Alle Beiträge von Heiner Lünstedt

Auftrag Rache

Nachdem er acht Jahre lang nicht mehr vor der Kamera zu sehen war, kehrt Mel Gibson 2010 mit einem grimmigen Thriller auf die Leinwand zurück. Er spielt den Polizisten Thomas Craven, der miterleben muss, wie sein einziges Kind, die 24-jährige Emma, direkt vor seiner Haustür erschossen wird. Der Mordanschlag galt scheinbar ihm, doch Craven findet schnell heraus, dass Emma den Machenschaften des mächtigen Nuklearenergie-Konzerns Northmoor auf der Spur war…

Wenn Craven dann seine beträchtlichen Erfahrungen als Elitesoldat im Kampfe gegen mächtige Politiker oder bezahlte Killer einsetzt, hätte das ganz schön in die Hose gehen können. Doch der – genau wie zuvor schon der US-Thriller State of Play – auf einer erfolgreichen BBC-TV-Serie – in diesem Fall auf Am Rande der Finsternis von 1985 – beruhende – Film setzt zum Glück kaum auf vordergründige Action sondern die Spannung entsteht durch interessante Charaktere und messerscharfe Dialoge.

Gibson liefert eine Galavorstellung als grimmig trauernder Vater, wer mag kann hier etwas alttestamentarische “Auge um Auge“-Mentalität durchschimmern sehen. Doch die beste Rolle hat einmal mehr Ray Winstone (Departed, Sexy Beast). Er übernahm die eigentlich für Robert De Niro vorgesehene Rolle des Darius Jedburgh, eines gemeingefährlichen britischen Experten für zweifelhafte Einsätze.

Wenn Jedburgh gemeinsam mit Craven über US-Macken oder Trauer philosophiert, dann gelang James-Bond-Regisseur Martin Campbell (GoldenEye, Casino Royale), der auch die dem Projekt zugrundeliegende BBC-Serie inszenierte, sehr viel mehr als nur ein hochspannender Thriller.

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Filmjahr 2021/2022

Seit 2002 veröffentlicht der Schüren Verlag alljährlich seinen lexikalisch geordneten Rückblick zum vergangenen Filmjahr. Kernstück sind Kurzbesprechungen zu allen in deutschen Kinos gestarteten Filmen, hinzu kommen noch ausgewählte TV-Produktionen, wie etwa alle Beiträge zur Tatort-Reihe. Mittlerweile werden auch alle Einträge bewertet, von 5 Sternen für “herausragend, ein Meisterwerk“ bis hin zu “ärgerlich, anstößig eine Zumutung“.

Eine ausführliche Würdigung erfahren zudem noch die “20 besten Kinofilme des Jahres 2021“. Dies ist eine gute Möglichkeit, sich über Filme zu informieren, die vielleicht übersehen wurden. So schaffte es diesmal Mads Mikkelsen als in Thomas Vinterbergs Der Rausch ständig unter Strom stehender Pädagoge auf das Titelbild des Buchs. Zu den 20 “besten Filmen“ zählen außerdem neben natürlich Nomadland auch Lieber Thomas und Dune.  

Frankenstein – Die ultimative Monster-Collection

Doch das Jahrbuch beschränkt sich nicht darauf Filme zu beurteilen. Aufnahme fand auch die Rubrik “15 bemerkenswerte Serien“ mit interessanten Texten zu TV-Produktionen wie Nine Perfect Strangers, Foundation oder Inside Job. Hinzu kommen auf insgesamt 544 Seiten noch eine Übersicht über herausragende Heimkino-Veröffentlichungen wie Frankenstein – Die ultimative Monster Collection, Crazies oder Dune – Der Wüstenplanet, die mit dem “Silberling“ ausgezeichnet wurden, ein monatlich gegliederter Rückblick auf das Filmjahr 2021, Nachrufe und Infos zum deutschen Film. Wollen wir hoffen, dass uns diese Reihe in den nächsten Filmjahre erhalten bleibt.

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Karl der Kleine: Printenherz

Nachdem sich Karl der Kleine in seinem letzten Abenteuer mit globalen Problemen auseinandersetzte und in der Klimahölle landete, steht im Zentrum seines neusten Comics wieder die Kaiserstadt Aachen. Dies ist die Wahlheimat des aus Hamburg stammenden Zeichners Alfred Neuwald alias Neufred (Die Weltenbummler, Stups der kleine Schwertwal) und in Aachen erfreut sich sein kleiner Karl großer Beliebtheit.

