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Wayne Shelton

In der fiktiven ehemaligen Sowjetrepublik Kalakschistan wird der französische Fernfahrer Loiret in einen schweren Unfall verwickelt, bei dem der Verteidigungsminister des Landes umkommt. Da Loiret nicht in seine Heimat ausgeliefert wird, droht die französische Regierung mit Wirtschafts-Sanktionen.

Wayne Shelton

Diese Tatsache könnte es dem Geschäftsmann Quayle erschweren die kalakschistanischen Germanium-Vorkommen auszubeuten. Dieses chemische Element ist Grundlage für das Weltraum-Verteidigungssystem SDI. Quayle verpflichtet daher den Abenteurer Wayne Shelton, der Loiret aus einem Hochsicherheits-Gefängnis befreien soll.

Wayne Shelton

Diese spannende und nicht allzu realitätsferne Geschichte stammt vom belgischen Starautor Jean Van Hamme, der schon bei XIII und Hopfen und Malz überzeugte. Seine wohl beste Serie Largo Winch wurde bei Ehapa leider schon nach vier Bänden eingestellt, da die hiesigen Verkaufszahlen weit hinter den Erwartungen des französischen Lizenzgebers zurückblieben.

Wayne Shelton

Auch für Wayne Shelton fand Van Hamme mit Christian Denayer einen sehr guten realistischen Comic-Zeichner, der seine spannende Erzählung angemessen illustrierte. Einziger Wehrmutstropfen: Trotz der zur Verfügung stehenden 56 Seiten gelingt es Van Hamme dabei nicht, in sich abgeschlossene Abenteuer zu erzählen.

Wayne Shelton

Einziger Trost: Fortsetzung folgt und natürlich die Gesamtausgabe beim All Verlag.

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Bruno Brazil: Der Hai, der zweimal starb

Der Hai, der zweimal starb ist das erste album-lange Abenteuer von Bruno Brazil. Der grauhaarige Top-Agent der “geheimsten Abteilung“ des US-Verteidigungsministeriums bekommt es hier mit Kurt Schellenberg zu tun. Der als “Wolf von Nürnberg“ bekannte Nazi-Verbrecher hat angeblich in Südamerika erbeutete Kostbarkeiten gehortet. Daher bricht Brazil ins alles andere als demokratische Caraquay (bloß kein reales Land benennen) auf, gerät zwischen die Fronten, hat aber auch reichlich Tricks auf Lager…

Bruno Brazil: Der Hai, der zweimal starb

Dass der All Verlag diesen allen ZACK-Lesern vertrauten Klassiker des frankobelgischen Abenteuer-Comics in einer schönen Hardcover-Edition veröffentlicht, ist äußerst erfreulich. Doch es wird sehr viel mehr geboten, als eine triviale Handlung, die u. a. vom James-Bond-Film Liebesgrüße aus Moskau inspiriert, und von William von Cutsem alias Vance (Bruce J. Hawker, XIII) souverän in Szene gesetzt wurde. Auf 15 reich illustrierten Seiten werden in diesem Band auch noch hochinteressante Hintergrundinfos geboten.

Bruno Brazil: Der Hai, der zweimal starb

Hier ist zu erfahren, dass Bruno Brazil 1967 im belgischen Comic-Magazin Tintin mit der Kurzgeschichte Die Rose im Knopfloch debütierte. Der All Verlag wird diese und weitere Short Storys im zehnten Album seiner 11-bändigen Gesamtausgabe vom Klassiker Bruno Brazil veröffentlichen.

Bruno Brazil: Der Hai, der zweimal starb

Die Premiere der Serie wurde 1967 flankiert von den ersten Auftritten, der ebenfalls von Greg alias Michel Regnier geschaffenen Comic-Heroen Andy Morgan (meisterlich gezeichnet von Hermann) und Luc Orient (diese von Eddy Paape in Szene gesetzte Serie erscheint ebenfalls beim All Verlag als gebundene Gesamtausgabe). Um zu verschleiern, wie stark sich er als Texter diverser Comics engagierte, verwendete Greg für Bruno Brazil das Pseudonym Louis Albert.

