Schlagwort-Archive: Will Eisner

Darwyn Cooke: The Spirit

The Spirit ist der angeblich toten Privatdetektiv Denny Colt, der zwar auch eine Maske trägt, aber ansonsten nichts von einem Superhelden an sich hat. Ab 1940 erlebte Will Eisners Schöpfung auf nur acht Comicseiten kleine Dramen, die oft richtig zu Herzen gingen und trotz des cartoonigen Zeichenstils realistisch und gelegentlich auch drastisch erzählt waren.

Darwyn Cooke: The Spirit

Nachdem es bereits ab 1996 eine Reihe mit neuen Spirit-Geschichten von Comicgrößen wie Alan Moore, Dave Gibbons, Paul Chadwick oder Neil Gaiman gab, die sich jedoch nicht dauerhaft durchsetzen konnte, hat sich Darwyn Cooke ab 2008 der Figur angenommen.

Darwyn Cooke: The Spirit

Dieser arbeitete zunächst als Werbegrafiker, schuf dann Storyboards für Bruce Timms geniale Cartoonreihe Batman Animated, den Vorspann für Batman Beyond und erregte danach Aufsehen mit cool gezeichneten DC-Miniserien wie Catwoman- Selinas großer Coup oder Neue Horizonte (hierzu gibt es mittlerweile auch eine Trickfilmadaption).

Darwyn Cooke: The Spirit

Genau wie Eisner erzählt auch Cooke in jedem Heft eine in sich abgeschlossene Geschichte, was sich schon einmal angenehm abhebt von der Tendenz zu Megaserien im US-Comic. Cooke übernahm etliche Nebencharaktere von Eisner sowie die Idee des markante gestalteten Titel-Splashpanels mit dem einfallsreich in Szene gesetzten Spirit-Schriftzug.

Darwyn Cooke: The Spirit

Die ersten sechs Hefte im ersten Sammelband sind von unterschiedlicher Qualität aber alle gehobene Mainstream-Kost. Herausragend ist die Story Media Man in der Cooke einfallsreich mit der Werbebranche abrechnet und einem besonders tückischen Schurken präsentiert, der das Konterfei des Spirits auf den Verpackungen von zweifelhafter Kindernahrung (“with pork, beans and sugar“) platziert. Sehr interessant ist auch ein von Jeph Loeb geschriebenes und von Darwyn Cooke gezeichnetes Crossover mit dem Spirit und Batman.

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Will Eisner: Spirit Archive # 24

Der erst 22-jährige Will Eisner schrieb ab 1940 mit The Spirit nicht nur Geschichten sondern auch Comic-Geschichte. Beim Spirit handelt es sich um den angeblich toten Privatdetektiv Denny Colt. Dieser trägt zwar auch eine Maske, hat aber ansonsten wenig von einem Superhelden. Eisners Zeichenstil war von Anfang an eher cartoonhaft als bemüht realistisch. Die Stories hingegen sind oft alles andere als lustig und erzählen auf 8 Seiten richtige kleine Dramen.

Will Eisner: Spirit Arcive # 24

Die Stories hingegen sind oft alles andere als lustig und erzählen auf 8 Seiten richtige kleine Dramen. Seinen Höhepunkt erreichte die Serie nachdem Eisner Ende 1945 aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkehrte. Die Qualität ließ jedoch wieder nach als Eisner neue Herausforderungen suchte, wie etwa das von ihm für die Army konzipierte technische Magazin PS, The Preventive Maintenance Monthly, und beim Spirit wieder anderen Zeichnern das Feld überließ.

Will Eisner: Spirit Arcive # 24

Deren wenig inspirierten Zeichnungen führten dazu, dass immer weniger Zeitungen Interesse daran hatten, für die den Spirit enthaltene Comic-Beilage zu zahlen. 1952 traf Eisner eine überraschende Entscheidung. Er ließ den Spirit zum Mond fliegen und verpflichtete dafür den meisterlichen Zeichner Wally Wood, der zuvor schon für ihn gearbeitet hatte.

