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Quatermass

Einige Jahre bevor die britischen Hammer Film Productions weltbekannt für ihre knallbunten und blutigen Horrorfilme wie Frankensteins Fluch oder Dracula wurden, hatten sie großen Erfolg mit zwei schwarzweißen Science-Fiction-Thrillern. Diese basierten auf von Nigel Kneale geschriebene BBC-Serien.

Quatermass

Bereits nach den ersten Folgen der Serie The Quatermass Experiment, die 1953 zu einem gewaltigen Publikumserfolg wurde, erwarb Hammer die Rechte daran. Zwei Jahrestartete der Spielfilm The Quatermass Xperiment,  der das X, im Titel trug , weil er das “X certificate“ erhalten hatte, was bedeutet, dass der Film erst ab 16 Jahren freigegeben war. Das Drehbuch schrieb der Regisseur Val Guest, während der US-Amerikaner Richard Landau einige Ergänzungen für die internationale Vermarktung vornahm. Nigel Kneale, der unzufrieden mit dem Hauptdarsteller Brian Donlevy war, blieb (auch finanziell) außen vor.

Quatermass

Doch das mit einem Budget von 42.000 Pfund gedrehte Resultat konnte voll überzeugen. Nicht der die Hauptrolle des Professor Bernard Quatermass etwas prollig spielende Brian Donlevy hinterließ den stärksten Eindruck, sondern am meisten überzeugte Richard Wordsworth als Victor Carroon, der als einziger Astronaut einen Raketenabsturz in Berkshire überlebt hatte. Wer den nur sparsam geschminkten Wordsworth sieht, dem wird  durch dessen Mimik sofort klar, dass er nicht von dieser Welt ist…

Quatermass

Val Guest gelang es, mit simplen Effekten maximalen Horror zu verbreiten. Wenn Caroon mit voller Wucht auf einen Kaktus haut, wird klar, dass hier einiges nicht in Ordnung ist. Auch das Alien-Monster, in das sich der Astronaut am Ende des Films verwandelt, verbreitet sehr viel mehr Schrecken, als aufgrund seiner recht billig zusammengeschusterten Machart eigentlich zu erwarten war.

Quatermass

In den USA lief der Film unter dem Titel Shock, der auch bei uns als Schock übernommen wurde.

Quatermass

Bereits zwei Jahre später entstand der zweite Quatermass-Film, als Vorlage diente die Fortsetzung der BBC-Serie und erneut führte Guest Regie, der diesmal das Drehbuch gemeinsam mit Nigel Kneale schrieb. Ebenfalls wieder dabei war Brian Donlevy.

Quatermass

Der US-Amerikaner war in Hollywood ein beliebter Darsteller für elegante Schurken, z. B. in Cecil B. deMilles Eisenbahn-Western Union Pacific. 1965 spielte Donlevy in Großbritannien die Hauptrolle im Horror-Film The Curse of the Fly, der mehr schlecht als recht den Klassiker Die Fliege fortsetzte.

Quatermass

In Quartermass 2 ist Donlevy recht überzeugend als Professor Quatermass von der “britischen Raumfahrtbehörde“. In dieser Funktion ist er ziemlich erstaunt, als er in einer abgelegenen Gegend in voller Größe den Nachbau einer von ihm geplanten Anlage zur Besiedlung fremder Welten entdeckt. Seltsame Soldaten verjagen ihn, doch Quatermass untersucht die Sache gemeinsam mit seinem Verbündeten Inspector Lomax, den diesmal John Longden anstelle von Jack Warner spielt.

Quatermass

Quatermass und Lomax entdecken, dass ein komplettes Dorf von Außerirdischen kontrolliert und gesteuert wird. Quartermass 2 erhielt bei uns den etwas seltsamen Titel Feinde aus dem Nichts. Auch diesmal gibt es wieder sehr simpel getrickste, aber erstaunlich furchterregende, diesmal sehr viel größere Außerirdische zu bestaunen.

Quatermass

Das Resultat ist nicht nur ein Science-Fiction-Film über eine außerirdische Invasion, sondern zugleich auch ein Prototyp der typischen britischen Form von Verschwörungs-Geschichten, wie sie in englischen TV-Serien wie Mit Schirm, Charme und Melone oder Nummer 6 gerne erzählt werden. Nahezu zeitgleich drehte Val Guest auch noch den ebenfalls auf einer von Nigel Kneale geschriebenen Film Yeti, der Schneemensch mit Peter Cushing.