Das Album Printenherz wurde nach Karls Lieblingsnahrungsmittel benannt und im Zentrum der Geschichte steht ein Aachener Stadtoriginal. Der schlaksige Lennet Kann war ein Lebenskünstler, der sich durch diverse Festivitäten und Begräbnisse schnorrte. Dabei war er so einfallsreich und liebenswert, dass ihm kaum jemand böse sein konnte und er noch heute im Aachener Karneval weiterlebt.

Damit eine Begegnung zwischen Karl der Kleine, der im heutigen Aachen ansässig ist, und dem 1916 verstorbenen Lennet Kann möglich ist, hat sich Neufred ein besonders originelles Szenario ausgedacht. Auf dem Altstadtflohmarkt findet Karl ein Comicheft, in dem sein bester Kumpel als Superheld auftritt. Als er dem freundlichen Wassergott Granus das Druckerzeugnis zeigt, ist dieser entsetzt.

Die blaubärtige Gottheit, die bereits seit Jahrtausenden in Kleidern herumläuft, möchte jetzt endlich ihre weibliche Seite ausleben und fortan Grannini genannt werden. Da passen Auftritte als männlicher Superheld nicht mehr ins neue Gesamtbild. Durch eine Zeitreise soll verhindert werden, dass Ludwig Mies van der Rohe die Erfolgsserie mit Granus zeichnet. Dies macht durchaus Sinn, denn der Mann könnte ja schließlich auch als Architekt arbeiten…

Einmal mehr gelang Neufred ein kurzweilig erzähltes Abenteuer, das er wieder sehr sorgfältig recherchiert hat. Daher ist es zwar verwunderlich, doch historisch im Rahmen des Möglichen, wenn Indianer durch Aachen galoppieren, denn Buffalo Bill präsentierte dort 1891 seine Wild West Show.             

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Tausend Zeilen

2019 beschrieb Juan Moreno in Tausend Zeilen Lüge wie er als freier Spiegel-Mitarbeiter seinen Kollegen Klaas Relotius als Fälscher entlarvte. Kernstück des Buchs ist die Entstehungsgeschichte der Spiegel-Reportage Jaegers Grenze. Während Moreno eine Flüchtlings-Karawane begleitete, die auf die US-Grenze zumarschierte, fantasierte sich Relotius filmreife Geschichten über eine illegale Bürgerwehr zusammen, die angeblich in Arizona den Eindringlingen schwerbewaffnet auflauerte.  

Michael Bully Herbig (Der Schuh des Manitu) sah in diesem Buch die ideale Vorlage für einen Film, doch auch nach dessen Fertigstellung ist er sich unsicher, welchem Genre sein Werk zuzurechnen ist. Naheliegend wäre es gewesen, eine knallige Satire zu drehen, wie sie Helmut Dietl 1992 mit Schtonk! so großartig über den Stern-Skandal mit den gefälschten Hitler-Tagebüchern drehte. Doch in einem Spiegel-Interview bezeichnet Herbig Schtonk! als einen Film, den man “heute so nicht mehr machen kann“, vielleicht auch, weil er die Hauptrolle in Dietls Mediensatire Zettl spielte, die bereits in ihrem Entstehungsjahr 2012 nicht auf der Höhe der Zeit war.

Bullys Tausend Zeilen ist in erster Linie ein Film über den vierfachen Familienvater Juan Romero, dessen Ehe durch seinen journalistischen Eifer in eine Krise gerät. Elyas M’Barek ist als erstaunlich zotteliger Hauptdarsteller eine sehr gute Wahl und auch Jonas Nay (Deutschland 83) überzeugt als aalglatter Fake-News-Fabrikant Lars Bogenius. Garniert wird das Beziehungsdrama durch Michael Ostrowski als wirklich komischer österreichischer Sidekick-Fotograf und allerlei originelle inszenatorische Einfälle.

So friert schon mal das Bild bei einer Szene aus der Redaktion des Die Chronik, (so heißt Der Spiegel im Bullyversum) ein und Juan Romero schlurft im Bademantel durchs Bild, um zu erklären, was gerade abgeht. Doch solche Elemente werden nur sehr sporadisch eingesetzt und viele Nebenfiguren bleiben eher blass. Trotz bildgewaltiger Inszenierung entsteht der Eindruck, hier wurde die Chance vertan, die Steilvorlage der Spiegel-Blamage in einen zeitlosen Klassiker wie Diels Schtonk! zu verwandeln.  

