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Lucky Luke im Kino

Der Belgier Maurice de Bevere (1923 – 2001) alias Morris ließ 1946 erstmals jenen Cowboy im Comic auftreten, der schneller als sein Schatten zieht. Er hatte Lucky Luke eigentlich als Held eines Zeichentrickfilms geplant.

Lucky Lukes erster Auftritt © Morris / Lucky Luke Comics 2016
Lucky Lukes erster Auftritt © Morris / Lucky Luke Comics 2016

Die größten Erfolge feierte die Westernparodie jedoch erst, als René Goscinny ab Mitte der Fünfziger Jahre als Texter hinzu kam, noch bevor er mit Asterix durchstartete. Auch Goscinnys große Liebe gehört dem Zeichentrickfilm und als er in den USA weilte, träumte er davon bei Walt Disney zu arbeiten. Doch Goscinny fand es sehr bedauerlich, das Disney diesen Traum nicht teilte.

Lucky Luke im Kino

Schon daher ist es nicht verwunderlich, dass 1971 ein erster Zeichentrickfilm mit Lucky Luke entstand.  Bei Lucky Luke – Daisy Town führten Morris und Goscinny Regie. Der Film basiert auf keinem der Comic-Alben. Vielmehr wurde eine Originalgeschichte entworfen, die möglichst viele Aspekte des Wilden Westens beinhaltet und 1983 sogar zum Comic-Album  Daisy Town verarbeitet, das bei uns als Band 40 der Lucky Luke Reihe erschienen ist.

Lucky Luke im Kino

Insgesamt kann dieser Film um den einsamen Cowboy durchaus als gelungen angesehen werden. Schwächen in der Animation werden durch originelle Einfälle (inklusive Anleihen bei Tex Avery) ausgeglichen und auch die musikalischen Einlagen sind sehr gelungen. Die Satire auf den klassischen Western ist zwar nicht ganz so subtil, wie in den besseren Comic-Alben, aber dafür wird im Film gleich der komplette Wilde Westen veralbert. Außerdem ist es sehr viel passender, dass Lucky Luke hier noch eine Zigarette zwischen den Lippen hat und nicht wie später (aus Gründen der politischen Korrektheit) auf einem Strohhalm herum kaut.

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Die 2001 bei Kinowelt erschienene deutsche DVD genügt von der (Voll-)Bildqualität her leider nicht den heutigen Sehgewohnheiten und enthält auch nur die deutsche Synchronfassung.

Lucky Luke im Kino

Doch mittlerweile gibt es eine Blu-ray mit den Lucky Luke – Trickfilmen, die auch Daisy Town in phantastischer 16:9-Bildqualität enthält.

Lucky Luke im KinoDie deutsche DVD und die Blu-ray-Box enthalten als Bonusmaterial die sehr interessanten und ausführliche 88-minütige Dokumentation René Goscinny – ein Leben für den Humor (René Goscinny – Profession Humoriste). Dieser Film enthält nicht nur seltene Privataufnahmen von Goscinny. Es gibt auch Ausschnitte aus von ihm gestalteten Kino- und TV-Filmen zu sehen. Darüber hinaus kommt auch noch nahezu die gesamte französische Comic-Elite zu Wort. Dieser 1998 für den Sender arte entstandene Bericht ist in französischer Sprache auf der DVD enthalten und wahlweise können deutsche Untertitel eingeblendet werden.

Lucky Luke im Kino

1975 gründeten Goscinny und Uderzo gemeinsam mit Georges Dargaud die Studios Idéfix und wollten dort ihrem großen Vorbild Walt Disney nacheifern. Sie starteten ihre Zeichentrick-Produktion mit Asterix erobert Rom. Als zweiter (und letzter) Film der Studios Idéfix folgte 1978 Lucky Luke – Sein größter Trick. In diesem tricktechnisch recht hochwertigen Film, ist der Lonesome Cowboy mal wieder auf der Jagd nach den Daltons, die im Auftrag eines am Strang gestorbenen Onkels die aus allen möglichen Westerntypen zusammengesetzte Jury umbringen sollen.

Lucky Luke im Kino

Die Geschichte wird – wie zuvor schon beim Zeichentrickfilm Asterix und Cleopatra (und natürlich bei Disney) – auch noch mit Musical-Szenen garniert, daher trägt der Film im Original auch den Titel La ballade de Dalton. Als eine Art Moderator fungiert ein Bänkelsänger, dessen Lieder in der deutschen Fassung von Reinhard Mey gesungen werden. Dieser hatte bereits vier Jahre zuvor beim Disney-Zeichentrickfilm Robin Hood einen ähnlichen Job übernommen.

Lucky Luke im Kino

Die Musical-Einlagen sind zwar ganz witzig, doch insgesamt ist der Film trotz gewaltiger tricktechnischer Fortschritte weniger gut gelungen als der Vorgänger Lucky Luke – Daisy Town. Kurz nach Fertiggestellung des Filmes schlossen die Studios Idéfix ihre Pforten. Die laufenden Betriebskosten waren einfach zu hoch um das Studio nach Goscinnys plötzlichen Tod im Jahre 1977 noch am Leben zu erhalten.

Lucky Luke im Kino

Auch Lucky Luke – Sein größter Trick basierte auf keinem Comic-Alben. Die Geschichte des Films wurde 1978 zunächst in einem kleinformatigen Comic adaptiert, der später ummontiert auch bei uns im Sammelband Die Dalton-Ballade und andere Geschichten als Band 49 der Lucky Luke Reihe erschienen ist.

Lucky Luke im Kino

Die deutsche DVD-Veröffentlichung von Kinofilm enthält als Bonus den deutschen Trailer (2:59 min, Vollbild), eine Galerie mit 25 deutschen Aushangfotos und Standbildern, sowie ein 8-seitiges farbiges Booklet. Genau wie bereits bei Daisy Town ist die Bildqualität leider nur mäßig, während in dieser Hinsicht die Blu-ray  exzellent ist.

Lucky Luke im Kino

Nicht wirklich gelungen war der nächste Zeichentrickfilm Lucky Luke – Das große Abenteuer, der 1983 ins Kino kam. Hier wurden lediglich drei Episoden einer sparsam animierten 26-teiigen Trickfilmserie aus dem Hause Hanna-Barbera (Familie Feuerstein) zu einem Kinofilm zusammengeschnitten. Bei den einzelnen Geschichten handelte es sich um Verfilmungen der Comics Die Daltons im Blizzard, Ma Dalton und Die Daltons bewähren sich. Genau wie in der Trickfilm-Serie war auch im Kino die von Freddy Quinn gesungene Titel-Melodie Bang Bang, Lucky Luke zu hören.

Lucky Luke im Kino

Es sei noch angemerkt, dass in diesem Fall die Bildqualität der zugehörigen DVD mit anamorphen 16:9-Format ganz passabel ist. Der DVD von Filmconfect liegt  sogar ein kleines 20-seitiges Comicheft mit der Kurzgeschichte Aus Liebe zur Musik bei.

Lucky Luke im Kino

2007 entstand mit Lucky Luke, Go West! (Tous à l’Ouest: Une aventure de Lucky Luke) ein weiterer Zeichentrickfilm, der leider nicht in unsere Kinos kam. Das Drehbuch basiert lose auf dem Comic Lucky Luke: Kalifornien oder Tod. Es fasst recht gut fast alle Situationen und Figuren zusammen, die den Reiz der langlebigen Erfolgs-Comicserie ausmachen. Im Zentrum des Geschehens stehen – neben Lucky Luke und Jolly Jumper – natürlich wieder die Daltons.

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Nach einem turbulenten Auftakt in New York bricht Lucky Luke mit der vierköpfigen Gangsterbande und einem bunt zusammen gewürfelten Haufen von Siedlern zu einem Treck von Küste zu Küste auf. Wenn die Planwagen nicht in 80 Tagen das ganze Land durchquert haben, erlöschen die Ansprüche, die die Siedler auf ihr fruchtbares Land im Westen haben…

Lucky Luke im Kino
Mit dem sehr schön realisierten und erzählten Lucky Luke, Go West! ist es ein wenig so wie mit dem ein Jahr zuvor entstandenen Zeichentrickfilm Asterix und die Wikinger. Auch jener liebevoll und rechtwerkgetreu in klassischer 2D-Animation angefertigte Film kam – inmitten all der Comic-Realverfilmungen und Computeranimationen – etliche Jahre zu spät.