Quatermass

Der dritte Film sollte eigentlich gleich 1958 nach der Ausstrahlung der BBC-Serie  Quatermass and the Pit entstehen. Doch erst nach einer knapp 10-jährigen Pause startete die Produktion zu einer Zeit, als sich Hammer als Lieferant von stilvollen farbigen Thrillern etabliert hatte. Die beiden Hauptdarsteller Andrew Keir und Barbara Shelley traten bereits ein Jahr zuvor in Blut für Dracula neben einem erstaunlich stummen Christopher Lee auf.

Quatermass

Diesmal stand mit 275.000 Pfund ein sehr viel höheres Budget zur Verfügung, was sich in aufwändigen Bauten niederschlug. So wurden große Teile der fiktiven Londoner U-Bahn-Station Hobbs End in der ein uraltes Ufo gefunden wird, in den MGM Borehamwood Studios errichtet. Das Budget fürs Monster-Design hingegen war eher limitiert, was dank Farbe und Breitwand etwas unangenehm auffiel.

Quatermass

Die Rieseninsekten wirken wie Pappmaché-Basteleien aus dem Kindergarten und die große Teufels-Silhouette am Ende überzeugt auch nur bedingt. Doch die spannende Inszenierung von Roy Ward Baker (Dr. Jekyll und Sister Hyde), die beim Dreh immer ernst bleibenden Darsteller und einige psychedelische Farbspielereien sprechen für den Film.

Quatermass

Somit ist auch der dritte Kinoauftritt von Quartermass wieder ein Musterbeispiel dafür, wie mit Fantasie und Sorgfalt für kleines Geld großer Schrecken verbreitet werden kann.

Quatermass

Bei uns erhielt der Film den halbwegs passenden Titel Das grüne Blut der Dämonen. Die Quatermass-Trilogie erschien 2003 innerhalb der Hammer-Edition von e-m-s als DVD 07, 19 und 20 vor. Die Veröffentlichung wurde mit Booklets und interessanten Extras sehr liebevoll aufgemacht, ist aber leider schon lange vergriffen. Mittlerweile gibt es teilweise auch als recht hochpreisige Blu-ray-Editionen der Filme.

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Blut für Dracula

Nach dem riesigen Erfolg des ersten Dracula-Films mit Christopher Lee von 1958 drehten die britischen Hammer Film Productions mit Dracula und seine Bräute ihren zweiten Film als Vampir-Graf. Lee war jedoch nicht dabei und hatte seinem zweiten Auftritt als Blutsauger erst wieder 1966.

Blut für Dracula

Leider fehlt diesmal Peter Cushing als Van Helsing. Als Ersatz wurde versucht einen von Andrew Keir gespielten Pater Sandor einzuführen. Diese Figur brachte es immerhin zu einigen Soloauftritten in Hammer-Comic-Heften und war Mitte der siebziger Jahre sogar kurz für ein eigenes Filmprojekt im Gespräch. Andrew Keir spielte später übrigens die Titelrolle in Quartermass and the Pitt, Hammers dritten Film um Professor Quartermass. Dank Keir funktioniert Blut für Dracula auch ohne Peter Cushing ganz prächtig und arbeitet einige zuvor unberücksichtigte Momente aus Bram Stokers Romanvorlage ein.

Blut für Dracula

Der Film beginnt damit, dass Pater Sandor abergläubische Dorfbewohner davon abhält, ein gerade verstorbenes Mädchen zu pfählen. Anschließen warnt er in einem Dorfgasthof zwei englische Brüder und deren Frauen davor, sich in die Nähe eines gewissen Schlosses zu begeben. Doch prompt geraten die blöden Städter natürlich exakt dorthin. Während das Blut des einen Bruders (Charles Tingwell) zur Wieder-„Belebung“ von Dracula dient, wird seine Frau (Barbara Shelley) zum ersten Opfer und verfolgt gemeinsam mit dem Grafen die beiden Überlebenden (Francis Matthews und Suzan Farmer). Auf dem vereisten Schlossgraben kommt es dann zu einem recht eindrucksvollen Finale…

