, doch so sympathisch, fröhlich, entspannt und tierisch-menschlich wie dieses Katzen-Abenteuer ist kaum eins davon.

Walt Disney: Aristocats

Bonusmaterial der Blu-ray: Der verlorengegangene Anfang mit Richard Sherman (9:31 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln) ; Musikvideo „Oui Oui Marie“ (1:53 min), Zusätzlicher Song „She Never Felt Alone“ interpretiert von Richard Sherman (7:56 min); Bericht über die Sherman-Brothers (4:24 min), “Die Geschichte der Katzen“ mit Walt Disney von 1956 (12:51 min), Cartoon „Bath Day“ mit Minnie und Figaro, der Katze aus „Pinocchio„, alle Songs zum Direktanwählen. 

„Aristocats“ als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Aristocats“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Aristocats“ bei ebay kaufen, hier anklicken

 

Donald Duck in München

Das Titelbild dieses Bands stammt vom Münchner Zeichner Jan Gulbransson, der 2012 nach einer Story von Michael Kompa Die Ducks in Deutschland agieren ließ. Im Rahmen dieser zunächst als Fortsetzung im Micky Maus Magazin und anschließend als Album veröffentlichten Geschichte, besuchten Onkel Dagobert, Donald sowie die Neffen Tick, Trick und Track das Münchner Oktoberfest.

Donald Duck in München

Das Hardcover-Album Donald Duck in München startet jedoch mit einen Wiesn-Besuch der Familie Duck, der bereits in den 80er-Jahren in Szene gesetzt wurde. Die Geschichte erschien unter dem Titel Eiertanz im Alpenland innerhalb der Reihe Abenteuer aus Onkel Dagoberts Schatztruhe und kam erstmals 2004 in Albumform zum Abdruck.

benteuer aus Onkel Dagoberts Schatztruhe

Konzipiert hatte diese Geschichte und die Schatztruhe-Reihe Adolf Kabatek, der als Ehapa-Geschäftsführer maßgeblich für den hiesigen Erfolg der Asterix-Comics verantwortlich war. Die sehr lockereren Zeichnungen des etwas arg konstruierten Abenteuers um eine Maschine, die aus Bananenschalen Eier macht, stammen aus den spanischen Bargadà Studios.

Donald Duck in München

Dies erklärt vielleicht, warum das Münchner Oktoberfest in dieser Geschichte wie eine Dorfkirmes aussieht. Gulbransson und Kompa vermittelten bei Die Ducks in Deutschland eine sehr viel authentischeres Wiesn-Feeling.

Donald Duck in Berlin

Zeitgleich zu Donald Duck in München ist auch ein Band erschienen, der die Ducks in die deutsche Hauptstadt schickt. Donald Duck in Berlin präsentiert aktuelleres Material. Die vier enthaltenen Comics, eins davon stammt aus der Feder von Jan Gulbransson, entstanden  zwischen 2014 und 2019  für das Micky Maus Magazin und die Lustigen Taschenbücher.

„Donald Duck in München“ als Hardcover-Ausgabe bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Donald Duck in München“ bei ebay kaufen, hier anklicken

„Donald Duck in Berlin“ als Hardcover-Ausgabe bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Donald Duck in Berlin“ bei ebay kaufen, hier anklicken

„Onkel Dagoberts Schatztruhe # 1: Eiertanz im Alpenland“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Alle Abenteuer aus Onkel Dagoberts Schatztruhe“ als Hardcover-Ausgabe bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Abenteuer aus Onkel Dagoberts Schatztruhe“ bei ebay kaufen, hier anklicken

 

Cars

Wenn sich John Lasseter 2006 bei seinem “Comeback“ (erste Regie seit  Toy Story 2 von 1999) ausgerechnet an dem eher unsäglichen Disney-Kurzfilm Susie, the Little Blue Coupe von 1952 orientiert (schon dadurch, dass er bei den Autos die Augen in den Windschutzscheiben und nicht in den Scheinwerfern platziert) ist Skepsis mehr als angebracht.