Will Eisner: Spirit Arcive # 24

Wood sorgte seinerzeit in den EC- Serien Weird Fantasy und Weird Science mit seinen ebenso phantastisch erzählten wie gezeichneten utopischen Geschichten für Aufsehen. Trotz des großen Zeitdrucks gelangen Wood großartig aussehende Comic-Seiten. Die von Jules Feiffer nicht allzu inspiriert in Episoden erzählte Geschichte über Denny Colt, der eine großteils aus Häftlingen bestehende Raum-Expedition begleitet, konnte jedoch nicht bei den pointierten Stories aus dem Hause EC – und erst recht nicht bei Eisners genialen Erzählungen – mithalten.

Will Eisner: Spirit Arcive # 24

Daher folgte auf die von Wally Wood gezeichneten Comics nur noch eine Geschichte und dann war (erst einmal) Schluss mit dem Spirit. Es ist großartig, dass Salleck Publications alle klassischen Spirit-Geschichten – der letzte Band enthält die Wood-Comics – in einer vorbildlich editierten 24-bändigen Hardcover-Edition auf Deutsch veröffentlicht hat. Mittlerweile gibt es übrigens auch sehr schöne neue Spirit-Comics von Darwyn Cooke.

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Will Eisner: PS Magazine

Anfang der 40er Jahre startete der Zeichner und Autor Eisner seine Serie mit dem maskierten Detektiv The Spirit. Auf oft meisterlich gestalteten Seiten überraschte er mit spannenden, komischen aber auch tragischen Kurzgeschichten. Vierzig Jahre später erlebte Eisner mit Ein Vertrag mit Gott ein grandioses Comeback. Um diese Storysammlung auch außerhalb der Comicszene vermarkten zu können, erfand er den auch bei uns immer gängiger werdenden Begriff Graphic Novel. Dass Eisner zwischen Spirit und Vertrag mit Gott für die US-Army arbeitete war nie ein Geheimnis, doch erst jetzt werden ausgewählte Beispiele seiner Militärcomics veröffentlicht.

Will Eisner: PS Magazine

Nachdem Will Eisner 1942 eingezogen, arbeitete er zunächst für Militär-Magazine wie Firepower oder Army Motors. Aus letzterem ging zur Zeit des Koreakrieges das PS Magazine hervor, eine monatlich erscheinende handliche Broschüre. Eisner war damals bereits wieder Zivilist und die Geschäfte seines Studios mit Zeitungscomics liefen nicht besonders. Daher stellte er seine künstlerischen Talente erneut in den Dienst der Armee.

Will Eisner: PS Magazine

Eisner konnte die Militärs davon überzeugte, dass Comics sich bestens dazu eignen Soldaten anzuleiten, sorgsam mit ihrem Material umzugehen. Es konnte für die G.I.s lebensgefährlich und für die Army sehr teuer werden, wenn unachtsam mit Ausrüstung umgegangen wird. Eisner griff auf seine während seiner Militärzeit entwickelte komische Figur des Gefreiten Joe Dope zurück. Dieser sorgte in “PS“ für Slapstick und diente als abschreckendes Beispiel.

Will Eisner: PS Magazine

Um sich der Aufmerksamkeit der Truppe auch wirklich sicher zu sein, stellte Eisner ihm die wohlproportionierte Soldatin Connie Rodd zur Seite. Das Konzept ging auf und Eisner fand die richtige lässige und manchmal auch etwas zotige Tonart um trockene Informationen zu vermitteln. Seine lehrreich-witzigen Comics erfreuten sich bei der Truppe sehr viel größerer Beliebtheit als Betriebsanleitungen und Handbücher.

Will Eisner: PS Magazine
Eisner suchte im Rahmen dieser Tätigkeit immer wieder den direkten Kontakt zu den Soldaten. Seine Recherchen trieben ihn bis nach Korea und Vietnam, wobei er seine Gattin Ann über diese nicht eben ungefährlichen Trips erst im Nachhinein informierte. Eisner war kein Befürworter des Vietnamkriegs, jedoch fest davon überzeugt, dass er den meist nicht freiwillig kämpfenden Soldaten durch seine Comics half den Krieg unbeschadet zu überstehen. Für ihn war es eine wichtige Erfahrung erstmals mit Comics mehr machen zu können als zu unterhalten. Er war stolz darauf den “Spielraum“ und den “Wirkungsgrad der sequenziellen Kunst“ zu erweitern.

