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Cefischer: Oskar

Bei einem Luftangriff verlor Carl Ernst Fischer 1944 beide Arme. Der mit Cefischer signierende vielbeschäftigte Illustrator brachte sich bei, mit dem Mund zu zeichnen. Dabei entwickelte er eine erstaunliche Virtuosität, die seine 1952 in der Frankfurter Illustrierten gestartete Serie Oskar zu einem der wenigen deutschen Comic-Klassiker machte.

Cefischer: Oskar

Seinen ersten Auftritt hatte Oskar in der letzten Folge der von Cefischer gezeichneten, wenig populären, Serie Simsala Bimbo – Der Zauberlehrling. Hier gelingt es dem Kater seine komplette Familie per Zauberstab aus einem Zylinder kriechen zu lassen. Zugleich wurde darauf hingewiesen, das in der nächsten Ausgabe der Frankfurter Illustrierten “unsere neue heitere Bilderfolge beginnt.”

Cefischer: Oskar

Oskar ist der fünffache Vater von drei Jungs und zwei Mädchen. Obwohl Oskar ein Kater ist, schlägt er sich mit allzu menschlichen Problemen herum, die der Nachkriegs-Generation nicht fremd waren. Wenn seine Frau ein neues Kleid möchte,  droht Oskar der finanzielle Ruin, während alle Versuche seine Kinder zu erziehen oder auch nur zu bändigen nach hinten losgehen. Daher versucht er immer wieder verzweifelt und meist vergeblich, vor dem chaotischen Familienleben in die nächste Kneipe zu flüchten.

Cefischer: Oskar

Ein wiederkehrendes Motiv ist die Zweckentfremdung von Alltags-Gegenständen. Aus Reifenschläuchen werden Boote, das Holz aus einem Lattenzaun verwandelt sich in Skier und mit Hilfe der eigentlich für die Kinder vorgesehenen Wippe kann Oskar immer wieder einen Blick auf die schöne Nachbarin erhaschen.

Cefischer: Oskar

Nicht jeder Gag ist ein Schenkelklopfer, doch es macht immer wieder Spaß Cefischers Katzenfamilie zu besuchen. Diese lebt ganz selbstverständlich, voll bekleidet in einer von Menschen bevölkerten Welt, doch gelegentlich jagt sie auch Mäuse.

Cefischer: Oskar

Cefischer erzählt seine Geschichten abwechselnd als Cartoons oder  auch in Form von aus zwei bis fünf Panels bestehenden Comics mit sparsam eingesetzten Sprechblasen. Gelegentlich setzen sich die einzelnen Gags zu längere Geschichten zusammen, die etwa über eine Erbschaft oder eine Kreuzfahrt mit Schiffsbruch erzählen.

Cefischer: Oskar

Der Erfolg dieser mit kräftigen Grautönen und der Schmuckfarbe Rot in Szene gesetzten Serie schlug sich in der Veröffentlichung von zahlreichen Oskar-Sammelbänden nieder. Doch eine schön aufgemachte Gesamtausgabe mit Hintergrundinfos steht noch aus.

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Chaplin: Ein Leben für den Film

Bereits 1915 gab es einen täglichen Comic-Strip mit Charlie Chaplin an dem auch E. C. Segar als Zeichner beteiligt war, der später mit seinem Popeye große Erfolge feiern sollte. Weitere Comic-Auftritte folgten, so wurden bei uns Anfang der 70er-Jahre 15 Hefte zum “kleinen Mann mit dem großen Herzen“ an die Kioske gebracht. Doch erst jetzt wird unter dem Motto “Ein Leben für den Film“ eine Comic-Biografie über Chaplin veröffentlicht.

Chaplin: Ein Leben für den Film

In Belgien und Frankreich erschien dieser Comic 2019 bei Dupuis (daher gibt es einen Gastauftritt von Spirou) als Band 1 der Reihe Les étoiles de l’histoire. Es folgten ebenfalls von Bernard Swysen geschriebene Biografien zu Marylin Monroe und Brigitte Bardot. Dem erfahrenen Autor gelingt es, auf 70 Seiten alle wichtigen Momente im Leben des Kino-Pioniers zu berücksichtigen. Zugleich gelang es ihm auch zu vermeiden, eine Art Comic-Adaption von Richard Attenboroughs opulenter Film-Biografie Chaplin mit Robert Downey Jr. abzuliefern.