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Robin 2 – Der Lazarusdämon

Im Juni 1971 führte das legändere Trio Julius Schwartz (Redakteur), Dennis O’Neil (Autor) und Neal Adams (Zeichnungen) in US-Batman #232 den unsterblichen Ökokriminellen Ra’s al Ghul ein. Bereits einen Monat zuvor in US-Detective Comics #411 debütierte dessen Tochter Talia. Seitdem sind sie fester Bestandteil des Batman-Universums. Aus der Beziehung des Dunklen Ritters und der mörderischen Talia entstand deren leiblicher Sohn Damian, der mittlerweile als Robin tätig ist.

In Turnier der Killer, dem ersten Band einer Robin-Serie wurden die besten Kämpfer der Welt auf Lazarus-Island zu einem Turnier auf Leben und Tod eingeladen. Dem Sieger wurde Unsterblichkeit versprochen. Das Turnier schreitet fort und in der Zwischenzeit kommt Robin hinter das Geheimnis der mysteriösen „Mother Soul“, die die Herrscherin auf Lazarus-Island ist. Im Finale des Turniers schließlich stehen sich Robin und Connor Hawke, der leibliche Sohn von Oliver Queen, gegenüber. Auf fünfzehn epischen Seiten – die wirklich actionreich und dynamisch gestaltet sind – schlagen die Protagonisten aufeinander ein, bis der Sieger feststeht. Aber ob es wirklich ein Segen war, zu gewinnen? Denn die Lazarus-Grube hat noch manche mystischen Geheimnisse und ihr entspringt wahrhaft ein Dämon.

Der Autor Joshua Williamson greift tief in die Trickkiste und entlockt der Origin von Ra’s al Ghul noch viele spannende Aspekte, die auch direkte Auswirkungen auf seinen Enkel Damian haben. Viele Aspekte, die Grant Morrison in seinem Batman-Run von 2006 bis 2011 dem Batman-Mythos hinzugefügt hatte, greift Williamson auf und vertieft sie. Es sei verraten, dass Mother Soul die Mutter von Ra’s als Ghul ist und die Familiengeschichte der al Ghuls noch viele Geheimnisse parat hält.

Norbert Elbers

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Zettl

Eine gewisse Vorfreude herrschte schon, als 2012 zu erfahren war, das es Helmut Dietl (Schtonk!) endlich gelungen war eine Fortsetzung seiner legendären TV-Serie Kir Royal ins Kino zu bringen. Eine Verlegung der Geschichte von München (dass die Serie keine rein bayrische Angelegenheit war, belegte schon die Tatsache, dass seinerzeit nicht der BR sondern der WDR produzierte) nach Berlin erschien nur konsequent, denn dort ist zur Zeit in Deutschland die größte Dichte von Blendern und Skandalen.

Da Franz Xaver Kroetz nicht die zweite Geige neben Michael Bully Herbig spielen wollte, ließ Dietl die Figur des Baby Schimmerlos zu Beginn des Films in einer Zeichentricksequenz das Zeitliche segnen. Der von Herbig gespielte Chauffeur Zettl übernimmt die Chefredaktion eines neuen Online-Klatschmagazins namens The New Berliner. Er könnte das Internet bequem vollblastern mit Meldungen über besoffene Talkmasterinnen, Geschlechtsumwandlungen beim Berliner Bürgermeister oder die Hintergründe vom Tod des Bundeskanzlers, wenn er nur dürfte.

Das Resultat ist nicht wie Kir Royal eine opulent in Szene gesetzte sinnliche Zurschaustellung von menschlichen Unzulänglichkeit und Abgründen, sondern ein ganz furchtbares Kaspertheater in denen ansonsten zuverlässige Darsteller wie Ulrich Tukur, Götz George oder Sunnyi Melles darum wetteifern, sich auf möglichst nervige Art zu blamieren. Einzig Senta Berger und Dieter Hildebrandt, die ihre Parts aus Kir Royal noch einmal spielen, gelangen ein paar wirklich rührende Szenen, die jedoch auch nichts mehr rausreißen.

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Lewis Trondheim: Herr Hase – Beim Teutates!

