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Merz gegen Merz

Anne und Erik Merz kommt plötzlich die Liebe abhanden. Doch eine Trennung ist nicht einfach, denn nach vielen Jahren Ehe haben sich Abhängigkeiten ergeben, die nicht so einfach abzuschütteln sind. So steckt der halbwüchsige Sohn Leon mitten in der Pubertät, während bei Annes Vater Ludwig Demenz festgestellt wurde. Da sowohl Anne als auch Erik in Ludwigs Firma arbeiten und sich nicht so einfach aus dem Weg gehen können, probieren sie es mit einer Eheberatung.

Merz gegen Merz

Die aus acht 20-minütigen Episoden bestehende Serie wurde von Ralf Husmann konzipiert, der mit Christoph Maria Herbst bereits bei Stromberg zusammenarbeitete. Annette Frier hingegen brillierte in der Sat.1- Serie Danni Lowinski als unorthodoxe Anwältin. Wenn Herbst und Frier aufeinander losgehen, stimmen die Dialoge, aber auch das Timing. Ein weiterer Pluspunkt ist Michael Wittenborn (Toni Erdmann), dem als Ludwig Reichert das anrührende Porträt eines Menschen gelingt, der versucht seine Demenz-Erkrankung mit Humor zu bewältigen.

Merz gegen Merz

So böse wie in Stromberg geht es bei Merz gegen Merz nicht zu, was vielleicht auch daran liegt, dass die Serie vom ZDF produziert wird. Christoph Maria Herbst ist als Erik Merz gelegentlich flapsig-arrogant wie als Bernd Stromberg, doch er spielt zugleich auch einen verletzlichen Menschen, der nur über sehr begrenzte Nehmer-Qualität verügt. Die letzten Episoden der Serie haben nicht mehr ganz die Wucht des mitreißenden Auftakts, denn (Vorsicht Spoiler!) das Paar betreibt Schadensbegrenzung. Doch eine zweite Staffel ist bereits beschlossene Sache und da geht das Duo garantiert wieder mit voller Wucht aufeinander los.

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Die Brücke – Das Finale

Nach und nach entdeckt die Polizistin Saga Norén ihre Menschlichkeit, empfindet erstmals nicht nur Begierde, sondern echte Liebe. Außerdem fragt sie sich, ob es nicht vielleicht Wichtigeres gibt als ein erstklassiger Ermittler zu sein. Sofia Helin spielt diese langsame Entwicklung auch in der vierten und wohl letzten Staffel von Die Brücke wieder grandios. Es ist beeindruckend, wie unberechenbar und ehrlich sie reagiert, während sie zugleich versucht Gefühle zuzulassen.

Die Brücke – Das Finale

Doch natürlich ist auch die vierte Staffel von Die Brücke sehr viel mehr als ein Psychogramm der faszinierenden Hauptfigur. In vier anstatt wie ansonsten fünf knapp zweistündigen Episoden gilt es mehr als nur einen kniffligen Kriminalfall zu lösen. Unter jener immer wieder zum wichtigen Schauplatz der Serie gewordenen Öresundbrücke, die Dänemark mit Schweden verbindet, wurde die gesteinigte Leiche einer Frau gefunden, die in Kopenhagen für die oftmals umstrittene Deportation von illegal ins Lang geschleuste Ausländern zuständig war.

Die Brücke – Das Finale

Bei den Ermittlungen vermengen sich wieder aktuelle gesellschafts-politische Probleme mit menschlichen Abgründen. Der zuständige dänische Polizist Jonas Mandrup (Thure Lindhardt) versucht zudem noch das Verschwinden seiner Frau und der beiden Töchter zu klären. Am Anfang der Serie kümmert er sich außerdem noch um seine ehemalige Kollegin Saga Norén, die verhaftet wurde, weil sie ihre Mutter umgebracht haben soll.

Die Brücke – Das Finale

Wenn nach dem durchaus großen Finale wirklich alles vorbei sein soll, dann ist das sehr schade. Soviel sei verraten: Das Ende dieser grandiosen dänisch-schwedischen Serie taugt auch als Neuanfang.

Die Brücke – Das Finale

Die Blu-ray zur vierten Staffel enthält die vier Episoden auf zwei Scheiben und als Bonus Interviews mit Sonia Helin (4:25 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), Thure Lindhardt (3:10 min), sowie dem Autor und Erfinder Hans Rosenfeldt (5:19 min)

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Sketch History

Bei dieser ZDF-Comedy-Show überrascht am meisten die sorgfältige und sehr aufwändige Machart. Kulisse, Kostüme und Spezialeffekte, alles ist vom Feinsten. Dadurch hat der Zuschauer tatsächlich den Eindruck in der Steinzeit, bei den Wikingern, im Führerbunker oder im Weißen Haus zu sein. Der Humor schreckt auch vor Derbheiten und Brutalitäten nicht zurück, daher lief die “Sketch History“ im ZDF-Spätprogramm, die zugehörige DVD ist jedoch bereits ab 12 Jahren freigegeben.

