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Lucky Luke: Dicke Luft in Dalton City

So mancher Comic-Fan wird in den letzten Jahrzehnten vergeblich versucht haben, die Bände 1 bis 14 der Kiosk-Ausgabe von Lucky Luke zu ergattern. Doch dies ist ein vergebliches Unterfangen, denn 1977 startete die Delta Verlagsgesellschaft ihre Album-Reihe mit Band 15 “Die Postkutsche“.

Lucky Luke: Dicke Luft in Dalton City

Das Comic-Magazin ZACK hatte fünf Jahre zuvor ein Lucky-Luke-Album mit dem Titel “Dicke Luft in Dalton City“ an die Kioske gebracht. Dieser Comic erschien als Band 3 der mit je einem Comic über den Rennfahrers Michel Vaillant und die tapfere Rothaut Umpah-Pah begonnenen Reihe ZACK COMIC BOX. Als Band 5 (“Lucky Luke und der Kopfgeldjäger“) und Band 7 (“Lucky Luke und der Großfürst“) folgten weitere Abenteuer mit dem Cowboy, der schneller als sein Schatten zieht.

Lucky Luke: Dicke Luft in Dalton City

Die nächsten Comics mit Lucky Luke erschienen danach in der neu gestarteten Reihe ZACK ALBUM als Band 4 bis 14. Als die Rechte 1977 an Delta gingen, wurde hier einfach mit Ausgabe 15 weiter gemacht. Die bereits zuvor veröffentlichten Comics wurden nach und nach durch Neuausgaben in die laufende Nummerierung mit aufgenommen. So erschien “Dicke Luft in Dalton City“ schließlich 1983 nochmals als Band 36, jetzt jedoch unter dem Titel “Dalton City“ und mit einem anderen von der französischen Originalausgabe übernommenen Cover.

Lucky Luke: Dicke Luft in Dalton City

Die Nummerierung der Kiosk-Edition ist daher natürlich alles andere als chronologisch. Wer die Abenteuer des Lonesome Cowboys in der richtigen Reihenfolge erleben möchte, dem sei die mittlerweile auf 27 Bände angewachsene gebundene Lucky Luke Gesamtausgabe empfohlen, in deren elften Band die 1968 erstmals in Frankreich erschienene Geschichte “Dalton City“ enthalten ist.

0001Wer jedoch gerne einfach nur die ersten 14 in Deutschland erschienenen ZACK-Comicalben mit Lucky Luke als limitierte Softcover “Nostalgie-Edition“ haben möchte, dem kann auch geholfen werden. Egmont Ehapa Media veröffentlicht zum 70. Geburtstag von Lucky Luke die legendären ersten 14 Bände im “Retro Look“ und fachkundig kommentiert von Volker Hamann (der gerade eine “Reddition“ über Lucky Luke herausgebracht hat), wahlweise einzeln oder auch gebündelt im Sammelschuber!

In Zusammenarbeit mit EGMONT EHAPA MEDIA verlosen wir limitierte Nostalgie-Editionen von DICKE LUFT IN DALTON CITY.Die Frage lautet: Wann kam der erste Film mit Lucky Luke in die Kinos?
Kleiner Tipp: Die Antwort ist in der Highlightzone zu finden.
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Fabien Vehlmann & Bruno Gazzotti: Allein

Die vier Kinder Dodji, Camilla, Leila, Terry und Yvan wachen eines Morgens auf und stellen fest, dass alle sonstigen Bewohner des Örtchens Fortville verschwunden sind. Stattdessen streifen wilde Tiere wie Nashörner oder ein großer weißer Tiger durch die menschenleeren Straßen der Stadt. Die Kinder verbünden sich und versuchen herauszufinden was geschehen ist.

Fabien Vehlmann & Bruno Gazzotti: Allein

Die in einem detailfreudigen Funnystil gehaltenen Zeichnungen von Bruno Gazzotti (“Soda“) passen überraschenderweise sehr gut zu der Geschichte von Fabien Vehlmann („Spirou„, “Green Manor“). In der Serie “Allein“ geht es zwar um ein ganz großes Geheimnis, doch bei aller Sorge um die verschwundenen Eltern können sich die Hauptfiguren auch einige ihrer Kinderträume erfüllen. So darf z. B. der zehnjährige Dodji einen Sportwagen fahren oder der fünfjährige Terry so viel Süßigkeiten essen wie er will.