Chaplin: Ein Leben für den Film

Sehr viel ausführlicher als der Film schildert der Comic die Jugend von Charles Chaplin in ärmlichsten Verhältnissen. Zu fast jedem wichtigen Film (sogar zu Die Gräfin von Hongkong) gibt es Impressionen von den Dreharbeiten. Natürlich sind auch Chaplins zahlreiche selten glücklich endende Affären und Beziehungen ein wichtiges Thema. Passend dazu ist das Artwork von Bruno Bazile (Les aventures de Sarkozix), dem gute Promi-Karikaturen gelangen, sehr detailfreudig ausgefallen.

Chaplin: Ein Leben für den Film

Das Vorwort des französischen Regisseurs Claude Chabrol (Die Fantome des Hutmachers), der Chaplin persönlich getroffen hatte, bleibt weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. Der Anhang mit einer kompletten Filmografie, inklusive der von Chaplin gespielten Rollen, hingegen ist eine sinnvolle Ergänzung dieser schönen Edition.

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The History of EC Comics

Dieser großformatige Band über ein wichtiges Kapitel der Comic-Geschichte ist optisch eine Wucht, was bei einer Publikation von Taschen fast schon selbstverständlich ist. Doch mit dem auch als Musiker tätigen Grant Geissman wurde ein Autor gefunden, der – natürlich unterstützt durch die grandiose Bebilderung – die Geschichte der EC-Comics äußerst lebendig am Auge des Betrachters vorbeiziehen lässt.

The History of EC Comics

Dabei wird mit viel Liebe zum Detail auch die Frühgeschichte gewürdigt. Bevor Max Gaines seinen eigenen Verlag Educational Comics (also “Erzieherische Comics“) gründete, trug er in den 30er-Jahren maßgeblich dazu bei, dass Comics in den USA nicht nur in Zeitungen zum Abdruck kamen, sondern auch in Heft-Form an Kiosken verkauft wurden. Auch Superhelden wie Flash oder Wonder Woman ebnete Max Gaines den Weg.

The History of EC Comics

Sehr erfolgreich verlegte er bei EC Comics Geschichten aus der Bibel in Comicform. Als Gaines 1947 bei einem Bootsunfall ums Leben kam, verfügte seine Witwe, dass der 25-jährige Sohn William das Geschäft übernehmen soll. Dieser plante eine Zukunft als Lehrer und hatte mit Comics nichts am Hut. Wie er nach einigen Anfangsschwierigkeiten dennoch zum engagierten Verleger und Comic-Schöpfer wurde, das erzählt Grant Geissman so spannend wie einen Thriller.

The History of EC Comics

Die zweite Hauptrolle im Buch spielt Al Feldstein, der drei Jahre jünger als William Gaines war und von diesem wegen seines Zeichentalents bei EC einen Job bekam. Die Männer freundeten sich an, auch weil beide fasziniert von Radio-Hörspielen und Pulp-Romanen waren. Sie entwickelten Crime-Geschichten, die sich nicht nur an junge Leser richten und meist mit einer überraschenden Schlusspointe enden.

The History of EC Comics

1950 versuchten sich Gaines und Feldstein an zwei Horror-Comics namens The Crypt of Terror und The Vault of Horror, die von einem gewissen modrigen Crypt-Keeper bzw. seinem Kumpel dem Vault-Keeper anmoderiert wurden. Diese Stories wurden zunächst in zwei Ausgaben der EC-Serien Crime Patrol und War Against Crime versteckt.

The History of EC Comics

Nachdem sie feststellten, dass sich die Krimi-Hefte durch die Horror-Beilage besser verkauften, starteten Gaines und Feldstein die Serien The Crypt of Terror (später umbenannt in Tales from the Crypt) und The Vault of Horror. Künstler wie Jack Davies, Graham Ingels, Bernie Krigstein oder Wally Wood schufen beeindruckend gezeichnete, gruselige Geschichten, deren Brutalitäten fast immer mit einem Augenzwinkern serviert wurden.