Sketch History

Da die einzelnen Episoden durch Animationsfilmchen verbunden werden, drängt sich ein Vergleich zu “Monty Pythons Flying Circus“ auf. Doch der britische TV-Klassiker war Ende der Sechziger Jahre sehr viel innovativer und konsequenter. Die Trickfilme von Terry Gilliam standen auf eigenen Füssen und brauchten keine lustig gemeinten erläuternden Texte, wie sie Bastian Pastewka in der “Sketch History“ aufsagt. Wichtiger noch ist jedoch, dass bei Monty Python jeder einzelne Sketch für sich stand und nicht Teil einer auf mehrere Episoden verteilten Serie war.

Sketch History

Genau darin besteht das Problem bei der “Sketch History“. Eine Episode für sich betrachtet erfreut durch die Opulenz und die ständig wechselnden, aufwändig in Szene gesetzten, historischen Schauplätze. Doch optisch ist das Pulver schnell verschossen. Geballt betrachtet, beginnt es irgendwann zu nerven, wenn immer wieder Homestorys von Beethoven oder Edison erzählt werden, kein Mensch William Shakespeare versteht, oder Matthias Matschke zum x-ten Mal als Joseph Goebbels Varianten zur Sportpalastrede zum Besten gibt.

Sketch History

Doch das Serielle hat natürlich auch seine Reize, etwa wenn immer wieder (und in den letzten Folgen leider kaum noch) Max Giermann einige historische Personen wie Julius Cäsar oder den Heiligen König Melchior als Vorfahren von Klaus Kinski interpretiert. Es ist unglaublich wie er dabei zum augenrollenden Schauspiel-Wüterich wird. Nicht ohne sind auch die wirklich lustigen Interviews mit den historischen Persönlichkeiten am Ende jeder Episode. Das Konzept der “Sketch History“ ist ganz sicher noch ausbaufähig, zumal das Ensemble wirklich mit Leib und Seele dabei ist.

Sketch History

Die DVD von Sony enthält auf 2 Scheiben alle 10 Episoden der “Sketch History“. Als Bonusmaterial gibt es 6 Minuten mit Outakes und ein Faltblatt mit Biographien des Ensembles.

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Morgen hör ich auf

Der fünfteiligen ZDF-Serie eilte der Ruf voraus, das deutsche Gegenstück zum US-Hit Breaking Bad zu sein. Dies hat die Macher angeblich etwas erschreckt und noch während der Produktion von Morgen hör ich auf einiges ändern lassen. Doch der Vergleich ist immer noch nicht abwegig, denn die anfangs spießige Hauptfigur gerät ebenfalls auf kriminelle Abwege und genau wie in der zweiten Staffel von Breaking Bad gibt es immer wieder surreal anmutende Vorausschau-Momente.

Morgen hör ich auf

In der in Bad Nauheim spielenden ZDF-Serie wird kein Crystal Meth produziert. Jochen Lehmann, der die Druckerei seines Schwiegervaters (und sich dabei) übernommen hat, versucht durch das Anfertigen von falschen Fuffziger raus aus dem Schuldenloch zu kommen. Doch er macht dadurch alles nur noch schlimmer, und die daraus folgenden Verwicklungen gehören zum Interessantesten was das deutsche Fernsehen jemals produziert hat.

Morgen hör ich auf

Die erste Überraschung bei Morgen hör ich auf ist ganz gewiss, der Hauptdarsteller Bastian Pastewka, dem es gelingt sich als Charakterdarsteller zu profilieren. Die Serie erstaunt aber auch dadurch, dass sehr viele äußerst unangenehme Momente aneinander gereiht werden, ohne dass sich diese sofort wieder in Wohlgefallen auflösen.

Morgen hör ich auf

Dargeboten in der immer etwas zu gut ausgeleuchteten Optik der ZDF-Reihe “Fernsehfilm der Woche“, verstören zum Beispiel das Fremdgehen von Jochen Lehmanns Frau Julia (Susanne Wolff) mit einem schmierigen Elvis-Fan oder der sich bei der fünfköpfigen Familie einnistende sehr unangenehme österreichische Ganove Damir (Georg Friedrich) noch mehr, als wenn hier die Kunstfilm-Wackelkamera zum Einsatz gekommen wäre.

Morgen hör ich auf

Morgen hör ich auf überrascht aber auch immer wieder durch unerwartete Wendung und erzählt dabei in nur fünf Episoden mehr als so manche US-Serie in einer ganzen Staffel. Ohne spoilern zu wollen, sei noch angemerkt, dass das Finale durchaus Raum für eine Fortsetzung lässt.

Morgen hör ich auf

Die Heimkino-Edition der Serie bietet als Bonus noch das lustige Filmchen Ranking Bad, in dem Pastewka gemeinsam mit Jan Böhmermann satirisch zugespitzt versucht zu belegen, dass seine Serie ganz anders als Breaking Bad ist.