Lucky Luke im Kino

Doch dank DVD und Blu-ray hat Lucky Luke, Go West! weiterhin die Chance sein Publikum finden und es erfreuen.

Lucky Luke im Kino

Doch noch vor dem letzten Zeichentrickfilm zeigten die Kinos zwei der (bisher) drei Versuche aus Lucky Luke einen Realfilm zu machen. Morris stand der Sache ziemlich skeptisch gegenüber: “Eher zufällig hatte Terence Hill meine Alben gelesen, und er schwor sich, dass entweder er oder kein anderer die Hauptrolle verkörpere. Er nahm Kontakt mit dem Verlag Dargaud auf, an dem ich damals noch gebunden war, und die Verträge wurden unterschrieben. Er ähnelte Lucky Luke in keiner Weise (…), aber Terence Hill ist so sympathisch, so warmherzig, dass ich letztendlich mein Einverständnis gab.“

Lucky Luke im Kino

Kurioserweise erzählt der 1990 entstandene Spielfilm, die selbe Geschichte wie der fast 20 Jahre zuvor entstandene Zeichentrickfilm Lucky Luke – Daisy Town. Die Story von der rasch expandierenden Westernstadt, die Angriffen von Indianern und Daltons ausgesetzt ist, inszenierte Terence Hill höchstpersönlich, während das Drehbuch von seiner Frau Lori stammte.

Lucky Luke im Kino

Obwohl der Film in den USA (in Bonanza Creek, New Mexico) gedreht wurde, erinnert er stärker an einen Italowestern als an die klassischen Hollywood-Produktionen, über die sich Morris und Goscinny in ihren Comics hauptsächlich lustig machten. Passend (bzw. unpassend) dazu trägt Terence Hill ein Outfit, dass eher an seine Paraderolle in Mein Name ist Nobody denken lässt als an die Comicfigur. Somit ist Hills Lucky Luke ganz gewiss keine werkgetreue Comic-Verfilmung, doch insgesamt deutlich entspannter als die nächsten völlig überkandidelte Realverfilmungen.

Lucky Luke im Kino

Zeitgleich zum Kinofilm, für den Wolfgang Völz als Stimme von Jolly Jumper und Erzähler fungierte, entstand eine 8-teilige TV-Serie. Die beiden ersten Episoden Ma Dalton ist einmalig und Der Geisterzug wurden zum Kinofilm Lucky Luke 2 zusammengeschnitten.

Lucky Luke im Kino

Mittlerweile gibt es eine DVD- und eine Blu-ray-Box mit dem Kinofilm und allen acht TV-Episoden.

Lucky Luke im Kino

Der nächste Film-Versuch Die Daltons gegen Lucky Luke von 2004 hingegen ist ein Totalausfall. Da gibt es eine ganze Batterie wundervoller und unglaublich humorvoller Westerngeschichten vom Comicmeister Rene Goscinny und nichts davon ist im Film zu finden.

Lucky Luke im Kino

Stattdessen wurden Eric Judor und Ramsy Bedia, zwei nahezu gleich große französische Komiker, nicht nur als Joe und Averell Dalton gecastet, sondern sie durften auch noch ein völlig blödsinniges Drehbuch um einen magischen Sombrero verfassen.

Lucky Luke im Kino

Der Regisseur Philippe Haïm hingegen hält sich für eine Mischung aus Rodriguez, Tarantino und Leone, verbreitet aber trotz des beträchtlichen Budgets nur Langeweile.

Lucky Luke im Kino

Schon der französische Originaltitel Les Dalton deutet an, dass der Lonesome Cowboy nicht im Zentrum des Geschehens steht. Dies ist schade, denn überraschenderweise kann Til Schweiger als Lucky Luke (in seiner Nebenrolle!) durchaus überzeugen. Zwar wird der (einzige halbwegs brauchbare) Gag mit seinem langsameren Schatten qualvoll zu Tode geritten, doch Schweiger legt die Rolle merklich werkgetreuer an als zuvor Terence Hill.

Lucky Luke im Kino
Jean Dujardin in “Die Daltons gegen Lucky Luke“

Der nächste reale Lucky Luke war Jean Dujardin (OSS 117 – Der Spion, der sich liebte, Mein ziemlich kleiner Freund), der bereits in “Die Daltons gegen Lucky Luke“ in einer Nebenrolle zu sehen war.

Lucky Luke im Kino

Nachdem zuvor schon der Zeichentrickfilm Lucky Luke, Go West! nicht in unsere Kinos kam, verhielt es sich mit der 2009 in Argentinien entstandenen Realverfilmung mit Dujardin genauso. Dies ist teilweise verständlich, denn sonderlich werkgetreu zur Comicvorlage (oder gar zum Humor des begnadeten Texters René Goscinny) ist auch dieses Werk nicht ausgefallen.

Lucky Luke im Kino

Irgendwie geht es um das aus Comic und Trickfilm bekannte Städtchen Daisy Town, den Bau der Eisenbahn und einige Banditen wie Billy the Kid oder Jesse James sowie Calamity Jane kommen auch vor, während die Daltons diesmal pausieren. Der Hauptfigur wird nicht nur der Name John “Lucky“ Luke sondern auch noch eine tragische Vorgeschichte angedichtet.

Lucky Luke im Kino

Beim in Szene setzten dieser meilenweit vom Comic entfernten Origin wird eifrig aus Spiel mir das Lied vom Tod zitiert. So richtig überzeugen will das opulent ausgestattete Werk nicht, zumal der Humor oft ähnlich krude ausfällt wie in der vorherigen katastrophalen Realverfilmung Die Daltons gegen Lucky Luke.

Lucky Luke im Kino

So bleibt abschließend festzustellen, dass gleich der erste Versuch Lucky Luke ins Kino zu bringen der (bisher) gelungenste war. Was sicher daran liegt, dass Morris und René Goscinny maßgeblich am Zeichentrickfilm Daisy Town beteiligt waren.

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Walt Disney: Bambi

In einem zwischen Vermenschlichung und realistischer Naturdarstellung schwankenden Stil schildert der Film das Schicksal des Hirschkalbs Bambi, dessen Mutter von Jägern getötet wird. Doch die Waldgemeinschaft hält zusammen. Bambi wächst zum kapitalen Vielender heran und erobert die schmucke Feline.

Walt Disney: Bambi
© 2016 Disney

Nach den auf unterschiedliche Art sehr gelungenen Zeichentrickfilmen Schneewittchen und die sieben Zwerge, Pinocchio, Fantasia und Dumbo kam 1942 Bambi in die Kinos. Manche Kritiker halten den Film für Disneys letztes Meisterwerk, ein Höhepunkt des Trickfilms ist Bambi auf alle Fälle.

Walt Disney: Bambi
© 2016 Disney

Der renommierte Drehbuchautor William Goldman (Der Marathon-Mann, Die Unbestechlichen) singt in seinem Buch Das Hollywood-Geschäft ein Loblied auf Bambi: “Wenn die Duschszene in Psycho der Schocker der sechziger Jahre war, dann war das Äquivalent der vierziger Jahre, die Szene, als Bambis Mutter starb. Und dann der Satz “Der Mensch hat den Wald betreten.“ Und das Feuer und die ungeheuer starken Appelle für Gewaltlosigkeit (…) Der Film strahlte damals und strahlt auch heute noch ein beängstigendes Gefühl von Realität aus, und das hat nichts mit der Realität zu tun, wie wir sie gern hätten.“

Walt Disney: Bambi
© 2016 Disney

Die teilweise etwas zu kitschige Darstellung der großäugigen Tierfiguren wird in Bambi ausgeglichen durch meisterhaft inszenierte Szenen, wie die Ermordung von Bambis Mutter, der Kampf zweier Hirsche sowie ein bedrohlicher Waldbrand. Für die DVD- und Blu-ray-Veröffentlichung wurde der knapp 70 Jahre alte Film sorgfältig restauriert und die Farben wurden an die noch vorhandenen Originalzeichnungen aus den Disney-Archiven angeglichen. Die Diamond Edition von 2016 ist – abgesehen vom neuen Cover – identisch mit der zwei Jahre zuvor erschienenen Blu-ray.