The History of EC Comics

Bill Gaines änderte den Verlagsnamen in Entertaining Comics und mit Harvey Kurtzman betrat ein weiterer wichtiger Protagonist die EC-Bühne. Dieser hatte mit Horror-Geschichten nur wenig am Hut. Doch er entwickelte eine Meisterschaft im Erzählen und Inszenieren von realistischen Kriegs-Comics. Die von Kurtzman herausgegebenen Heft-Serien namens Two-Fisted Tales und Frontline Combat boten gut recherchierte Stories und glorifizierten den Krieg kein bisschen. Dies kam bei ehemaligen oder aktiven Soldaten gut an, die die Authentizität der Comics lobten, während Regierungsstellen wie J. Edgar Hoovers FBI gerade deswegen fürchteten, dass die realistische Brutalität der Geschichten die Moral der US-Truppen untergraben könne.

The History of EC Comics

Nachdem Kurtzman in seinen Kriegs-Comics ernsthafte dramatische Geschichten erzählte, ging sein nächsten Projekt für EC in eine komplett andere Richtung. Mit MAD veralberte er zunächst die Comics aus dem Hause EC und richtig erfolgreich wurde das Comicheft erst, als sich Kurtzman zusammen mit den Zeichnern Jack Davis, Wally Wood und Bill Elder an Ikonen wie Superman, Prinz Eisenherz, Flash Gordon oder Micky Maus abarbeitete.

The History of EC Comics

MAD wurde zum größten Erfolg von EC und überlebte als einzige Publication des Verlags den Kahlschlag, der 1954 durch einige Zeitungsartikel und vor allem durch Fredric Werthams Buch Seduction of the Innocent ausgelöst wurde. Comics ohne das Siegel Comics Code, das die neu formierte Comics Magazine Association of America (CMAA) vergab wurden, von den meisten Händlern nicht mehr verkauft.

The History of EC Comics

Auch dies traurige Kapitel beschreibt Grant Geissman detailreich und ausführlich, genau wie die immer noch andauernden Einflüsse der EC-Comics auf die Popkultur. Doch in erster Linie feiert dieses knapp 600-seitige (leider nur in englischer Sprache erhältliche)  Buch, in dem sämtliche Cover der EC-Hefte zum Abdruck kommen, eine Zeit als einige talentierte und hochmotivierte Individualisten durch Geschichten Geschichte schrieben.

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Tank Girl

In Großbritannien feierte das Comic-Magazin 2000 AD mit seinen wilden Science-Fiction- und Fantasy-Helden große Erfolge. Daher starteten in England einige andere ähnlich gelagerte Magazine. Doch weder das an eine jüngere Leserschaft gerichtete Starblazer noch Warrior, hier veröffentlichte immerhin Alan Moore und David Lloyd ihr V for Vendetta, konnten sich lange halten.

Tank Girl

Deutlich erfolgreicher war ab 1988 das Magazin Deadline. Was Judge Dredd für 2000 AD war, stellte Tank Girl von Jamie Hewlett (Gorillaz) und Alan Martin für Deadline dar. Hierbei handelt es sich die punkige Göre Rebecca Buck mit dem teilrasierten Schädel, die in ihrem Panzer die von Meteoriteneinschlägen zerstörte australische Wüste durchquert. Tank Girls bester Kumpel ist das mutierte Känguru Booga.

Tank Girl

Die Comic-Serie wurde zu einem Erfolg und Tank Girl zur Mode-Ikone, da konnte eine Verfilmung nicht ausbleiben. Rachel Talalay, die als Produzentin und Regisseurin an der Film-Reihe Nightmare on Elm Street beteiligt war, erwarb die Filmrechte. Nach einigen Anlaufschwierigkeiten gelang ihr 1995 eine nicht durchaus werkgetreue Verfilmung, die vielleicht gerade dadurch nicht das große Publikum erreichte.

Tank Girl

Noch heute wirkt der auch Comic-Panels von James Hewlett und Zeichentrick-Sequenzen einsetzende Film erstaunlich frisch. Das liegt sich an der energiegeladenen Darstellung am Rande der Albernheit der Titelrolle durch Lori Petty (Gefährliche Brandung), aber auch an Malcolm McDowell (Uhrwerk Orange), der als schurkischer Konzernchef Kesslee ebenfalls gut aufdreht.