Das Erstaunlichste an diesem Comic ist, dass er überhaupt erscheinen konnte. Noch 1993 trieben die deutschen Anwälte von Albert Uderzo einen Verleger in den Ruin, der es gewagt hatte durch Alben, deren Helden Alcolix oder Isterix hießen, einen Erfolgsserie mit ähnlichem Titel zu parodieren.

Lewis Trondheim (Donjon, A.L.I.E.E.N., Texas Cowboys, Mickey’s Craziest Adventures) hingegen zeichnet die Bewohner des kleinen gallischen Dorfes nicht nur in seinem unverwechselbaren reduzierten Stil, sondern lässt diese sogar unter ihren Klarnamen Obelix, Majestix oder Miraculix auftreten. Trondheim spricht im Impressum des Comics Goscinny und Uderzo seine „aufrichtige Bewunderung“ aus. Für alle, die die Abenteuer von Asterix weiterführen, empfindet Trondheim ebenfalls Sympathie, aber auch Mitgefühl.

Als zusätzliche Absicherung hat sowohl L’Association in Frankreich als auch der deutsche Reprodukt Verlag auf das Cover noch einen Sticker mit der Aufschrift „Dies ist kein Asterix-Album!“ geklebt. All dies scheint geholfen zu haben, denn der Band konnte erscheinen, ohne dass jemandem der Himmel auf den Kopf gefallen ist.

Trondheim verpasst Obelix zwar eine etwas gewöhnungsbedürftige Kartoffelnase und seine Kämpfe gegen die Römer enden erstaunlich blutig. Doch es handelt sich um keine boshafte Rundumverarsche und Trondheims erzählerischer Ansatz hätte wohl auch René Goscinny gefallen. Die Geschichte handelt davon, dass im Dörfchen plötzlich jemand erscheint, der sich als keltischer Gott Teutates ausgibt und den Galliern im Kampf gegen die Römer beistehen will…

Beim Teutates! ist zugleich auch ein weiteres der zahlreichen seit 1995 erscheinenden haarsträubenden Abenteuern von Trondheims tierischem Helden Herrn Hase. Dieser befindet sich diesmal durch nur sehr unzureichend erklärte Umstände – jemand hat eine Maschine erfunden, mit der man in Bücher reisen kann –  plötzlich im Körper von Asterix.

Die daraus resultierenden Verwicklungen sind mindestens so komisch, wie fast alle Asterix-Alben, die nach dem Tode von Goscinny erschienen sind.  

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Batman: Das Reptil 2

Beim monatlichen Treffen von Gothams Unterwelt, zu dem alle Batman-Gegner erschienen waren, läuft etwas gewaltig aus dem Ruder. Die meisten der Kriminellen wurden arg zugerichtet und das Ganze endete in einem fürchterlichen Gemetzel mit vielen Toten. Keiner wusste wer diese neue Kreatur war. Soweit die Geschichte in Band 1 von Das Reptil.

Batman setzt seine Suche in die Kanalisation von Gotham City fort – und wird fündig. Killer Croc/Waylon Jones hat vor einiger Zeit entbunden und unfähig sich von der Nachgeburt zu befreien. „Faszinierend, … hast Du Milch?“

Um den Fall zu lösen, die Hintergründe zu enträtseln und diese neue Kreatur zu finden, sind Batmans detektivische Fähigkeiten gefragt und er muss Batman weit in der Vergangenheit kramen. Dabei bekommt Killer Croc vom immer für eine Überraschung guten Autoren Garth Ennis (Preacher, The Boys, Hellblazer, Punisher) eine neue und gruselige Origin verpasst.

Auch die Zeichnungen von Liam Sharp sind wie immer großartig. Sharp ist einer dieser Künstler, die immer besser zu werden scheinen. Batman und seine technischen Spielzeuge sind wuchtig in Szene gesetzt und überzeugen. Doch vor allem beim Design der neuen Kreatur –  dem Kind von Killer Croc – darf Sharp sich so richtig austoben.

Das Ganze ist ziemlich schräg und wird auf eine überaus witzige, aber zugleich auch logische wie unterhaltsame Art präsentiert.

Norbert Elbers

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Men – Was dich sucht, wird dich finden

Alex Garland hat im letzten Vierteljahrhundert das britische Kino maßgeblich beeinflusst. Von ihm stammt der von Danny Boyle erfolgreich mit Leonardo DiCaprio verfilmte Roman The Beach. Außerdem schrieb er die Drehbücher zu 28 Days Later und zur Comicverfilmung Dredd.