Walt Disney: Bambi
© 2016 Disney

Die Blu-ray enthält neben dem 69-minütigen Hauptfilm noch: „Im Kreativ-Meeting mit Walt Disney“: Der komplette Film mit Kommentaren von Walt Disney und seinen Mitarbeitern und mit eingeblendeten Entwurfszeichnungen, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln; Einführung von Diane Disney Miller (1:06 min); Ein Prinz ist geboren – ein 54-minütiges sehr ausführliches Making Of; Vier zusätzliche Szenen (1:56 min + 3:07 min + 0:36 min + 2:31 min); Zusätzliches Lied: „Frühlingsgefühle“ (1:53 min); Umfangreiche interaktive Galerien; Kurzfilm aus der Reihe “Silly Symphonies“: “The Old Mill“ (1937, 8:58 min); Geheimnisse des Zeichentricks mit Walt Disney, Ausschnitt aus einer TV-Sendung von 1957 (7:18 min); In den Disney-Archiven mit Zeichner Andreas Deja (8:39 min); Kinotrailer von 1942 (2:12 min); Disneys großes Wissensbuch: Bambi Edition; Wenn Disney View angewählt wird, können auf 16:9-Geräten im rechten und linken Bereich anstelle der schwarzen Balken neben dem 4:3-Bild sogenannte “Schmuckornamente“ eingeblendet werden.

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Walt Disney: Dumbo

1937 produzierte Walt Disney mit „Schneewittchen und die 7 Zwerge“ den ersten abendfüllenden Zeichentrickfilm und hatte riesigen Erfolg damit. Es folgten der unglaublich detailliert ausgeführte (aber auch etwas düstere) „Pinocchio“ und „Fantasia“ , ein sehr ambitionierter Ausflug in Regionen der Hochkultur. Erst „Dumbo“ sollte dem Publikum wieder die Frische der kurzen Disney-Zeichentrickfilme zurückbringen.

Walt Disney: Dumbo
„Dumbo“ entstand unter großen finanziellen und auch menschlichen Problemen, denn Disney konnte durch den Zweiten Weltkrieg seine Filme nicht mehr weltweit starten und das Studio sperrte sich dagegen, dass die Zeichner einer Gewerkschaft beitraten, was zu einem Streik und zur Entlassung des Star-Zeichners Art Babbit führte.

Walt Disney: Dumbo

Diese Querelen sind dem fertigen Film nicht mehr anzumerken. Er ist in den leuchtenden Farben einer Zirkuswelt gehalten, die auf dieser DVD besonders schön zur Geltung kommen. Erzählt wird von einem kleinen Elefanten, der zunächst wegen seiner riesigen Ohren gehänselt wird, dann aber feststellt, dass er damit fliegen kann. Ein absolutes Meisterwerk ist dabei eine surreale Parade von rosa Elefanten, die Dumbo nach dem Genuss von Alkohol erlebt.

Walt Disney: Dumbo
Bonusmaterial: Ein Audiokommentar von Pete Docter, Paula Sigman und Andreas Deja, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln; Zusätzliche Sequenzen: „Die Geschichte der Maus“ (5:20 min) und das Lied „Are You A Man Or A Mouse?“ (3:53 min);“Dumbo – Ein Making Of zum Abheben“ (27:09 min); „Die Magie von Dumbo: Das Dumbo-Karussell in Disneyland“ (3:01 min); „Das Sound-Design“ – Ausschnitt aus „The Reluctant Dragon“ (5:43 min): Hier wird die “Casey Junior“-Sequenz mit dem Zirkuszug benutzt um zu erklären wie in den Disney-Studios die Geräusche gemacht wurden. Bemerkenswert ist, dass hier Trickfilmszenen zu sehen sind, die nicht in “Dumbo“ enthalten sind; Original TV-Einleitung von Walt Disney (0:59 min); Zwei US-Kinotrailer (2:07 min + 1:15 min); Zusätzlich auf Blu-ray: Cine-Explore-Kommentar, „Ein Meisterstück wird gefeiert“ (14:53 min), Kunstgalerien, Animierte Kurzfilme: „Elmer Elefant“ (8:31 min) und „Die fliegende Maus“ (9:21 min), „Disney View Einführung“ mit James Coleman (0:53 min), wenn Disney View angewählt wird, können auf 16:9-Geräten im rechten und linken Bereich anstelle der schwarzen Balken neben dem 4:3-Bild sogenannte “Schmuckornamente“ eingeblendet werden

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Walt Disney: Fantasia 2000

Am 17. Dezember 1999 hatte in der New Yorker Carnegie Hall eine neue Version von „Fantasia“ Premiere. Bereits Walt Disney plante 1940 seinen mit klassischer Musik versehenen Trickfilm-Episodenfilm immer wieder neu aufzuführen und dabei um frisch gezeichnete Episoden zu ergänzen. „Fantasia 2000“ enthält nun nur noch eine Episode aus dem alten Film: Die Geschichte mit Micky als Zauberlehrling, der zugleich auch das zentrale Kernstück des alten Filmes darstellt. Ursprünglich war auch noch vorgesehen, die Jahreszeiten-Wechsel-Episode zu Tschaikowskis „Nussknacker-Suite“ mit in die neue Version aufzunehmen.

Walt Disney: Fantasia 2000

Die Musik (mit Ausnahme vom „Zauberlehrling“, denn hier wurde Leopold Stokowskis alte Version akustisch aufpoliert) hat diesmal James Levine mit dem Chicago Symphonie Orchester eingespielt. Levine führte nach der Premiere in New York Ende 1999 auch noch Live-Aufführungen des Filmes mit Orchester in London, Paris und Tokyo durch. „Fantasia 2000“ lief zunächst für vier Monate auf den Großleinwänden ausgewählter IMAX-Kinos.

Walt Disney: Fantasia 2000
Hier die einzelnen Episoden im Überblick:

1. Episode
Musik: Ludwig van Beethoven: „Symphonie Nr. 5, erster Satz“
Regie und Design: Pixote Hunt
Anmoderation: Izhak Perlman
Länge: 3 min

Walt Disney: Fantasia 2000

Genau wie der Film aus dem Jahre 1940 gibt es hier auch am Anfang eine Episode mit abstrakten Bildern zu getragener klassischer Musik. Damals war es Bachs „Toccata und Fuge in G-moll“, jetzt ist es Beethoves Fünfte. Die Bilder sind diesmal jedoch nicht sonderlich visionär. Mal plätschert buntes Wasser und mal formieren sich Unmengen von Dreiecken zu schmetterlingsartigen Gebilden.

2. Episode
Musik: Ottori Respighi: „Pini di Roma“
Regie: Hendel Butoy
Anmoderation: Steve Martin
Länge: 10 min

Walt Disney: Fantasia 2000

Auch noch nicht der ganz große Knaller. Grob am Computer animierte Walfische fliegen (!) mit Möwen um die Wette. Ein kleiner Walfisch verirrt sich, findet seine Eltern wieder und fliegt im Finale mit noch mehr Walfischen durch die kitschige bunte Eisberglandschaft.

3. Episode
Musik: George Gershwin: „Rhapsody in Blue“
Regie: Eric Goldberg
Anmoderation: Quincy Jones
Länge: 13 min

Walt Disney: Fantasia 2000

Zu Gershwins toller und abwechslungsreicher Musik erleben mehrere Großstädter einen turbulenten Tag im konsequent im Stil des Karikaturisten Al Hirschfeld durchgestylten New York der dreißiger Jahre. Der mal komische mal rührende Trickfilm wirkt zwar eher wie aus den fünfziger Jahren, als Studios wie UPA mit ganz schlichten Figuren Disney Konkurrenz machten, hinterläßt aber insgesamt einen sehr angenehmen Eindruck.

4. Episode
Musik: Dimitri Schostakowitsch: „Piano Konzert Nr. 2, Allegro, Opus 102“
Regie: Hendel Butoy
Anmoderation: Bette Midler
Länge: 7 min

Walt Disney: Fantasia 2000

Auch hier hat der Computer wieder zugeschlagen und insgesamt etwas unbefriedigende Version von Hans Christian Andersens Märchen „Der standhafte Zinnsoldat“ geschaffen. Neben den nicht sonderlich gut gestalteten Figuren nervt vor allem, das auch hier (genau wie beim ebenfalls auf Andersen basierenden Disney-Film „Arielle, die Meerjungfrau„), ein kitschiges Happy End herangepappt wurde. Dies wäre bei einem Kurzfilm zu getragener klassischer Musik nicht wirklich nötig gewesen und verfälscht die Vorlage.

