Archiv der Kategorie: Musik

Musik vom Feinsten

Death Proof – Original Motion Picture Soundtrack

Death Proof wurde 2007 von Quentin Tarantino locker bis entspannt rausgerotzt, ist längst nicht so ambitioniert wie Pulp Fiction oder Kill Bill, macht aber genauso viel Spaß. Tarantino zitiert bzw. recycelt dabei nicht nur Highlights aus Filmen,  wie die ohne Spezialeffekte gedrehten Auto-Action-Szenen aus Bullitt und French Connection, sondern auch Musik.

Death Proof - Original Motion Picture Soundtrack

Die Soundtracks zu Tarantinos Filmen sind zugleich auch Sampler mit seinen persönlichen Favoriten. Neben T. Rex, The Coasters oder Dave Dee, Dozy, Beaky, Mick & Tich (und einigen markanten Dialogfetzen) kommen auch diesmal wieder Soundtrack-Kompositionen aus Filmen zum Einsatz, die Tarantino ganz besonders schätzt.

Death Proof

So erklingt Ennio Morricones Musik aus Dario Argentos Die neunschwänzige Katze oder Pino Donaggios Komposition aus Brian De Palmas unterschätzten Blow Out, der Tarantino zeigte das John Travolta sehr viel mehr ist als nur ein Teenager-Schwarm. Somit ist auch der Soundtrack zu Death Proof ein sehr bunter Kramsladen, der gefüllt ist mit allerlei verrückten musikalischen Antiquitäten.

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Planet Terror – Original Motion Picture Soundtrack

Planet Terror zeigt eine durch eine Zombie-Armee bedrohte Erde, deren letzte Rettung die Go-Go-Tänzerin Cherry (Rose McDowan) ist, weil diese über eine Maschinengewehr-Beinprothese verfügt. Ziemlich wilder Stoff also, zu dem Regisseur Robert Rodriguez, gemeinsam mit seinen Kumpels Graeme Revell, Carl Thiel, George Oldziey und Rick Del Castillo einen entsprechenden Soundtrack einspielte.

Planet Terror - Original Motion Picture Soundtrack

Angeblich hat der totale Filmemacher Rodriguez mittlerweile am Komponieren genauso viel Spaß wie beim Drehen seiner Filme. Sein Soundtrack zu Planet Horror mischt Tex-Mex-Gitarren-Rock mit Synthesizer-Kompositionen im Stile von John Carpenter, dessen Filme Planet Terror ohnehin maßgeblich inspirierten. Drei der auf dem Soundtrack zenthaltenen Songs werden von der Hauptdarstellerin Rose McDowan interpretiert.

Planet Terror
Quentin Tarantino

Doch so richtig ab geht es erst, wenn Camille Dalmais – begleitet von Nouvelle Vague – den Dead Kennedy’s-Song To Drunk to Fuck hinhaucht. Dieses Lied wird im Film allerdings eher beiläufig präsentiert und sogar mit Waffengewalt beendet. Nachdem zuvor bei Irgendwann in Mexiko Film und Musik maßlos enttäuschten, gelang Robert Rodriguez seit langer Zeit endlich wieder ein lässig-fetziger Soundtrack, der jede Einzimmerwohnung sofort in den Titty Twister-Club verwandelt.

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Kill Bill Vol. 1 – Original Soundtrack

Das kann ja eigentlich kein Zufall sein: Erst ehrten Die Ärzte (freilich nicht völlig ironiefrei) 2003 auf ihrer Maxi-Single Unrockbar den Panflöten-Gott Gheorghe Zamfir mit einer quälend langen Version der Dolannes Melodie. Dann erklangen auch noch als Track 14 des von Quentin Tarantino zusammengestellten Soundtrack zu Kill Bill Vol. 1 Zamfirs unverwechselbare (und in den 70er-Jahren auch unvermeidbare) Flötentöne.

Kill Bill Vol. 1 - Original Soundtrack

Als ob das noch nicht reicht, verwundert auch noch der Name des Komponisten des von Zamfir dargebotenen Stücks namens Der einsame Hirte : James Last. Das Bindeglied zwischen Tarantino und Zamfir dürfte ohne Zweifel des Kultregisseurs Bewunderung für Sergio Leones Film Es war einmal in Amerika sein. Hier ist Zamfirs Flötenspiel unentbehrlicher Bestandteil von Ennio Morricones wohl bestem Soundtrack.