Tank Girl

Genau wie die eine Dekade zuvor ebenfalls grandios an der Kinokasse gescheiterte Marvel-Comic-Verfilmung Howard the Duck ist auch Tank Girl ein Film, der gut gealtert ist und im Laufe der Jahre immer mehr Fans gewonnen hat. Dies schlägt sich auch im schön aufgemachten Mediabook nieder, das von Koch Media veröffentlicht wurde. Es bleibt abzuwarten, ob wir demnächst Harley Quinn Margot Robbie, die die Filmrechte am Comic erworben hat, als Tank Girl erleben werden.

Tank Girl

Das Mediabook von Koch Media enthält den 104-minütigen Film auf Blu-ray und DVD. Hinzu kommen: Audiokommentar von Lori Petty und Rachel Talalay (ohne Untertitel),  Interview mit Lori Petty (22:39 min, wie alle übrigen Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), Interview mit Rachel Talalay (23:55 min), Interview mit der Designerin Catherine Hardwicke (18:10 min), Making Of (5:05 min), Deutscher Trailer (2:06 min), Zwei US-Trailer (1:38 min + 1:39 min), Galerie mit 76 interessant ausgewählten Bildern, 20-seitiges Booklet mit Fotos und einem Text von Peter Osteried

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40 Jahre Taschen

Benedict Taschen betrieb bereits als Jugendlicher einen schwunghaften Handel mit Comics. 1980 gründete er in Köln einen Verlag und eröffnete einen Laden. Zunächst konzentrierte er sich auf das Verkaufen und Verlegen mit Comics. Doch nach einigen Jahren stellte er fest, dass es lukrativer war, sich auf Kunstbücher und Bildbände zu konzentrieren.

40 Jahre Taschen

Seitdemn ist viel geschehen. Sonderauflagen von Norman Mailers Reportage-Bildband MoonFire: The Epic Journey of Apollo 11 und des BILD-Buchs lagen echte Mondsteine bei. Immer noch im Angebot zum Preis von 4.000 Euro ist das 2004 erschienene 33 Kilo schwere Buch GOAT – Greatest Of All Times über Muhammad Ali. Doch Taschen verlegt nicht nur riesige Bücher zu entsprechenden Preisen, die auch als Spekulationsobjekt taugen. So erscheint fast jedes Buch des Verlags nach einer Weile als erschwingliche aber ebenfalls sehr geschmackssicher aufgemachte Neu-Edition.

40 Jahre Taschen

Das 40. Verlagsjubiläum von Taschen wird mit der Veröffentlichung von 40 Büchern zum Preis von jeweils 20 Euro gefeiert. Die Hardcover-Bände im Format von 15,6 x 21,7 cm bieten mehr als 500 Seiten mit deutschen, englischen und  französischen Texten und sorgfältig ausgewählter Bebilderung. Dabei handelt es sich meistens um  Neuausgaben von zuvor veröffentlichten, relativ hochpreisigen Büchern. Die Jubiläumsbände können hier direkt beim Verlag bestellt werden.

40 Jahre Taschen

Neben kleinformatigen Editionen von Peter Lindberghs Fotoband On Fashion erscheinen neben der LP-History Rock Covers auch Bücher zu Leben und Werk von Jean-Michel Basquiat, Egon Schiele oder Gaudí.40 Jahre Taschen

Hinzu kommt ein umfassender Überblick zu den Verpackungsaktionen von Christo und Jeanne-Claude. Hierin findet bereits die noch gar nicht realisierte Verhüllung des Pariser Arc de Triomphe Berücksichtigung.

40 Jahre Taschen

Doch Benedict Taschen fühlt sich auch weiterhin den Comics verbunden. Daher stehen auch Neuauflagen von Roy Thomas‘ The Marvel Age of Comics an und von Walt Disney’s Mickey Mouse: Die ultimative Chronik an.

40 Jahre Taschen

Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang auch die Neuauflage des Bildbands zu Jamie Hewlett (Tank Girl, Gorillaz). Dank eines neuen Layouts und des von 424 auf 512 Seiten erweiterten Umfangs kommen trotz des kleineren Formats einige der Abbildungen sogar größer zum Abdruck. Wichtiger noch ist, dass knapp 30 weitere sehr sehenswerte Werke von Hewlett enthalten sind.