Cars
Susie, the Little Blue Coupe

Gerade die Cartoons um kleine kulleräugige Postflugzeuge, Wohnhäuser oder Hafenschlepper, die auch noch Little Toot heißen, gehören zu den unerträglichsten Werken aus dem Hause Disney und sind in ihrer aufgesetzten Lieblichkeit heute kaum noch zu ertragen. Ein Film der in einer Welt spielt, die ausschließlich mit vermenschlichten Autos bevölkert ist, dürfte somit ebenfalls alles andere als abendfüllend sein.

Cars

Der Auftakt bestätigt dann diese Befürchtungen und die erste Viertelstunde mit einem nächtlichen Autorennen ist durch die hektische Inszenierung und den Videospiel-Look kaum zu ertragen. Doch als das aufstrebende Rennauto Lightning McQueen bei einem nächtlichen Transport zum großen Finale um den Piston-Cup in Kalifornien aus dem völlig übermüdeten Laster Mack geschleudert wird, bekommt die Geschichte plötzlich einen ganz eigenen Charme.

Cars

Lightning hat seine Notlage alleine verschuldet. Er gönnte er Mack keine Ruhepause und dann zerstörte er bei der Flucht vor einem Polizeiauto auch noch die Mainstreet des Wüstenstädtchens Radiator Springs. Der etwas arrogante Lightning sitzt plötzlich in einem ziemlichen Kaff fest und muss als Sozialarbeit die Straße reparieren.

Cars

Gemeinsam mit Lightning lernt der Zuschauer die höchst unterschiedlichen Einwohner des durch den Bau eines Highways ziemlich einsamen Ortes an der Route 66 kennen. Trotz ihrer Chromfassade sind die liebenswerten Autos aus Radiator Springs so menschlich wie es Trickfiguren nur sein können.

Cars
Optisch setzt Cars wieder einen Standard, der inhaltlich durchaus ansprechende computeranimierte Filme der Konkurrenz wie Ab durch die Hecke oder Monster House ganz schön alt aussehen lässt. Der liebevoll ausgearbeitete Detailreichtum (warum sehen die Felsformationen eigentlich wie die Heckflossen von Straßenkreuzern aus?) in der Gestaltung der gemütlichen Stadt und der schrulligen Einwohner wirkt noch lange nach und weckt Vorfreude auf erneute Besuche in Radiator Springs.

Cars

PS: Erfreulicherweise gibt es auch wieder die üblichen Zugaben, wie den köstlichen Vorfilm One Man Band (zwei Extremmusiker buhlen um das Kleingeld eines Kindes) und die unglaublichen Gags im Nachspann, die zeigen wie Pixar-Filme in der Welt von Cars aussehen würden.

„Cars“ auf DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Cars“ als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Cars“ in 3D als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Cars 2“ auf DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Cars 2“ als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Cars 2“ in 3D als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Cars 3“ auf DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Cars 3“ als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Cars 3“ in 3D als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Cars Toon – Hooks unglaubliche Geschichten“ als DVD bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Cars Toon – Hooks unglaubliche Geschichten“ als Blu-ray bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Pixar-Filme auf DVD bei ebay kaufen, hier anklicken

Carl Barks – Calgary Eye Opener

Carl Barks bedarf wahrscheinlich keiner großen Vorstellung. 1942 kündigte der Zeichner bei Walt Disney, weil seine Stirnhöhlen die Klimaanlage in der Animationsabteilung in Burbank nicht vertragen haben. Er hatte im Studio zunächst als Zwischenphasen-Zeichner gearbeitet und anschließend schrieb er Gags für die Zeichentrickfilme. Dabei entwickelte er eine Vorliebe für Donald Duck.

Calgary Eye-Opener
Das Buch mit Schutzumschlag

Als der 41-jährige Barks die Disney-Studios verlassen hatte, zog er auf eine 100 km östlich von Los Angeles gelegene Farm. Dort versuchte er sich als Hühnerzüchter und als selbständiger Zeichner. Der Held seiner ersten noch in Teamwork entstandenen Comic-Geschichte war Pluto. Comic-Geschichte schrieb er danach mit seinen im Alleingang realisierten Stories über Donald und Onkel Dagobert, die aktuell von Egmont als Lustiges Taschenbuch Classic! in einer preiswerten chronologischen Ausgabe veröffentlich werden.