Auch sein Regiedebüt Ex Machina konnte 2014 fesseln und war trotz faszinierender Naturaufnahmen und Spezialeffekte in erster Linie ein fesselndes klaustrophobisches Drama. Men hat ähnliche Ansätze, fasziniert aber auf eine völlig eigenständige Art und Weise.

Garland erzählt von Harper (großartig: Jessie Buckley), die nach dem möglicherweise durch Selbstmord verursachten Tode ihres Mannes Ruhe auf dem Lande sucht. Dort findet sie jedoch das absolute Gegenteil vor. Die junge Frau bezieht ein hübsches Landhaus in idyllischer Umgebung, doch sie wird dort mit allerlei männlichen Wesen konfrontiert, die sich mehr als seltsam verhalten…

Wer hier einen Thriller über toxische Männlichkeit vermutet, liegt nicht völlig falsch. Doch Garland überrascht auch durch lyrische Momente. So lässt er Harper anfangs zu einem Spaziergang durch eine wunderschöne Waldlandschaft aufbrechen, bei dem sie in einem Tunnel – dank des dortigen Echos – faszinierende Melodien produziert, bevor sie auf einem Exhibitionisten trifft.

Vorsicht, jetzt kommt ein Spoiler: Alle bedrohlichen Gestalten, darunter auch ein neunjähriger Junge und ein Pfarrer, werden von Rory Kinnear verkörpert, der in den letzten vier 007-Filmen als James Bonds zuverlässiger Kollege Bill Tanner zu sehen war, aber auch die köstlichen Komödie Es ist kompliziert… durch seine unberechenbar und durchaus bedrohliche gespielte Nebenrolle bereicherte.

Das Finale von Men wirkt vielleicht ein wenig zu stark wie eine Leistungsschau des Spezialeffekt-Teams, doch ansonsten gelang ein faszinierender Thriller, bei dem Alex Garlands Bereitschaft zu erzählerischen Brüchen und visuellen Experimenten der Spannung nicht im Wege steht.

Die Blu-ray von Koch Media enthält neben dem 100-minütigenHauptfilm noch zwei kurze Interview mit Alex Garland (0:47 min + 1:14 min, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), Rebirth: The Making of Men (24:03), sowie vier Teaser und Trailer

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Star Trek IX – Der Aufstand

600 friedliche Planetenbewohner werden von der Sternenflotte heimlich beobachtet und sollen von ihrem Planeten gewaltsam vertrieben werden. Der Grund dafür ist eine Art Jungbrunnen, der einem größeren Kreis von Menschen und Aliens zugänglich gemacht werden soll. Doch bei dieser massiven Verletzung der Ersten Direktive können Jean-Luc Picard und Data nicht tatenlos zusehen.

Im Gegensatz zu allen sonstigen Star Trek-Kinoabenteuern wurde 1998 im neunten Spielfilm nicht versucht durch aufwändige Spezialeffekte, die im TV nicht möglich waren, zu punkten. Stattdessen wird eine Story geboten, die auch als Zweiteiler innerhalb der Next Generation-Serie denkbar gewesen wäre. Die Erzählweise mag auf der großen Leinwand etwas bieder wirken, ist aber von hoher Moral.

Einmal mehr wird ein kaum durch Science-Fiction-Elemente verbautes Gleichnis erzählt. Teile der Sternenflotte verhalten sich wie arrogante Kolonialpolitiker und wollen ein kleines Volk rücksichtslos ausbeuten. Es wäre schön, wenn es auch in der aktuellen US-Politik Entscheidungsträger wie Jean-Luc Picard und seine Crew gäbe.

Extras der Blu-ray: Textkommentar von Michael und Denise Okuda (Ko-Autoren von “The Star Trek Encyclopedia“) wahlweise in deutscher oder englischer Sprache, Die Entstehung des Dorfs (16:41 min), Art Direction (14:53 min), Stunts (6:33 min), Die Story (17:19 min), Produktion (25:07 min), Notizen des Regisseurs (18:54 min), Westmores Aliens (17:43 min), Weibliche Aliens (12:40 min), Die Effekte (9:37 min + 4:43 min + 4:38 min), Nicht verwendete Szenen (insgesamt 12:34 min), Galerien mit Storyboards und Fotos, Promo-Featurette (5:02 min), US-Teaser-Trailer (1:44 min), US-Kino-Trailer (2:22 min)

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