40 Jahre Taschen

Wir werden an dieser Stelle über weitere Bücher dieser bemerkenswerten Reihe informieren, denn so wie es aussieht werden auch preiswerte Neueditionen von The Star Wars Archives und  dem Walt Disney Filmarchiv erscheinen.

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Spider-Man Newspaper Comics Collection

Abenteuerliche Fortsetzungs-Comics hatten eine Weile in den US-Newspapers ihren festen Platz, man denke nur an Tarzan, Prinz Eisenherz oder Flash Gordon. Doch Superhelden konnten als Zeitungs-Comics kaum punkten, obwohl dort 1936 mit The Phantom der Ur-Vater des Genres debütierte, zwei Jahre bevor Superman seine Premiere im Heft Action Comics # 1 hatte.

Spider-Man Newspaper Comics Collection

Genau wie sein DC-Kollege Batman konnte sich Superman jedoch als Zeitungs-Strip nie dauerhaft durchsetzen, ganz im Gegensatz zu Marvels populärster Figur Spider-Man. Anfang 1977 startete der freundliche Netzschwinger in diversen Zeitungen. Die täglichen Fortsetzungen wurden bis 1981 von John Romita Sr. gezeichnet und bis zu seinem Tode von Stan Lee (zuletzt mit Roy Thomas als Ghostwriter) getextet.

Spider-Man Newspaper Comics Collection

Romita Sr. und Lee kreierten zehn Jahre zuvor die wohl interessantesten Spider-Man-Hefte, was vor allem an aufregenden weiblichen Hauptfiguren wie Mary Jane Watson oder Gwen Stacy lag. Dies setzt sich auch in den Zeitungsstrips fort. Hier kämpfte Peter Parker nicht nur gegen die Doktoren Doom und Octopus, sondern auch mit seinen Gefühlen für das andere Geschlecht. Interessant ist bereits der Auftakt des Strips, der erzählt wie der schurkische Dr. Doom von der UN eingeladen wird, um Vorschläge zur Terrorbekämpfung zu machen. Dabei trifft der Mann mit der eisernen Maske auf Jassir Arafat, Indira Ghandi, Henry Kissinger und Idi Amin.

Spider-Man Newspaper Comics Collection

Zeitungscomics stellen ganz besondere formale Anforderungen an ihre Schöpfer. So erlebt Spider-Man seine fortlaufenden Abenteuer wochentags meist auf jeweils drei bis vier Panels. Sonntags hingegen wurde ihm dreimal so viel Raum eingeräumt. Es war dabei jedoch darauf zu achten, dass die umfangreicheren sonntäglichen Farb-Comics inhaltlich eher entbehrlich ausfielen, damit die “alltäglichen“ Leser trotzdem dem Fluss der Erzählung folgen konnten.

Spider-Man Newspaper Comics Collection

Der Comic-Meister Will Eisner (The Spirit, Ein Vertrag mit Gott) meinte einmal: „Ich hätte mir mich niemals dabei vorstellen können, einen täglichen Strip zu zeichnen. Diese Vorstellung allein, dieselbe kleine Figur in vier kleinen Bildern tagtäglich zeichnen zu müssen, verschafft mir Platzangst! Das ist etwa so, als wolle man versuchen, ein Symphonieorchester in einer Telefonzelle zu dirigieren.“

Spider-Man Newspaper Comics Collection
Sonntagsseite vom 26. Februar 1978 in der alten Panini-Ausgabe

Unter Berücksichtigung dieser formalen Einschränkungen überrascht, wie gut sich die Spider-Man-Strips in einem Rutsch lesen lassen. Daher ist es sehr erfreulich, dass nicht nur Funny-Strips wie die Peanuts oder Garfield in Form von Werkausgaben lückenlos verlegt werden, sondern auch die hierzulande völlig unbekannten und äußerst lesenswerten Spider-Man-Zeitungsstrips ansprechend aufgemacht erscheinen.

