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Deutsche Comicforschung 2020

Der 16. Band der seit 2005 erscheinenden Reihe Deutsche Comicforschung macht Hoffnung darauf, dass die Reihe weiterhin alljährlich erscheint. Diesmal sind sogar 12 chronologisch geordnete Artikel über höchst unterschiedliche Aspekte der hiesigen Comic-Historie enthalten. Außerdem hat Herausgeber Eckart Sackmann Unterstützung durch vier Co-Autoren bekommen.

Deutsche Comicforschung 2020

Den Reigen eröffnet der komplette Nachdruck einer Beilage, die 1887 das zehnjährige Jubiläum der in New York herausgegebenen deutsch-amerikanischen Wochenblatts Puck feierte und Einblicke in die Produktion der satirischen Zeitschrift gewährte. Interessant ist auch der Bericht über den Zeichner Franz Maddalena, der mit Die Struwwel-Liese und Lis und Lene die beiden erfolgreichen Kinderbücher Struwwelpeter und Max und Moritz am Rande des Plagiats einer Geschlechtsumwandlung unterzog.

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Recht witzig sind die Abenteuer des von Georg Mühlen-Schulte gezeichneten Matrosen Pitje Backspier, die in den 20er-Jahren Werbung für den neuartigen “Original-Fön“ machten, der auch in der christlichen Seefahrt für eine steife Brise sorgte. Siegmund Riedel, der gerade den Max & Luzie Zeichner Franz Gerg mit einem Prachtband gefeiert hat, informiert über Lorenz Pinder, den Schöpfer des Werbe-Salamanders Lurchi.

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Willi Kohlhoff, der heute hauptsächlich durch seine Robinson-Comics bekannt ist, versuchte sich 1951 an Bildergeschichten über den Meisterdetektiv Archibald Schnüffel, der große Ähnlichkeit mit Manfred Schmidts Nick Knatterton hatte. Der aufwändig in Farbe gezeichnete Comic Suru und die Elefanten hingegen sollte nicht nur unterhalten, sondern warnte 1961 in Form einer Fabel Westdeutschland davor, einseitig abzurüsten oder gar die Nato zu verlassen.

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Interessant sind auch die in jüngerer Vergangenheit angesiedelten Berichte über den unbeholfenen (aber erfolgreichen) Versuch der Berliner Akademie der Künste 1969 eine französische Comic-Ausstellung zu zeigen und dabei eigene Akzente zu setzen, sowie über den hochtalentierten Schweizer Zeichner Otto Janssen alias Hondo, der sogar kurz im Gespräch dafür war, den Belgier Hermann bei der Gestaltung der Western-Serie Comanche zu beerben. Doch das ist noch längst nicht alles, was dieser abwechslungsreiche Exkurs durch viele unbekannte Regionen der deutschen Comic-Geschichte zu bieten hat!

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Detlef Lorenz: Das Logbuch des Robinson

Mit diesem Band eröffnet die Edition Alfonz (Reddition, Alfonz der Comicreporter) ihre Reihe “Texte zur graphischen Literatur“. Die Themenwahl für den Startschuss ist recht mutig. Im Zentrum des Buches steht die von 1953 bis 1964 in Deutschland erschienene Comic-Serie Robinson. die zunächst ziemlich stark, doch dann immer weniger auf dem Romanklassiker Robinson Crusoe von Daniel Defoe basierte.

Das Logbuch des Robinson

Die Serie wurde zwar zunächst von Willi Kohlhoff gezeichnet, ist aber hauptsächlich bemerkenswert durch die 83 Hefte, die aus der Feder von Helmut Nickel (Don Pedro, Winnetou, Peters seltsame Reise) stammen. Dieser war ganz sicher der bemerkenswerteste deutsche Comic-Zeichner seiner Zeit. In Sachen Output konnte Nickel zwar nicht einmal ansatzweise bei seinem Kollegen Hansrudi Wäscher (Sigurd, Tibur, Nick) mithalten, doch sein Zeichenstil war sehr viel ausgereifter.

Das Logbuch des Robinson

Als Nickel 1958 sein Studium in Kunstgeschichte und Ethnologie abschloss, trat er den Posten des Kurators für die Abteilung Arms and Armored (Waffen und Rüstungen) im New Yorker Metropolitan Museum of Art an. Zeitgleich arbeitete er weiterhin als Zeichner für den deutschen Comic-Markt. Als jedoch Gagen und Belegexemplare aus Deutschland ausblieben, hörte Helmut Nickel 1965 mit dem Comic-Zeichnen auf. 2011 erhielt Helmut Nickel auf dem Comicfestival München den PENG!-Preis für sein Lebenswerk.

Das Logbuch des Robinson

Das Buch Das Logbuch des Robinson stammt aus der Feder des Nickel-Experten Detlef Lorenz, der als begeisterter Leser dabei war, als die Comics an die Kioske kamen. Viele seiner Texte erschienen zunächst im Magazin Die Sprechblase oder online bei Lorenz‘ Comic-Welt. Lorenz liefert zu jedem Robinson-Heft eine (oftmals etwas arg ausführliche) Inhaltsangabe. Außerdem weist er auf Besonderheiten hin und – dass ist für mich der interessanteste Teil des Buchs – geht auch auf das Zeitgeschehen ein. So beschreibt Lorenz persönliche Erlebnisse und berichtet etwa über Filme, die er zeitgleich mit der Lektüre des jeweiligen Robinson-Hefts im Kino sah. Wir erfahren aber auch, dass Lorenz 1958 ein erstaunliches Talent am gerade schwer angesagten Hula-Hoop-Reifen war: “Mir gelang es immerhin, den Reifen durch die Zentrifugalkräfte der Schleuderbewegungen von der Hüfte zu den Knien, wieder zurück und bis zum Hals und dann erneut abwärts rotieren zu lassen.“

Das Logbuch des Robinson

Ursprünglich war als Band 2 der Texte zur graphischen Literatur ein von Peter Osteried verfasstes Buch über Das Phänomen Watchmen vorgesehen. Stattdessen präsentiert Achim Schnurrer Das war Schwermetall.

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