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Robin 2 – Der Lazarusdämon

Im Juni 1971 führte das legändere Trio Julius Schwartz (Redakteur), Dennis O’Neil (Autor) und Neal Adams (Zeichnungen) in US-Batman #232 den unsterblichen Ökokriminellen Ra’s al Ghul ein. Bereits einen Monat zuvor in US-Detective Comics #411 debütierte dessen Tochter Talia. Seitdem sind sie fester Bestandteil des Batman-Universums. Aus der Beziehung des Dunklen Ritters und der mörderischen Talia entstand deren leiblicher Sohn Damian, der mittlerweile als Robin tätig ist.

In Turnier der Killer, dem ersten Band einer Robin-Serie wurden die besten Kämpfer der Welt auf Lazarus-Island zu einem Turnier auf Leben und Tod eingeladen. Dem Sieger wurde Unsterblichkeit versprochen. Das Turnier schreitet fort und in der Zwischenzeit kommt Robin hinter das Geheimnis der mysteriösen „Mother Soul“, die die Herrscherin auf Lazarus-Island ist. Im Finale des Turniers schließlich stehen sich Robin und Connor Hawke, der leibliche Sohn von Oliver Queen, gegenüber. Auf fünfzehn epischen Seiten – die wirklich actionreich und dynamisch gestaltet sind – schlagen die Protagonisten aufeinander ein, bis der Sieger feststeht. Aber ob es wirklich ein Segen war, zu gewinnen? Denn die Lazarus-Grube hat noch manche mystischen Geheimnisse und ihr entspringt wahrhaft ein Dämon.

Der Autor Joshua Williamson greift tief in die Trickkiste und entlockt der Origin von Ra’s al Ghul noch viele spannende Aspekte, die auch direkte Auswirkungen auf seinen Enkel Damian haben. Viele Aspekte, die Grant Morrison in seinem Batman-Run von 2006 bis 2011 dem Batman-Mythos hinzugefügt hatte, greift Williamson auf und vertieft sie. Es sei verraten, dass Mother Soul die Mutter von Ra’s als Ghul ist und die Familiengeschichte der al Ghuls noch viele Geheimnisse parat hält.

Norbert Elbers

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Swamp Thing – Classic Collection

1971 erzählten der Autor Len Wein und der Zeichner Bernie Wrightson die tragische Geschichte vom Wissenschaftler Alex Olsen. Dieser wurde im vorletzten Jahrhundert von seinem angeblichen Freund Damian umgebracht, da es dieser auf dessen Frau Linda abgesehen hatte. Damian vergrub Alex in den Sümpfen von Louisiana.

Der Verstorbene ging eine Metamorphose mit den wilden Sumpfblüten ein, wurde zum mächtigen Swamp Thing und rächte sich an seinem Mörder. Doch das entfremdete Alex von seiner Frau und traurig ging das Ding zurück zu “seinem einzigen Freund“, dem Sumpf…

Diese im DC-Heft House of Secrets 92 auf nur acht Seiten erzählte Geschichte wurde zu einem gewaltigen Erfolg und die Leserschaft verlangte Nachschub. Nach anfänglichem Zögern machten sich Wein und Wrightson daran, aus Swamp Thing einen Serienhelden zu machen.

Sie verlagerten die Geschichte in die damalige Gegenwart und ließen diesmal den Biologen Alec Holland zum tragisches Ungetüm werden. Er traf auf ein nur leicht modifiziertes Monster von Frankenstein, aber auch auf Batman. Nach zehn Heften verließ Wrightson die Serie und drei Ausgaben später ging auch Len Wein von Bord. 1976 war dann erst einmal Schluss mit Swamp Thing.

Als 1982 ein von Wes Craven (Scream) gedrehter gar nicht einmal so guter Film in die Kinos kam, wurde der Comic unter dem Titel The Saga of the Swamp Thing neu gestartet. So richtig ab hob die Serie jedoch erst, nachdem der Brite Alan Moore (Watchmen) mit Heft 20 seinen ersten US-Comic textete. Er blieb der Serie bis 1987 treu und führte dabei ganz nebenbei den Detektiv und Magier John Constantine ein.