Fabien Vehlmann & Bruno Gazzotti: Allein

Mit “Allein“ gelang Mirko Piredda, dem ehemaligen Redaktionsleiter des „ZACK“-Magazins, einen guter Griff für seinen Verlag. Wer sich auf die Serie einlässt, schließt die liebevoll charakterisierten Hauptfiguren sofort ins Herz und möchte so schnell wie möglich wissen, wohin alle Erwachsenen verschwunden sind.

Fabien Vehlmann & Bruno Gazzotti: Allein

Da ist es äußerst löblich, dass “Allein“ als sehr schöne Hardcover-Edition fortgesetzt wird.


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Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure

Im Windschatten von “Asterix“ wird immer wieder übersehen, dass der meisterliche Zeichner Albert Uderzo zeitgleich mit den Abenteuern des kleinwüchsigen Galliers – ebenfalls am 29. Oktober 1959 in der ersten Ausgabe des Magazins Pilote – noch eine zweite gänzlich anders geartete Comic-Serie an den Start brachte.

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure

Auch die Abenteuer der tollkühnen französischen Militärpiloten Michel Tanguy und Ernest Laverdure haben mittlerweile Klassikerstatus. Die Serie erscheint noch heute und inspirierte eine TV-Serie, sowie den aufwändigen französischen Kinofilm “Sky Fighters“.

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure

Die Geschichten stammen des  ungemein produktiven Autors Jean-Michel Charlier („Blueberry„), der bereits im Rahmen seiner Recherche für die 1947 gestartete Fliegerserie “Buck Danny“ seinen Pilotenschein gemacht hatte. Charliers Geschichten sind aus heutiger Sicht etwas arg militaristisch geraten, auch wenn ein immer wieder aufblitzender Humor dies etwas neutralisiert.

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure

Für lustige Einlagen sorgte der tollpatschige Laverdure, den Albert Uderzo nach seinem Ebenbild gestaltete.  Diese Figur sorgte für einen angenehmen Kontrast zum heldenhaften und etwas steifen Tanguy. Als 1966 dann Jijé die Serie übernahm wurden die Slapstick-Elemente etwas zurückgefahren.

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure

Bereits das erste “Tanguy & Laverdure“-Abenteuer, das sich über die beiden Alben “Die Schule der Adler“ und “Für Ehre und Vaterland“ erstreckt, ist sehr viel mehr als ein Werbeprospekt für die französische Fliegerstaffel. Wie kaum einem anderen Autoren von Abenteuer-Comics gelingt es Charlier auch echte menschliche Dramen zu erzählen.

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure

In Deutschland debütierte die Serie in Rolf Kaukas Comicmagazin Lupo, das kurz darauf in Lupo modern umbenannt wurde. Die beiden Flieger wechselten hier die Nationalität, genau wie Asterix und Obelix, die eine Ausgabe zuvor als “Siggi und Barbarras“ gnadenlos (und reichlich deutschnational) germanisiert wurden. Tanguy & Laverdure wurden umbenannt in Rolf Randers & Miki Kabel und zu „zwei deutschen Jagdfliegern in einer geheimen Spezialstaffel.“  Etwaige Ungereimtheiten dieser seltsamen Bearbeitung wurden wie folgt erklärt: “Schauplätze, Namen der handelnden Personen und Zeit dieses Fliegerabenteuers wurden der Geheimhaltung wegen willkürlich gewählt.“

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Erst durch das Comicmagazin Zack fand Anfang der Siebziger Jahre eine recht werkgetreu übersetzte Veröffentlichung der Serie unter dem Titel “Mick Tangy“ sehr viele Fans.  Später folgte beim Splitter Verlag eine Albenreihe unter dem französischen Originaltitel und Ehapa veröffentlichte danach eine Gesamtausgabe in Hardcoverbänden, die neben jeweils mehreren Alben auch allerlei Bonusmaterial enthalten. Für die Konzeption und die redaktionellen Beiträge ist Horst Berner zuständig, dessen Anspruch es war “alles zu veröffentlichen“. Daher erschien die Gesamtausgabe bei uns – im Gegensatz zu Frankreich – in acht statt in neun Bänden!

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Doch bereits mit Band 3 lagen alle acht albenlangen Geschichten vor, die der geniale Zeichner Albert Uderzo zur Fliegerserie beigesteuert hatte. “Piraten des Himmels“, die letzte komplett von Uderzo gestaltete Geschichte innerhalb der Reihe, schildert einmal mehr, wie ausländische Mächte versuchen zu verhindern, dass Frankreich mit dem Wunderflugzeug Mirage III gute Geschäfte macht.