Carl Barks - Calgary Eye Opener
Das Buch ohne Schutzumschlag

Obwohl auch das Frühwerk von Barks interessant ist, wurde es in Biografien über ihn meist nur am Rande erwähnt. Dabei hat Barks seine Anstellung bei Disney der Routine zu verdanken, die sich der Autodidakt sieben Jahre lang durch seine Cartoons und Illustrationen – darunter auch Zeichnungen von Enten! – für den Calgary Eye-Opener erarbeitet hatte. Seiner Bewerbung an Disney legte er 1935 sogar einige seiner Arbeiten für das Witzblatt bei.

Carl Barks - Calgary Eye Opener

Jetzt präsentiert ein großformatiger gebundener Bildband jene nicht immer ganz stubenreinen Herrenwitze, die Barks für den Eye-Opener zeichnete. Das Buch ist so aufgemacht, dass es – wenn der ziemlich hässliche pink-orangfarbene Schutzumschlag entfernt wird – genau wie der 2012 ebenfalls mit blauem Buchrücken erschienene Band mit den Ölgemälden des Disney-Zeichners, perfekt neben die 30-bändige Carl Barks Collection passt.

Eye-Opener

Die Aufmachung mit Fadenheftung, Leinenrücken und Goldprägung ist beeindruckend. Inhaltlich sieht es allerdings nicht ganz so gut aus. Für die deutsche Ausgabe wurden nur die Begleittexte des Herausgebers Geoffrey Blum übersetzt. Alles andere – auch viele sehr umfangreichere Texte aus dem Eye-Opener – wurden im englischen Original belassen. Bei Egmont sah sich niemand in der Lage sah, „den Witz der Entstehungszeit (…) auf dem Weg einer wortgetreuen Übersetzung“ einzufangen.

Eye-Opener
Alle Abbildungen © Egmont Serieforlaget AS

Ob die 90 Euro für den  auf 999 Exemplare limitierten Band gut angelegt sind, muss jeder selbst entscheiden.

Carl Barks - Calgary Eye Opener

Weitere Infos zum Buch gibt es in meinem Artikel in der neuen Comixene, die am 28. August erscheint.

„Carl Barks – Calgary Eye Opener“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection“ bei ebay kaufen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 01“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 02“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 03“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 04“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 05“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 06“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 07“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 08“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 09“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 10“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks – Die Ölgemälde“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

 

Carl Barks – Die Ölgemälde

Von 1971 bis 1976 malte Carl Barks 122 Ölgemälde nach Motiven seiner Comic-Titelbilder und Comicgeschichten, aber auch Geldspeicherszenen und kleinformatigere Porträts von Entenhausener Bürgern. Da diese Bilder in aller Regel von Sammlern und Fans in Auftrag gegeben und gekauft wurden, stand zu befürchten, dass sie auf Nimmerwiedersehen in deren Archiven verschwinden würden, zumal Disney die Lizenz für die Ölgemälde zurückgezogen hatte. Da wurde zum guten Glück ein Verlag gegründet, der nach einem Gemälde von Barks Another Rainbow benannt wurde.

Carl Barks – Die Ölgemälde
Das Buch mit Schutzumschlag

Dieser Verlag wollte alle 122 bis dahin angefertigten Öl-Enten aufspüren und in einem Buch zusammenfassen. Eingedenk der von Disney ursprünglich mit Barks vereinbarten Klausel, dass seine Gemälde ‚künstlerischen Wert‘ haben müssten, erhielt das in limitierter Auflage von 1875 Exemplaren publizierte Buch den Titel The Fine Art of Walt Disney’s Donald Duck by Carl Barks. Es kostete 1981 stattliche 200 Dollar und war wahlweise mit blauem oder dunkelrotem Einband im Schuber erhältlich und stellte sechs der Bilder auf Ausklappseiten vor. Auf Amazon wurde ein Exemplar des Buches Anfang November 2012 für 2.250 Dollar angeboten.

Carl Barks – Die Ölgemälde
Das Buch ohne Schutzumschlag

Seit vielen Jahren hatten seither (nicht nur ich), sondern auch viele Fans, immer wieder bei Egmont nachgefragt, ob die alten Gemälde und die nach Erneuerung der Öllizenz entstandenen Bilder nicht doch wieder einmal veröffentlicht werden könnten. Nun wurde dieses Projekt in internationaler Co-Produktion endlich gestemmt.