Die zehn von Wrightson gezeichneten und die von Moore getexteten Comics mit Swamp Thing wurden bei uns bereits in den 90er-Jahren veröffentlicht. Was zwischendrin mit dem “Ding aus den Sümpfen“ (so der Untertitel der Carlsen-Ausgabe) geschah, kann erst jetzt bei Panini in einer Classic Collection auf 900 Seiten nachgelesen werden, die neben den von Wrightson gezeichneten Comics auch noch die Comicadaption des Craven-Films enthält.

Es ist schon ein ziemlicher Bruch zu spüren, als das Artwork in Ausgabe 11 nicht mehr von Wrightson, sondern vom philippinischen Zeichner Nestor Redondo stammt. Swamp Thing ist plötzlich kein mysteriöses Pflanzenwesen mehr, sondern ein grünhäutiger Muskelprotz. Doch Redondo verpasste dem Sumpfmonster schon recht bald wieder den gewohnten Look, während die meistens von David Michelinie verfassten Stories durchaus bei der Fabulierfreude von Len Wein mithalten können.

Beim Neustart der Serie als The Saga of the Swamp Thing wurden die fast immer von Martin Pasko geschriebenen Geschichten zunächst von Thomas Yeates zu Papier gebracht, der seit 2012 auch die neuen Abenteuer von Prinz Eisenherz zeichnet. Während Yeates recht ansprechende Titelbilder gelangen, wirken seine routiniert ausgeführten Comicseiten oft etwas steril. Paskos Geschichten hingegen sind gelegentlich ganz schön wirr und seine in Bayern angesiedelte Storyline erzählt nicht immer geschmackssicher auch vom Holocaust.

Nach einem kurzen recht ansehnlichen Gastspiel der Brüder Scott & Bob Hampton übernahmen ab 1983 Stephen R. Bisette und John Totleben das immer wilder wuchernde Artwork. Dabei wird schon auf den Einsatz von Alan Moore eingestimmt. Die Lektüre der letzten Hefte der Deluxe Edition erleichtert den Einstieg in Paninis dreibändige Edition mit allen von Moore geschriebenen Swamp-Thing-Comics, für die sogar eine ansehnliche Neukolorierung spendiert wurde.

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DC League Of Super-Pets

Während Marvel in Sachen Superhelden-Unterhaltung an allen Fronten punkten kann, sieht es bei DC ziemlich durchwachsen aus. Durchgehend zuverlässig funktioniert eigentlich nur die auf mittlerweile über 40 Trickfilme angewachsene Reihe der DC Universe Animated Original Movies. Daher ist es naheliegend einen Animationsfilm mit Superman, Batman, Wonder Woman & Co. in die Kinos zu bringen. Doch um auch sehr junge Zuschauer anzusprechen, stehen nicht die Superhelden im Vordergrund, sondern allerlei Haustiere.

Zentrale Figur ist Krypto the Superdog. Der Hund von Superman stand bereits 2006 im Zentrum einer eigenen Animationserie. Der Kinofilm beginnt damit, dass der weiße Labrador Retriever als Welpe, kurz bevor der Planet Krypto explodiert, in jenes Raumschiff hüpft, das den kleinen Kal-El in Richtung Erde transportiert. Dort sieht Kryto sein glückliches Leben als Haustier von Superman gefährdet als sein Herrchen sich mit dem Gedanken trägt Lois Lane zu heiraten.

Größere Gefahr droht jedoch durch das Meerschweinchen Lulu, das durch oranges Kryptonit plötzlich über Superkräfte verfügt und Lex Luthor dabei hilft die gesamte Justice League einzusperren. Doch auch weitere Insassen eines Tierheims verfügen plötzlich über Superkräfte und setzen diese im Kampf gegen Lulu und ihre Armee von mutierten Hamstern ein…

DC League Of Super-Pets ist eine nicht ungeschickt zusammengebastelte Mischung aus Pets, Die Unglaublichen und Paw Patrol. Für erwachsene Zuschauer gibt es einige amüsante manchmal auch parodistische Superhelden-Momente, die oft auf Kosten von Batman gehen. Dieser wird im Original von Keanu Reeves und bei uns von Torsten Sträter gesprochen. Recht lustig, wird es, wenn Batman sich dagegen wehrt den Hund Ace als Bat-Hound zu akzeptieren, denn er arbeitet ohne Partner, “abgesehen von Robin, Alfred, Jim Gordon, Nightwing, (…) und den Typen, den Morgan Freeman im Kino gespielt hat.“

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Catwoman: Lonely City

Wenn im Vorwort dieser Comic mit Frank Millers Meilenstein The Dark Knight Returns verglichen wird, so beschreibt dies nur sehr unzureichend, was Cliff Chiang (Paper Girls) mit Catwoman angestellt hat. Genau wie Bruce Wayne bei Frank Miller schlüpft hier eine nicht mehr ganz junge Selina Kyle wieder in ihr eng gewordenes Kostüm.

