Wie man Dornröschen wachküsst

Während Drei Haselnüsse für Aschenbrödel zum Kultfilm wurde, ist ein vier Jahre später vom selben Team gedrehter tschechischer Märchenfilm etwas in Vergessenheit geraten. Das ist ungerecht denn Wie man Dornröschen wachküsst ist nicht minder liebenswert und hat seine ganz eigenen Qualitäten.

Auch dieser Film, der in der DDR Wie man Prinzessinnen weckt benannt wurde, nimmt sich beim Adaptieren eines bekannten Volksmärchens mindestens ebenso viele Freiheiten wie Walt Disney. Die böse Fee der Vorlage, die Dornröschen und ihr ganzes Königreich in Tiefschlaf versetzt, ist hier die eifersüchtige, ältere Schwester der Königin, die gerne über das Königreich der Rosen geherrscht hätte.

Wichtiger noch ist, dass Dornröschen nicht wie bei den Grimms oder zuvor bei Charles Perrault hundert Jahre in den Tiefschlaf versetzt wird, sondern ihren Prinzen bereits vor der Sache mit der Spindel kennenlernt und dieser keineswegs ein Tattergreis ist, als er sie rettet.

Gerade der ersten Teil des Films, in dem das von Marie Horáková als selbstbewusste junge Frau verkörperte Dornröschen eigentlich den arroganten Prinz Georg aus dem Reich der Mitternacht heiraten soll, sich aber in dessen sehr viel liebenswerteren Bruder Jaroslav (Jan Hrušínský) verliebt, überzeugt immer noch als romantische Komödie.

Dies liegt auch an dem in nahezu allen tschechischen Klassikern auftretenden Vladimír Menšík, der den stets hungrigen Knappen Mathias spielt. Dieser muss gelegentlich in ein Bärenfell schlüpfen, um sich vom ebenso angeberischen wie psychisch instabilen Prinzen Georg im Zweikampf besiegen zu lassen.

Genau wie in Drei Haselnüsse für Aschenbrödel und der TV-Serie Die Märchenbraut gelang dem Regisseur Václav Vorlícek auch hier die wunderschöne Realverfilmung eines beliebten Märchens. In Szene gesetzt inmitten beeindruckender mittelalterlicher Bauten entstand 1977 ein Märchenfilm-Klassiker, der auch heute noch bestens unterhält. Der großartige Soundtrack stammt wieder von Karel Svoboda (Biene Maja, Wickie) und Karel Gott sang die eingängige Titelmelodie Ji za štěstím sa nicht nur auf Tschechisch, sondern nahm den Titel 2014 unter dem Titel Schau nach vorn auch als deutschen Schlager auf.  

Der Film liegt endlich sorgfältig restauriert auf Blu-ray vor. Allerdings hat sich Filmjuwelen beim Bonusmaterial sehr viel weniger Mühe als bei „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ gegeben. Neben dem deutschen Trailer (2:12 min) und dem DEFA-Vorspann (2:08 min) ist auch der Puppentrickfilm „Dornröschen war ein schönes Kind ...“ (5:05 min, Regie: Katja Georgi, 1987) enthalten.

In Sachen Booklet sieht es jedoch mau aus. Die Veröffentlichungen von Filmjuwelen überzeugen durch ihre edle Ausstattung mit Schuber und reich bebilderten Büchlein. Letzteres wurde zwar auch diesmal versiert von Rolf Giesen zusammengestellt und in gewohnter Form layoutet, ist jedoch nur digital erhältlich.

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Vertraue keinem Fremden

Kurz nachdem Hammer mit den ersten farbenfrohen und blutigen Versionen der Horror-Klassiker Frankenstein mit Peter Cushing und Dracula mit Christopher Lee große Erfolge feierte, drehte das britische Studio einen “Film mit Botschaft“, der auch heute noch stärker schockiert als die Kinoauftritte von Mumien, Monstern oder Mutanten.

Vertraue keinem Fremden erzählt von der Familie des Lehrers Peter Carter (Patrick Allen), der in einem kanadischen Städtchen eine Anstellung gefunden hat. Doch die Freude über den neuen Arbeitsplatz hält nicht lange an. Als Peter und seine Frau Sally (Gwen Watford) erfahren, dass ein alter Mann ihre Tochter Jean (Janina Faye) und ein weiteres kleines Mädchen durch in Aussicht gestellte Süßigkeiten dazu brachte, nackt für ihn zu tanzen.

