Schlagwort-Archive: Woody Allen

Ich und Kaminski

Wenn am Anfang von “Ich und Kaminski“ kurz Woody Allen zu sehen ist, so hat das sicher seinen Grund. Genau wie in Allens Film “Zelig“ setzt sich auch hier, aus einer kunstvoll arrangierten Mischung von echten und nachgestellten Dokumentar-Aufnahmen, die Biographie einer fiktiven Persönlichkeit zusammen. Der mittlerweile zurückgezogen in den Schweizer Alpen lebende erblindete Maler Manuel Kaminski war einst weltberühmt. Er wurde von Künstlern wie Picasso, Matisse oder Warhol geschätzt und gefördert.

Ich und Kaminski

Der egozentrische Journalist Sebastian Zöllner erhofft sich großen Ruhm dadurch, dass er kurz vor Kaminskis Ableben noch schnell eine Biographie über ihn schreibt. Mit nicht ganz koscheren Methoden verschafft er sich Zutritt zum Atelier des Malers und bricht mit diesem gar zu einem Road Trip zu dessen Jugendliebe Therese auf. Das ungleiche Duo erlebt dabei allerlei skurrile Erlebnisse.

Ich und Kaminski

Zwölf Jahre nach seinem Riesenerfolg “Good Bye Lenin!“ arbeitete Regisseur Wolfgang Becker wieder mit Daniel Brühl zusammen. Die Rolle des Kaminski übernahm der Däne Jesper Christensen, der in den James-Bond-Filmen “Casino Royale“, “Ein Quantum Trost“ und “Spectre“ als Mr. White zu sehen war.

Ich und Kaminski

Basierend auf dem Roman von Daniel Kehlmann (“Die Vermessung der Welt“) gelang Wolfgang Becker ein erzählerisch, aber auch formal, höchst interessanter Film mit internationalen Flair. Die Besetzung ist bis in die kleinsten Rollen großartig, so ist etwa Josef Hader als Schaffner oder Charlie Chaplins Tochter Geraldine als Therese zu sehen.

Ich und Kaminski
Kaminski-Gemälde von Manfred Gruber

Der Humor des Films wird nie albern und die tragischen Momente nie schmalzig. Beeindruckend sind auch die wie Gemälde aussehenden Kapiteleinleitungen und der animierte Ausflug durch die Kunstgeschichte im Nachspann.

Ich und Kaminski
Die Blu-ray von Warner enthält neben dem 125-minütigen Hauptfilm noch ein ausführliches Making Of (57:56), einen sehr interessanten Bericht über Manfred Gruber, der die Kunstwerke von Kaminski gemalt hat, die sogar erfolgreich in Berlin ausgestellt wurden (16:54 min), sowie den Bericht “Die Bässe lügen nie“, über den Soundtrack von Lorenz Dangel (17:53 min) und den deutschen Trailer (2:37 min)

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Superman vs. Muhammad Ali

Der Boxpromoter Don King setzte Muhammad Ali bereits bei dessen Kämpfen gegen George Foreman in Zaire (Rumble in the Jungle) und Joe Frazier auf den Philippinen (Thrilla in Manila) bestens in Szene. Als er vom Erfolg eines großformatigen Comics erfuhr in dem DCs Superman gegen Marvels Spider-Man antrat (bevor beide gemeinsam die Schurken Lex Luthor und Doctor Octopus bekämpften), kam er auf die Idee Ali gegen den Stählernen in den Ring zu schicken.

Superman vs. Muhammad Ali
Cover der Panini-Ausgabe

Bei DC rannte King mit dieser Idee offene Türen ein, zumal Superman in Comicheften bereits Präsident Kennedy oder Jerry Lewis getroffen hatte und gegen den Wrestler Antonino Rocca angetreten war. Auch Muhammad Ali war begeistert und – bescheiden wie er ist – stellte er die Bedingung, dass er er in der Comic-Geschichte nur mitwirkt, wenn er Superman besiegen würde. Die Aufgabe aus dieser eher hirnrissigen Grundidee einen packenden Comic zu machen landete beim Team Denny O’ Neil und Neal Adams, denen es Anfang der Siebziger Jahre gelang soziale Botschaften in ihre Geschichten um Green Lantern und Green Arrow zu packen.