Auch bei Cliff Chiang hat sich Gotham im Laufe der Zeit nicht gerade zu seinem Vorteil verändert, denn Harvey Dent alias Two-Face hat als diktatorischer Bürgermeister eine Polizei-Stadt daraus gemacht. Doch zu einer düsteren Dystopie ist die Geschichte dennoch nicht geworden.

Selina Kyle musste miterleben, wie Bruce Wayne in ihren Armen starb und kehrt nach dem Absitzen ihrer zehnjährigen Haftanstalt in Blackgate in ihre Heimatstadt zurück. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten gelingt es der mittlerweile 55-jährigen Selina recht gut sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Sie findet alte aber auch neue Verbündete und lässt sich ein neues Catwoman-Kostüm anfertigen…

Cliff Chiang erzählt seine mitreißende aber auch humorvolle Geschichte in farbenfrohen Bildern, die im Großformat der zweibändigen Panini-Ausgabe sehr gut zur Geltung kommen.

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Guillem March: Karmen

Zu internationalen Ruhm brachte es Guillem March, als er 2011 gleich im ersten Heft eines Neustarts der Serie Catwoman äußerst erotisch zu Papier brachte, wie die Titelheldin mit Batman in der Kiste landete. Der Spanier setzte danach weiterhin sehr ansprechend DC-Heldinnen in Szene, verwirklichte aber auch ein Herzensprojekt im klassischen europäischen Albumformat.

Catwoman: The New 52

Karmen erzählt von der Studentin Catalina, die immer noch in ihren Sandkisten-Freund Xisco verliebt ist und sich aufdringlich in dessen Liebesleben einmischt. Als sie zu erkennen glaubt, dass sie emotional auf den Holzweg ist, beschließt Catalina sich das Leben zu nehmen. Dies ruft Karmen auf den Plan.

Guillem March: Karmen

Die rothaarige Frau mit den Sommersprossen trägt einen Skelettanzug und dokumentiert im Auftrag höherer Mächte, wie Erdenbürger zu Tode kamen, bevor sie in die nächste Daseinsebene wechseln. Dies ist eigentlich eine schnell erledigte Routinetätigkeit, doch Karmen lässt sich Zeit und befasst sich sehr intensiv mit Catalina. Karmen zweifelt am Sinn von Catalinas Selbstmord und pocht zum Entsetzten ihrer Vorgesetzten an der Weltordnung…

Guillem March: Karmen

Da Catalina sich in der Badewanne die Pulsadern aufgeschnitten hat, geistert sie splitternackt durch die Zwischenwelt. Diesen Vorwand nutzt Guillem March zwar ausgiebig, um seine Fähigkeit attraktive Frauen zu zeichnen zur Schau zu stellen, doch nicht minder sinnlich präsentiert er die Schönheit seiner Heimatstadt Palma de Mallorca. Dies gipfelt in einer beeindruckend in Szene gesetzten Doppelseite, die zeigt wie Catalina über der Kathedrale der Heiligen Maria schwebt.

Guillem March: Karmen

Doch nicht nur die Bilder sprechen für den Comic, der auf zahlreichen Ebenen begeistert. So lässt March seine beiden Hauptfiguren – unbemerkt von den Mallorquinerinnen und Mallorquinern – durchaus tiefsinnig über den Sinn des Lebens plaudern. Zugleich stellt er interessante und amüsante Theorien über das Leben nach dem Tode auf. Guillem March gelang mit Karmen ein sinnlicher Comic, der optisch und inhaltlich fesselt.