Spider-Man Newspaper Comics Collection
Sonntagsseite vom 26. Februar 1978 in der neuen Panini-Ausgabe

Panini hat bereits 2007 die von John Romita Sr. gezeichneten Strips in zwei querformatigern Bänden veröffentlicht. Seinerzeit kamen jedoch die Sonntagsseiten nicht in Farbe zum Abdruck. Die in einem größeren Format veröffentlichte Neuausgabe basiert auf der US-Edition, die IDW innerhalb der Reihe The Library of American Comics veröffentlicht und enthält auch die sehr ansprechend in Farbe gestalteten sonntäglichen Abenteuer von The Amazing Spider-Man. inklusive der in der alten Ausgabe fehlenden Kopfzeile.

Spider-Man Newspaper Comics Collection

Der erste Band präsentiert die vom 3. Januar 1977 bis zum 28. Januar 1979 veröffentlichten Zeitungscomics. Es bleibt zu hoffen, dass auch noch die weiteren von Fred Kida, Stan Lees Bruder Larry Lieber und Alex Saviuk gezeichneten Strips in dieser optimalen Form erscheinen!

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Crisis on Infinite Earths

1985 wurden die bei DC veröffentlichten Comics zu unübersichtlich für Neueinsteiger und verkauften sich daher sehr viel schlechter als die Produkte des Mitbewerbers Marvel. Abhilfe schaffte ein gewaltiges Crossover, das gleichzeitig in vielen DC-Serien stattfand.

Crisis on Infinite Earths

Marv Wolfman schrieb die 12-teilige Serie Crisis on Infinite Earths, die George Pérez in detailreichen Wimmelbildern in Szene setzte. Dabei waren einige dramatische Todesfälle (u. a. Flash und Supergirl) zu vermelden, aber auch ganze Paralleluniversen verschwanden. Doch danach war es eine Weile wieder möglich, DC-Comics ohne Vorkenntnisse zu verstehen.

Crisis on Infinite Earths

Ganz so unübersichtlich wie seinerzeit die DC-Comics ist es nicht im Arrowverse, das sich Anno 2012 nach dem Start der TV-Serie Arrow entwickelte. Es begann damit, dass Barry Allen (Grant Gustin) alias The Flash in einigen Episoden auf Oliver Queen (Stephen Amell) alias Green Arrow traf und 2014 eine eigene Serie bekam. 2016 startete auch noch Legends of Tomorrow. Hier erlebten allerlei Nebenfiguren aus Arrow und Flash gemeinsame Abenteuer.

Crisis on Infinite Earths

Ein Jahr zuvor debütierte Melissa Benoist als Supergirl, allerdings auf einem anderen Sender. Die Serie sollte eigentlich eigenständig sein. Doch später war zu erfahren, dass sich Supergirls Heimatstadt National City in einem Paralleluniversum befand, das Earth-38 genannt wurde. Durch etwas Science-Fiction-Hokuspokus konnte Supergirl zusammen mit den auf Earth-1 beheimateten Superherlden Green Arrow und Flash das Böse bekämpfen.Crisis on Infinite Earths

Dabei entstanden Crossovers, die sich durch mehrere Serien zogen. Während Supergirl 2016 bei Invasion! nur gastierte, war sie bei Crisis on Earth X (2017) und Elseworlds (2018) fest eingebunden. Doch so richtig bunt wurde es erst, als Ende 2019 das Mega-Crossover Crisis on Infinite Earths startete.

Crisis on Infinite Earths

Dieses zog sich gleich durch fünf Serien, da auch noch der ebenfalls zum Arrowverse gehörende Neuzugang Batwoman – gespielt von Ruby Rose (mittlerweile ersetzt durch Javicia Leslie) – mit eingebunden wurde. Das Resultat ist ein sympathisches Kuddelmuddel, dessen wirre Story sich manchmal an der Comic-Vorlage von Marv Wolfman orientiert.

Crisis on Infinite Earths: Paragons Rising

Der Autor hat in der letzten Episode des Crossovers sogar einen netten Gastauftritt.  Er trifft auf die von ihm im Comic „getöteten“ Charaktere Flash und Supergirl. Gemeinsam mit Marc Guggenheim, dem Showrunner des Crossovers, schrieb Wolfman mit  Crisis on Infinite Earths: Paragons Rising auch noch einen Comic zum TV-Ereignis.