5. Episode
Musik: Camille Saint-Saens: „Der Karneval der Tiere, Finale“
Regie: Eric Goldberg
Anmoderation: James Earl Jones
Länge: 2 min

Walt Disney: Fantasia 2000

Das Gegenstück zum „Tanz der Stunden“ der Ballett-Szene mit Nilpferden und Krokodilen aus dem ersten Film. Hier wurde zunächst die Frage gestellt, was passiert, wenn ein Strauß einen Jojo erhält. Disney-Chef Michael Eisner bevorzugt jedoch Flamingos, also neues Casting. Bemerkenswert ist neben der „Länge“ von nur zwei Minuten noch die Tatsache, dass an diesem ganz lustigen Filmchen der 91-jährige Disney-Veteran Joe Grant bei dem Entwurf der Figuren mitgewirkt hat.

6. Episode
Musik: Paul Dukas: „Der Zauberlehrling“
Regie: James Algar
Anmoderation: Penn und Teller
Länge: 10 min

Walt Disney: Fantasia 2000

Hier nun noch einmal die beste Episode aus dem alten Film um den Zauberlehrling Mickey und die Geister die er rief und nicht wieder loswurde. Die Zeichnungen wirken auf der riesigen Imax-Leinwand manchmal etwas klobig, aber ganz unverkennbar handelt es sich um ein in künstlerischer Handarbeit gefertigtes absolutes Trickfilm-Juwel.

7. Episode
Musik: Sir Edward Elgar: „Pomp and Circumstances – Märsche 1, 2, 3 und 4“
Regie: Francis Glebas
Anmoderation: Michey Mouse und James Levine
Länge: 6 min

Walt Disney: Fantasia 2000

Was „Der Zauberlehrling“ für Mickey bedeutete, soll dieser Film nun für Donald werden. Als Helfer von Noah sucht er die gerade abgelegte Arche nach seiner geliebten Daisy ab. Im glatten Stil von „Der König der Löwen“ gefertigt und viel zu hektisch erzählt, kann diese Episode leider nur tricktechnisch überzeugen. Die pompöse nicht immer passende Marschmusik hat übrigens der damalige Disney-Vorstand Michael Eisner höchstpersönlich ausgesucht.

8. Episode
Musik: Igor Strawinsky: „Der Feuervogel, Suite – Version von 1919“
Regie: Gaetan und Paul Brizzi
Anmoderation: Angela Lansbury
Länge: 9 min

Walt Disney: Fantasia 2000

Das absolute Highlight unter den neuen Episoden. Eine Frühlingsfee kämpft gegen einen als Raubvogel dargestellten ausbrechenden Vulkan. Der Film hat einen sehr eigenen Stil, der mehr an den japanischen Trickfilm „Prinzessin Mononoke“ und weniger an die Konfektion aus dem Hause Disney erinnert. Der leider nur sehr kurz zu sehende und beeindruckend animierte Feuervogel ist etwas an den Höllenfürsten aus der abschließenden „Eine Nacht auf dem kahlen Berge“-Episode des ersten Filmes angelehnt.

Walt Disney: Fantasia 2000

Fazit:
Die einzelnen Episoden werden durch Showbiz-Größen anmoderiert. Dies ist oft ein wenig nervig und nicht wirklich nötig. Insgesamt ist „Fantasia 2000“ etwas zu sehr an die Gestaltung und Struktur des ersten Filmes angelehnt und leider nur selten wirklich beeindruckend, wobei es heute sicherlich sehr viel schwerer ist, noch neue und unverbrauchte Bilder zu finden.

Walt Disney: Fantasia 2000

Während die DVD eher spärlich ausgestattet ist, bietet die Blu-ray als Bonus noch den Salvador Dali Film “Destino“ und eine sehr ausführliche spielfilmlange Dokumentation zu diesem 1945 begonnenen und 2003 fertig gestellten Kurzfilm!

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Walt Disney: Fantasia

Nach der Premiere von “Fantasia“ soll Walt Disney gesagt haben: “Damit wird Beethoven berühmt werden!“ Zwar setzte Disney auch in seinen Kurzfilmen insbesondere in den Silly Symphonies immer wieder gerne klassische Musik ein, doch richtig ambitioniert ging er die Sache Ende der Dreißiger Jahre an, nachdem er mit “Schneewittchen und die sieben Zwerge“ und “Pinocchio“ zwei absolute Meisterwerke des Trick-Spielfilms in die Kinos brachte.

Walt Disney: Fantasia

Auslöser war ein Kurzfilm in dem Micky Maus, der in Sachen Popularität langsam aber sicher von seinen Trickfilmkollegen Donald und Goofy in den Schatten gestellt wurde. Hier agierte Micky als Goethes Zauberlehrling, der als Urlaubsvertretung seines Meisters an Hundertschaften von hergehexten Besen verzweifelte. Der Kurzfilm hat als Soundtrack die “symphonische Dichtung“ von Paul Dukas, die der alles andere als öffentlichkeitsscheue Star-Dirigent Leopold Stokowski aus Freundschaft zu Walt Disney unentgeltlich mit einem 100-köpfigen Orchester einspielte. Trotzdem kostete der aufwändig animierte 9-minütige Trickfilm dem Studio mit über 100.000 Dollar viermal soviel wie ein herkömmlicher Cartoon. Wo hin also mit diesem Animations-Juwel?

Walt Disney: Fantasia

Walt Disney ließ es mit es richtig krachen und brachte den Zauberlehrling gemeinsam mit sechs weiteren Trickfilmen, die zu von Stokowski eingespielten klassischen Musikstücken entstanden. Zu „Toccata und Fuge in d-moll“ von Johann Sebastian Bach gibt es abstakte Bilder zu sehen, bei denen kaum zu glauben ist, dass sie ohne Computeranimation in Handarbeit entstanden. Stücke aus Tschaikowskis „Nussknacker-Suite“ wurden in eine andere Reihenfolge gebracht und untermalten jetzt den Wechsel der Jahreszeiten. Igor Strawinskis: „Le Sacre du Printemps“ hingegen ist nun der Soundtrack zur Schöpfung unter besonderer Berücksichtigung der Dinosaurier.

Walt Disney: Fantasia

Zu Ludwig van Beethovens “Pastorale“, der „6. Sinfonie“, tobt fast die komplette griechische Mythologie über die Leinwand, während sich bei Ponchiellis „Der Tanz der Stunden“ Nilpferde, Elefanten, Strauße und Krokodile als Balletttänzer versuchen, Zum Abschluss terrorisiert in der wohl eindringlichsten Episode zu Mussorgskis „Eine Nacht auf dem kahlen Berge“ ein riesiger Dämon eine expressionistisches Bergdorf bevor dieser von Franz Schuberts „Ave Maria“ vertrieben und der Zuschauer mit einer etwas kitschigen religiösen Prozession durch einen sakral anmutenden Wald aus dem Bilderrausch verabschiedet wird.

Walt Disney: Fantasia

Gemeinsam mit der 60 Jahre später entstandenen teilweise ebenso inspirierten Fortsetzung “Fantasia 2000“ erscheint Disneys Meisterwerk auf DVD und Blu-ray. Puristen mögen sich darüber aufregen, dass die dunkelhäutigen Zentauren der Urspringsversion auch weiterhin in der “Pastorale“-Episode fehlen und es jetzt andere Aufnahmen (und möglicherweise eine Neusynchronisation) von Deems Taylors Zwischenmoderationen gibt. Doch noch nie war es möglich die kunstvollen Animationen von “Fantasia“ auch daheim so prachtvoll zu genießen wie auf der Blu-ray-Edition.

Walt Disney: Fantasia

Bonusmaterial der Blu-ray: Audiokommentar von Disney-Historiker Brian Sibley, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln; Das Schultheis-Notizbuch: Ein Disney-Schatz (13:51 min); Interaktive Kunstgalerien zu „Fantasia“ und „Fantasia 2000„; Disneys Familien-Museum (4:05 min); Wenn Disney View angewählt wird, können auf 16:9-Geräten im rechten und linken Bereich anstelle der schwarzen Balken neben dem 4:3-Bild sogenannte “Schmuckornamente“ eingeblendet werden.

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Walt Disney: Pinocchio

Schon mit seinem nach „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ zweiten abendfüllenden Zeichentrickfilm schuf Walt Disney ein absolutes Meisterwerk. Diese Mischung aus technischer Brillanz, atmosphärischer Dichte, unglaublicher Liebe zum Detail und mitreißender Erzählweise sollte im Bereich des Trickfilms weder von ihm noch von seinen Konkurrenten je wieder erreicht werden.