Als Peter daraufhin Anzeige erstattet, muss er erfahren, dass es sich bei dem Lustmolch um Clarence Olderberry Sr (Felix Aylmer) handelt, dessen Familie ein Sägewerk betreibt und dadurch der Ortschaft Wohlstand beschert hat. Obwohl die Veranlagung des Mannes allgemein bekannt ist, scheitern die Carters vor Gericht. Da die Familie nicht will, dass ihre Tochter in unmittelbarer Nähe eines frei herumlaufenden Triebtäters aufwächst, packen die Carters ihre Koffer. Doch da ist es schon zu spät…

Mediabook Cover A

Als Vorlage zu Vertraue keinem Fremden diente das auf eigenen Erfahrungen basierende Theaterstücks The Pony Cart des US-Autors Roger Garis. Auch die Verfilmung steht eindeutig auf der Seite der Opfer. Regisseur Cyril Frankel (The Witches) vermeidet es aber trotzdem, aus dem Täter ein Monster zu machen. Felix Aylmer spricht als Olderberry Sr kein einziges Wort und sein Mimenspiel vermittelt ebenso glaubhaft wie bedrohlich, dass der alte Mann seine inneren Dämonen nicht im Griff hat.

Den Film wollte 1960 kaum jemand sehen. Freunde des ansonsten von Hammer bedienten Sensationskinos bekamen nicht das was sie erwarteten und die reißerische Werbung verschreckte das Arthouse- Publikum. Hammer war nach diesem Misserfolg nur noch in Genres wie Horror oder Thriller tätig.  

Mediabook Cover B

Das ist sehr schade, denn Vertraue keinem Fremden geht genauso behutsam mit seinem brisanten Thema Kindesmissbrauch um, wie zuvor die in ebenso sorgsam komponierten schwarzweißen Bildern erzählten Klassiker M – Eine Stadt sucht einen Mörder und Es geschah am helllichten Tag.

Zum Glück erscheint der Film jetzt endlich erstmals als Heimkino-Edition und das auch noch in vorbildlicher Aufmachung. Das Bonusmaterial auf der Blu-ray von Anolis Entertainment ist sehr viel umfangreicher als auf dem Backcover oder der Seite des Anbieters angekündigt wird. So gibt es zwei deutschsprachige Audiokommentaren von Rolf Giesen, sowie von Uwe Sommerlad & Volker Kronz, ein Essay von Matthew Holness zum Film (11:51 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), einen Bericht von Laura Mayne über die Darstellerin Gwen Watson (7:59 min) und die Darstellerin Janin Faye erinnert sich an die Dreharbeiten (14:23 min).

Enthalten ist auch die “Vintage-Fassung“ der von der DEFA synchronisierten und in der DDR unter dem Titel „Nimm nichts Süsses von Fremden“ gezeigten 80-minütigen Films. Hinzu kommen noch der DDR-Kinotrailer des “amerikanischen Films“, der US- Kinotrailer (2:28 min), „Trailers From Hell“ mit dem britischen Filmemacher Brian Trenchard-Smith (3:21 min), sowie eine Bildergalerie, der deutscher Werberatschlag, ein Presseheft, sowie die Filmprogramme aus BRD und DDR.

Mediabook Cover C

Den Film erscheint auch in Form von drei limitierten Mediabook-Editionen mit verschiedenen Covern und einem 28-seitigem von Rolf Giesen geschriebenen Booklet.

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Sestry

Als am 24. Februar 2022 russische Truppen die Ukraine angriffen, veränderte sich das Leben der Zwillingsschwestern Sasha und Nastia schlagartig. Doch es wurde nicht wirklich besser, nachdem die sechszehnjährigen Mädchen die auch heute noch hart umkämpfte Stadt Charkiw per Zug in Richtung Deutschland verlassen konnten.

Aus der relativen Ferne sorgten sie sich um den in der Heimat verbliebenen Freundes- und Familienkreis. Hinzu kamen neue Probleme, denn es war den Schwestern völlig unklar, was die deutsche Gastfamile, die sie aufgenommen hatte, von ihnen erwartete. Sollten sie sich finanziell oder durch Hausarbeit einbringen, oder genügte es, wenn sie jeden Morgen früher als gewohnt aufstanden?