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Catwoman: Selina’s Big Score

Im mittlerweile zum Klassiker gewordenen Comic Selina’s Big Score (Catwoman: Selinas großer Coup) erzählt Darwyn Cooke (DC New Frontier, Before Watchmen: Minutemen, Parker) 2002 von Catwomans Rückkehr nach Gotham City. Sie sucht ihren alten Hehler Leonard „Swifty“ Burgess auf. Bei ihm hat sie ein Paket deponiert, das ihr erst einmal über die Runden hilft. Aber sie ist auf der Suche nach einem ganz großen Ding, um wieder sich ein Leben zu ermöglichen, das sie früher geführt hat.

Catwoman: Selina’s Big Score

Über Swifty lernt sie Chantel kennen – eine Prostituierte, die die Gespielin von Frank Falcone ist. Chantel weiß zu berichten, dass 24 Millionen Dollar Schmutzgeld mit dem Zug nach Kanada gebracht werden sollen um dort Heroin zu kaufen. Chantel will dieses Wissen nutzen, um ihre Situation zu verbessern, sie möchte ihr altes Leben hinter sich lassen und mit dem Geld auch für ihr Kind und ihre kranke Mutter sorgen.

Darwyn Cooke: Batman – Ego

Selina versteht sie nur zu gut, denn sie war auch einmal in derselben Situation. Damals trat plötzlich und unvorhersehbar ein Mann in ihr Leben, der ihr half, all das hinter ihr zu lassen: James Stark. Ein Mann, der als eiskalter Killer und berüchtigter Meisterdieb gilt.

Catwoman: Selina’s Big Score

Er erschoss vor vielen Jahren einen Freier von Selina. Er nahm sie mit und lehrte sie alles, was er weiß. Aber bei einem großen Diamantenraub verrät sie ihn und setzt sich mit der Beute ab. Jetzt ist der Augenblick gekommen, wieder mit ihm Kontakt aufzunehmen und ihn um Hilfe für diesen großen Coup zu bitten. Er holt noch einen dritten Mann mit ins Boot: Jeff, einen jungen Draufgänger.

Catwoman: Selina’s Big Score

Das Trio, bei dem keiner weiß, ob er dem anderen trauen kann, macht sich an die Planung. Alles läuft glatt, bis auf die Tatsache, dass die Falcones hinter Chantels Verrat kommen. Das Trio weiß von alledem nichts und so laufen die Vorbereitungen für den großen Coup weiter. Auch die Folcones, die nun aus Chantel die Wahrheit herausgepresst haben treffen ihrerseits Maßnahmen um den Raub ihres Geldes zu vereiteln. Aber es kommt alles ganz anders als sie gedacht haben…

Darwyn Cooke: Batman – Ego

In der Geschichte gibt es ein Wiedersehen mit Slam Bradley, jenem knallharten Hardboiled Detective aus US-Detectiv Comics #1 aus dem Jahr 1937, geschaffen von Jerry Siegel und Joe Shuster. Selten habe ich eine so spannende und fesselnde Geschichte gelesen – die Charakterisierungen der auftretenden Personen sind klar und überzeugend.

Catwoman: Selina’s Big Score

Catwoman: Selinas großer Coup ist auch enthalten im großartigen Sammelband Darwyn Cooke: Batman – Ego.

Norbert Elbers

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Catwoman: When in Rome

Der Autor Jeph Loeb und der Zeichner Tim Sale sind im Comicgeschäft so etwas, wie ein Dreamteam. Ihre Comics  Superman for all Seasons Daredevil: Yellow, Spider-Man: Blue und Hulk: Gray und Captain America: White  gehören zu den interessantesten Superhelden-Comics. Mit dem vorliegenden Band setzt das Kreativteam ihre überaus erfolgreichen Batman-Geschichten The Long Halloween und Dark Victory fort.

Catwoman: When in Rome

In seiner typischen Art bog Loeb sich einige Details zurecht, die nicht so ganz in die bestehende Continuity passten und einer Erklärung bedurften. Eine der offenen Fragen, die damals blieb, war, wer  der wahre Vater von Catwoman alias Selina Kyle wirklich ist. In Dark Victory war sie verschwunden und selbst Batman wusste nicht wohin. Wo sie aber seinerzeit war, das berichtet nun Catwoman – Damals in Rom.

Catwoman: When in Rome
Catwoman ist auf dem Weg nach Rom und da sie dort ein paar Rätsel aus ihrer Vergangenheit lösen möchte, hat sie den Fachmann für solche Fälle gleich mit im Gepäck: den Rätselknacker, besser bekannt als Riddler. Aus diversen Einbrüchen beim Römer Carmine Falcone weiß Selina, dass er Geheimnisse hat und sie beginnt zu ahnen, was es sein könnte. Sie möchte Gewissheit und deshalb bricht sie dahin auf, wo Falcone herkommt – nach Rom.