Walt Disney: Pinocchio

In der Geschichte um die zum Leben erwachte Holzpuppe hält sich der Kitsch in vertretbaren Grenzen. Dauerhaft in Erinnerung bleiben die Szenen im düsteren Vergnügungspark und die unglaublich spannenden Szenen mit Monstro dem Wal. Selbst Steven Spielberg, der sich in seinen Filmen wie „Unheimliche Begegnung der dritten Art“ oder „A.I. – Künstliche Intelligenz“ immer wieder als ganz großer „Pinocchio“-Fan outete, sollte es in „Der weiße Hai“ nicht gelingen noch spannendere Seemonster-Attacken in Szene zu setzten.

Walt Disney: Pinocchio

Leider wird es wohl nur noch sehr selten die Möglichkeit geben „Pinocchio“ in seiner ganzen Pracht auf einer riesigen Leinwand zu erleben. Diese DVD ist dafür kein vollwertiger Ersatz, wurde aber sorgfältig restauriert und jetzt auch noch mit ansprechendem Bonusmaterial garniert. Zum Glück wurde keine neue Tonfassung erstellt, sondern die gelungene klassische deutsche Synchronisation mit Sprechern wie Georg Thomalla oder Harald Juhnke erklingt in Dolby 5.1. Wer dieses Meisterwerk bisher noch nicht gesehen hat, sollte dies dringend nachholen!

Walt Disney: Pinocchio
Bonusmaterial der Blu-ray der “Platinum Edition: Audiokommentar von Leonard Maltin, Eric Goldberg und J. B. Kaufman, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln und auf Blu-ray auch als Bild-im-Bild möglich; „Auf der Leinwand zum Leben erweckt: Das Making Of von Pinocchio“ (56:04 min); Drei zusätzliche Szenen als vertonte Storyboards (10:33 min); Walt Disneys Vorführraum: Die „Sweatbox“ (6:25 min);“Geppetto damals und heute“ (10:57 min), Bericht über Spielzeugmacher; Filmaufnahmen: Reale Vorbilder für die Animation (9:55 min); „Pinocchio Kunstgalerie“ (teilweise mit Videos): Entwicklung des Designs – Das Design von Gustaf Tenggren – Design der Figuren – Modelle – Hintergründe & Layouts – Storyboards – Bilder aus der Produktion; Eine Kollektion von Kino-Trailern; Original Kinotrailer 1940 (1:52 min), Kinotrailer 1984 (1:25 min), Kinotrailer 1992 (1:31 min); Zusätzlicher Song: „Der ehrenwerte John“ (2:37 min); „Pinocchios wissenswerte Kleinigkeiten“ – wahlweise können deutsche Texttafeln mit Infos eingeblendet werden; Disneys Liederauswahl – Direktzugriff zu den Liedern; Musikvideo: „When You Wish Upon A Star“ von Meghan Jette Martin (3:07 min); Pinocchio Puzzles Auf der Blu-ray können wenn Disney View angewählt wird, auf 16:9-Geräten im rechten und linken Bereich anstelle der schwarzen Balken neben dem 4:3-Bild sogenannte “Schmuckornamente“ eingeblendet werden.  Auf der alten „Pinocchio„-DVD-Edition waren neber einer deutschen dts-Tonspur noch zwei Kurzfilme mit Jiminy Grille enthalten: “Spaß haben und dabei auch sicher sein!“ (“I´m no Fool – Having Fun“, 1956) und “Was man über Feuer wissen muß!“ (“I´m no Fool with Fire“, 1955)

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Deutsche Comicforschung 2016

Der zwölfte Band der seit 2005 alljährlich erscheinenden Reihe “Deutsche Comicforschung“ informiert wieder zuverlässig über Gebiete, die in Comicfachpresse und in Fachbüchern bisher gar nicht oder nur sehr unzureichend behandelt wurden.

Deutsche Comicforschung 2016

Die einmal mehr sehr interessant konzipierten und bebilderten Beiträge des Buchs sind wieder chronologisch angeordnet. Zunächst geht es zurück ins Mittelalter, wo – und das hat Tradition in der Buchreihe – die Comicforscher um Eckart Sackmann wieder eine Bilderzählung entdeckt haben, die mit etwas guten Willen als Comic bezeichnet werden kann. So sind in der Kölner Basilika St. Ursula 24 Bildertafeln aus dem Jahre 1456 zu sehen, die auch gereimte Texte enthalten.

Deutsche Comicforschung 2016
Comic von Friedrich Schiller

Nicht völlig neu, ist die Information, dass Friedrich Schiller humoristische Bildergeschichten zu Papier brachte, doch Dietrich Grünewald hat sich im zweiten Beitrag des Jahrbuchs sehr ausführlich mit den “Avanturen des neues Telemachs“ des deutschen Nationaldichters beschäftigt. Sackmann hingegen widmet sich in einem weiteren Beitrag der insgesamt knapp 8 Meter langen Bilderzählung “Die sieben Raben“ von Moritz von Schwindt, die Mitte des 19. Jahrhunderts entstand.

Deutsche Comicforschung 2016

Die restlichen Beiträge stammen aus einer Zeit als es den Begriff Comic bereits gab. Ein Artikel beschreibt die vor dem Ersten Weltkrieg in Stuttgart erschienene Zeitschrift “Die Kinderwoche“, in der unter dem Titel “Plim und Plum“ eine Art Jugendstil-Variante zu Wilhelm Buschs “Plisch und Plum“ veröffentlicht wurde. Ebenfalls auf Wilhelm Busch beruft sich der in einem weiteren Bericht beschriebene englische Zeitungsstrip “Big und Little Willie“, der sich ab 1914 im “Daily Mirror“ über den Deutschen Kaiser und den Kronprinzen lustig machte.

Deutsche Comicforschung 2016
Micky-Maus-Comic vom deutschen Zeichner Frank Behmak

Bemerkenswert sind auch die Erkenntnisse im Kapitel “Frühe Micky Maus Zeitungsstrips in Deutschland“. Hier ist zu erfahren, dass in Deutschland bereits 1930 erste Comics mit Walt Disneys Zeichentrick-Figuren erschienen sind und das auch noch in der kommunistischen “Arbeiter Illustrierte Zeitung.“ Interessant ist auch, dass die “Kölnische Illustrierte Zeitung“ ein Jahr später sogar einen Micky-Maus-Strip aus der Feder des deutschen Zeichners Frank Behmak veröffentlichte. Doch auch im Dritten Reich waren Comics nicht, wie gerne behauptet wird, völlig verpönt, sondern Sackmann belegt im reich bebilderten Bericht “Die Braune Post – Die Nazis und die Sprechblase“, dass in einer nationalsozialistischen Sonntagszeitung etliche eigens dafür konzipierte deutsche Comics zum Abdruck kamen.

Deutsche Comicforschung 2016
Wilhelm Eigener

Dass der deutschen Comic-Kultur höchstwahrscheinlich ein großes Talent verloren gegangen ist, davon erzählt ein Artikel über neun großformatige farbig kolorierte Original-Seiten, die der Comicsammler Joachim Knüppel in einem Hamburger Antiquariat kaufte. Diese Seiten entstanden in den 50er Jahren und erzählen eine in Afrika spielende Abenteuergeschichte. Wilhelm Eigner hat diese in einem nahezu perfekten Stil gezeichnet, der sehr viel ansprechender ist, als fast alles was deutsche Verlage seinerzeit an Eigenproduktionen herausbrachten. Doch Eigner stellte das Comic-Zeichnen ein, denn er fand schnell Arbeit als Illustrator, was sicher gut für ihn, aber sehr schade für die deutsche Comic-Landschaft war. Helmut Kronthaler widmet sich im nächsten Buch-Beitrag einem ab 1959 erschienenen Fortsetzungs-Comic über das Leben des Südtiroler Freiheitskämpfers Andreas Hofer.

Deutsche Comicforschung 2016
DDR-Comic Artikel aus dem Comics Journal

Interessant ist auch Guido Weißhahns Artikel über die Comic-Aktivitäten des ostdeutschen Museumspädagogen Paul Thiel, der versuchte sich in der DDR vorurteilsfrei mit westlichen Comics zu beschäftigen. Thies beschäftigte sich seinerzeit aber auch mit DDR-Comics und ein Artikel von ihm über „Mosaik“ erschien sogar 1979 im einflussreichen US-amerikanischen Fachblatt  „The Comics Journal“.