In Charkiw hatten die Zwillinge sehr unterschiedliche berufliche und private Perspektiven. Was sie mit ihrem neuen Leben in Süddeutschland anfangen sollten, blieb ihnen jedoch verborgen. Besser wurde es, nachdem sie Alla Churikova und Dmitri Popov kennenlernten. Das russische Paar war bereits vor 20 Jahren freiwillig von Russland nach München gezogen und hatte offene Ohren für die Probleme der Zwillinge.

Die Malerin und Trickfilmerin Alla half ihnen dabei, sich künstlerisch auszudrücken. Dimitri hingegen wurde durch die Zwillinge dazu angeregt, sich nach langer Unterbrechung wieder als Dokumentarfilmer zu betätigen. Sasha und Nastia hatten sich in Handyvideos zu Thema wie “Was ich dachte, als der Krieg ausbrach“ oder “Was ich an Deutschland hasse“ gegenseitig interviewt.

Einige dieser hochinteresssanten Einblicke in das Leben und die Gedankenwelten der Schwestern, die sich zusammen mit Landsleuten in einer Heimunterkunft besser zurechtfanden als zuvor in ihrer deutschen Pflegefamilie, sind Bestandteil des Films Sestry (dt. Schwester). Zu sehen sind auch beeindruckend ausgeführte und thematisch passende Sandanimationen von Alla.

Der Film endet damit, dass Nastia nach zwei Jahren in ihre Heimatstadt zurückkehrt und dies im Alleingang sehr ausdrucksstark dokumentiert. Charkiw ist für die junge Frau kein Sehnsuchtsort mehr und die dauerhafte Rückkehr in eine vom Krieg traumatisierte Welt ist für sie nicht mehr möglich.

Die lebendig eingefangenen und sehr persönlichen Einblicke in das Schicksal der Schwestern, die gezwungen sind in der Fremde erwachsen zu werden, machen noch wütender auf den Aggressor Putin, der weiterhin ohne Rücksicht auf Verluste die Leben und Perspektiven von so vielen Menschen zerstört. 

Octaman – Die Bestie aus der Tiefe

Der Titel des Films mag etwas seltsam klingen. Doch mit Ray Harryhausens ersten Sindbad Kerwin Mathews, der für mit dem Golden Globe prämierten Italienerin Pier Angeli und dem aus Metaluna IV antwortet nicht, aber auch dem Monster-Kasperle-Theater The Giant Claw bekannten Jeff Morrow war eine durchaus achtebare Besetzung an Bord.

Cover A

Auch die Kreativkräfte hinter der Kamera versprachen ein anregendes Filmerlebnis. Der recht ambitioniert vom Fantasy-Illustrator George Barr zu Papier gebrachte Titelheld wurde vom seinerzeit noch nicht mit sieben Oscars prämierten American-Werewolf-Maskenbildner Rick Baker auf das für den gesamten Film zur Verfügung stehende Budget von lediglich 250.000 Dollar heruntergerechnet.

Regisseur Harry Essex hingegen konnte auf eine durchaus beachtliche Karriere zurückblicken. Er was Co-Drehbuchautor der von Jack Arnold inszenierten Klassiker Gefahr aus dem Weltall und Der Schrecken vom Amazonas, wobei ihm vor allem letzterer zu Octaman inspirierte. Auch in diesem Film kam die Bestie aus der Tiefe und eine Gruppe von Forschern muss in einer Höhle gegen das Ungetüm antreten.

1971 war der trotz seiner Laufzeit von nur 75 Minuten teilweise ganz schön langatmige Film kein großer Erfolg. Doch dank des eher niedlich als grausig wirkenden Tentakelmonsters, dessen ziemich albernes Gummikostüm häufig am helllichten Tag in voller Pracht zu “bestaunen“ ist, wurde der Octaman im Laufe der Jahrzehnte zum Liebling aller Trash-Freunde.  

Daher ist es sehr erfreulich, dass der Film dank‎ cmv-Laservision endlich auch ansprechend fürs Heimkino veröffentlicht wird. Mit zwei unterschiedlichen Covern erscheint ein jeweils auf 399 Exemplare limitiertes Mediabook mit DVD und Blu-ray.

