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Charles Burns: Daidalos

Bereits in seiner Trilogie X, Die Kolonie und Zuckerschädel erzählte Charles Burns (Black Hole) von einem jungen Mann, dem es immer schwerer fiel, zwischen Realität und seinen Fantasien zu unterscheiden. Eine der Inspirationsquellen war hier Hergés Tim und Struppi. Bei seiner neuen Serie Daidalos greift Burns Elemente seiner eigenen Biografie auf, lässt aber auch seine Liebe zum klassischen Science-Fiction- und Trash-Kino mit einfließen.

Charles Burns: Daidalos

Einer der Höhepunkte des ersten Bandes ist ein Kinobesuch, bei dem die Hauptfigur, der talentierte Zeichner Brian Milner, sich gemeinsam mit seiner potentiellen Freundin Laurie in einem heruntergekommenen Kino Don Siegels Invasion of the Body Snatchers (Die Dämonischen, 1956) ansieht. Mit großer Akribie hat Burns hier Schüsselszenen des schwarzweißen Klassikers nachgestellt, die durch die ganz spezielle Schraffur seines Inkings fast noch intensiver als im Film wirken.

Charles Burns: Daidalos

Mit dem introvertierten Brian gelang Burns ein interessanter Charakter und er vermittelt sehr gut, wie dieser durch seine Zeichnungen mitten hinein in fremdartige Welten gezogen wird. Doch die Geschichte wird auch immer wieder aus der Perspektive der sehr viel weniger verträumten Laurie erzählt und bekommt dadurch noch eine zusätzliche Dimension.

Charles Burns: DaidalosEs bleibt abzuwarten, ob der Film, den Brian mit seinem Jugendfreund Jimmy und mit Laurie in der Hauptrolle drehen will, ähnlich durchgeknallt ausfallen wird, wie der Super-8-Streifen The Creeping Flesh, den das Duo im Alter von 12 Jahren drehte und den Charles Burns in diesem Comic ähnlich akribisch wie Invasion of the Body Snatchers zu Papier gebracht hat.

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Charles Burns: X

Schon das Cover weckt durch das seltsame rotweiße Muster, das auf einem übergroßen Ei zu sehen ist, Assoziationen zum Tim-und Struppi-Album Der geheimnisvolle Stern. Doch damit nicht genug, denn die immer etwas anders aussehende Hauptfigur hat auch eine ähnliche abstehende Haartolle wie Hergés Held und Charles Burns steht mit seinem markanten in sehr breiter Strichstärke ausgeführten Inking ganz gewiss in der Tradition der Ligne Claire.

Charles Burns: X

Doch der Schöpfer von Black Hole erzählt in X alles andere als eine gradlinige Abenteuergeschichte, was jedoch keinesfalls bedeutet, dass es unspannend zugeht. Hauptfigur ist ein gewisser Doug, der sich eher erfolglos als William S. Burroughs-Zitator versucht und dem es zunehmend schwerer fällt Phantasie und Realität zu unterscheiden. In seinen Fieberträumen wird er mit Aliens, Schweineföten und weiteren völlig unerklärlichen Phänomenen konfrontiert.

Charles Burns: X

Charles Burns wechselt immer wieder den Zeichenstil und zeigt Doug mal als stark reduziertes Funny-Männchen und dann wieder inmitten einer hyperrealistischen Alltagswelt. Diese Mischung aus klaren Bildern und einer völlig unklaren (aber niemals sinnlos erscheinenden) Geschichte irgendwo zwischen Burroughs und EC-Comics ist schwer faszinierend.

Daidalos

Der Comic wurde mit Die Kolonie fortgesetzt und fand seinen Abschluß im Album Zuckerschädel. Anschließend startete Burns die ebenfalls sehr empfehlenswerte Serie Daidalos.

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