Tom Bunk

Den Abschluss des Buchs bildet der Artikel “Deutsche Underground-Comics – Versuch einer Annäherung“. Wie der Titel schon andeutet, ist dies nur (aber auch immerhin!) der erste Schritt der Annäherung an eine quirlige Zeichner-Szene, die teilweise sehr erfolgreich versuchte, deutschsprachige Varianten zu den subversiven Comics von Robert Crumb oder Gilbert Sheldon zu schaffen. Zahlreiche Zeichner aus diesem Umfeld wie Volker Reiche, Tom Bunk, Gerhard Seyfried, Brösel oder Gabriel Nemeth sind heute noch tätig. Eckart Sackmanns Bericht deutet an, dass hier Stoff für ein ganzes und nicht unbedingt dünnes Buch wäre.

Die 2016er Ausgabe des Jahrbuchs “Deutsche Comicforschung“ hingegen deutet an, dass es auch in Zukunft noch genügend hochinteressanten Stoff für weitere Ausgaben gibt.

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Batman: The Animated Series

Bei der später auch Batman Adventures  genannten 1992 gestarteten Zeichentrickreihe Batman: The Animated Series handelte es sich um die besten jemals fürs Fernsehen produzierten Trickfilme (okay, wenn man die Simpsons ignoriert).

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Während die Superhelden-Trickfilme (etwa die bei Hanna-Barbera hergestellten Super Friends, bei denen auch Batman auftrat) zuvor immer sehr limitierte Versionen ihrer Comic-Brüder darstellten, schuf Bruce Timm ein Design, das die besten Elemente von Frank Millers Comic The Dark Knight Returns und Tim Burtons Batman-Filmen  übernahm. Timm und sein Team machten aus der Not (niedriges Budget) eine Tugend (starke Stilisierung).

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Natürlich ist Batman: The Animated Series undenkbar ohne die Vorarbeiten von Miller und Burton, aber der damals 30-jährige Bruce Timm, der zuvor an Steven Spielbergs Tiny Toons Adventures sowie an Trickfilm-Versionen zu Flash Gordon und The Lone Ranger arbeitete, machte sofort deutlich, dass er kein Interesse an einer bloßen Kopie der beiden erfolgreichen Batman-Kinofilme hatte. Er wollte seine ganz eigene Version schaffen. Trotzdem war er froh, dass Miller und Burton die dunklen Elemente der Figur auch einem, an Tiny Toons Adventures alberner Batman-TV-Serie geschulten, Publikum vermittelten.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Gemeinsam mit Eric Radomski, der für diverse Serien die Hintergrund-Zeichnungen anfertigte, schuf er in 1½ Monaten einen einminütigen Promo-Film, der später auch als Inspiration für die beeindruckende Vorspann-Sequenz diente. Zur eigenen Überraschung wurden Timm und Radomski daraufhin als Produzenten der Serie angeheuert. Zunächst dachten sie, man erwartete von ihnen nur das Design zu entwerfen, doch plötzlich waren sie für die komplette Serie zuständig.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Dies war ungewöhnlich, denn TV-Trickfilme wurden ansonsten eher wie bebildertes Radio behandelt, mit großer Sorgfalt bei der Auswahl der Sprecher und bei der Erstellung der Playback-Aufnahmen und mit einer furchtbaren Knickerigkeit bei der tricktechnischen Umsetzung. So kommt meist nur eine limitierte Animation zum Zuge, die mehr an Legetrick als an Walt Disney erinnert. Von Menschen wie Timm und Radomski, die in erster Linie optisch denken, waren nun ganz andere Resultate zu erwarten. So fertigte Radomski die Hintergrundzeichnungen meist mit Airbrush auf schwarzen Karton an und schuf dadurch nicht nur einen beeindruckenden düsteren Stil, sondern sparte auch eine ganze Menge Zeit und schwarze Farbe.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Der Look von Batman: The Animated Series war eher am Art Deco-Stil der dreißiger und vierziger Jahre orientiert und weniger an Tim Burtons Film-Vorgaben. Daher nannten die Macher ihren neuen Stil “Dark Deco“. Dieser eigene Ansatz machte den Warner Brothers ein wenig Angst. Sicherheitshalber ließen sie daher die Entwürfe für die Trickserie von Burton noch einmal durchsehen. Doch da dieser auch schon an Zeichentrickfilmen gearbeitet hatte, brachte er durchaus Verständnis dafür auf, dass ein Trickfilm-Batmobile über weniger Details verfügte als ein durchgestyltes Modell für einen Multi-Millionen-Dollar-Film, schon um den Trickfilm-Zeichnern die Arbeit zu erleichtern. Außerdem ist ein kreativer Mensch wie Burton natürlich auch tolerant genug um anderen Künstlern ihre eigene Vision zuzugestehen.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Trotzdem verdankt die Trickfilm-Serie den beiden Burton-Filmen eine ganze Menge, so z. B. das Design des Pinguins oder von Catwoman und auch diverse Häppchen aus Danny Elfmans Soundtrack wurden immer mal wieder gerne eingespielt. Trotzdem ging die Serie ihren ganz eigenen Weg und war in einem stilvollen Gotham angesiedelt, in dem es noch keine Farbfernsehgeräte und kaum Computer gibt.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Bei jeder 22-minütigen Batman Animated-Episode handelt es sich um ein kleines Trickfilm-Juwel, das sehr liebevoll gestaltet wurde. Angefangen beim immer wieder gern gesehenen markanten Vorspann und der danach folgenden stimmungsvollen Titel-Illustration. Danach fand jedoch jede Episode ihren individuellen Rhythmus und auch immer mal wieder einen ganz eigenen Zugang zur Batman-Legende. Das ging auch schon einmal so weit, dass einige Kinder in der gleichnamigen Episode I´ve got Batman in my Basement behaupten konnten und dann dem „Dunklen Ritter“ gegen den Pinguin helfen mussten. Sinnigerweise hieß diese Folge bei uns Batman und die Detektive.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Meisterliche Folgen wie P.O.V. (eine an den japanischen Film Rashomon erinnernde Story, in der die Cops Bullock und Montoya, sowie ein weiterer Kollege komplett verschiedene Versionen des selben Erlebnisses erzählen) oder Perchance to Dream (Bruce Wayne erwacht in einer Welt in der seine Eltern noch leben und er mit Selina Kyle alias Catwoman verlobt ist, natürlich steckt ein Superschurke, in diesem Fall der Mad Hatter dahinter) entschädigen für die ganz wenigen konventionellen Episoden mehr als reichlich.

Harley Quinn
© DC / Warner Bros. Entertainment

Mit der Joker-Freundin Harley Quinn gelang dem Autor Paul Dini innerhalb der Serie auch eine unübersehbare Erweiterung des Batman-Universums. Diese erstmals im TV-Trickfilm aufgetretene Figur wurde zunächst von Dini und Bruce Timm in der preisgekrönten Erzählung Mad Love in die Comicwelt eingeführt und hier zugleich die durchaus auch tragische Geschichte der jungen Psychologin Harleen Frances Quinzel erzählt, die sich rettungslos in den Joker verliebt. Mittlerweile gibt es auch “realistischer“ gestaltete Comic Versionen der Figuren,  wie z. B. in der viel beachteten Batman-Miniserie Hush von Jim Lee und Jeph Loeb.

Harley Quinn
© DC / Warner Bros. Entertainment

Ein großes Problem, das Batman: The Animated Series garantiert nicht nur Nachteile bescherte, waren die Broadcasting Standarts & Practice genannten freiwilligen Selbstzensur-Regeln des US-Fernsehens. Durch diese Selbstzensur-Richtlinien sollten Werbekunden und Moralverbände in vorauseilendem Gehorsam vorab in Sicherheit gewogen werden.