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure

Während diese Story in Afrika angesiedelt ist, eröffnet die arktische Rettungsmissions-Geschichte “Kap Zero“ den dritten Band der “Tanguy und Laverdure“-Gesamtausgabe. In dieser Geschichte verwundert etwas, dass  Jean-Michel Charlier – der später im Western-Comic “Blueberry“ meist auf der Seite der Indianer stehen sollte – hier mit der arktischen Urbevölkerung teilweise ganz schön rüde umspringt. Nicht nur schurkische Figuren sondern auch Mick Tanguy bezeichnen einen Eskimo als “Pelzkittel“, “abgekürzter Walfisch“ oder “Kerzenfresser“. Doch immerhin ist es später ein heldenhafter Inuit, der Tanguy das Leben rettet.

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure

Auch an “Piraten des Himmels“, der letzten Geschichte im dritten Sammelband, war noch Uderzo beteiligt. Hier half er bei den ersten sechzehn Seiten seinem Nachfolger Joseph Gillain alias Jijé (“Jerry Spring“) sich in die Serie einzuarbeiten. Diese Zusammenarbeit resultierte in einigen höchst amüsanten und lässig in Szene gesetzten Slapstick-Szenen, in denen sich der tollpatschige Laverdure als Wintersportler versuchte.

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure

Der etwas spartanische Zeichenstil mit dem Jijé “Tanguy und Laverdure“ fortsetzte, fand ebenfalls Anklang bei den Fans. Doch für mich sind die von Uderzo gezeichneten Flieger-Geschichten ein absolutes Highlight des frankobelgischen Abenteuer-Comics.

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Tim und Struppi im Kino

Bereits 1947 entstand “Le Crabe aux pinces d’or“, der erste Film mit Tim und Struppi,  doch dieser wurde lediglich zweimal in einem Kino in Brüssel gezeigt.

Tim und Struppi im Kino

Mit “Die Krabbe mit den goldenen Scheren“ wurde jene Comic-Geschichte von Hergé adaptiert, die Steven Spielberg knapp 65 Jahre später auch zur Grundlage eines sehr viel aufwändigeren Animationsfilms machen sollte.

Tim und Struppi im Kino

“Le Crabe aux pinces d’or “ ist ein schwarzweißer knapp einstündiger Film, der großteils mit kleinen Puppen im Stop-Motion-Verfahren gedreht wurde. Gelegentlich gab es aber auch “richtige“ menschliche Hände oder Dokumentaraufnahmen von Schiffen zu sehen. Obwohl der Film gut ankam, wurde er kein Erfolg, da der Produzent Wilfried Bouchery Geldprobleme hatte und nach Argentinien floh.

Tim und Struppi im Kino

Mittlerweile liegt der Animations-Film in Belgien und Frankreich auf DVD vor.

Tim und Struppi im Kino

Zwölf Jahre später ging es dann weiter mit dem bewegten Tim. Von 1959 bis 1964 produzierte die belgische Firma Belvision mit „Les Aventures de Tintin, d’après Hergé“ eine Zeichentrickserie, die zunächst noch in schwarzweiß gedreht wurde.

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Insgesamt entstanden 103 eher schlicht animierte 5-minütige Episoden, die auch in den USA und in Großbritannien gezeigt wurden, aber nicht bei uns.

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Eine Ausnahme ist die Belvision-Adaption des Comics “Der Fall Bienlein“, die auf DVD gemeinsam mit den Kino-Zeichentrickfilmen “Tim und Struppi im Sonnentempel“ und “Tim und der Haifischsee“ veröffentlicht wurde.

Tim und Struppi im Kino

1961 und 1964 wurden mit “Das Geheimnis um das Goldene Vlies“ und “Tim und die blauen Orangen“ zwei  Realverfilmungen gedreht, für die allerdings nicht auf Hergés Comicalben zurückgegriffen wurde, sondern Remo Forlani und Andre Barret dachten sich neue Geschichten aus.

Tim und Struppi im Kino

Die Idealbesetzung für Hergés etwas naiven Helden wurde mit Jean-Pierre Talbot gefunden. Dieser drehte danach jedoch keine weiteren Filme mehr, sondern arbeitete als Lehrer .

Tim und Struppi im Kino

Der erste der beiden Realfilme erzählt davon, wie Kapitän Haddock (Georges Wilson) ein Schiff namens “Das Goldene Vlies“ von einem alten Freund erbt. Gemeinsam mit Tim und Struppi reist er deswegen nach Istanbul. Bei der Erbschaft handelt es sich jedoch um ein Wrack, an dem trotzdem einige düstere Gestalten großes Interesse zeigen. Dies hängt mit einem Schatz zusammen. “Das Geheimnis um das Goldene Vlies“ entstand vor Ort in der Türkei und Griechenland, zeigt aber auch das Schloss Mühlenhof, in dem Kapitän Haddock residiert.