Carl Barks – Die Ölgemälde

In Deutschland erschien der Band zur Frankfurter Buchmesse am 11. Oktober 2012. Das weit über 2 Kilogramm schwere Buch mit seinen 416 Seiten kostet zwar 99 Euro, aber die ist es nicht nur für eingefleischte Sammler wert, da es in einer sensationell einmaligen Zusammenstellung die Ölgemälde des „guten Zeichners“ gebündelt abbildet, und obendrein seine nach der Ölgemäldephase entstandenen Aquarelle und Grafiken, sowie einige der dazu angefertigten dreidimensionalen Figurinen. Schade, aber aus Kostengründen verständlich, dass es keine Ausklappbilder gibt.

Carl Barks – Die Ölgemälde

Geoffrey Blum geht in seiner (von Gerd Syllwaschy übersetzten) Einleitung den Hinter-gründen um die Entstehung der Barks’schen Ölgemälde akribisch nach und schildert auch die Bedenken, die der Künstler von Zeit zu Zeit seinem Werk gegenüber äußerte. Er befasst sich auch durchaus kritisch mit der Vermarktung von Barks, dem seine Förderer und Agenten nach der Erneuerung der Öl-Lizenz immer öfter bei der Gestaltung seiner Bilder dreinredeten. Blum schildert ferner die Schwierigkeiten, für diesen Band die bestmöglichen Druckvorlagen zu erhalten, und er kommentiert die vielen Abbildungen der Gemälde, zu denen oft noch die Vorlagen aus den Comicheften, Layout-Entwürfe oder verschiedene von Barks angefertigte Farbstudien abgebildet werden.

Carl Barks – Die Ölgemälde

So gewinnt man nicht nur einen Eindruck von Barks‘ Werk als „Hofmaler“ der Enten, sondern erhält auch einen kenntnisreichen Einblick in seine künstlerische Werkstatt. Aus gestalterischen Gründen, und um Zusammenhänge bei mehrfach verwendeten Motiven aufzuzeigen, wurde auf eine absolut chronologische Reihenfolge verzichtet, was verständlich ist, wenn man bedenkt, dass Barks einige in den 1970er Jahren begonnenen Bilder erst in den 1990er Jahren fertig gestellt hat. Eine chronologische Liste der Bilder wäre in Ergänzung der alphabetisch im Register zu findenden Gemälde aber dennoch nicht unpraktisch gewesen.

Carl Barks – Die Ölgemälde

Dank dieses Prachtbandes, der das Bild, das man sich von Barks macht, ergänzt und abrundet, kann man die Entwicklung von Barks als Maler verfolgen. Wer ein Auge dafür hat, kann auch erkennen, dass die Kompositionen seiner Entenbilder stets nach allen Regeln der (so genannten hohen) Kunst entstanden sind. Gewiss, die Bilder lassen uns in eine Parallelwelt blicken, aber das ist durchaus legitim, da die abgebildeten Gestalten längst allgegenwärtige Ikonen geworden und nicht minder des Öl-Abbildens wert sind als etwa hochrangige Politiker.

Carl Barks – Die Ölgemälde

Dieser Band eröffnet nun, über 30 Jahre nach der Ausgabe von Another Rainbow, erneut die Möglichkeit sich zu vergegenwärtigen, wie Barks nicht nur mit seinen Comics, sondern auch mit seinen Ölgemälden Entenhausen ein einmaliges künstlerisches Denkmal setzte. Und verglichen mit den 200 Dollar von damals, ist er für 99 Euro fast schon ein Schnäppchen.

Carl Barks – Die Ölgemälde
Alle Abbildungen © 2012 Disney Enterprises, Inc.

Jetzt fehlt dem Komplettisten, der nicht alles nur im Internet suchen will, eigentlich nur noch ein Ergänzungsband, der eine Übersicht über sämtliche nach den Ölgemälden entstandenen Siebdrucke, Serigrafien und anderweitigen Veröffentlichungen (in Kalendern oder auf Postern usw.), sowie die Figurinen ermöglicht.

