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Asterix: Der Goldene Hinkelstein

1967 erschien in Frankreich Asterix als Legionär, ein Höhepunkt der Serie, und die Comics über den kleinen Gallier erreichten erstmals Millionenauflagen. Mit Asterix der Gallier startete der erste Kinofilm zur Erfolgsserie. Zeitgleich erschien unter dem Titel Le Menhir d’Or eine Schallplatte mit einem Asterix-Hörspiel, zu dem ebenfalls Gérard Calvi die Musik beisteuerte.

Asterix: Der Goldene Hinkelstein

Hierfür hatte sich René Goscinny eine Geschichte ausgedacht, die nie als Comic veröffentlicht wurde. Aufhänger war ein an den Eurovision Song Contest erinnernder Gesangswettbewerb für die Barden Galliens, an dem auch Troubadix teilnehmen will, der sich erhofft den Goldenen Hinkelstein zu gewinnen. Da auch die Römer beteiligt sind, begleiten Asterix und Obelix ihren Barden zum Wettstreit der Sänger…

Asterix: Der Goldene Hinkelstein

Die daraus resultierenden Verwicklungen und Keilereien inspirierten Albert Uderzo zu einigen großformatigen Illustrationen. Diese wurden gemeinsam mit dem Hörspiel-Text als 9-seitiges Booklet der „livre-disque“-LP beigefügt. Aktuell wurden die Illus unter der Aufsicht des im März 2020 verstorbenen Uderzos von Studio-Mitarbeitern restauriert und neu koloriert.

Asterix: Der Goldene Hinkelstein

Dank teilweise mehrmaliger Verwendung einzelner Bildelemente gelang es Illustrationen und Text so zu layouten, dass 41 Seiten im Albumformat gefüllt werden konnten. Hinzu kommt noch ein kurzer aber informativer Anhang.

Asterix: Der Goldene Hinkelstein
© 2020 LES ÉDITION ALBERT RENÉ / GOSCINNY – UDERZO

Am meisten Sinn macht die “Lektüre“ dieser durchaus interessanten Rarität, wenn das Buch gemeinsam mit dem erstmals auf Deutsch eingesprochenen Hörspiel goutiert wird. Dieses ist bei Universal Music GmbH bzw. Karussell auf diversen Kanälen erhältlich.

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Will Eisner: PS Magazine

Anfang der 40er-Jahre startete der Zeichner und Autor Will Eisner seine Serie mit dem maskierten Detektiv The Spirit. Auf oft meisterlich gestalteten Seiten überraschte er mit spannenden, komischen aber auch tragischen Kurzgeschichten. Vierzig Jahre später erlebte Eisner mit Ein Vertrag mit Gott ein grandioses Comeback. Um diese Storysammlung auch außerhalb der Comicszene vermarkten zu können, erfand er den auch bei uns immer gängiger werdenden Begriff Graphic Novel. Dass Eisner zwischen (bzw. bereits während) Spirit und Vertrag mit Gott für die US-Army arbeitete, war nie ein Geheimnis, doch erst 2011 wurden ausgewählte Beispiele seiner Militär-Comics veröffentlicht.

Will Eisner: PS Magazine

Nachdem Will Eisner 1942 eingezogen, arbeitete er zunächst für Militär-Magazine wie Firepower oder Army Motors. Aus letzterem ging zur Zeit des Koreakrieges das PS Magazine hervor, eine monatlich erscheinende handliche Broschüre. Eisner war damals bereits wieder Zivilist und die Geschäfte seines Studios mit Zeitungscomics liefen nicht besonders. Daher stellte er seine künstlerischen Talente erneut in den Dienst der Armee.

Will Eisner: PS Magazine

Eisner konnte die Militärs davon überzeugte, dass Comics sich bestens dazu eignet, Soldaten anzuleiten, sorgsam mit ihrem Material umzugehen. Es konnte für die G.I.s lebensgefährlich und für die Army sehr teuer werden, wenn unachtsam mit Ausrüstung umgegangen wird. Eisner griff auf seine während seiner Militärzeit entwickelte komische Figur des Gefreiten Joe Dope zurück. Dieser sorgte in PS für Slapstick und diente als abschreckendes Beispiel.

Will Eisner: PS Magazine

Um sich der Aufmerksamkeit der Truppe auch wirklich sicher zu sein, stellte Eisner ihm die wohlproportionierte Soldatin Connie Rodd zur Seite. Das Konzept ging auf und Eisner fand die richtige lässige und manchmal auch etwas zotige Tonart um trockene Informationen zu vermitteln. Seine lehrreich-witzigen Comics erfreuten sich bei der Truppe sehr viel größerer Beliebtheit als Betriebsanleitungen und Handbücher.