Will Eisner: PS Magazine

Zur intensiveren Beschäftigung mit diesem Thema sei die Will Eisner gewidmete 53. Ausgabe der Comicfachzeitschrift Reddition oder ein leider nur in englischer Sprache erschienener Sammelband mit den PS-Comics empfohlen. Zusammengestellt und eingeleitet wurde das schön aufgemachte Büchlein vom schottischen Zeichner Eddie Campbell, der am bekanntesten durch seinen von Alan Moore getexteten und mit Johnny Depp verfilmten Jack the Ripper Comic From Hell sein dürfte.

Will Eisner: PS Magazine

Die aus 227 PS-Ausgaben ausgewählten Comics enthalten auch Gastauftritte von populären Figuren wie Donald Duck oder Popeye und belegen, dass der Comic-Pionier Eisner auch bei seinen Arbeiten für das Militär voll bei der Sache war. In einer im Städtchen “Schnitzleburg“ spielenden Geschichte füllte Eisner die Sprechblasen der in Deutsch redenden Nebenfiguren mit Buchstaben in Frakturschrift, lange bevor René Goscinny und Albert Uderzo in Asterix als Legionär diesen Kunstgriff verwendeten.

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Seltsam & Fesselnd – Das Werk des Denis Kitchen

Ein wahres Wunderwerk hat U-Comix-Chef Steff Murschetz herausgebracht. Es wäre schon großartig gewesen, wenn es ihm gelungen wäre, eine deutsche Übersetzung des 2010 beim US-Verlag Dark Horse erschienenen Buchs The Oddly Compelling Art of Denis Kitchen herauszubringen. Doch Murschetz ließ den Übersetzer Christof Bango das Buch sogar noch bis in die Gegenwart fortschreiben.

Seltsam & Fesselnd – Das Werk des Denis Kitchen

Das erste Viertel des Softcover-Bandes bietet einen Einblick in Leben und Werken von Denis Kitchen. Dieser war seit frühster Jugend nicht nur ein manischer Zeichner, sondern auch immer daran interessiert seine Bildergeschichten gegen Bezahlung an den Leser zu bringen. Daher war es kein Wunder, dass er schließlich nicht nur zum Freund, sondern auch zum Verleger von Comic-Legenden wie Robert Crumb, Will Eisner und Harvey Kurtzman wurde. Diese Tätigkeit ging jedoch zu Lasten von Kitchens Output als Zeichner.

Seltsam & Fesselnd – Das Werk des Denis KitchenDas Kitchen auch ein versierter, ständig besser werdender Zeichner und ein scharfer Beobachter der gesellschaftlichen Verhältnisse ist, beweisen die zahlreichen in diesem Buch abgedruckten Comics. Lobend ist hierbei zu erwähnen, dass diese Geschichten von Denis Kitchen persönlich kommentiert und ebenfalls von Christof Bango in Deutsche übersetzt wurden. Seltsam & Fesselnd erschien anlässlich der Ausstellung von Denis Kitchen auf dem Comicfestival München 2017. Das Buch ist limitiert auf 222 Exemplare und es wäre eine Schande für die deutschsprachige Comic-Landschaft, wenn sich diese kleine Auflage nicht in Windeseile verkaufen würde!

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Mark Millar Collection 2: Wolverine – Staatsfeind

Der zweite Band von Paninis Mark Millar Collection erhält nach Wanted ein etwas weniger bekanntes Kapitel aus dem umfangreichen Comic-Oeuvre des schottischen Star-Autors. 2004 startete Millar in Heft 20 der dritten Marvel-Serie um den X-Man Wolverine die Mini-Serie Enemy of the State, die sich über 12 Einzelhefte erstreckte. Als Zeichner fungierte John Romita, Jr. mit dem Millar vier Jahre später seine auch erfolgreich verfilmte Serie Kick-Ass starten sollte.