Cover B

Auch das Bonusmaterial kann voll überzeugen. Rick Baker erzählt in einem 25-minütigen Filmchen allerlei lustige Anekdoten über die Dreharbeiten und im zwanzigseitigen Booklet prässentiert Christoph N. Kellerbach sehr viel mehr Fakten über Aufzucht und Hege des Octamans als Wikipedia.

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Doctor Who – Staffel 14

Die britische BBC-Tradionsserie Doctor Who ist jetzt bei Disney gelandet. Wer mag, kann das als Kulturimperialismus bezeichnen, alternativ besteht aber auch die Möglichkeit sich einfach darauf einzulassen und viel Spaß zu haben.

Auf Disney+ liefen zunächst drei Specials mit David Tennant, dem – trotz seiner ebenfalls sehr Nachfolger Matt Smith, Peter Capaldi und Jodie Whittaker – wahrscheinlichsten beliebtesten Darsteller des Doctors. Da er in den Specials jedoch einen anderen Charakter spielt, kam Tennant sowohl als zehnter als auch als vierzehnter Doctor zum Einsatz.

Im dritten Tennant-Special The Giggle debütierte zudem noch Ncuti Gatwa als der fünfzehnte Doctor, der anschließend in der großartigen Weihnachtsepisode The Church on Ruby Road seinen Companion, bzw. seine künftige Begleiterin, Ruby Sunday kennenlernte. Diese wird sehr temperamentvoll von Millie Gibson verkörpert wird. Überhaupt ist es erfrischend, mit wieviel naiver Freude und zumeist guter Laune sich die beiden sehr jugendlich wirkenden Darsteller auf ihre abgefahrenen Reisen durch Raum und Zeit einlassen, die sich zumeist das Doctor-Who-Urgestein Russell T Davies ausgedacht hat.

Bei der ersten regulären Episode der neuen (vierzehnten) Staffel mit Gatwa und Gibson kann durchaus Disney-Alarm angemeldet werden, denn der Titel Space Babies ist tatsächlich Programm. Es geht um wenig mehr als um eine Raumstation, bei deren Crew es sich um sprechende Säuglinge handelt, die sich vor einem ebenfalls an Bord befindenden Bogeyman im Giger-Alien-Look fürchten. Für diesen Kitsch entschuldigt einigermaßen ein hübscher Prolog, der auf der von Dinosauriern bevölkerten Erde spielt und zeigt, dass es drastische Auswirkungen hat, wenn Ruby auf einen Schmetterling tritt.

Episode 2 The Devil’s Chord (gelungener deutscher Titel: Des Teufels andere Saite) ist dann ein echter Kracher. Ruby wünscht sich vom Doctor eine Reise ins Jahr 1963, um bei der Aufnahme des ersten Beatles-Song dabei zu sein. Gesagt, getan und das im poppigen Sixties-Look bekleidete Duo hüpft fröhlich über den legendären Zebrasteifen auf der Abbey Road. Doch in den EMI Recording Studios spielen die Fab Four nicht etwa Love Me Do, sondern ein seltsames Lied über Hunde und Katzen.

Überhaupt sieht es schlecht aus mit der Musik in dieser seltsamen Version des Jahres 1963. Schuld daran ist der beeindruckend schaurig-schön von der Dragqueen Jinkx Monsoon verkörperte Maestro, der/die dafür gesorgt hat, dass der Menschheit den Spaß an Songs und Melodien verloren hat. In dieser liebevoll ausgestatten Episode wimmelt es nur so voller origineller Einfälle. Zudem gibt es (Vorsicht Spoiler!) dem Ende noch einen Twist und dies im wahsten Sinne des Wortes.

Disney+ wird auch die restlichen sechs Episoden der neusten Staffel von Doctor Who im Wochentakt und am jeweils selben Tag wie die BBC ausstrahlen. Ich freue mich darauf.  

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Scott Pilgrim hebt ab

Die Bedenken, dass eine Netflix-Serie weder dem schrägen Charme der Comics von Bryan Lee O’Malley noch der sensationellen Verfilmung von Edgar Wright gerecht werden, waren schon nach wenigen Minuten verflogen. Die Optik von Scott Pilgrim hebt beeindruckte als großartiges Anime-Update von O’Malleys eher schlichten Comic-Zeichnungen.