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S.R.I. und die unheimlichen Fälle

1971 lief im ZDF eine Serie, die mich als kleiner Junge damals ganz schön verstörte. S.R.I. und die unheimlichen Fälle kam aus Japan und wurde von jemandem produziert, der mir nahezu gleichzeitig noch weiteres schauriges Vergnügen bereitete. Eiji Tsuburaya war jener Trickexperte, der Godzilla zum Leben erweckte. Auch in der ab 1968 im japanischen Fernsehen gelaufenen Serie S.R.I. und die unheimlichen Fälle gab es immer wieder überraschend gut gelungene Spezialeffekte zu bestaunen.

S.R.I. und die unheimlichen Fälle

Doch stärker noch fiel die scheinbar grenzenlose nicht durch Logik gebremste Phantasie auf, mit der die Geschichten erzählt wurden. Im Zentrum steht die Spezialeinheit S.R.I. Science Research Institute der japanischen Polizei, die auf ihre gemütliche Art ein wenig an den zur selben Zeit ebenfalls im ZDF ermittelnden von Erik Ode gespielten Kommissar und sein vielköpfiges nicht allzu effizientes Team erinnert. Diese gemütliche Truppe wird immer wieder vom Teetinken abgehalten, denn in Japan wimmelt es nur so von Unsichtbaren, Bogenschützinnen, grünen Glibberschleim, Fledermausmännern oder Soldaten, die noch nicht mitgekriegt haben, dass der Zweite Weltkrieg schon eine Weile vorbei ist.

S.R.I. und die unheimlichen Fälle
Die Spezial-Einheit beim Einsatz

Seinerzeit rief die im Vorabendprogramm gezeigte Serie wegen mancher drastischer Szene bei einigen besorgten Deutschen allerlei Bedenken hervor. Dies führte dazu, dass das ZDF lediglich dreizehn 25-minütige Episoden von S.R.I. und die unheimlichen Fälle ausstrahlte, obwohl doppelt so viele in Japan produziert wurden. Auch zu einer Wiederholung kam es aus Angst vor weiteren Protesten nicht. Es sollte mehr als 40 Jahre dauern bis endlich ein Wiedersehen mit der japanischen Serie möglich war. Das Label Pidax hat sich sehr viel Mühe gegeben und präsentiert die dreizehn im ZDF gelaufenen Episoden in deutscher (aber nicht in der Originalfassung) sowie in einer zweiten Edition zwölf weitere Episoden in japanischer Originalfassung mit deutschen Untertiteln.

S.R.I. und die unheimlichen Fälle
Cover des DVD-Booklets

Ich hatte S.R.I. und die unheimlichen Fälle seinerzeit nur in schwarzweiß gesehen und war bei der Wiederbegegnung überrascht, wie farbenfroh die Serie in Szene gesetzt wurde. Doch auch der kinoreife Look und die teilweise sehr rasanten Schnitte können immer noch überzeugen. Die Geschichten schwanken zwischen mystischer Romantik (Ich will Kyoto kaufen ist ein kleines Meisterwerk) und purem Trash (Die Fledermäuse von Herrn Iwai ist herrlicher Blödsinn). Die Serie hat sich erstaunlich gut gehalten und das ZDF hat seinerzeit tatsächlich eine gute Wahl getroffen, doch dann leider Angst vor der eigenen Courage bekommen.

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Olivia Vieweg: Endzeit

Die 1987 in Jena geborene Olivia Vieweg dürfte Comicfreunden durch ihre Alben Huck Finn, Antoinette kehrt zurück und Schwere See, mein Herz bereits ein Begriff sein. Ihre Vielseitigkeit unterstreicht das mit Comicelementen spielende für Kinder und Jugendliche konzipierte Schneiderbuch Bin ich blöd, oder was?: Klassenfahrt des Grauens.

Olivia Vieweg: Endzeit

Übersehen werden sollte auf keinen Fall Olivia Viewegs (zunächst) 80-seitiger Zombie-Comic Endzeit, der nicht nur durch die weiblichen Hauptfiguren und den moderaten Umfang eine angenehme Alternative zur US-Endlosserie The Walking Dead ist. In einem lockeren unverwechselbaren Zeichenstil erzählt Vieweg aus einer Welt, die seit drei Jahren von Zombies beherrscht wird.

Olivia Vieweg: Endzeit

Vivi und Eva versuchen als einzige Passagiere mit einem automatisch ohne Lokführer fahrenden DB-Nahverkehrszug von Weimar nach Jena zu reisen. Es kommt zu einem Halt auf freier Strecke und die jungen Frauen versuchen sich zu Fuß durchzuschlagen. Dabei haben sie schreckliche aber auch seltsame Erlebnissen, etwa wenn sie auf zwei Giraffen treffen, die durch die menschenleere Landschaft traben. Bei der Lektüre von Endzeit drängt sich die Frage auf, warum eigentlich keine deutschen Zombie-Filme gedreht werden.

Doch das ändert sich gerade. Das ZDF verfilmt Endzeit gemeinsam mit arte. Passend dazu hat sich Olivia Vieweg ihren Comic noch einmal vorgenommen, alles neu gezeichnet und ein fast schon episches 280-seitiges Werk daraus gemacht, das bei Carlsen im größeren Format erschienen ist.

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