Kill Bill Vol. 1 - Original Soundtrack

Auch ansonsten wimmelt es auf dieser CD nur so von filmischen Zitaten. Neben einem gepfiffenen Stück von Hitchcocks Stammkomponisten Bernard Herrmann ist die Titelmelodie der TV-Serie The Green Hornet zu hören, durch die Bruce Lee auch in den USA bekannt wurde. Lees wohl bekannteste Outfit, der gelbe Kampfanzug mit schwarzen Streifen, ist dann auch ein zentrales Motiv von Kill Bill und ziert auch das Cover dieser CD.

Kill Bill Vol. 1 - Original Soundtrack

Erwähnenswer ist auch der markante Einsatz eines Häppchens aus der von Quincy Jones komponierten Titelmelodie von Der Chef.  Wie immer bei Tarantino Soundtracks erklingen  zwischen den Songs Dialoghäppchen aus dem Film. Insgesamt ist dieser Sampler, der vom zur Filmstory passenden Nancy Sinatra-Stück Bang Bang (My Baby Shot Me Down) eröffnet wird, genauso abwechslungsreich und überraschend wie Tarantinos vierter Film.

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Inglourious Basterds – Motion Picture Soundtrack

Wohl weil sein Film Inglourious Basterds sich als Hommage versteht an Ein Haufen verwegener Hunde, einen kleinen dreckigen italienischen Kriegsfilm von 1978, der in den USA unter dem Titel Inglorious Bastards lief, wollte Quentin Tarantino sich diesmal einen Soundtrack vom Italo-Western-Maestro Ennio Morricone bestellen. Da dieser keine Zeit hatte, bediente sich Tarantino auch diesmal wieder aus seiner Plattensammlung.

Inglourious Basterds - Motion Picture Soundtrack

Natürlich sind auch Stücke von Morricone dabei (von den acht verwendeten Titeln enthält die CD die Hälfte), sowie von anderen Soundtrack-Komponisten wie Dimitri Tiomkin oder Lalo Schifrin, aber auch der UFA-Tonfilm-Schlager kommt – im Film zwar weniger, dafür aber ausführlicher auf der CD – mit Zarah Leanders Davon geht die Welt nicht unter, sowie Ich wollt ich wär ein Huhn von Lilian Harvey & Willy Fritsch zum Zuge. Thematisch nicht so recht passen will – obwohl Filmmusik und der Interpret auch schon einmal in Deutsch gesungen hat – David Bowies Cat People.

Inglourious Basterds

Doch insgesamt hat Tarantino wieder eine hübsche musikalische Wundertüte gefüllt. Etwas schade ist jedoch, dass nicht – wie einst beim genialen Pulp Fiction-Album – den Musikstücken kurze Dialoghäppchen vorangestellt wurden, denn auch Inglourious Basterds strotzt nur so vor bestens hierfür verwendbaren Material.

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Django Unchained – Motion Picture Soundtrack

Bereits für Inglourious Basterds hätte Quentin Tarantino gerne einen Soundtrack von Ennio Morricone, dem Meister des Italo-Westerns gehabt. Wenn er sich mit seinem lange geplanten Django Unchained schließlich selbst im Genre versucht und dies noch mit Elementen des Blaxploitation-Films kreuzt, kommt er natürlich um Musik von Morricone nicht herum.

Django Unchained - Motion Picture Soundtrack

So schrieb der italienische Komponist mit dem herrlich schnulzigen Stück Ancora Qui sogar einen neuen Song für den Film und ist auch mit Tracks aus Die Grausamen sowie aus dem Clint Eastwood Film Ein Fressen für die Geier auf dem Soundtrack vertreten. Den Titelsong übernahm Tarantino jedoch aus Sergio Corbuccis Django von 1966. Doch nicht nur Western-Musik findet Verwendung, wunderschön ist auch Jerry Goldsmiths Theme aus Under Fire. Außerdem sind James Brown & 2Pac zu hören und der Hauptdarsteller Jamie Foxx darf zusammen mit Rick Ross rappen.