Crisis on Infinite Earths

Die Miniserie punktet in erster Linie durch interessante Momente, in denen Figuren aus DC-Filmen und Serien nochmal ihre alten Rollen spielen. Recht kurz sind Burt Ward, der Robin aus der Batman-Serie mit Adam West, Robert Wuhl als Reporter Alexander Knox aus Tim Burtons Batman von 1989 und Ashley Scott als Huntress aus Birds of Prey zu sehen.

Crisis on Infinite Earths

Sehr viel beeindruckender ist der Gastauftritt von Kevin Conroy. Dieser war einst der Sprecher des dunklen Ritters in Batman: The Animated Series. Conroy durfte aus rechtlichen Gründen nicht das Batman-Kostüm tragen und trat daher in jenem Outfit auf, das Bruce Wayne im Comic—Klassiker Kingdom Come von Alex Ross und Mark Waid trägt.

Crisis on Infinite Earths

Auch das Outfit, das eine alternative Version von Superman in Crisis on Infinite Earths trägt, stammt aus Kingdom Come. Brandon Routh, der auch noch als Arrowverse-Charakter Ray Palmer alias Atom mitspielt, ist als Superman von Earth-96zu sehen. Den Mann aus Stahl spielte er bereits 2006 in Superman Returns, doch diesmal ist  Routh eine leicht ergraute, alternative Version der Figur, die von das von Alex Ross designte Kostüm aus Kingdom Come trägt.

Crisis on Infinite Earths

Kürzer aber viel beeindruckender, ist der Auftritt eines weiteren Superman-Darstellers. Ein deutlich gereifter Tom Welling ist fast ein Jahrzehnt nach dem Ende der Serie Smallville noch einmal als Clark Kent zu sehen. Hier trifft er auf Lex Luthor, und es kommt die Frage auf, warum Welling bei Warners DC-Kinofilmen nicht als Superman zum Einsatz kam.

Crisis on Infinite Earths

Bemerkenswert ist auch die Besetzung von Lex Luthor durch Jon Cryer (Two and a Half Man), der sich 1987 im unsäglichen Superman IV – Die Welt am Abgrund als Lex Luthors‘ Neffe Lenny blamierte. Die Scharte hat Cryer durch seine beeindruckende Darstellung von Supermans Erzfeind bereits in der vierten Staffel von Supergirl ausgewetzt. Durch Cryers Interpretation der Schurkenrolle erscheint Jesse Eisenbergs Besetzung als Lex Luthor in Batman v Superman: Dawn of Justice noch blödsinniger als ohnehin schon.

Crisis on Infinite Earths

Das Sammelsurium von originellen Gastauftritten ist zugleich die das Arrowverse vereinfachende TV-Adaption eines Comic-Meilensteins. Doch in erster Linie ist Crisis on Infinite Earths – ähnlich wie der Animationsfilm Justice League Dark: Apokolips War – der achtbare Versuch ein DC-Gegenstück zum großen Marvel-Finale Avengers: Endgame zu schaffen. Dazu gehört auch das pathetisch in Szene gesetzte Ableben einer im Zentrum des Geschehens stehenden Heldenfigur. Nuff Said!

Crisis on Infinite Earths

Die Arrowverse-Crossovers sind in den Heimkino-Veröffentlichungen der Serien einzeln oder teilweise auch komplett enthalten. In Großbritannien gibt es schön aufgemachte DVD-Veröffentlichungen zu “Invasion!“, “Crisis on Earth X“ und “Elseworlds“. Dies ist auch bei der zeitnah zur TV-Ausstrahlung erschienenen DVD zu “Crisis on Infinite Earths“ der Fall, die noch mit diesen interessanten Extras garniert wurde: „Crisis Past and Present: Kevin Conroy Bat Legend“ (3:09 min), „Crisis on Infinite Earths: The Architects Return“ (11:26 min), „Crisis Past and Present – Superman vs. Superman“ (4:27 min), „Characters in Crisis: Pariah“ (4:09 min), „Crisis Management“ (12:36 min) und „Character in Crisis: The Anti-Monitor“ (4:43 min)

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Basquiat

Auf der Liste der teuersten Gemälde der Malerei, die offiziell mit Kaufvertrag verkauft wurden, steht aktuell auf Platz 12 ein Bild ohne Titel aus dem Jahr 1982, das am 18. Mai 2017 bei Sotheby’s in New York der japanische Milliardär Yusaku Maezawa kaufte. Der Name des Künstlers: Jean-Michel Basquiat. Seine Bilder spielen auf dem Kunstmarkt also eine wichtige Rolle.

