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Die Stadt der Träumenden Bücher

Der junge Dinosaurier Hildegunst von Mythenmetz verlässt nach dem Tode seines Dichterpaten die beschauliche Lindwurmfeste und bricht nach Buchhain auf. Diese Stadt ist das Mekka aller Literaturbegeisterten und besteht fast nur aus Antiquariaten. Doch Hildegunst muss lernen, dass Bücher eine gefährliche Sache sind und trifft in der riesigen Unterwelt von Buchhain grausame Bücherjäger, Zyklopen und sogar schließlich den geheimnisvollen Schattenkönig.

Die Stadt der Träumenden Bücher

Mit Die Stadt der Träumenden Bücher legte Walter Moers 2004 seinen vierten Roman vor, der in der erstmals in Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär vorgestellten Fantasy-Welt Zamonien spielt. Der spätere Großschriftsteller Hildegunst von Mythenmetz dürfte dem zamonien-kundigen Leser durchaus ein Begriff sein. Er fungierte bei Ensel und Krete als Erzähler und seine Intim-Feindschaft zu Professor Abdul Nachtigaller sorgte u. a. in Rumo für einige amüsante Fußnoten. Doch der ansonsten immer etwas arrogant und pathetisch wirkende dichtende Dickhäuter kommt in diesem Buch über seine Lehr- und Wanderjahre recht sympathisch rüber.

Die Stadt der Träumenden Bücher

Walter Moers, der in aller Bescheidenheit vorgibt den Auftakt von Mythenmetz‘ 25-bändigen Epos Reiseerinnerungen eines sentimentalen Dinosauriers nicht selbst geschrieben zu haben, sondern nur aus dem zamonischen übersetzt zu haben, lässt mit Die Stadt der Träumenden Bücher seine faszinierende Fantasy-Welt immer weiter wuchern. Dazu gehört auch, dass er das Buch als erstes auswählte, um aus dem Roman eine Comic-Version zu machen. Die Bebilderung besorgte Moers, der im Medium Comic seine ersten Erfolge feierte, jedoch nicht selber.

Die Stadt der Träumenden Bücher

Den Job bekam der Illustrator Florian Biege, der zuvor bereits zur vollsten Zufriedenheit von Walter Moers eine Neuausgabe von einfühlsam koloriert hatte. Der Knaus Verlag veröffentlicht in zwei Bänden unter den Titeln Teil 1: Buchhain und Teil 2: Die Katakomben die Comic-Version von Die Stadt der Träumenden Bücher. Die Geschichte funktioniert auch in der gekürzten Comic-Version bestens, weil ein Glossar amüsante Hintergrundinfos liefert und vor allem weil Bieges detailreichen Bilder recht gut beim Fabulierreichtum von Moers mithalten können. Besonders beeindruckend ist ein Panoramabild zum Ausklappen, dass die Unterwelt von Buchhain prachtvoll zum Schillern bringt.

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Walter Moers: Adolf total: Alles über den Führer in einem Band

In den Bestsellern “Adolf – Äch bin wieder da!!“ (1998) und “Adolf – Äch bin schon wieder da!“ (1999) kamen zuvor im Satire-Magazin Titanic veröffentlichte Comics zum Abdruck.

Walter Moers: Adolf total: Alles über den Führer in einem Band

Walter Moers („Das kleine Arschloch„, „Käpt’n Blaubär„) machte sich in seinem bewährten respektlosen Kritzel-Stil über alles, jeden und hauptsächlich einen durch unsere Gegenwart geisternden Adolf Hitler lustig.

Walter Moers: Adolf total: Alles über den Führer in einem Band

2006 ließ Moers den Band “Adolf – Der Bonker: Eine Tragikomödie in drei Akten“ folgen. Um sich nicht allzu stark zu wiederholen (heftiger als zuvor konnte er es ja eigentlich nicht mehr treiben) hatte er diesmal keinen Comic gezeichnet, sondern ein reich illustriertes Theaterstück geschrieben, was der respektlos-satirischen Stimmung keinerlei Abbruch tut.

Walter Moers: Adolf total: Alles über den Führer in einem Band

Das Buch war außerdem multimedial. Wer mochte konnte elf Fingerpuppen ausschneiden und damit das Theaterstück nachspielen (“Mehr benötigen Sie nicht um der Gustaf Gründgens Ihrer Generation zu werden“). Auch um weitere Ideen war Moers seinerzeit nicht verlegen. In bester Mel Brooks Manier bewarbt er weitere (fiktive?) Projekte wie die vegetarische Fassung von “Hamlet“ (“Schwein oder Nächtschwein“) sowie das Grusical “Hitler on the Roof“ (“Was STARLIGHT-EXPRESS für Lokomotiven getan hat, tut HITLER ON THE ROOF für Nazis“).