Bruno Brazil: Der Hai, der zweimal starb

Tintin-Gründungsvater Hergé war zwar keinesfalls begeistert, als Gregs auf handfeste Action setzenden Abenteuer-Comics “sein“ Magazin dominierten, doch die deutlich erhöhten Verkaufszahlen sprachen für sich. Interessant ist auch, dass 1973 im Comic-Magazin ZACK bei der deutschen Erstveröffentlichung von Der Hai, der zweimal starb aus dem Nazi-Verbrecher Schellenberg der Mafioso Mick Cremonza wurde, um den Lesern die Beschäftigung mit der deutschen Vergangenheit zu ersparen.

Bruno Brazil: Der Hai, der zweimal starb

Diese Hintergrundinfos intensivieren die Lektüre des Comic-Klassikers. Außerdem ist es sehr erfreulich, dass der All Verlag auch noch die 2019 mit dem Album Black Program gestarteten neuen Comic-Abenteuer vom Bruno Brazil veröffentlicht.

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XIII, Bd. 18: Die Kelly-Brian-Story

Jean van Hamme erzählt diesmal eine Jugendepisode aus dem (mittlerweile auch verfilmten) Leben von Jason Fly, der später zum geheimnisvollen Mannes mit zahllosen Namen und geheimnisvoller XIII-Tätowierung wurde. Das Album wurde ausnahmsweise einmal nicht von William Vance (Bruno Brazil, Bruce J. Hawker) gezeichnet, sondern von Jean Giraud alias Moebius. Dies ist auch insofern bemerkenswert, weil Vance zuvor zwei Bände von Girauds Serie Blueberry zeichnete. XIII, Bd. 18: Die Kelly-Brian-Story

Der Autor Jean van Hamme (Thorgal, Largo Winch) liefert als Vorwort eine kurze Übersicht zur Geschichte Irlands, was recht hilfreich beim Verständnis der Erzählung ist. Hauptfigur ist der noch sehr junge Seamus O´Neil, der bereits eine äußerst bewegte Vergangenheit hat. Vorbelastet durch seinen Vater, der in englischer Haft starb, will Seamus unbedingt für die IRA kämpfen. Doch er macht die sehr blutige Erfahrung – u. a. starb eine Frau, in die er sich verliebt hatte, und er wurde gezwungen seinen angeblich verräterischen Geschichtslehrer zu erschießen – dass Gewalt nicht die Lösung sondern das Problem ist.

XIII, Bd. 18: Die Kelly-Brian-Story

Doch da ist es schon zu spät und Seamus entgeht seiner Verhaftung dadurch, dass er in die USA geschmuggelt wird. Als Kelly Brian verlebt er dort einige sorglose Jahre bevor ihn die Vergangenheit wieder einholt. Seamus soll wieder für die IRA aktiviert werden, doch es wird vorher noch erwartet, dass er seinen Kumpel Jason Fly umbringt.

XIII, Bd. 18: Die Kelly-Brian-Story

Nachdem Giraud seine letzten Blueberry-Alben im Alleingang sehr schwach textete und gewohnt großartig zeichnete, tut es gut, wenn er seine ausgereifte Kunstfertigkeit endlich wieder in den Dienst einer wirklich gut durchdachten und mitreißend-spannenden Geschichte stellt, die zudem auch noch ohne Kenntnis der übrigen XIII-Bände bestens unterhält.

XIII, Bd. 18: Die Kelly-Brian-Story

Mittlerweile ist bei Carlsen der erste Band der Reihe XIII mystery erschienen, in der sich weitere Autoren und Zeichner mit Figuren aus der Serie beschäftigen. Zum Auftakt erzählen Ralph Meyer (Autor von Long John Silver und Xavier Dorison (Zeichner von Tödliches Wiegenlied) mit dem Profikiller La Mangouse beschäftigen. Anschließend folgten Bände zur russischen Killerin Irina (Text: Éric Corbeyran, Zeichnungen: Philippe Berthet) sowie zu Little Jones und Colonel Amos.

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