Will Eisner: PS Magazine
Eisner suchte im Rahmen dieser Tätigkeit immer wieder den direkten Kontakt zu den Soldaten. Seine Recherchen trieben ihn bis nach Korea und Vietnam, wobei er seine Gattin Ann über diese nicht eben ungefährlichen Trips erst im Nachhinein informierte. Eisner war kein Befürworter des Vietnamkriegs, jedoch fest davon überzeugt, dass er den meist nicht freiwillig kämpfenden Soldaten durch seine Comics half, den Krieg unbeschadet zu überstehen. Für ihn war es eine wichtige Erfahrung erstmals mit Comics mehr machen zu können als zu unterhalten. Er war stolz darauf, den “Spielraum“ und den “Wirkungsgrad der sequenziellen Kunst“ zu erweitern.

Will Eisner: PS Magazine

Zur intensiveren Beschäftigung mit diesem Thema sei die Will Eisner gewidmete 53. Ausgabe der Comicfachzeitschrift Reddition oder ein leider nur in englischer Sprache erschienener Sammelband mit den PS-Comics empfohlen. Zusammengestellt und eingeleitet wurde das schön aufgemachte Büchlein vom schottischen Zeichner Eddie Campbell, der am bekanntesten durch seinen von Alan Moore getexteten und mit Johnny Depp verfilmten Jack the Ripper Comic From Hell sein dürfte.

Will Eisner: PS Magazine

Die aus 227 PS-Ausgaben ausgewählten Comics enthalten auch Gastauftritte von populären Figuren wie Donald Duck oder Popeye und belegen, dass der Comic-Pionier Eisner auch bei seinen Arbeiten für das Militär voll bei der Sache war. In einer im Städtchen “Schnitzleburg“ spielenden Geschichte füllte Eisner die Sprechblasen der in Deutsch redenden Nebenfiguren mit Buchstaben in Frakturschrift, lange bevor René Goscinny und Albert Uderzo diesen Kunstgriff in Asterix als Legionär verwendeten.

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Asterix als Legionär – Ultimative Edition

1966 in Pilote veröffentlichte Geschichte Asterix als Legionär erschien bei uns (nach Vorabdruck in MV) erst 1971, aber dann in Millionenauflage! Das Album dürfte das gelungenste der an Höhepunkten nicht eben armen Serie sein. Schon der Auftakt mit dem hoffnungslos verliebten Obelix ist unvergesslich. Dem schüchternen Hinkelstein-Lieferanten bricht das (sprechblasenförmige) Herz als er erfährt, dass die von ihm angebetete Falbala bereits vergeben ist.

Asterix als Legionär

Aber trotzdem setzt Obelix alles dran um Falbalas Verlobten Tragicomix aus den Klauen der römischen Armee zu befreien. Um auch so schnell wie möglich nach Afrika verschifft zu werden, mustern er und sein Kumpel Asterix bei der 1. Legion, 3. Kohorte, 2. Manipel, 1. Zenturie an. Was in dieser außerdem noch aus dem Griechen Militaros, dem Briten Eftax, dem Belgier Mannekenpix, dem Goten Kriegmichnich und dem Ägypter Tennisplatzis bestehenden Truppe abgeht ist Comicgeschichte. Mit jedem dieser Charaktere konnten Goscinny und Uderzo sich über nationale Eigenarten lustig machen. Genial ist der Einfall die Figuren in verschiedenen Schrifttypen (gotisch = Fraktur, ägyptisch = hieroglyphische Bilderrätsel) sprechen zu lassen und den genervten Ausbilder Hotelterminus von einem Dolmetscher abhängig zu machen.

Asterix als Legionär - Ultimative Edition

Goscinny gelang hier eine ebenso spannende wie lustige Geschichte voller witziger Anspielungen. Uderzo lässt ganz selbstverständlich die wunderschöne Falbala und den an seinen Fliegerhelden Michel Tanguy erinnernden eher realistisch gezeichneten Tragicomix neben den knollennäsigen Galliern auftreten. Auch ansonsten ist er ganz auf der Höhe seiner detailfreudigen Zeichenkunst, was im Großformat der Ultimativen Edition mit sorgsamer Neukolorierung und Handlettering besonders gut zur Geltung kommt.

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