Die erste Episode der von Wright produzieren und von O’Malley zusammen mit BenDavid Grabinski geschriebenen Serie ist erstaunlich werkgetreu. Dies bezieht sich sowohl auf den Comic, aber auch de Film, dessen prominenten Darsteller wie Michael Cera, Mary Elizabeth Winstead, Chris Evans, Anna Kendrick, Brie Larson, Brandon Routh oder Jason Schwartzman auch als Sprecher der Serie fungierten. Es ist auch in dieser Version sehr ergreifend, wenn der 23-jährige etwas ziellos durchs Leben schlurfende Möchtegern-Rockstar Scott Pilgrim plötzlich die Liebe seines Lebens trifft.

Ramona Flowers arbeitet in der Serie nicht als Amazon-Kurierin, sondern sie beliefert Scott Pilgrim im Dienste der Online-Videothek Netflix – man befindet sich ungefähr im Jahre 2004 – mit der Leih-DVD eines Films mit Lucas Lee. An seiner Haustür (bzw. an jener seines Mitbewohners Wallace Wells) trifft Scott zum zweiten Mal auf Ramona. Er traut sich nicht den Erhalt der DVD zu quittieren, aus Angst davor, dass er danach das regelmäßig die Haarfarbe wechselnde Wunderwesen nie wiedersehen wird.

Doch Scotts unbeholfene Anmache trägt Früchte.  

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No Way Up

Im Kielwasser von Der weiße Hai sind nicht wenige Filme über aggressive Kiementiere mit spitzer Finne erschienen. Diese tragen auch bei uns englischsprachige Titel wie Open Water, The Shallows, Shark Night, Bait oder 47 Meters Down, Deep Blur Sea, Something in the Water oder Meg und die Hyper-Verarsche des Genres ist die auf bisher sechs Filme angewachsene Sharknado-Reihe.

 Im Zentrum von vielen dieser Filme stehen junge, meist weibliche (nun ja) Charaktere, die ständig Badeklamotten tragen und als potentielles Haifischfutter posen. Gegenübern den meisten dieser Werke wirkt No Way Up wie ein halbwegs anspruchsvoll in Szene gesetztes Update von Siebziger-Katastrophen-Krachern wie Airport 1977 – Verschollen im Bermuda-Dreieck. Mit Phyllis Logan (Mrs Hughes aus Downton Abbey) und Colm Meaney (Chief O’Brien aus Star Trek: Deep Space Nine) konnten sogar zwei (TV-)Stars verpflichtet werden.

Colm Meaney, der als Ersatz für Kelsey Grammer einsprang, hat den besten, aber auch (Vorsicht Spoiler) kürzesten Part in No Way Up. Er spielt den militärisch erfahrenen Leibwächter Brandon, der Ava (Sophie McIntosh), die Tochter eines prominenten Politikers, auf eigenen Wunsch und zum Entsetzen ihre Freundes Jed (Jeremias Amoore) in den Urlaub begleitet. Doch die Maschine stürzt über den Pazifik ab und kommt unter Wasser am Rande einer Schlucht zum fragilen Stillstand. Dies bleibt nicht unentdeckt von einigen jener aggressiven Kiementiere mit spitzer Finne…

Wie sich die kleine Gruppe höchst unterschiedlich temperierter Überlebender im versunkenen Flugzeug in einer instabilen Luftblase zunächst zofft und dann formiert, wird vom Schweizer Regisseur Claudio Fäh durchaus spannend in Szene gesetzt. Für den sich eher als Thriller und weniger als Splatter-Orgie verstehenden Film spricht, neben den guten Darstellerinnen und Schauspielern, auch die moderate Länge von 90 Minuten. No Way Up ist vielleicht kein absolutes HAI-light, doch immerhin ein verdammt spannender Film.

Die Blu-ray von LEONINE enthält dieses Bonusmaterial: Interviews mit Regisseur Claudio Fäh (15:32 min, wie alle Extras ohne deutsche Untertitel), Kameramann Andrew Rodger (7:20 min), Drehbuchautor Andy Maison (6:15 min), sowie den Darstellern Sophie McIntosh (4:13 min), Phyllis Logan (5:43 min) und Colm Meaney (3:19 min), B-Roll (7:50 min) und der deutsche Trailer (2:34 min)

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Garth Ennis: Midnighter

Die betont andersartigen und hochgelobten Comics des Briten Warren Ellis (Avengers: Der endlose Krieg, Iron Man: Extremis) sind Geschmackssache und bei mir kommt da meist eher das große Gähnen auf. Doch als der Ire Garth Ennis (Preacher, The Boys) sich 2006 einer Figur von Ellis annahm, war und das Resultat einmal mehr der helle Wahnsinn. Ende der Neunziger erfand Ellis die Figur des Midnighters. Dieser ist als Teammitglied der Superheldengruppe The Autority eine Art schwule Variante zu Batman.