Blut für Dracula

Regisseur Terence Fisher zeigt zu Beginn des Filmes noch einmal das hübsche Schlussduell aus Hammers ersten Dracula mit dem Zweikampf zwischen Lee und Cushing. Fisher gelang, trotz der nur selten überraschenden Handlung (das Drehbuch war bereits als direkte Fortsetzung zu Dracula-Film geplant), ein mitreißend-spannender Film. Ein großes Plus sind, wie eigentlich immer bei Hammer, die stilvollen Kulissen (in denen kurz darauf Christopher Lee als Rasputin – The Mad Monk auftrat), die zuverlässigen Nebendarsteller (besonders hübsch die Vampir-Helfer Philip Latham und Thorley Walters) und der stimmungsvolle Soundtrack von James Bernard.

Blut für Dracula

Extras der DVD der Hammer-Edition: „Dracula and the Undead“: Eine sehr interessante Dokumentation von 1990 über die Vampirfilme der Hammerstudios (25:00 min), wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln; Audiokommentar mit Christopher Lee, Barbara Shelley, Francis Matthews und Suzan Farmer; Behind the Scenes-Homemovie: Während der Dreharbeiten filmte Francis Matthews Bruder mit einer Schmalfilmkamera. Die Aufnahmen können wahlweise mit Anmoderation und Kommentar von Francis Matthews (1993, 6:06 min) oder mit Audiokommentar mit Christopher Lee, Barbara Shelley, Francis Matthews und Suzan Farmer (1997, 4:36 min) betrachtet werden; Zwei Bildergalerien mit Musik, einmal farbig (5:05 min) einmal schwarzweiß (7:27 min); Englischer Kinotrainer (2:17 min);  Deutscher Kinotrainer (2:16 min);

Blut für Dracula

Der Film lief später im Doppelprogramm mit Hammers Zombie-Film Nächte des Grauens, hierzu enthält die DVD noch einen englischen Kinotrainer (2:59 min); Der abgefilmte Comic zum Film von 1978 (11:31 min); Abgefilmtes deutsches Filmprogramme “Illustrierte Filmbühne“ (1:34 min); Abgefilmter deutscher Werberatschlag (3:36 min); Erwähnenswert ist auch noch das farbige Booklet mit einem kuriosen Plakat und einem sehr informativen Text von Uwe Huber.

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Rasputin – The Mad Monk

Direkt im Anschluss an Blut für Dracula drehten die britischen Hammer Film Productions 1966  Rasputin – The Mad Monk. Obwohl der Film ja eigentlich im zaristischen Russland spielen soll, ist es schon sehr auffallend, dass dieselben Kulissen wie beim Dracula-Film benutzt wurden. Auch ein Großteil der Besetzung wurde übernommen. Neben Christopher Lee waren auch wieder Barbara Shelley, Francis Matthews und Suzan Farmer dabei.

Rasputin - The Mad Monk

Während bei Blut für Dracula das gesamte Ensemble voll überzeugen kann, ruht diesmal der Film ausschließlich auf den Schultern von Christopher Lee, der recht beeindruckend in der Titelrolle ist. Trotz seiner eher albernen Kostümierung wirkt er niemals lächerlich und kann seiner Filmographie somit ein weiteres Kabinettstück hinzufügen. Ansonsten ist der Film ein Fantasiewerk, das zwar nur ganz lose auf tatsächlichen Ereignissen basiert (dabei aber nie so weit abdriftet wie der Zeichentrickfilm Anastasia, in dem Rasputin durch schwarze Magie die russische Revolution auslöste ) und vom Regisseur Don Sharp (Dr. Fu Man Chu) nicht übermäßig spannend gestaltet wurde.

Rasputin - The Mad Monk

Eine sorgfältigere Annäherung an den tatsächlichen Rasputin wäre mit Sicherheit interessanter gewesen, als diese recht plumpe Bearbeitung. Besonders enttäuschend ist das völlig alberne Finale, in dem der bereits mit vergifteten Wein und Pralinen abgefüllte Rasputin einfach nicht daran denkt zu sterben und ewig lange weiter mit seinen Widersachern kämpft.

Rasputin - The Mad Monk

Auch die nur sehr unzureichend auf Russland getrimmten Kulissen (und Darsteller) machen es dem Betrachter nicht gerade leicht zu glauben, sich in der Umgebung von St. Petersburg zu befinden.