Batman Animated
DAS ALLES IST VERBOTEN! – © DC / Warner Bros. Entertainment

Nun war es allerdings nicht so, dass überhaupt keine Brutalitäten erlaubt waren, sondern diese hatten in etwas seltsam geregelten Bahnen zu verlaufen. So war es in einer hauptsächlich für Kinder produzierten Vormittagsserie zwar nicht erlaubt Pistolen einzusetzen. Maschinengewehre hingegen, zu denen Kiddies anscheinend nicht so leicht Zugriff haben, durften jedoch problemlos eingesetzt werden. Getötet werden durfte allerdings auch mit diesen Maschinengewehren nicht. Wenn etwa ein Gangster von einem Hausdach stürzt, hat er in einem Tümpel zu landen oder es muss ganz deutlich gezeigt werden, dass er noch atmet.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Gerade der „Story Editor“ Paul Dini musste oft die seltsamsten Kompromisse eingehen, etwa wenn es nicht erlaubt war, dass eine Frau einer anderen ins Gesicht schlägt. Stattdessen „durfte“ sie aber durchaus ihre Kontrahentin treten und an den Haaren ziehen. Manchmal jedoch, genau wie in den elegantesten Lubitsch-Komödien, trieben die Zensoren die Kreativen zu Höchstleistungen an, die sonst gar nicht angestrebt worden wären.

Batman animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Ein solcher Moment ist zum Beispiel der Tod von Robins Eltern im Zweiteiler Robins Reckoning.  Anstatt exakt zu zeigen, wie die Trapez-Artisten The Flying Graysons, also Robins Eltern über der Zirkus-Manege abstürzen, zeigt uns der Film nur ein zurückschwingendes durchgeschnittenes Seil. Anschließend ist dann lediglich ein entsetzt guckender Bruce Wayne zu sehen. Die Reaktionen des übrigen Publikums mussten im Schatten bleiben, um die Kinderchen nicht allzu betroffen zu machen.

Batman Animated
KEViN CONROY – © DC / Warner Bros. Entertainment

Neben dem hohen tricktechnischen Niveau wurde auch bei der Besetzung der Sprecher nicht gespart und meist bekannte und erfahrene Schauspieler verpflichtet. Besonders viel Lob erhielt, neben Kevin Conroys Batman-Stimme, der ansonsten mit seiner Rollenauswahl eher glücklose Luke Skywalker Mark Hamill für seine ausgelassenen akustischen Darbietungen als Joker.

Batman Animated
MARK HAMILL – © DC / Warner Bros. Entertainment

Adrienne Barbeau, die Ex-Gemahlin von John Carpenter und das Objekt der Begierde in Wes Cravens Swamp Thing, sprach Catwoman. Roddy McDowall aus Uhrwerk Orange lieh dem Mad Hatter seine Stimme. Shakespeare- und  Genre Veteran David Warner (Das Omen, Scream II) gab den Ra´s Al Ghul, Ron Perlman (Hellboy) war Clayface, Richard Moll sprach Two-Face, Paul Williams den Pinguin und John Glover (Smallville) den Riddler. Auch die restliche Besetzung reichte zwar nicht ganz an das Protz-Casting der Batman-Spielfilme heran, aber Namen wie Kate Mulgrew (aus Star Trek – Voyager als Red Claw), Heather Locklear, Ed Begley Jr., Diana Muldaur, Thomas Wilson (Biff aus Zurück in die Zukunft), Treat Williams (Hair, The Phantom) , Marilu Henner, Helen Slater (Supergirl), Michael York, Paul Winfield, Tim Matheson (Das turbogeile Gummiboot) oder George Dzundza hat jeder am Film oder Fernsehen Interessierte garantiert schon einmal gehört.

Batman Animated
ADAM WEST – © DC / Warner Bros. Entertainment

Übrigens gab es innerhalb der Trickfilm-Reihe, die es auf 94 Episoden brachte, auch ein kleines Comeback für den TV-Batman Adam West. Er sprach in der Folge Beware the Gray Ghost einen Serial-Helden dessen Gray Ghost-Filmreihe gerade in jenem Kino lief, aus dem der junge Bruce Wayne mit seinen Eltern kam, kurz bevor diese ermordet wurden. Im weiteren Verlauf der Geschichte wurde diese Figur (und nicht wie ansonsten Zorro) zum Vorbild für Batman. Somit bekam West doch noch ein kleines Comeback, was sicher ein kleines Trostpflaster war, für den Darsteller, der sich seinerzeit ernsthafte Hoffnungen auf die Titelrolle in Burtons Batman machte.

Batman Animated
© MAD / DC / Warner Bros. Entertainment

Die Serie startete im Herbst 1992 mit einer Episode zum Appetit anregen während der Prime Time und lief dann immer am Sonntagnachmittag, um auch ein etwas älteres Publikum zu erreichen. Ein sicheres Indiz für den Erfolg waren weniger die Emmy-Prämierungen für die beste TV-Zeichentrickserie und die besten Zeichentrick-Drehbücher, sondern sehr viel stärker die Tatsache, dass bereits 1993 im Satiremagazin MAD unter dem Titel Batsman: The Anemic Series eine Parodie erschien. Ein weiterer Grund für den Erfolg der Serie könnte auch noch sein, daß hier, ganz im Gegensatz zu den auf schier endlose Crossovers setzenden Comichefte, abgeschlossene und pointierte Geschichten erzählt werden.

Batman animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Als erste größere Auskopplung zur erfolgreichen Zeichentrickserie produzierten Burnett, Radomski und Timm 1993 Batman: Mask of the Phantasm (Batman und das Phantom). Ursprünglich war dieser 80-minütige Film für den Direct to Video-Markt vorgesehen. Doch Warner Brothers waren von der Qualität der Vorarbeiten so angetan, dass sie beschlossen das Werk zuerst auch in die Kinos zu bringen.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

The Mask of the Phantasm beschäftigt sich ungewöhnlich ausgiebig mit Bruce Wayne. Eingebettet in eine wirklich ergreifende Liebesgeschichte wird erzählt, wie Bruce Wayne zunächst einmal recht erfolglos auf Verbrecherjagd geht, weil er sich nur ziemlich unspektakulär maskiert. Erst das furchteinflößende Batman-Outfit schafft Abhilfe.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Positiv ist nicht nur. dass dieser Film es den Schöpfern der Serie erlaubt auch einmal eine etwas epischere Geschichte zu erzählen, sondern dass es auch durchaus einmal ein wenig härter zugehen darf als unter den starren Vorzensur-Richtlinien des US-Fernsehens. So kommen in The Mask of the Phantasm einige üble Gangster tatsächlich zu Tode, natürlich nicht durch Batman, sondern eher durch das mysteriöse Phantom und den mal wieder herrlich durchgeknallten Joker. Auch das bittersüße Ende der Love-Story macht diesen schönen Film für ein etwas erwachseneres Publikum durchaus interessant.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Im Zuge des Kinofilms Batman & Robin  entstand 1998 ein weiterer längerer Zeichentrickfilm, in dem es natürlich auch um Mr. Freeze geht. Batman & Mr. Freeze: SubZero schaffte es allerdings diesmal nur bis in die Videotheken, feierte als Kaufvideo mit über acht Millionen verkauften Exemplaren jedoch wahre Triumphe. Der Film beginnt in der Arktis und zeigt in gelungenen Einstellungen, wie Mr. Freeze gemeinsam mit zwei Eisbären zwischen den Eismassen herumschwimmt. Gleichzeitig nähert sich ein Forschungs-U-Boot, das nun ausgerechnet in Mr. Freezes Höhle auftauchen muss.

Batman Animated
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Dabei wird der Behälter zerstört, in dem Mr. Freeze seine verstorbene konservierte Frau aufbewahrt, in der Hoffnung ein Gegenmittel zu finden. Freeze friert nun aus Rache die komplette Besatzung einfach ein und begibt sich mit seinen beiden Eisbären direkt nach Gotham City. Dort lässt er seine Frau von einem bankrotten Arzt untersuchen, der herausfindet, dass zu ihrer Rettung dringend ein Organspender benötigt wird. Hierfür kommen nur sehr wenige Personen in Frage. Freeze entscheidet sich ausgerechnet für Barbara Gordon alias Batgirl.

Batman Animated
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Im Gegensatz zum sehr viel atmosphärischeren und düster-ergreifenden Zeichentrickfilm Batman: The Mask of the Phantasm konzentriert sich SubZero nicht allzu sehr auf Batman oder Bruce Wayne. Robin und Batgirl sind gleichberechtigte Handlungsträger. Da der Film ohnehin nur 67 Minuten lang ist, bleibt dadurch für eine Vertiefung der Charaktere nur sehr wenig Zeit. Auch Mr. Freeze ist diesmal eher ein Störenfried, genau wie Schwarzeneggers Filmversion in Batman und Robin, und sehr viel weniger als sonst ein tragisch-gebrochener Charakter. Die Handlung setzt sehr viel stärker auf Action. Das ist zwar etwas bedauerlich, aber immerhin sind die teilweise am Computer erzeugten Verfolgungsjagden recht gelungen animiert.