Django Unchained

Einen zusätzlichen Reiz erhält auch dieser Tarantino-Soundtrack wieder dadurch, dass den Musikstücken kurze Dialoghäppchen aus dem Film u. a. von Christoph Waltz oder Samuel L. Jackson vorangestellt werden. Auch mit diesem Soundtrack gelingt es Quentin Tarantino Vorfreude auf den Kinobesuch und danach angenehme Erinnerungen an unvergessliche Filmmomente zu wecken.

Django Unchained

Mittlerweile liegt übrigens auch eine sehr schöne Comic-Adaption von Django Unchained vor.

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Vince Guaraldi: Linus and Lucy

Als 1965 eine Zeichentrickserie zu den beliebten Peanuts von Charles M. Schulz gestartet wurde, hatte der Produzent Lee Mendelson zwei geniale Ideen. Er setzte für die Synchronisation von Charly Brown, Lucy, Linus & Co echte Kinderstimmen ein und er verzichtete auf sterile Konservenlacher. Stattdessen verwendete er Jazzmusik.

Vince Guaraldi: Linus and Lucy

Der Komponist Vince Guaraldi hatte zuvor bereits am Soundtrack zu A Boy named Charlie Brown, einer Dokumentation über Charles M. Schulz gearbeitet. Als für dieses Projekt keine Abnehmer gefunden werden konnten, veröffentlichte Guaraldi die Musik als Jazz Impressions of a Boy named Charlie Brown. Diese Platte enthielt bereits den beschwingten Ohrwurm Linus and Lucy und es wurden im Laufe der Jahre über eine Million Exemplare verkauft.

Vince Guaraldi: Linus and Lucy
Der Soundtrack zum ersten Peanuts-Kinofilm

Der entspannte Sound inspirierte Lee Mendelson schließlich dazu die Peanuts als Zeichentrick zu verfilmen. Vince Guaraldi hat die Serie drei Jahre musikalisch betreut und für die Kinofilme mit den Peanuts wurden seine Improvisationen manchmal durch einen Big Band-Sound etwas aufgeweicht. Linus and Lucy entwickelte sich jedoch zu einem Klassiker. Der Titel wurde von vielen Jazzmusiker gerne variiert und entwickelte sich zu einer Art Erkennungsmelodie für David Benoit. Nach Guaraldis Tod im Jahre 1976 trat Benoit dessen Nachfolge an.

Vince Guaraldi: Linus and Lucy

Charles M. Schulz konnte sich mit den zwar schlicht aber doch perfekt (und auch etwas glatt) animierten Zeichentrickversionen seiner Figuren nie so recht anfreunden. Doch die zugehörige Musik schloss er sofort ins Herz.

Vince Guaraldi: Linus and Lucy

Die CD Here’s to you, Charlie Brown beginnt mit einer Version von Linus and Lucy. Hierzu wurde eine alte Aufnahme mit Vince Guaraldi am Piano verwendet. Diese wurde posthum vom David Benoit Trio begleitet. Auch die restlichen Stücke mit Gast-Vocals von Take 6 und Al Jarreau, können sich hören lassen und verbreiten eine wunderbar entspannte Stimmung.

Vince Guaraldi: Linus and Lucy

Empfehlenswert ist auch die CD Charlie Brown´s Holiday Hits, die Musiknummern enthält, die Guaraldi für Trickfilm-Specials zu Feiertagen wie Halloween (The Great Pumpkin Waltz) oder dem Erntedankfest (Thanksgiving Theme) schrieb. Die beschwingte und manchmal auch etwas sentimentale Musik passt sehr gut zu den simpel animierten Bildern. Doch wer den Melodien lauscht, wird dabei nur recht selten an die Peanuts oder an Feiertage denken, sondern lösgelöst von den Trickfilmen einfach Freude am begnadeten Jazz-Pianisten Vince Guaraldi haben.