Rasputin - The Mad Monk

Trotzdem kommen alle Christopher-Lee-Fans bei diesem Film voll auf ihre Kosten. Es ist schon beeindruckend zu sehen wie er säuft, Frauen hypnotisiert und sich sein Stuntman beim Kassa-Schock den Bart so ins Gesicht hält, dass nicht auffällt, dass hier nicht Lee den Veitstanz aufführt. Auf DVD liegt diese Hammer-Rarität unter dem Titel Rasputin – Der wahnsinnige Mönch erstmals in einer deutschen TV-Synchronisation vor, die nie zur Ausstrahlung kam.

Rasputin - The Mad Monk

Als am 6.März 1966 Rasputin – The Mad Monk seine Premiere gemeinsam mit der Hammer-Production Das schwarze Reptil erlebte, gab es bei den Doppel-Vorstellungen bei denen an die Zuschauer als Gimmick Rasputin-Bärte verteilt wurden, auch an die weiblichen Besucher…

Rasputin - The Mad Monk

Extras der DVD der Hammer-Edition: Audiokommentar mit Christopher Lee, Barbara Shelley, Francis Matthews und Suzan Farmer, wahlweise mit deutschen Untertiteln;  Interview mit Francis Matthews (1993, 31:44 min); Bildergalerie mit Musik (6:32  min); Englischer Kinotrainer (2:35 min); Deutscher Kinotrainer (2:16 min), Zwei englische TV-Spots (0:58 min + 0:19 min); Erwähnenswert ist auch noch das farbige Booklet mit einem kuriosen Plakat und einem sehr informativen Text von Uwe Sommerlad.

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Die brennenden Augen von Schloss Bartimore

Das waren noch Zeiten, als die Verfasser von deutschen Filmtiteln ihrem Schöngeist noch so richtig Zucker geben durften. 1963 wurde der schlichte englische Titel The Gorgon sehr viel malerischer als Die brennenden Augen von Schloss Bartimore eingedeutscht. Völlig unpassend war dies nicht, denn Gorgonen, wie z. B. Medusa, sind in der griechischen Mythologie Wesen mit Schlangenhaaren, deren Blick (bzw. brennenden Augen) den Betrachter zu Stein erstarren lässt.

Die brennenden Augen von Schloss Bartimore

Jemand wie Medusa mag vielleicht nicht unbedingt in jenes deutsch angehauchte Karpaten-Europa passen, in dem die atmosphärischen Farbfilme der britischen Hammer Film Productions bereits recht eigenständige Versionen der Horror-Mythen um Dracula und Frankenstein ansiedelt haben. John Gilling, der Drehbuchautor von  Die brennenden Augen von Schloss Bartimore, sollte 1965 mit Das schwarze Reptil einen ähnlich originellen Horrorfilm für Hammer drehen.

Die brennenden Augen von Schloss Bartimore

Doch dem aus Regisseur Terence Fisher, sowie den Darstellern Christopher Lee und Peter Cushing bestehenden Hammer-Dream-Team gelang in ihrem letzten gemeinsamen Film einmal mehr ein Schauerstück der Extraklasse, das auch noch gewaltig davon profitiert, dass es hier zur Abwechslung einmal nicht um vertraute Monster, wie Vampire, Mumien oder lebende Leichname, geht.

Die brennenden Augen von Schloss Bartimore

Bemerkenswert ist aber auch die Rolle, die der attraktiven Barbara Shelley zugedacht wurde. Anders als ansonsten bei Hammer üblich, spielt sie keine dieser in farbenfroher historischer Bekleidung herumlaufenden Frauen, die ständig von dem den Herren der Schöpfung vor dem Monster gerettet werden müssen. Von Anfang an greift die von Shelley verkörperte Carla Hoffman aktiv ins schaurige Geschehen ein und trägt auch zum großen Finale so einiges bei.

Die brennenden Augen von Schloss Bartimore

2009 erschien Die brennenden Augen von Schloss Bartimore bei uns als mittlerweile hoch gehandelte DVD in mittelprächtiger Bildqualität und ohne Extras.

Die brennenden Augen von Schloss Bartimore

Als Alternative bietet sich eine großartig ausgestattete britische Blu-ray-Veröffentlichung an.

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