Ennis ignoriert in seiner Midnighter-Miniserie Killing Machine weitestgehend die anderen Authority-Mitglieder und auch die Homosexualität des düsteren Lederhelden spielt keine größere Rolle, wird jedoch für einen hübschen Seitenhieb genutzt. Nachdem der Midnighter erfahren hat, dass es in der Zukunft der Menschheit keine sexuelle Präferenzen mehr gibt, sondern es jeder mit jedem treibt, meint er: “Das ist ja total abgefahren. He, Ihr da im Bibelgürtel hört ihr mich? All Eure Mühe ist für die Katz!“

Erzählt wird, wie der Midnighter von einem seltsamen Hamburger Milliardär namens Paulus entführt wird. Ihm wird eine Bombe implantiert und diese soll ausgelöst werden, wenn er sich weigert eine gefährliche Mission anzutreten. Paulus kann Menschen durch die Zeit reisen lassen und er sendet den Midnighter in die Schützengräben des Ersten Weltkriegs, um Adolf Hitler zu töten. Doch eine knüppelharte Einheit der Zeitpolizei aus einer weit entfernten Zukunft versucht dies zu verhindern…


Garth Ennis gelang einmal mehr eine abgefahrene und provokante Geschichte, die äußerst geschickt mit heißen Eisen und überraschenden Gags jongliert. Erwähnenswert sind die äußerst gut gelungenen realistischen Zeichnungen von Chris Sprouse (Tom Strong) und auch das Artwork des Dänen Peter Snejbjerg (Ork-Saga), der das vierte Heft zeichnete, kann überzeugen.

Im sechsten Heft von Killing Machine erzählt Ennis eine von Glenn Fabry gezeichnete Samurai-Geschichte mit dem Midnighter, die diesen empfehlenswerten Sammelband gut abrundet.

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Der dicke Donald – 90 Jahre

Genau wie zuvor das 100. Firmenjubiläum von Disney feiert Egmont auch den 90. Geburtstag von Donald Duck mit einer ganzen Reihe von Sonderpublikationen. Unter dem Motto Bitte lächeln! erscheint ein querformatiger Band mit Donald Duck Strips.

Außerdem gibt es eine vierbändige Sonderedition der Lustigen Taschenbücher, in der das nicht immer herzliche Verhältnis des zu Wutausbrüchen neigenden Enterichs zu seinen Neffen, seinem Onkel Dagobert, seiner (?) Freundin Daisy und seinem Rivalen Gustav Gans ausgelotet wird.

Zum 90. Geburtstag von Donald erscheint zusätzlich noch ein voluminöser Prachtband, der dessen Comickarriere feiert. In ihrer Einleitung weisen Ralph Trommer und Fabian Gross daraufhin, dass Donald eigentlich schon etwas älter ist. Erstmals wurde er bereits 1931 in im Bilderbuch The Adventures of Mickey Mouse als ein Freund von Micky erwähnt. Auf dem Backcover ist eine wild tanzende Ente mit grüner Lederhose und Tirolerhut zu sehen, bei der es sich höchstwahrscheinlich um Donald handelt.  

Doch als Geburtstag gilt allgemein der 9. Juni 1934, an dem der Disney-Cartoon The Wise Little Hen mit Donald in einer Nebenrolle seine Premiere erlebte. Der dicke Donald enthält eine im selben Jahr veröffentlichte Comicversion dieses Films, in der allerdings mit den selben Charakteren eine komplett andere Geschichte erzählt wird. Gezeichnet hat diese Geschichte Al Taliaferro, der Walt Disney 1937 davon überzeugte, dass ein täglicher Comic mit Donald garantiert ein Hit werden würde.