Catwoman: When in Rome
Und Rom läge nicht in Italien, wenn die beiden nicht sofort Kontakt mit der Mafia bekämen. Catwoman sucht den obersten Mafiaboss in Rom auf, aber leider überlebt er diese erste Begegnung nicht und schon beginnen die Probleme. Und obwohl sie in Europa sind, scheint Gotham City allgegenwärtig zu sein: Jokergas, Mr. Freezes Eiskanone, Scarecrows Angstgas und Catwoman plagen regelmäßig Alpträume, in denen Batman vorkommt. Die Rollen der Charaktere sind anfangs undurchschaubar, die Auflösungen einleuchtend, aber nicht trivial.

Catwoman: When in Rome

Loeb lässt sehr viel Humor einfließen, aber ebenso baut er bewegende Momente und unerwartete Wendungen ein. Und am Ende scheint es wohl so zu sein, dass Selina ihre wirklichen Eltern gefunden hat: Den ehemaligen obersten Mafiaboss von Gotham City Carmine Falcone und dessen Frau Luisa, die immer noch in Italien lebt.

Catwoman: When in Rome
Sale hat ein paar nette Bilder zu bieten, z. B. die Innenansicht des Peterdomes, in den Catwoman einbricht. Seine Bilder sind stimmungsvoll, kräftig – passend. Mit einem Schuss versteckter Erotik und Selina darf schon mal etwas mehr ihrer Haut zeigen.

Norbert Elbers

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Hulk: Gray

Bei unseren vorherigen „Bilderbüchern“ Spider-Man: Blue und Daredevil: Yellow hatte ich eine emotionale Bindung zu den Geschichten, die wir nacherzählten, da ich sie als Kind gelesen hatte. Dies war hier nicht der Fall“ schreibt der Zeichner Tim Sale im Nachwort von Hulk: Grey. Dies ist dem Resultat von Sales erneuter Zusammenarbeit mit seinem Stammtexter Jeph Loeb leider auch deutlich anzumerken.

Hulk: Grey

Loeb lässt den schon älteren Bruce Banner im Gespräch mit seinem Freund dem Psychiater Leonard Samson seine ersten Erlebnisse nach der Verwandlung in den mächtigen Hulk schildern. Laut Loeb gibt es eine Theorie, die besagt, dass „wenn man einen Mord nicht in binnen der ersten 24 bis 48 Stunden aufklärt, die Spur erkaltet.“ Dies ist der Aufhänger für eine etwas schwächliche Geschichte, die „mehr oder weniger zwischen“ den beiden ersten Hulk-Heften spielt, die Stan Lee und Jack Kirby 1962 schufen.

Hulk: Grey

In The Incredible Hulk #1 hatte der Hulk noch eine graue Hautfarbe. Ohne weitere Erklärung änderte Stan Lee diese „nichts so gut wirkende Farbe kurzerhand in grün um“, denn so Lee: „Oh, welche Allmacht hat man als Autor im Comic-Business.“ Eine direkte Erklärung für diesen Farbenwechsel liefern Loeb und Sale jetzt auch nicht.

Hulk: Grey

Wenn am Ende der Geschichte ein grüner und sehr viel stärker stilisierter Hulk die Praxis des erschrockenen Doktor Samson verlässt, deutet sich allerdings an um wie vieles spannender „Hulk: Grau“ hätte werden können.

Hulk: Grey

Insgesamt zeigt sich das Erfolgsteam leider diesmal in unterdurchschnittlicher Form. Doch auch schon der Regisseur Ang Lee glänzte nicht gerade bei seiner Hulk-Verfilmung und auch die Comicgiganten Lee und Kirby mussten The Incredible Hulk schon nach sechs Heften einstellen.

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Spider-Man: Blue

Zu einem soliden Superhelden-Mythos gehört, dass der Anfang der Geschichte immer und immer wieder neu erzählt werden kann. Dabei bleiben Ausgangssituation und Kostüm (meistens) konstant und zuvor kaum beachtete Randerscheinungen und -Figuren treten in den Vordergrund.