Mark Millar Collection 2: Wolverine - Staatsfeind

Der Hardcoverband enthält ein Vorwort in dem Garth Ennis (Preacher), der sich normalerweise “eher einen tollwütigen Tintenfisch aufs Gesicht nageln“ lassen würde, als einen Superhelden-Comic zu lesen. Sein Lob zu Enemy of the State ist überschwänglich, begeistert schwärmt er davon, wie Millar “mit einem Samurai-Schwert und einen Mixer durch das Marvel-Universum rennt“. Doch im Gegensatz zum respektlosen Umgang, den Ennis als Autor mit Superhelden, etwa in Punisher kills the Marvel Universe pflegt, ist Mark Millar in Enemy of the State (noch) im Mainstream unterwegs. Dies sollte sich jedoch spätestens 2009 mit Old Man Logan ändern, als er auf seine Weise ebenfalls das Marvel-Universum tötete.

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Enemy of the State ist eine groß angelegte Rache-Geschichte in der Wolverine ohne Rücksicht auf Verluste (und die sind beträchtlich) den Mörder eines kleinen japanischen Jungen jagt, für dessen Tod er sich verantwortlich fühlt. Nahezu das komplette Marvel-Universum mit den Fantastic Four, Elektra, Nick Fury, Spider-Man und diversen X-Men ist in die Geschichte involviert, die John Romita, Jr. eher geschmackvoll als blutig in Szene setzte.

Mark Millar Collection 2: Wolverine - Staatsfeind

Als Zugabe gibt es noch das Wolverine-Heft 32, das direkt im Anschluss an Enemy of the State erschien. Mark Millar erzählt hier die von Kaare Andrews gezeichnete, in sich abgeschlossene Geschichte Prisoner Number Zero. Diese spielt 1942 im Konzentrationslager Sobibor und erzählt von einer Konfrontation zwischen dem dortigen Kommandanten und Wolverine.

Mark Millar Collection 2: Wolverine - Staatsfeind

Geschichten, in denen Superhelden in finsteren Kapiteln der menschlichen Geschichte auftauchen, können leicht in die Hose gehen. Doch für Prisoner Number Zero holte Millar sich Hilfe bei einem der ganz Großen. Er diskutierte seine Bedenken bezüglich einer im KZ angesiedelten Wolverine-Story mit keinem geringeren als der Comic-Legende Will Eisner (The Spirit, Ein Vertrag mit Gott).

Mark Millar Collection 2: Wolverine - Staatsfeind

Eisners im Nachwort dieses Buchs von Millar beschriebener Input ließ Prisoner Number Zero zu einer schaurigen Comic-Short-Story in der Tradition des EC-Horrors à la Tales from the Crypt werden.

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44. Comicfestival in Angoulême

Präsident der diesjährigen Veranstaltung war der belgische Comic-Meister Hermann (Andy Morgan, Comanche, Die Türme von Bos-Maury, uvm.) , der ein schönes Plakat entworfen hatte.

44. Comicfestival in Angoulême

Natürlich wurde er auch mit einer Ausstellung geehrt.

44. Comicfestival in Angoulême

Hier war zu sehen, wie sich Hermann als Zeichner immer weiter entwickelt hat. Seine Zeichnungen wurden immer entfesselter, was seine lebendige von Hand ausgeführte Kolorierung aufs Prächtigste unterstützte.

44. Comicfestival in Angoulême

Noch bevor das Festival begann, war zu erfahren, dass Cosey (Auf der Suche nach Peter Pan) den Grand Prix gewonnen hat und nächstes Jahr Präsident der Veranstaltung ist!

44. Comicfestival in Angoulême

Ein Thema waren auch die von französisch-sprachigen Künstlern wie Cosey, Loisel, Tébo oder Trondheim & Keramidas gestalteten MICKY MAUS Comicgeschichten, die bei uns demnächst bei Egmont erscheinen werden.

44. Comicfestival in Angoulême

44. Comicfestival in Angoulême

Eins der Highlights war die WILL EISNER („The Spirit„) Ausstellung, die noch bis zum 15. Oktober im Cité gezeigt wird.

44. Comicfestival in Angoulême

44. Comicfestival in Angoulême

Die wohl schönste Ausstellung war die Präsentation von Alex Alices „Das Schoss in den Sternen„.

