Trautmann

Bereits 2006 mit Schwere Jungs bewies Marcus H. Rosenmüller (Wer früher stirbt ist länger tot, Beste Gegend), dass er ein Händchen für Filme über Sportler hat. Doch seinerzeit bewegte er sich zugleich im nahezu ausschließlich von ihm bedienten Genre des (unpeinlichen) bayerischen Heimatfilms. Bei Trautmann hingegen geht es globaler zu, auch weil es sich beim einzigen Dialekt, der zu hören ist, um Norddeutsch handelt!

Trautmann

Die Geschichte von Bert Trautmann ist ideal für einen Kinofilm. Der in der Nähe von Bremen geborene Trautmann ging als 17-jähriger freiwillig zur deutschen Wehrmacht. An der Ostfront wurde er mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet und geriet in Frankreich in britische Kriegsgefangenschaft. Im Lager in der englischen Provinz entdeckte er beim Fußballspielen sein Talent als Torwart. Nach seiner Freilassung blieb er in Großbritannien und machte beim Verein Manchester City Karriere als Goalkeeper.

Trautmann

Kurz bevor Bert Trautmann 2013 verstarb, führte Marcus H. Rosenmüller ausführliche Gespräche mit dem von der Queen als Honorary Officer of the Most Excellent Order of the British Empire ausgezeichneten Sportler. Für seine Verfilmung nahm sich Rosenmüller jedoch trotzdem allerlei Freiheiten. So wird nicht gezeigt, dass Trautmann am Ende des Zweiten Weltkriegs desertierte. Dass Trautmann bereits während seiner Kriegsgefangenschaft vom Leiter eines Provinzfußball-Verein kurz vor Fußballspielen heimlich aus dem Lager ins Tor geschmuggelt wurde, hat so nicht stattgefunden, ist jedoch ein guter Vorwand für humoristische Einlagen.

Trautmann

Auch die Lovestory zwischen Trautmann und der Tochter des kleinstädtischen Fußball-Clubs wurde kinomäßig idealisiert, auch durch einen Zeitsprung, der gerade dann stattfindet, als es am spannendsten wurde. Nah orientiert an tatsächlichen Ereignissen wird hingegen gezeigt, wie es in Manchester erhebliche Proteste dagegen gab, dass ein hochdekorierter, vermeintlicher Nazi vom dortigen Traditionsverein verpflichte wurde. Tatsächlich war es seinerzeit der aus Deutschland vertriebene Rabbiner von Manchester, der sich für Trautmann aussprach.

Trautmann

Gegen Ende des Films übertreibt es Rosenmüller ein wenig zu sehr mit einer auf unglaubwürdige Zufälle setzenden bedeutungsschweren Holzhammer-Dramaturgie. Doch insgesamt gelang Rosenmüller –  auch dank seiner sehr guten Hauptdarsteller David Kross (Krabat, Der Vorleser) und Freya Mavor – ein wohlüberlegt ausbalancierter Film.  Ähnlich gekonnt wie viele britische Produktionen bewegt sich Trautmann auf dem schmalen Grad zwischen Humor und Drama.

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