Tim und Struppi im Kino

Drei Jahre später wurde “Tim und die blauen Orangen“ als französisch-belgisch-spanische Koproduktion 1964 rund um Valencia gedreht. Den Kapitän Haddock spielte jetzt Jean Bouise. Diesmal ging es um eine mysteriöse blaue Orange, die angeblich auch in der Wüste wachsen kann und dadurch das Hungerproblem lösen könnte. Doch eine internationale Verbrecherbande will sich die Erfindung unter den Nagel reißen.

Tim und Struppi im Kino

Beide Realfilme gerieten recht farbenfroh und sind voller typischer “Tim und Struppi“-Situationen. So treten natürlich auch Professor Bienlein, Schultze und Schultze sowie die Operndiva Bianca Castafiore auf. Doch obwohl alle Zutaten der Comics enthalten sind, gerieten die Filme sehr viel alberner als Hergés Vorlagen. Wahrscheinlich fehlt dessen ausgefeilter Ligne-Claire-Zeichenstil , der unerlässlich ist, zum Vermitteln seiner ebenso komischen wie spannenden Geschichten.

Tim und Struppi im Kino

Doch auf alle Fälle ist es sehr erfreulich, dass diese beiden filmischen Kuriositäten, die es seinerzeit nicht bis in die deutschen Kinos schafften, endlich bei uns auf DVD und Blu-ray erschienen sind.

Tim und Struppi im Kino

1969 schließlich folgte der ebenso wie die TV-Serie von Belvision produzierte aufwändige Zeichentrickfilm “Tim und Struppi im Sonnentempel“. Als Grundlage für die Geschichte dienten die Comicalben “Die sieben Kristallkugeln“ (das ziemlich zusammengekürzt wurde) und “Der Sonnentempel“ (das recht werkgetreu umgesetzt wurde).

Tim und Struppi im Kino

Neben Hergé, der auch kurz als Zeichentrick-Figur zu sehen ist, arbeiteten am Drehbuch und am Design des Films die Comickünstler Bob de Moor, Jacques Martin und Michael Regnier alias Greg mit. Der bekannte französische Chansonsänger Jacques Brel schrieb einige Songs für den Film.

Tim und Struppi im Kino

Zudem wurden noch einige Tanz-Einlagen, sowie ein nicht im Comic vorkommendes Inka-Mädchen eingebaut. Dadurch, aber auch wegen der plastisch kolorierten Hintergrundgemälde, die so gar nichts von Hergés “Ligne Claire“ haben, erinnert “Tim und Struppi im Sonnentempel“ sehr stark an eine Produktion aus dem Hause Disney und weniger an die dem Film zugrunde liegenden Comics.

Tim und Struppi im Kino

Doch insgesamt bietet der sorgfältig gestaltete Zeichentrickfilm spannende Unterhaltung, die durch allerlei Gags aufgelockert wird.

Tim und Struppi im Kino

Drei Jahre später kam ein weiterer aufwändig animierter Trickfilm von Belvision namens “Tim und Struppi und der Haifischsee“ in die Kinos, der genau wie die beiden Realfilme wieder eine neue Geschichte erzählte. Nicht ganz ohne Grund wird Tim auf dem deutschen Kinoplakat als “der James Bond des Zeichentricks“ bezeichnet.

Tim und Struppi im Kino

Die ebenso spannende wie lustige Story erinnert gelegentlich durchaus an einen groß angelegten Kinofilm mit 007. Es wird erzählt, wie Tims Erzfeind Rastapopoulos plant, die größten Kunstwerke der Welt gegen Fälschungen auszutauschen, die er durch einen 3D-Kopierer anfertigen will. Die Originale hortet der Monokel tragende Schurken in seinem Geheimversteck auf dem Grunde des Haifischsees.

Tim und Struppi im Kino

Die Geschichte nutzt zwar bekannte Figuren und auch das haifisch-förmige U-Boot aus den Comics, stammt jedoch nicht von Hergé, sondern von Greg.

Tim und Struppi im Kino

1973 entstand auf der Basis des Drehbuchs ein 44-seitiger Comic zum Film, der als Band 23 in die reguläre Reihe eingegliedert wurde. Doch das Cover, auf dem Filmstreifen zu sehen sind, signalisiert recht deutlich den Unterschied zu den übrigen Comic-Alben.

Tim und Struppi im Kino

Der Comic enthält eine Zusammenstellung von Standbildern aus dem Film, die mit Sprechblasen versehen sind.

