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Hopfen und Malz

1980 plante der belgische TV-Sender TF1 eine Serie über die Geschichte des Bierbrauens. Der seit Ende der 60er Jahre auch als Comic-Autor tätige Finanzwissenschaftler Jean Van Hamme („Thorgal„, “Die große Macht des kleinen Schninkel“, „Das Teleskop„) konnte mit seinem Konzept “Les maitres de l’orge“ (“Die Herren des Biers“) überzeugen. Beginnend im Jahr 1854 bis hinein in die Gegenwart erzählte er die Geschichte einer weit verzweigten Sippschaft von Bierbrauern namens Steenfort.

Hopfen und MalzDie Jahre zogen ins Land und als Van Hamme 1990 nichts mehr von der TV-Leuten gehört hatte, beschloss er sein Skript zu einem Comic zu verarbeiten, was darin gipfelte, dass schließlich ab 1996 der Sender France 2 doch noch eine sechsteilige TV-Serie namens “Les Steenfort, maîtres de l’orge“ produzierte.

Hopfen und Malz

Die aus sieben Bänden bestehende Comic-Serie zeichnete der Belgier Francis Vallés, der einen ähnlich realistisch-detaillierten Stil pflegt wie Philippe Francq, der Van Hammes Erfolgsreihe “Largo Winch“ in Szene setzt. In Deutschland wurde die Serie ab 1994 unter dem eingängigen Titel “Hopfen und Malz“ bei comicplus+ veröffentlicht.

Hopfen und Malz

Dort erscheint jetzt auch eine schön aufgemachte gebundene dreibändige Gesamtausgabe. Band 1 enthält nicht nur die beiden ersten Alben “Charles, 1854“ und “Magrid, 1886“, sondern – neben informativen Textbeiträgen – auch noch – chronologisch in die Erzählung eingefügt – drei Kurzgeschichten, die Van Hamme und Vallés 1999 im Sonderband “Die Steenforts“ nachlieferten.

Hopfen und Malz

Van Hamme liefert in „Hopfen und Malz“ zwar auch allerlei gut recherchierte Fakten über die Kunst und Geschichte des Brauens. Doch in erster Linie erzählt der Comic eine deftige Familiensaga voller Intrigen und Verführungen. Zentrale Figur der beiden ersten Bände ist Charles Steenfort, der im Laufe seines erstaunlichen Lebens vom Klosterbruder zum rücksichtslosen Brauereibesitzer wird und seiner von ihm verstoßenen großen Liebe Adrienne nachtrauert.

Hopfen und Malz

Dank der vielen überraschenden Wendungen des versierten Erzählers Van Hamme und dem von Vallés sehr lebendig zu Papier gebrachten großen Ensemble faszinierender Charaktere, hat die Serie “Hopfen und Malz“ nicht von ihrer Faszination eingebüßt. Es ist ein großes Vergnügen einen derart mitreißenden Comic in einer so schönen Edition zu lesen.

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Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett

So ziemlich jeder kennt das verrückte Zeichentrick-Fußballspiel der Tiere, das immer wieder gerne zur Auflockerung von Sportsendungen hergenommen wird. Längst nicht jeder weiß jedoch, dass es aus dem Film Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett stammt.

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett

In einer Mischung aus Real- und Zeichentrick-Film wird hier eine zauberhafte Geschichte über die drei englischen Geschwister Charles, Carrie und Paul Rawlins erzählt. Als im Zweiten Weltkrieg Bomben auf London fielen, wurde das Trio aufs Land verschickt und landete bei der angehenden Hexe Eglantine Price. Diese wird von Angela Lansbury als eine Art herbe Mary Poppins sehr schrullig verkörpert.  Eglantine befindet sich noch in Ausbildung, doch im großen Finale setzt sie ihre Kräfte erfolgreich gegen deutsche Invasions-Truppen ein.

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett

Als sich Walt Disney Anfang der 60er-Jahre daran machte Mary Poppins zu verfilmen, war er nicht sicher, ob er auch die Genehmigung der Autorin P. L. Travers bekommen würde (siehe auch Saving Mr. Banks). Daher erarbeitete Disney mit dem selben Team ein Alternativ-Projekt. Nnachdem es doch grünes Licht für Mary Poppins gab, wurde die Variante erst einmal beiseite gelegt.

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett
10 Jahre später, nachdem Walt Disney bereits verstorben war, wurde mit großem Ehrgeiz versucht, den Erfolg von Mary Poppins zu wiederholen. Leider enttäuschte Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett an der Kinokasse. Ich persönlich schätze den fantasievoll gestalteten Film, sowie die zugehörigen Songs der Gebrüder Richard M. und Robert B. Sherman weit mehr als die stilistisch und musikalisch recht ähnliche Gouvernanten-Schnulze Mary Poppins, mit ihren viel zu vielen Löffeln voller Zucker.

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett

Dass Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett nicht zum großen Erfolg wurde, lag mit Sicherheit daran, dass seinerzeit nur eine gekürzte Version des zunächst fast 3-stündigen Films in die Kinos kam. Bei Wiederaufführungen und Videoveröffentlichung wurde der Film sogar noch weiter verstümmelt.

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett
Diese DVD enthält die Langfassung

Eine recht gute alternative ist die britische Blu-ray-Veröffentlichung von Bedknobs and Broomsticks (so der Originaltitel des Films). Diese enthält zwar eine nur 117-minütige Version des Films. Doch alle Szenen, die noch zusätzlich auf der US-DVD enthalten sind, können im Bonusmaterial der britischen Blu-ray in allerbester Bildqualität betrachtet werden.

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett

Endlich erklingt wieder Angela Lansburys großartige Interpretation der Ballade The Age of Not Believing, die 1971 in unseren Kinos von Christa Berndl als Flegeljahre kongenial synchron-gesungen wurde. Großartig ist auch, dass jetzt wieder die 10-minütige turbulente Ethno-Tanzsequenz Portobello Road in voller Pracht bewundert werden kann.

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett

Stärker noch als durch die verstümmelte deutschen DVD ist beim betrachten von  diesen Versionen festzustellen, dass sich der Film nicht hinter Mary Poppins verstecken muss. Auch Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett hat mitreißende Songs, tolle Tricks und eine Geschichte mit viel Herz.

Die tollkühne Hexe in ihrem fliegenden Bett

Extras der deutschen DVD: “Music Magic“, eine sehr informative Dokumentation über die Dreharbeiten (11:27 min, mit eingesprochenen deutschen Kommentar); “A Step In The Right Direction“, ein nicht verwendeter Song mit Fotos von den Dreharbeiten  (3:48 min, mit eingesprochenen deutschem Kommentar); Galerie mit 38 sehr schönen Fotos und Entwürfen; Die Zeichentrick-Kurzfilme “Magican Mickey“ (Mickey, Donald und Goofy, 1936) und “Trick or Treat“ (Donald Duck, 1942)

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