44. Comicfestival in Angoulême

44. Comicfestival in Angoulême

44. Comicfestival in Angoulême

In der Ausstellung zu „Valerian und Veronique“ waren auch Requisiten aus Luc Bessons Verfilmung zu sehen.

44. Comicfestival in Angoulême

Zu Ehren des großen Autoren René Goscinny wurde am Bahnhof von Angoulême eine Skulptur in Form eines Obelisken aufgestellt.

44. Comicfestival in Angoulême

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Will Eisner: Ich bin Fagin

In seinem letzten Comic “Das Komplott – Die wahre Geschichte der Protokolle der Weisen von Zion“ beschäftigte sich Will Eisner (“Ein Vertrag mit Gott“) kurz vor seinem Tod 2005 sehr ausführlich mit Antisemitismus und einem gefälschten Dokument, das die angebliche jüdische Weltverschwörung belegen soll. Bereits zwei Jahre zuvor hat Eisner ein ähnliches Thema behandelt.

Will Eisner: Ich bin Fagin

In Charles Dickens Roman “Oliver Twist“ gibt es einen nicht eben sympathisch gezeichnete jüdischen Straßenganoven namens Fagin, der eine ganze Kinderschar zu Straftaten anstachelt. Einige von Dickens‘ Zeitgenossen empfanden diese Figur als eine unangenehme rassistische Karikatur. Dies wurde noch durch George Cruikshanks Illustrationen zum Roman unterstrichen, in denen Fagin hässlich mit Zottelbart und Hakennase dargestellt wurde. Der Autor eliminierte in späteren Auflagen etliche Stellen in denen er Fagin einfach nur als “Der Jude“ bezeichnet hatte. Doch das Klischee vom diebischen und hinterhältigen Juden überlebte. So legte sich z. B. Alec Guinness 1948 bei einer “Oliver Twist“-Verfilmung von David Lean bei seiner Darstellung des Fagin dermaßen stark in die (rassistische) Kurve, dass viele seiner Szenen in den USA und bei uns herausgeschnitten wurden.

Oliver Twist George Cruikshanks
Illustration zu Oliver Twist von George Cruikshanks

Ungefähr zur selben Zeit ließ Eisner neben seinem maskierten Comic-Detektiv “The Spirit“ einen kleinen dunkelhäutigen Helfer namens Ebony agieren, den Brian Michael Bendis nicht grundlos im Vorwort zu diesem Buch als “offen gesagt ziemlich rassistische Karikatur“ bezeichnet. In späteren Jahren, als sich Eisner in seinen Comics wie in “Zum Herzen des Sturms“ (enthalten im Sammelband “Lebensbilder“) mit seiner jüdischen Herkunft beschäftigte, war ihm dieser Ebony etwas peinlich.

Will Eisner: Ich bin Fagin

Dies könnte einer der Gründe sein warum Eisner sich mit Dickens‘ markanter Nebenfigur Fagin beschäftigte. In seinem 2003 entstandenen Comic “Fagin the Jew“ (der deutsche Titel des Buch ist mit “Ich bin Fagin“ alle andere als werkgetreu) erhält der Schurke eine tragische Vorgeschichte an. Nah orientiert an historischen Tatsachen erzählt Eisner, was es bedeutete im London des 19. Jahrhunderts als jüdisches Kind aufzuwachsen. Der schon früh seinen Vater verlierende Fagin wird am Anfang des Comics gar zu einer Art jüdischen Oliver Twist. Eisners Bestreben historische Zusammenhänge zu vermitteln, lassen diesen Teil der Geschichte manchmal etwas arg konstruiert wirken. In der zweiten Hälfte seines Comics erzählt Eisner, der auch “Moby Dick“ und “Don Quichotte“ als Comic adaptierte, die aus Dickens‘ “Oliver Twist“ bekannte Geschichte noch einmal neu. Dabei lässt er Fagin allerdings deutlich sympathischer erscheinen.