Tim und Struppi im Kino

Eine nachgezeichnete Version des Film-Comics erschien 1973 im Comic-Magazin ZACK.

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Sehr werkgetreu geriet die  zwischen 1991 und 1993 produzierte 39-teilige französisch-kanadische Zeichentrickserie „Les Aventures de Tintin„, die fast alle Comicalben sorgfältig für das Fernsehen adaptierte.

Tim und Struppi im Kino

Abgesehen von “Im Lande der Sowjets“ und “Tim im Kongo“ (wurde wegen seiner rassistischen Tendenzen weggelassen) wurden hier alle “Tim und Struppi“-Comics sehr nahe am Original, aber oft auch etwas uninspiriert adaptiert, wobei Kapitän Haddock in den Episoden eher abstinent rüberkommt.

Tim und Struppi im Kino
Hier trinkt der Käptn ausnahmsweise mal…

Aus den meisten Comic-Alben entstanden hierbei zweiteilige Trickfilme. Der 1983 verstorbene Hergé konnte dies leider nicht mehr miterleben. Als Trickfilmcharakter hat er jedoch in jeder Episode einen kleinen Gastauftritt á la Hitchcock.

Tim und Struppi im Kino

Mit modernster Tricktechnik wäre es wohl denkbar eine “werkgetreue“ Verfilmung von Hergés Comic-Reihe auf die Leinwand zu zaubern. Doch dies durfte nicht erwartet werden, als Steven Spielberg 2011 “Die Abenteuer von Tim und Struppi: Das Geheimnis der Einhorn“ inszenierte.

Tim und Struppi im Kino

Der Film erweist im schönen flächig animierten Vorspann und gleich danach mit einem Gastauftritt – ein computeranimierter Hergé porträtiert als Flohmarkt-Karikaturist den computeranimierten Tim in seinem typischen Ligne-Claire-Stil – dem belgischen Comicmeister seinen Respekt. Danach jedoch zieht der Erfolgsregisseur auch in seinem ersten selbst in Szene gesetzten Trickfilm voll sein Ding durch.

Tim und Struppi im Kino

Das ist zunächst etwas anstrengend, denn die Figuren sehen weder wie ihre Ebenbilder aus dem Comic aus, aber auch nicht – trotz zahlloser Details – wie richtige Menschen. Zudem ist auch noch die Kamera ständig in Bewegung, damit das Ganze als 3D-Film auch ja schön plastisch wirkt.

Tim und Struppi im Kino

Die zunächst aus Hergés Album “Das Geheimnis der Einhorn“ übernommene Geschichte beginnt – durchaus werkgetreu – etwas lahmarschig und erzählt von Schiffsmodellen die Schatzkarten enthalten. Doch wenn dann zusätzlich noch Elemente aus dem Comic “Die Krabbe mit den goldenen Scheren“ – jenem Album in der Tim den beliebten Polter- und Trunkenbold Haddock kennenlernt – gewinnt der Film ganz schön an Fahrt.

Tim und Struppi im Kino

Im Laufe der munter neu remixten Geschichte gibt es reichlich aus den Comics übernommene Situationen, aber auch eine wild turbulente Verfolgungsjagd durch einen afrikanischen Küstenort, die alle Indiana-Jones-Actionszenen blass aussehen lassen. Jene Sequenz, in der Kapitän Haddock sich in seinen gegen Piraten ankämpfenden Vorfahren hineinversetzt, hingegen, kann locker mit den besten Momenten aus “Fluch der Karibik“ mithalten. Wenn es um das in Szene setzten von lustigen Turbulenzen geht, ist Spielberg immer noch unerreicht und zeigt ganz nebenbei den Pixar-Leuten, die sich gerade mit “Cars 2“ lächerlich machten, dass es doch möglich ist mit computeranimierter Action zu unterhalten.

Tim und Struppi im Kino

Aus Hergés “Einhorn“-Fortsetzung “Der Schatz Rackham des Roten“ übernimmt der Film nur Fragmente und spart sich den Ausgang der Geschichte (sowie den ersten Auftritt von Professor Bienlein) für eine dann wohl von Peter Jackson in Szene gesetzte Fortsetzung auf. Insgesamt richtet sich der Film eher an das große Publikum als an die Fans der Tim und Struppi-Comics. Doch unterhaltsamer als die werkgetreue aber sehr brave TV-Trickfilmserie oder die sonstigen Kino-Auftritte von Hergés Helden ist das Ganze allemal.

Derzeitig ist Peter Jackson dabei die Fortsetzung “The Adventures of Tintin: Prisoners of the Sun” zu produzieren.

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