Im Gegensatz zu Floyd Gottfredson der – oftmals von Taliaferro getuschte – epische Fortsetzungsstories mit Micky Maus in Szene setzte, war Taliaferro ein Mann der kurzen ohne viel Worte auskommenden Slapstick-Gags. Seine zeitlos komischen Onepager werden auch heute noch sehr gerne in Disney-Comicheften veröffentlicht.

In diesem Buch werden einige von Taliaferros Strips auf den Seiten abgedruckt , die die sechs Kapitel des Buchs einleiten. An den selben Stelle wurden auch markante Duck-Titelbilder von Carl Barks platziert, denn natürlich enthält die Collection mit dem Zehnseiter High Wire Daredevils von 1944 und dem zehn Jahre später entstandenen 33-seitigen Camping-Abenteuer Vacation Time Comics des Altmeisters.

Eins der Highlights des Buchs ist zweifelsohne die deutsche Erstveröffentlichung einer sehr ausführlichen 48-seitigen Adaption des Kinofilms The Three Caballeros. Diese Story erschien 1945 parallel zum Kinostart und stammt vom ehemaligen Disney-Animator Walt Kelly, der kurz danach seinen Erfolgscomic mit dem Opposum Pogo und seinen Freunden aus dem Okefenokeesumpf startete.    

Kellys Comic erzählt nicht nur die Erlebnisse von Donald und seinen südamerikanischen Freuden, dem brasilianischen Papagei José Carioca und dem mexikanischen Hahn Panchito. Genau wie im Kinofilm sind auch die Stories über den am Südpol frierenden Pinguin Pablo, einen kleinen Jungen aus Uruguay und seinem fliegenden Esel, sowie Weihnachten in Mexiko enthalten. Die Sequenzen, in denen Donald im Sambafieber zusammen mit von realen Schauspielerinnen verkörperten Tänzerinnen Südamerika unsicher macht, fehlen leider im Comic, genau wie das große surreale Finale.

Aufgeteilt in die sechs Kapitel Der Duck von damals, Der Familienerpel, Abenteuerlust, Abenteuerfrust, Duck ärgere Dich nicht, Ein Mann will nach oben und Donalds Heldentaten enthält der Band Comics von weiteren Künstlern wie Don Rosa, Romano Scarpa, Giorgio Cavazzano, Vicar, Tony Strobl, William Van Horn, Ulrich Schröder, Peter Snejbjerg und Marco Rota. Es wird nicht ganz einfach für Egmont, diese sehr gut sortierte Collection 2034 zu Donalds 100. Geburtstag zu übertreffen.              

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Scott Pilgrim

2004 startete Bryan Lee O’Malley eine zwar schlicht gezeichnete aber ergreifend erzählte Serie. Anfangs schildert er sehr realistische und sensible die Lebensumstände einiger Heranwachsender in Toronto, die an den Erfolg ihrer Band Sex Bob-omb glauben.

Hautfigur ist der 23-jährige Scott Pilgrim, der selbst nicht genau weiß, warum er ein minderjähriges Schulmädchen datete. Doch plötzlich trifft er mit der regelmäßig die Haarfarbe wechselnden Amazon-Kurierin Ramona Flowers die Liebe seines Lebens. Doch dem gemeinsamen Glück im Wege stehen Ramonas sieben mit Superkräften ausgestatteten Ex-Lover, die ihn nacheinander zu Zweikämpfen herausfordern…

Der schwarzweiße Comic beeindruckte den britischen Regisseur Edgar Wright (The World’s End, Last Night in Soho), der diesen 2010 unter dem Titel Scott Pilgrim gegen den Rest der Welt als knallbuntes, rasant und clever geschnittenes Spektakel adaptierte.

Wright ist an der aktuellen Netflix-Anime-Serie Scott Pilgrim hebt ab als Produzent beteiligt. Bryan Lee O’Malley nahm hierfür einige Änderungen an seiner Comicstory vor und ihm gelang eine lässige, alternative Version der Love Story von Ramona und Scott.

Doch zurück zum Comic, der bereits 2012 in Nordamerika als von Nathan Fairbairn kolorierte Farbversion neu aufgelegt wurde. Diese Fassung, die auch optisch bei der Farbenpracht von Kinofilm und Animeserie mithalten kann, präsentiert Panini jetzt – garniert mit interessanten Hintergrundinfos – als sechsbändige Hardcover-Ausgabe.

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