Superman vs. Muhammad Ali

Dem Autoren O’ Neil, der nach einer Weile als Texter vom Zeichner Adams abgelöst wurde, gelang das Wunder eine erstaunlich unblöde spannende Geschichte zu erzählen. Diese handelte nicht nur von einem Boxkampf zwischen Ali und Superman vor dem Hintergrund einer außerirdischen Bedrohung, sondern spielte ganz offensichtlich in einer Welt in der die Gleichberechtigung aller Menschen noch lange nicht vollzogen ist.

Superman vs. Muhammad Ali

Den “Realismus“ der Geschichte unterstrich ein sich über Vorder- und Rückseite ziehendes monumentales Cover, das Ali und Superman bei ihrem Boxkampf vor einem höchst prominenten Publikum zeigte. Rund um den Ring verteilt waren als Zuschauer neben DC-Charakteren und Comiczeichnern auch Promis wie Andy Warhol, Woody Allen oder Frank Sinatra zu sehen, deren Zustimmung von DC einzeln eingeholt werden musste.

Superman vs. Muhammad Ali
Neal Adams

Ehapa brachte den Band bereits 1978 heraus. Die Kolorierung war damals nicht besonders und auch die Reproduktion der Seiten ließ zu wünschen übrig. Panini legt diesen wahrhaft monumentalen Comic als großformatige Hardcover-Edition zum fairen Preis vor. Im Gegensatz zur US-Ausgabe (dort gibt es Bonusmaterial nur im Anhang einer kleinformatigen Edition) enthält der unter der Aufsicht von Neal Adams überarbeitete und neukolorierte Band auch noch einige Seiten mit Skizzen. Neal Adams hält Superman vs. Muhammad Ali für den besten Comic aller Zeiten, ein Stück sehr lebendige Comic-Geschichte ist er auf alle Fälle.

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Casino Royale (1967)

Der Erfolg der Bond-Filmreihe brachte natürlich auch eine ganze Reihe von Trittbrettfahrern mit auf den Plan. Doch bei Casino Royale handelt es sich um eine offiziell abgesegnete Verfilmung des ersten James-Bond-Romans von Ian Fleming.

Casino Royale (1967)

Die Verfilmungsrechte dieses Buches konnte Fleming als erstes verkaufen und es wurde 1954 ein TV-Film mit Barry Nelson als James Bond und Peter Lorre als Le Chiffre daraus. Anschließend erwarb der Produzent Charles K. Feldman die Rechte an dieser Story. (Erst 2006 konnten die Produzenten der regulären 007-Reihe ihre Version von Casino Royale mit Daniel Craig als neuen James Bond in die Kinos bringen.)

Casino Royale (1967)

Charles Feldman feierte 1965 einen großen Erfolg mit What´s new Pussycat? und eine ähnlich turbulente etwas erotische Komödie schwebte ihm auch bei Casino Royale vor. Folglich spielten wieder Peter Sellers und Woody Allen mit und Burt Bacharach steuerte einen ohrwurmartigen Soundtrack bei.Darunter befindet sich auch das von Dusty Springfield so unvergesslich hingehauchte The Look of Love, wovon für die deutsche Synchronfassung Mireille Mathieu die grottige deutsche Version Ein Blick von Dir aufnahm.

Casino Royale (1967)Wer nun tatsächlich so etwas wie einen Bond-Film erwartet, dürfte ziemlich enttäuscht werden, denn der Film wollte die damals erst aus vier Filmen bestehende Reihe parodieren. Hierzu wurde ein gewaltiges Menge an Stars aufgefahren und insgesamt fünf Regisseure (darunter der auch im Film als M auftretende John Huston) inszenierten. Doch die vielen Köche haben den Brei trotz delikater Zutaten ziemlich verdorben und Casino Royale wirkt eher albern als lustig. Wer möchte, kann sich an phantasievollen Kulissen erfreuen (so ist z. B. Ost-Berlin ganz im Stile von deutschen Stummfilmen ausgestattet), sich halbwegs über Peter Sellers amüsieren oder den frühen Woody Allen betrachten. Doch mit 007 hat die ganze Chose so gut wie nichts zu tun.

Casino Royale (1967)

Extras der Blu-ray: Audiokommentar der James Bond-Historiker Steve Jay Rubin und John Cork, ohne deutsche Untertitel; Making-Of „Casino Royale“ (41:30 min), ohne deutsche Untertitel; US-Kinotrailer (2:22 min)

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