Walter Moers: Adolf total: Alles über den Führer in einem Band

Aufsehen erregte auch das auf einer beiliegenden  DVD enthaltene von Thomas Pigor gesungene computeranimierte Video “Ich hock in meinem Bonker“. Es wurde nach Angaben von Moers “einer der ersten Internethits mit 25 Millionen Klicks weltweit“. Rückblickend meint Walter Moers: “Damals konnte einem so etwas zu Kopf steigen. Zusammen mit einer keinen Truppe (…) machten wir uns daran einen Teaser zu entwickeln, der sich ebenfalls großer Verbreitung im Internet erfreute.“

Walter Moers: Adolf total: Alles über den Führer in einem Band

Doch während Timur Vermes‘ ähnlich gelagerter Roman “Er ist wieder da“ zum erfolgreich verfilmten Bestseller wurde, kam das Film-Projekt “Adolf – Er ist wieder da!“, das durch “Krautfunding“ finanziert werden sollte, leider nicht zustande.

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Auch Walter Moers‘ Storyboards zum Film blieben unveröffentlicht, da diese mit 1.200 Seiten und 2.000 Einzelbildern “jeden verlegerisch kalkulierbaren Rahmen sprengen“ würden. Doch Auszüge aus den Storyboards und Filmideen kommen immerhin im dicken Sammelband “Adolf total“ zum Abdruck, der zudem auch noch alle drei Adolf-Bücher von Moers enthält. Vielleicht lässt sich dadurch ja doch noch ein Produzent finden…

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Walter Moers: Die 13 ½ Leben des Käpt’n Blaubär

1999 bewies Walter Moers mit diesem reich bebilderten Roman (und in einem etwas geringeren Maße mit Käpt’n Blaubär – Der Film), dass er nicht nur überzeugt, wenn er (wie etwa bei Das kleine Arschloch oder bei Adolf) hart und gemein ist. Mindestens genauso lesenswert ist er als Erzähler planvoll durchgeknallter Fantasy-Geschichten. Mit diesem Buch wollte Moers, dem die gewaltige Präsens seiner Figur (etwa in der Sendung mit der Maus oder als Werbeträger der Post) langsam schon etwas unheimlich wurde, seinen Käpt’n Blaubär zurückerobern und neu erfinden.

Walter Moers: Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär

Dies gelang ihm aufs vortrefflichste und Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär wurde auch international ein Erfolg. Im deutschsprachigen Raum ist das Buch wohl das phantasievollste Werk seit langer, langer Zeit und lässt sogar Michael Endes ähnlich fabulierfreudige Unendliche Geschichte ganz schön alt aussehen. Dies liegt sicherlich hauptsächlich daran, dass Moers kein hochmoralisches Gleichnis auftischt, sondern uns einfach teilhaben lässt an seiner unberechenbaren Phantasie mit der er die Welt von Zamonien mit immer neuen Bewohnern und Örtlichkeiten garniert. Mit Ensel und Krete und Rumo & Die Wunder im Dunkeln startete danach ein ganzer Reigen weiterer zamonischer Werke.

Walter Moers: Die 13 ½ Leben des Käpt'n Blaubär

Aktuell realisierte Walter Moers gemeinsam mit dem Illustrator Florian Biege eine Comic-Version von Die Stadt der Träumenden Bücher.

Die Stadt der Träumenden Bücher

Da die Rechte von Die 13 ½ Leben des Käpt´n Blaubär an ihn zurückgefallen sind, beschloss Moers beim Knaus Verlag eine von Florian Biege kolorierte Neuauflage herauszubringen. Neben der jetzt viel detaillierteren Zamonien-Landkarte am Anfang des Buches wurde lediglich eine Illustration der später durch ein eigenes Buch zu Ruhm gekommenen Nebenfigur Rumo neu erstellt. Ansonsten hat Moers jeglichen Versuchungen nachzubessern wiederstanden, weil er mit der ursprünglichen Fassung „immer noch sehr zufrieden“ ist. Mir persönlich gefällt allerdings die farbige Neuausgabe noch besser!

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