Wolfgang J. Fuchs

Calgary Eye-Opener

Mittlerweile ist in identischer Aufmachung – also passend zur 30-bändigen Carl Barks Collection – ein Band mit jene nicht immer ganz stubenreinen Zeichnungen die Barks vor seiner Zeit bei Disney für den Calgary Eye-Opener zeichnete.

„Carl Barks – Die Ölgemälde“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection“ bei ebay kaufen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 01“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 02“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 03“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 04“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 05“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 06“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 07“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 08“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 09“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks Collection 10“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Carl Barks – Calgary Eye Opener“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Reddition # 71: Zeitungscomics in Deutschland

Die 71. Ausgabe von Reddition, der “Fachzeitschrift für Graphische Literatur“, beschäftigt sich mit Zeitungscomics in Deutschland. Hierzu bekam das Team des Herausgebers Volker Hamann Einblick in das Archiv der in Frankfurt ansässigen Firma Bulls Deutschland. Daher liegt der Schwerpunkt der Ausgabe auf Comics, die im Westdeutschland der Nachkriegszeit durch Bulls Pressedienst ihren Weg in diverse Zeitungen fanden.

Reddition # 71: Zeitungscomics in Deutschland

Dennoch wird die Reddition durch den interessanten Artikel “Das Jahrhundert der Comicstrips“ von Michael Hein eingeleitet, der sich mit den Ursprüngen der Newspaper Comics beschäftigt. Hein erzählt von jenen sagenhaften Zeiten zu Beginn des letzten Jahrhunderts, als sich Zeitungs-Zaren wie Joseph Pulitzer oder William Randolph Hearst gegenseitig erfolgreiche Zeichner wie Richard Felton Outcault (The Yellow Kid) oder Winsor McCay (Little Nemo) abgeworben haben. Dadurch brachten es einige Comic-Macher zu beträchtlichem Wohlstand, wovon die für Heftserien arbeitenden Zeichner nur träumen konnten.

Reddition # 71: Zeitungscomics in Deutschland

Die Reddition enthält auch noch ein interessantes Interview mit Markus Schindler, der für Bulls Deutschland als Production Manager arbeitet und über die Geschichte und die Zukunftsaussichten der Zeitungscomics in Deutschland informiert. Außerdem gibt es noch zumeist sehr lesenswerte von verschiedenen Autoren verfasste Artikel zu den Comic-Serien Blondie, Terry and the Pirates, Prinz Eisenherz, The Phantom, Rip Kirby, Flash Gordon, James Bond, Modesty Blaise, Hägar, Doonesbury, Star Wars & Star Trek, Calvin und Hobbes und Zits.

Mein Name ist Modesty

Jens R. Nielsen beschäftigt sich mit “Disney bei Bulls“ und Peter Osteried informiert über Superhelden, die in Zeitungsstrips auftraten und dort – abgesehen von Spider-Man nicht dauerhaft Fuß fassen konnten. Im Vorwort weist Hamann darauf hin, dass so mancher Klassiker wie Garfield oder Gary Larsons The Far Side nicht berücksichtig wurde, doch dies ist “vielleicht Anlass für eine Fortsetzung unseres Dossiers“.

Reddition # 71: Zeitungscomics in Deutschland

Auch zu dieser Ausgabe gibt es wieder eine limitierte Extra-Beilage für Abonnenten: Ein ganzseitiger Zeitungsartikel aus der Münchener Abendzeitung vom 13. Mai 1950 über die Entstehung von Comics (und einigen Strips auf der Rückseite) als großformatiges DIN-A-2-Poster, limitiert auf 500 Exemplare!

Zu bestellen unter: www.reddition.de

“Reddition # 71: Zeitungscomics in Deutschland″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Reddition” bei ebay kaufen, hier anklicken

 

Young Donald Duck

Anscheinend sind die Abenteuer, die Donald mit seinen Neffen in Entenhausen oder dem Rest der Welt erlebt, nicht mehr zeitgemäß, zumindest für sehr junge Leser. Daher bekam der Erpel anstelle seines Matrosenanzugs einen Hoddie verpasst und ist als Young Donald Duck im Alter von Tick, Trick und Track. Der junge Donald interagiert mit deutlich verjüngten Versionen von Daisy, Minnie und Goofy.