Spider-Man: Blue

Das Team Jeph Loeb und Tim Sale bewies  zuvor bereits bei Superman for all Seasons Daredevil: Yellow, sowie den Batman-Comics The Long Halloween und Dark Victory absolute Meisterschaft im Vitalisieren bekannter Figuren.

Spider-Man: Blue

Auch Spider-Man: Blau überzeugt, leidet jedoch ein wenig darunter, dass der Mythos um den Spinnenmann nicht erst seit den erfolgreichen Verfilmungen bis zum Abwinken abgegrast und durchleuchtet wurde. Doch bei Loeb und Sale komen jene Fans voll auf ihre Kosten, die es schon immer gestört hat, wenn Peter Parkers romantische Verwicklungen durch ein weiteres Gefecht mit Superschurken unterbrochen wurden.

Spider-Man: Blue
Spider-Man: Blau erzählt von jener unbeschwerten Zeit, als Peter Parker sich in die süße Gwen Stacy verliebte und sich (sicherlich nicht nur ausgelöst durch den Spinnenbiss) vom Streber in einen umgänglichen Typen verwandelte.

Spider-Man: Blue

Doch die Hauptgefahr droht (zunächst) nicht vom Green Goblin sondern von einer gewissen Mary Jane Watson, aus deren ersten Satz zu Peter Parker „Face it Tiger, you hit the Jackpot“ auf Deutsch eine eher simples „Gib’s zu Tiger, heute ist Dein Glückstag“ wurde.

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Daredevil: Yellow

1999 wurden der Autor Jeph Loeb und der Zeichner Tim Sale auf dem Comic Con in San Diego gebührend gefeiert. Durch ihre düsteren Batman-Geschichten The Long Halloween und Dark Victory, sowie  durch das sehr stimmungsvolle Superman for all Seasons (dessen Niveau Loeb als Texter der regulären Superman-Serie niemals auch nur ansatzweise erreichte) brachten sie frischen Wind in das etwas dahin vegetierende DC-Superhelden-Universum.

Daredevil: Yellow

Als ihnen in San Diego die Frage gestellt wurde, was sie als nächstes planten, zuckten Loeb und Sale mit den Achseln. Doch schon wenige Tage später war in der neuen Ausgabe der US-Comicbibel Wizard zu lesen, dass die beiden sich nun an Marvels Daredevil versuchen wollten.

Daredevil: Yellow

Das entbehrt nicht einer gewissen Logik, denn Daredevil ist quasi Marvels Pendant zu DCs Batman, da auch diese Figur (abgesehen von geschärften Sinnen) ganz ohne gewaltige Superkräfte auskommt. Als Aufhänger ihrer neuen sechsteiligen Serie benutzen Sale und Loeb die Tatsache, dass der mittlerweile in teuflischem Rot daherkommende Held, anfangs eher gelb kostümiert war. Daher als Titel also „Yellow“ und als Titelbilder immer wieder alle möglichen Schattierungen von Gelb.

Daredevil: Yellow

Daredevil: Yellow erzählt einmal mehr von der Entstehungsgeschichte des Helden. Dies ist ein wenig riskant, denn bereits Frank Miller (der sich schon über Sales Zeichnungen bei Batman mokierte, die sehr an seine Serie Sin City erinnern) hatte für John Romita Jr. mit Daredevil – Der Mann ohne Furcht eine sehr lesenswerte Geschichte über das Schicksal Matt Murdocks geschrieben. Doch Sale und Loeb variieren die Geschichte ein wenig. So studiert diesmal Matt bereits Jura als sein Vater der Boxer Kid Murdock umgebracht wird nachdem er ungehörigerweise einen manipulierten Kampf gewonnen hat.

Daredevil: Yellow

Doch es ist sehr viel weniger der Inhalt der hier überzeugt. Vielmehr sind es die großzügig aufgeteilten Seiten und die Aquarell-Kolorierung von Matt Hollingsworth, die Sales Zeichnungen ganz anders wirken lassen als seine eigenen flächigen Farben bei den Batman-Geschichten. Graphisch ist der Comic eine Wucht und wirkt ein wenig so, als wenn Ridley Scott auf seine opulente und aufwendige Art einen Klassiker der schwarzen Serie wie Tote schlafen fest oder Der Malteserfalke neu verfilmt hätte.

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