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Ein Wigwam steht in Babelsberg

1965 beschloss die ostdeutsche DEFA 1965 beschloss in Jugoslawien einen eigenen Indianerfilm zu drehen. Der 1940 in Serbien geborene Gojko Mitić war schon in kleineren Rollen in den westdeutschen Karl-May-Filmenwestdeutschen Karl-May-Filmen Old Shatterhand, Winnetou 2 und Unter Geiern aufgetreten, Daher war er die ideale Wahl für die Hauptrolle in Die Söhne der Großen Bärin.  Der Film erreichte in der DDR 11 Millionen Zuschauer,  bei 17 MillionenEinwohnern! Insgesamt entstanden mit Mitic zehn DEFA-Indianerfilme.

Ein Wigwam steht in Babelsberg

Genau wie bei Winnetou gab es auch einen Kult um die Musik zu den Filmen, die von Komponisten wie Günther Fischer, Karl Ernst-Sasse und Wilhelm Neef stammte und einige Anleihen bei Martin Böttcher aber auch bei Ennio Morricone (Das Severino-Thema klaut ausgiebig bei Spiel mir das Lied vom Tod) machte. Die CD Ein Wigwam steht in Babelsberg enthält auch einige Auszüge aus diesen DEFA-Soundtracks.

Genau wie “Winnetou“ Pierre Brice, der längst vergessene Songs wie Ich steh allein oder Keiner weiß den Tag aufnahm, wurde auch Gojko Mitić ins Tonstudio gebeten. Er nahm ebenfalls mit dünner Stimme einige Liedchen wie Löscht das Feuer oder Liebe Du das Meer auf, die ebenfalls auf dieser CD enthalten sind.

Ein Wigwam steht in Babelsberg

Außerdem enthält dieser abwechslungsreiche Sampler noch höchst kuriose Songs von Frank Schöbel (Heißer Sommer), Dean Reed und Ruth Hohmann. Der Höhepunkt ist, neben Ein Wigwam steht in Babelsberg (Hey, Goijko, Goijko) von Express, jedoch MTS mit Ein Pferd wie Du und ich, ein Song, in dem der Hengst von Gojko Mitić sein Schicksal besingt.

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20,000 Leagues Under the Sea – Soundtrack

Mit Walt Disneys Realfilm-Klassiker 20.000 Meilen unter dem Meer entstand 1954 ein großartiges Gesamtkunstwerk. Nicht nur die Star-Besetzung mit Kirk Douglas, James Mason, Paul Lukas und Peter Lorre oder das von Harper Goff so unvergesslich designte Unterseeboot Nautilus bleiben angenehm in Erinnerung, auch musikalisch hat der Film einiges zu bieten.

20,000 Leagues Under the Sea - Soundtrack

Den dramatisch orchestrierten Soundtrack komponierte Paul J. Smith, dessen Karriere eng mit den Disney Studios verbunden war. Smith betreute unzählige Trickfilme des Studios musikalisch und war als einer der Violinisten in den Realszenen von Fantasia zu sehen. Gemeinsam mit Leigh Harline und Ned Washington erhielt er 1940 einen Oscar für den unvergesslichen Soundtrack von Pinocchio. Später wurde er auch für die Realfilme des Studios eingesetzt und übernahm hier manche seiner Cartoon-Musik-Erfahrungen. 1994 wurde der neun Jahre zuvor verstorbene Smith zur Disney-Legende gekürt, genau Julie Andrews oder Carl Barks.

20.000 Meilen unter dem Meer

Das absolute musikalische Highlight des Films stammt jedoch nicht von Smith. Den von Kirk Douglas so unvergesslich interpretierten Song A Whale of a Tale schrieben Norman Gimbel und Al Hoffman. Als Bonustracks enthält der Soundtrack noch einige zusätzliche sehr viel routinierter aber auch langweiliger interpretierte Versionen des gleichen Musikstücks, gesungen von The Wellingtons und von Bill Kanady. Außerdem ist noch ein weiterer ebenfalls von Kirk Douglas geschmetterter Song zu hören. And The Moon Grew Brighter stammt aus dem Power-Western Mit stahlharter Faust und wurde als B-Seite auf die Single von A Whale of a Tale gepresst.