Batman Animated
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Übrigens war SubZero auch zugleich der letzte Auftritt des „alten“ TV-Batmans. Ende 1997 startete in den USA unter dem Titel The New Batman Adventures die letzte Staffel mit einer neu designten Hauptfigur. Unter den 14 Episoden befinden sich absolute Highlights, wie eine Cartoon-Adaption des Comics Mad Love und die Episode Old Wounds, die zeigt wie Dick Grayson zu Nightwing wird. Sehr interessant ist auch Legends of the Dark Knight, denn hier wurden Teile im Look der Fünfziger Jahre-Comics und Teile im Stile von Frank Millers The Dark Knight Returns animiert.

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Nach dem Erfolg der neuen ebenfalls von Timm produzierten Superman-Trickfilm-Reihe, wurde Batman mit neuem Outfit (noch düsterer, fast ohne Gelbtöne) und neuem Robin (einem Teenager namens Tim Drake) ausgestattet. Batgirl wurde stärker eingespannt, alles wurde den Schumacher-Filmen angepasst und daher poppig-bunter. Den Auftakt bildete der Dreiteiler World´s Finest, der innerhalb der zweiten Staffel der Superman -Trickfilmreihe gezeigt wurde. Hierin reist Bruce Wayne nach Metropolis, verknallt sich in Lois Lane und kommt nicht gerade super mit dem Stählernen klar, obwohl sie beide gemeinsam gegen Lex Luthor und dem Joker antreten müssen.

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Auch ansonsten ist die Superman-Zeichentrickreihe für Batman-Fans durchaus interessant. So gibt es eine Episode in der Superman den vermissten Batman ersetzten muss und es ihm gar nicht so leicht fällt den knallharten nächtlichen Ritter zu geben. Sehr empfehenswert ist auch die Trickfilm-Serie Justice League.

BATMAN BEYOND
BATMAN BEYOND – © DC / Warner Bros. Entertainment

Neben der neugestylten Trickserie gab es aber auch noch eine zweite Trickserie namens Batman Beyond (Batman of the Future). Hier ist ein gewisser 17-jähriger Terry McGavin der Batman des nächsten Jahrtausends. Nachdem sein Vater ermordet wurde, findet er im mittlerweile steinalten Bruce Wayne einen Mentor und sorgt nun im futuristischen Gotham für Ordnung. Mit dieser jugendlichen Figur wurde versucht ein wenig im Spider-Man-Terrain zu wildern. Doch das ist eine andere Geschichte.

Batman Animated
© DC / Warner Bros. Entertainment

Der animierte Batman im Bruce Timm-Style hatte seinen vorerst letzten Auftritt (wenn von den JLA-Serien abgesehen wird) 2003 in dem ganz gelungenen direkt für den DVD-Markt angefertigten Zeichentrickfilm Mystery of the Batwoman, der bei uns unter dem Titel Batman – Rätsel um Batwoman erschienen ist.

Interessant sind auch die von Bruce Timm direkt für den DVD-Markt produzierten Filme der Reihe DC Universe Animated Original Movies  wie Superman Doomsday, Justice League: The New Frontier oder Batman: Gotham Knight. Hier feierte Timms Animated-Style 2017 im Film Batman und Harley Quinn sein Comeback.

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Batman (1989)

Im Gegensatz zur ebenso kitschig-albernen wie erfolgreichen Slapstick-TV-Serie mit Adam West war Batman in den Comics zwar deutlich ernsthafter und düsterer, doch seine Popularität war nach der Einstellung der Serie gesunken. Ende 1984 tauchten erste Gerüchte auf, dass irgendetwas im Busche wäre.

Batman (1989)

Ein gewisser Frank Miller, der zuvor die Marvel-Comicserien um Wolverine und Daredevil (hier vor allem durch eine gewisse Elektra) aufregend erneuert hatte, sollte nun auch für eine auffrischende Behandlung bei DCs etwas schlappgewordenen Zugpferd sorgen. Bereits in den siebziger Jahren erhielt der damals noch für Marvels Spider-Man arbeitende Miller ein erstes Angebot sich auch einmal an Batman zu versuchen. Doch damals fühlte sich Miller noch nicht reif genug für diese Aufgabe. Als dann aber im März 1986 schließlich unter dem Titel “Batman – The Dark Knight Returns“ ein Vierteiler auf den Markt kam, sorgte der Comic für einige Aufregung.

Batman – The Dark Knight Returns

Millers Zeichnungen (die meist von Klaus Janson getuscht und von Millers damaliger Ehefrau Lynn Varley koloriert wurden) und seine Story stellten bis dahin (und auch bis heute) die respektloseste Bearbeitung dar, die je ein amerikanischer Comic-Multi einem eigenen Superhelden zumutete. Ganz nebenbei bekam auch noch Superman ordentlich eins auf die Mütze und wurde als angepasster Dumpfling dargestellt. Das amerikanische Comic-Magazin “Wizard“ hat übrigens den Moment aus “Dark Knight“ in dem ein stark gealterter Batman den Stählernen zur Schnecke macht zum erinnerungswürdigsten Moment der Comic-Geschichte erklärt.

Batman – The Dark Knight Returns

In erster Linie erzählt Frank Miller jedoch von einem desillusionierten Verbrechensjäger, der sich schon seit zehn Jahren aus dem Geschäft zurückgezogen hat. Mit fünfundfünfzig legt der frustrierte alte Mann sein Kostüm wieder an und führt einen letzten verzweifelten Kampf, gegen die unhaltbar-kriminellen Zustände in seiner Heimatstadt. Alles in allem faszinierte wohl doch weniger die manchmal etwas konfus ausgeschmückte “Dark Knight“-Story, die sich auf beinahe 200 Seiten unbedingt gleich am kompletten Batman-Kosmos versuchen muss, sondern viel eher die düster durchgestylte Stadt Gotham-City (die Miller in späteren Werken “Sin City“ nennen sollte). Durch Millers optische Version dieses Molochs (aber nicht durch seine Story) wurde die Batman-Figur auch wieder für das Medium Film interessant.

Batman (1989)

Es sollte jedoch noch bis zum 23. Juni 1989 dauern bis endlich ein lange erwarteter clever beworbener Batman-Film massiv Kapital aus Millers Version schlug und seine glanzvolle Premiere erlebte. Die Warner Brothers, denen die Rechte am dunklen Ritter gehörten, erwiesen erstaunlich viel Weitblick als sie einen gewissen Tim Burton als Regisseur verpflichteten.

Batman (1989)
Zeichnung von Tim Burton von 1989

Dieser begann als Animator bei Walt Disney (z. B. bei “Cap und Capper“), drehte dort mit “Vincent“ und “Frankenweenie“ zwei Kurzfilme, die in keine Schublade passten und anschließend einen ganz hübschen Film mit Pee Wee Herman. Mit der schrägen Geisterklamotte “Beetlejuice“ landete er schließlich einen Überraschungshit und qualifizierte sich dadurch für “Batman – The Movie“.  Als Burton dann aber auch noch den “Beetlejuice“-Darsteller Michael Keaton als Batman mitbrachte, gab es einige Aufregung. Diese verwandelte sich jedoch sofort in aufgeregte Spannung, als mit Jack Nicholson die Idealbesetzung für den Joker verpflichtet werden konnte.

Batman (1989)

Ein erster Trailer schlug dann auch wie eine Bombe ein. Viele Besucher gingen nur ins Kino um diese Vorschau zu sehen. Tim Burtons Batman überzeugt nun, genau wie Millers Comic, in erster Linie im optischen Bereich. Gotham City ist genauso düster durchgestylt, Danny Elfman und Prince liefern interessante Soundtrack-Beiträge und keiner kann Jack Nicholson beim hemmungslosen Chargieren bremsen. Allerdings setzt Burton die Action-Szenen nur sehr einfallslos, ja schon beinahe desinteressiert um. Story und auch die Figur des Batman bleiben erschreckend nebensächlich. Dennoch wurde der eifrig und geschickt beworbene “Film zum T-Shirt“ ein gewaltiger Erfolg in den USA, der sich jedoch in Europa nicht wiederholte.

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