Young Donald Duck

Die erste Geschichte Immer ich! Vom Pech verfolgt erzählt davon, wie Donald versucht die von der Bank übernommene Farm von Oma Duck zu retten und sich zugleich an dem Elite-Internat PRIMA bewähren muss, das ihm nur aus Versehen ein Stipendium gewährt hat. Fast schon subversiv ist der Einsatz von Micky Maus als Mitschüler, der so gutmütig ist, dass er nicht nur dem aufbrausenden Donald auf dem Keks geht.

Young Donald Duck

Auch die klassische Comicform wurde aufgegeben. Zwar gibt es gelegentlich noch Sprechblasen doch hauptsächlich wurde auf “Fließtext“ gesetzt. Dadurch können Comic-Fans lesen lernen. Es besteht aber auch die Gefahr, dass Comic-Muffel plötzlich Freude an Geschichten mit Sprechblasen finden…

Young Donald Duck

Obwohl es in der Welt von Young Donald Duck nur so von weiblichen Figuren wimmelt – ein netter Neuzugang ist die in Donald verschossene kleine Dolly – bietet die Reihe “Lesespaß“ der Lustigen Taschenbücher auch noch eine Alternative. Minnie & Daisy Spypower ist ähnlich gestrickt, doch bei der Kolorierung dominiert (neben Lila) die Farbe rosa. Keine Ahnung, wer da die Zielgruppe sein soll…

„Young Donald Duck # 1″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Young Donald Duck“ bei ebay kaufen, hier anklicken

„Minnie & Daisy Spypower # 1″ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

 

40 Jahre Taschen

Benedict Taschen betrieb bereits als Jugendlicher einen schwunghaften Handel mit Comics. 1980 gründete er in Köln einen Verlag und eröffnete einen Laden. Zunächst konzentrierte er sich auf das Verkaufen und Verlegen mit Comics. Doch nach einigen Jahren stellte er fest, dass es lukrativer war, sich auf Kunstbücher und Bildbände zu konzentrieren.

40 Jahre Taschen

Seitdemn ist viel geschehen. Sonderauflagen von Norman Mailers Reportage-Bildband MoonFire: The Epic Journey of Apollo 11 und des BILD-Buchs lagen echte Mondsteine bei. Immer noch im Angebot zum Preis von 4.000 Euro ist das 2004 erschienene 33 Kilo schwere Buch GOAT – Greatest Of All Times über Muhammad Ali. Doch Taschen verlegt nicht nur riesige Bücher zu entsprechenden Preisen, die auch als Spekulationsobjekt taugen. So erscheint fast jedes Buch des Verlags nach einer Weile als erschwingliche aber ebenfalls sehr geschmackssicher aufgemachte Neu-Edition.

40 Jahre Taschen

Das 40. Verlagsjubiläum von Taschen wird mit der Veröffentlichung von 40 Büchern zum Preis von jeweils 20 Euro gefeiert. Die Hardcover-Bände im Format von 15,6 x 21,7 cm bieten mehr als 500 Seiten mit deutschen, englischen und  französischen Texten und sorgfältig ausgewählter Bebilderung. Dabei handelt es sich meistens um  Neuausgaben von zuvor veröffentlichten, relativ hochpreisigen Büchern. Die Jubiläumsbände können hier direkt beim Verlag bestellt werden.

40 Jahre Taschen

Neben kleinformatigen Editionen von Peter Lindberghs Fotoband On Fashion erscheinen neben der LP-History Rock Covers auch Bücher zu Leben und Werk von Jean-Michel Basquiat, Egon Schiele oder Gaudí.40 Jahre Taschen

Hinzu kommt ein umfassender Überblick zu den Verpackungsaktionen von Christo und Jeanne-Claude. Hierin findet bereits die noch gar nicht realisierte Verhüllung des Pariser Arc de Triomphe Berücksichtigung.

40 Jahre Taschen

Doch Benedict Taschen fühlt sich auch weiterhin den Comics verbunden. Daher stehen auch Neuauflagen von Roy Thomas‘ The Marvel Age of Comics an und von Walt Disney’s Mickey Mouse: Die ultimative Chronik an.