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Suzi Quatro

Fast noch schneller als in England wurde die 23-jährige Suzi Quatro in Deutschland mit dem Song Can the Can zum Superstar. Bravo verlieh ihr 1974 den Goldenen Otto, und bereits ein Jahr zuvor konnten Leser, die sich elf Ausgaben des Jugendmagazins kauften, eine Suzi in voller Lebensgröße von 1,52 Meter als  Starschnitt an die Wand hängen.

Suzi Quadro

Mit 48 Crash oder Devil Gate Drive folgten einige weitere Hits und 1978 gab ein kleines Comeback, als Suzi Quatro 1978 im Duett mit Chris Norman den Song Stumblin’ In aufnahm. Die alten Lieder wurden gerne immer wieder gehört, doch das schien es auch schon gewesen zu sein.

Suzi Quadro

Die hochinteressante Doku Suzi Q zeigt, dass auch die Jahre vor Can the Can und nach Stumblin’ In  für den ersten weiblichen Rockstar alles andere als ereignisarm verliefen. Die 1950 in Detroit geborene Suzi Quatro spielte bereits als 14-Jährige recht erfolgreich Bass in der Frauenband The Pleasure Seekers. Dabei überzeugte sie auch als Sängerin und bekam 1971 das Angebot in England eine Solokarriere zu starten. Dies klappte nach einigen Anfangsschwierigkeiten recht gut.

Suzi Quadro

In den USA blieb Suzi jedoch der große Durchbruch verwehrt. Die Höhepunkte dort waren ihre Auftritte im Vorprogramm von Alice Cooper und in sieben Episoden der TV-Serie Happy Days. Sie arbeitete auch weiterhin als Schauspielerin, etwa auf der Bühne in der Hauptrolle des Musicals Annie get your Gun oder als Gaststar in Serien wie Inspector Barnaby.

Suzi Quadro

Der 104-minütige Dokumentarfilm ist nah dran an der immer noch sehr aktiven Suzi, lässt sie aus ihren Gedichten zitieren und Weggefährten wie Alice Cooper, Deborah Harry, Joan Jett oder ihre immer noch etwas neidischen Schwestern kommen zu Wort. Die DVD-Veröffentlichung von „Suzie Q“ enthält auch noch allerlei interessantes Bonusmaterial.

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Ennio Morricone in Venice

Am 6. Juli 2020 verstarb mit Ennio Morricone einer der größten Komponisten von Filmmusik im Alter von 91 Jahren. Eine seiner letzten Arbeiten war der Soundtrack zu Quentin Tarantinos The Hateful Eight.

Ennio Morricone in Venice

In seinen letzten Lebensjahren gab Morricone auch immer wieder spektakuläre Konzerte. Am 10. und 11. September 2007 dirigierte er vor dem malerischen Hintergrund des Markusplatzes in Venedig ein großes Orchester. Eröffnet wurde das Konzert mit dem wunderschönen Stück Deborah’s Theme, das wohl niemand vergessen dürfte, der jemals Sergio Leones Es war einmal in Amerika sah.

Natürlich gibt es auch die Kompositionen zu legendären Spaghetti-Western wie Spiel mir das Lied vom Tod oder Zwei glorreiche Halunken. Hierbei ist es fast schon ein surreales Erlebnis den festlich bekleideten Herrschaften des Orchesters und der Sängerin Susanna Rigacci im roten Abendkleid dabei zuzusehen, wie sie jene wilde Musik darbieten, die unweigerlich an unrasierte Outlaws denken lässt.

Ennio Morricone in Venice
Ennio Morricone in Venice liegt in einer schön aufgemachten “Deluxe Edition“ mit DVD, 2 CDs und einem Buch. Eine DVD präsentiert das Konzert in Venedig in bester 16:9-Bild- und dts-Ton-Qualität. Die etwas kitschig anmutenden Morricone-Zitate, die gelegentlich eingeblendet werden, sind hingegen eher Geschmackssache. Als Bonus gibt es u. a. noch einen Morricone-Auftritt vor dem UNO-Hauptquartiers in New York bei dem er seine ziemlich ungewöhnliche Komposition Voci dal Silenzio dirigiert. Diese Multikuli-Kammermusik widmete er den Opfern des 11. September 2001. Die Edition ist somit ein Muss für alle Morricone-Fans.

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