Will Eisner: Ich bin Fagin
Cover der Originalausgabe

Abgerundet wird dieses sehr schön editierte Buch durch hochinteressante Vor- und Nachworte von Eisner und dem Journalisten Jeet Heer. Der Comicautor Brian Michael Bendis (“Ultimate Spider-Man“) schreibt in seinem Vorwort recht treffend zu “Fagin the Jew“: “Ich finde, einen wahren Meister erkennt man daran, dass auch eins seiner kleinen Werke ein wichtiges Werk ist.“

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Will Eisner: Das Komplott – Die wahre Geschichte der Protokolle der Weisen von Zion

1864 verfasste Maurice Joly in Paris das Buch “Gespräche in der Unterwelt zwischen Machiavelli und Montesquieu“ mit dem er die diktatorischen Herrschaftsmethoden von Napoleon III anprangern wollte. Dieses Buch missbrauchte der russische Fälscher Matwej Golowinski als er es im Auftrag einiger intriganter russischer Adliger in die “Protokolle der Weisen von Zion“ umschrieb und als Niederschrift eines 1897 in Basel durchgeführten zionistischen Nationalkongresses ausgab.

Will Eisner: Das Komplott – Die wahre Geschichte der Protokolle der Weisen von Zion

Diese gefälschten Protokolle dienen immer wieder und immer noch als “Beweis“ einer jüdischen Weltverschwörung. Beständig wurden schlagende aber nie endgültige Gegenbeweise angeführt, doch die Protokolle erleben weiterhin weltweit auch heute noch zahlreiche Neuauflagen. Will Eisner (“The Spirit“, „Ein Vertrag mit Gott„), der Vater der anspruchsvollen Comicerzählung, hat zu diesem Thema ausführlich recherchiert. Sehr klar gegliedert und mit all seiner Zeichenkunst vermittelt er die Entstehung der “Protokolle“ und deren Missbrauch.

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“Das Komplott – Die wahre Geschichte der Protokolle der Weisen von Zion“ war für Will Eisner eine Herzensangelegenheit. Im Vorwort des Buches ist zu lesen, dass er in seiner Jugend “schmerzvolle Zwischenfälle und Ungerechtigkeiten erlebte, die Juden damals in der amerikanischen Gesellschaft erdulden mussten“. “Das Komplott“ wurde zur letzten Graphic Novel des im Januar 2005 verstorbenen Will Eisners. Das sorgfältig editierte und mit einigen informativen Vor- und Nachworten (u. a. von Umberto Eco) versehene Buch belegt schlüssig, dass es sehr viel leichter ist ein Gerücht in die Welt zu setzen als es danach wieder aus der Welt zu schaffen.

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Will Eisner: The Spirit

In den USA fanden Comics zunächst nur in den Zeitungen und dort ganz besonders in den Sonntagsbeilagen statt. Hier gab es in den dreißiger Jahren neben abgeschlossenen Cartoons und Strips atemberaubend bebilderte Fortsetzungsgeschichten um Tarzan, Flash Gordon und Prinz Eisenherz. Doch die durch erste Superhelden wie Superman und Batman an Popularität rasch zunehmenden Comichefte waren für die oft nur wegen der Comicbeilage gekauften Zeitungen eine erhebliche Konkurrenz.

Will Eisner: The Spirit

Daher wurde im Herbst 1939 der 22-jährige Will Eisner (Ein Vertrag mit Gott) beauftragt ein 16-seitiges Comic-Magazin mit abgeschlossenen Geschichten zu konzipieren. Dieses sollte Zeitungen landesweit beigelegt werden. Eisner füllte das Magazin mit der kostümierten Lady Luck von Chuck Mazoujian, dem Zauberer Mr. Mystic von Bob Powell und seiner eigenen Schöpfung The Sprit, die schließlich als Einzige übrig blieb, nachdem der Umfang des Magazins auf 8 Seiten reduziert wurde.