40 Jahre Taschen

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch die Neuauflage des Bildbands zu Jamie Hewlett (Tank Girl, Gorillaz). Dank eines neuen Layouts und des von 424 auf 512 Seiten erweiterten Umfangs kommen trotz des kleineren Formats einige der Abbildungen sogar größer zum Abdruck. Wichtiger noch ist, dass knapp 30 weitere sehr sehenswerte Werke von Hewlett enthalten sind.

40 Jahre Taschen

Wir werden an dieser Stelle über weitere Bücher dieser bemerkenswerten Reihe informieren, denn so wie es aussieht werden auch preiswerte Neueditionen von The Star Wars Archives und  dem Walt Disney Filmarchiv erscheinen.

„Walt Disney’s Mickey Mouse: Die ultimative Chronik“ als preiswerte Jubiläums-Ausgabe bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„The Marvel Age of Comics“ als preiswerte Jubiläums-Ausgabe bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Jamie Hewlett“ als preiswerte Jubiläums-Ausgabe bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Jamie Hewlett“ bei ebay kaufen, hier anklicken

„Christo and Jeanne-Claude“ als preiswerte Jubiläums-Ausgabe bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Basquiat“ als preiswerte Jubiläums-Ausgabe bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Rock Covers“ als preiswerte Jubiläums-Ausgabe bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Peter Lindbergh: On Fashion“ als preiswerte Jubiläums-Ausgabe bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Gaudí – Das vollständige Werk“ als preiswerte Jubiläums-Ausgabe bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Egon Schiele – Die Gemälde“ als preiswerte Jubiläums-Ausgabe bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Micky Maus – F. A. Z. – Klassiker der Comic-Literatur 16

Zeitgleich mit dem sechsten Band der Bild-Comic-Bibliothek zu Detektiv Conan startet am 5. September 2005  die Reihe Klassiker der Comic-Literatur der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Die einzelnen Bände waren für 4,90 Euro erhältlich, etwas kleinformatiger und nicht gebunden, enthielten dafür aber sehr ausführliche Vorworte. Das Lettering wurde dem kleinen Format von 14 x 21 cm angepasst. Die Serie bietet eine wirklich anregende Auseinandersetzung mit dem Medium Comic.

Micky Maus – F. A. Z. – Klassiker der Comic-Literatur 16Für Walt Disney waren Comics zwar immer nur Nebensache, doch an seiner Micky Maus haben sich zahlreiche gute Zeichner und Autoren versucht und die im Kino zunehmend langweiliger werdende Figur zielstrebig weiterentwickelt. Dies dokumentiert Andreas Platthaus fundiert und ausführlich im Vorwort des 16. Comic-Klassiker-Bands. Den Auftakt bildet danach (und das wäre kaum anders denkbar) eine Abenteuergeschichte (Das Gespensterhaus) von Al Taliaferro, der von 1930 bis 1975 zahllose Geschichten mit der Maus zeichnete.

F. A. Z. - Klassiker der Comic-Literatur

Die drei restlichen Stories des Buches hingegen stammen aus der italienischen Comicproduktion und sind zweifelsohne allerbestes Comicmaterial von Zeichnern wie Romano Scarpa oder G. B. Carpi,  dessen geniale Geschichte um Die Rebellion der Schatten leider nur in ziemlich mäßiger Druckqualität präsentiert wird.

F. A. Z. - Klassiker der Comic-Literatur

Doch so lobenswert es auch ist, die von Comic-Puristen immer noch gerne geschmähten Italiener zu würdigen, sinnvoller wäre es gewesen mindestens eine Geschichte von Paul Murry auszuwählen, denn dessen Micky-Maus-Storys bieten zeitlos spannende Abenteuer, die sich auch vor den Enten-Geschichten von Carl Barks nicht verstecken müssen.

„Band 16: Micky Maus“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„FAZ-Klassiker der Comic-Literatur. Band 1 – 20, komplett“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

“Micky Maus“-Comics und sonstiges bei ebay kaufen, hier anklicken

„Micky Maus – Die Anthologie“ bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Walt Disney’s Mickey Mouse: Die ultimative Chronik bei AMAZON bestellen, hier anklicken