Will Eisner: The Spirit

Beim Spirit handelt es sich um den angeblich toten Privatdetektiv Denny Colt. Dieser trägt auch eine Maske, hat aber ansonsten wenig mit den Superhelden gemein. Eisners Zeichenstil ist von Anfang an eher cartoonhaft als bemüht realistisch. Die Stories hingegen sind oft alles andere als lustig und erzählten auf 8 Seiten richtige kleine Dramen. Dabei trat bei Bedarf die Hauptfigur schon einmal völlig in den Hintergrund. Versehen mit einigen informativen Vorworten (u. a. von Will Eisner und von Alan Moore) veröffentlich Salleck Publications in chronologischer Reihenfolge alle Spirit-Abenteuer. Der erste Band enthält die von 2. Juni bis 29. Dezember 1940 entstandenen und naturgemäß noch etwas simpleren Geschichten.

Will Eisner: The Spirit

Die interessantesten Spirit-Stories entstanden jedoch nachdem Eisner aus dem Zweiten Weltkrieg zurückkehrte. Daher übersprang die Reihe auch zunächst einmal jene Geschichten, die ganz ohne die Beteilung des Spirit-Schöpfers entstanden. Der US-Herausgeber Denis Kitchen meint hierzu, dass “diese Geschichten von Ende 1942 bis Dezember 1945 keine hohe – noch nicht einmal mittelmäßige – Comickunst sind.“ Daher ist auf dem Cover von Band 12 des Spirit-Archives auch zu lesen “Will Eisner ist zurück“ und es sind einige wirklich ergreifende oder auch richtig lustige Geschichten enthalten.

Will Eisner: The Spirit

Es ist großartig, dass Salleck Publications alle klassischen Spirit-Geschichten – der letzte Band enthält die von Wally Wood gezeichneten Science-Fiction-Comics – in einer vorbildlich editierten 24-bändigen Hardcover-Edition auf Deutsch veröffentlicht hat.

Will Eisner: The Spirit

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Will Eisner: New York – Großstadtgeschichten

Es ist sehr erfreulich, dass Carlsen recht zügig und mustergültig (bräunlicher Druck auf gelblichen Papier) die Graphic Novels von Will Eisner („The Spirit„) veröffentlicht. Nach dem Sammelband “Ein Vertrag mit Gott“ folgen unter dem Titel “New York weitere Großstadtgeschichten“  und mit „Lebensbilder“ war die Reihe leider schon beendet. Der einzige Nachteil dieses Bandes dürfte sein, dass die Storys chronologisch geordnet sind.

Will Eisner: New York - Großstadtgeschichten

Den Reigen eröffnet Eisners “Big City Blues“ (1981). Diese oft nur eine Seite umfassenden thematisch gegliederten “Eindrücke und Beobachtungen“ über Mensch und Bebauung sind zwar meisterlich gezeichnet aber meistens alles andere als pointiert oder tiefsinnig. Deutlich interessanter sind da schon die ebenfalls sehr kurzen, nach Themenkomplexen geordneten Geschichten und Beobachtungen aus Eisners “City People Notebook“ (1989). In Begleitung eines Obdachlosen setzt sich der zeichnende Eisner gelegentlich am Rande der Minidramen selbst in Szene und liefert interessante Betrachtungen über das Mit- und Gegeneinander in der Großstadt.

Noch gelungener sind jedoch “The Building“ (1987) und “Unsichtbare Menschen“ (1992). Auch hier erzählt Eisner in Episodenform, doch die einzelnen Geschichten sind deutlich länger und bilden sehr viel stärker eine Einheit. In “The Building“ geht es um vier Menschen, deren glücklose Leben mit einem an das New Yorker Flatiron Building erinnernden Gebäude verknüpft waren. Nachdem dieses abgerissen wurde, sind die Geister dieser Menschen noch immer da. Die drei Geschichten aus “Unsichtbare Menschen“ gehören zu den Höhepunkten in Eisners Schaffen. Äußerst mitreißend beschäftigt er sich hier damit, dass viele Großstädter inmitten einer Millionenschar von Mitmenschen ein sehr einsames Leben führen und dies teilweise auch nicht anders wollen.

Insgesamt ist dieser Band eine faszinierend vielschichtige nicht nur auf New York bezogene Betrachtung über das zumeist recht harte Leben in einer Großstadt. In einer Short Story stellt Eisner jedoch unmissverständlich klar, dass ein Umzug in ländlichere Regionen (zumindest für ihn) keine Alternative dazu ist.

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