Basquiat

Jean-Michel Basquiat wurde am 22. Dezember 1960 in New York City als zweiter Sohn von Matilda Basquiat, deren Familie aus Puerto Rico stammte, und Gerard Basquiat, der in den fünfziger Jahren Haiti verlassen hatte, geboren. Er war der erste afroamerikanische Künstler, der in der hauptsächlich weißen Kunstwelt den Durchbruch schaffte. Er starb am 12. August 1988 im Alter von 27 an einer Überdosis Heroin in New York. Seine Einordnung und sein Stellenwert sind bis heute schwierig und die Kritik über ihn reicht von „Basquiats Bedeutung ist so gering, dass sie praktisch null sei“ bis hin zu der Einschätzung, dass er die Kunst revolutionierte und eine neue Sicht auf Bilder, Zeichen und Kreativität ermöglichte.

Basquiat

Der in Münster geborene Julian Voloj ist ein sehr vielseitiger Comic-Autor. Claudia Ahlering illustrierte seine Geschichte Ghetto Brother: Bronx, NY (avant) und seine Adaption von Annette von Droste-Hülshoffs Erzählung Die Judenbuche (Knesebeck). Carlsen veröffentlichte seinen vom Australier Thomas Campi gezeichneter Comic Joe Shuster – Der Vater der Superhelden und die vom Polen Marcin Podolec in Szene gesetzte Biografie Ein Leben für den Fußball über Deutschlands ersten Profi-Kicker Oskar Rohr.

Basquiat

Voloj lebt seit 2002 in New York, genauer gesagt in Brooklyn, wo das Leben von Basquiat anfing und endete. Hier kam Voloj mit dem spannenden Werk des Künstlers näher in Berührung und ließ ihn nicht mehr los. Seine Biografie über Basquiat gibt einen ersten kurzen Abriss einiger Stationen wieder. In einem extremen Galopp kann miterlebt werden, wie Basquiat mit seinen SAMO-Graffitis in die New Yorker Kunstszene drängte, wie er noch rasanter porträtierte als Andy Warhol und sich dabei ganz selbstbewusst neben den Pop-Art-Meister platzierte. Klar, ist es nicht einfach, auf nur 136 Seiten  Basquiats Leben annähernd gerecht zu werden. Daher finden wichtige Ereignisse keine Erwähnung (documenta 7, 19. Juni bis 28. September 1982; seine Arbeit mit Joseph Beuys).

Basquiat

Der Autor nähert sich mehr poetisch und in kleinen Versatzstücken dem komplizierten Phänomen, was durchaus Charme hat. Nach dem Lesen des Comics könnte der Eindruck entstehen, Basquiats Leben bestand nur aus Arbeiten, das Einnehmen aller Arten von Drogen und das Gequält sein von Inneren Dämonen, die ihn unablässig begleiteten; er scherte sich einen Dreck um sein Umfeld und sich selbst und er war sexuell extrem aktiv, In seiner kurzen Karriere produzierte Basquiat rund 1500 Zeichnungen sowie rund 600 Gemälde und viele Skulpturen. Basquiat zeichnete ständig und benutzte oft Objekte um sich herum als Oberflächen, wenn Papier nicht sofort zur Hand war.

Basquiat

Zu den bekanntesten Sammlern seiner Werke gehören neben „professionellen“ Kunst-Mäzenen auch David Bowie, Johnny Depp, Dave Stewart, Dennis Hopper, John McEnroe,   Leonardo DiCaprio oder Madonna mit der Basquiat ein Verhältnis hatte. Ein Anhang mit Biografien von Basquiat-Weggefährten wie Keith Haring, Debbie Harry oder den Talking Heads vertiefen  die Lektüre des Comics.  Hilfreich ist auch das Nachwort von Voloj, in dem er u.a. erklärt, welch aktuelle politische Brisanz Basquiat hat und darlegt, was er im Comic-Teil aussagen wollte.

Basquiat

Das Artwork des Dänen Søren Glosimodt Mosdal ist bunt und wild. Zusammen mit dem Text eine gelungene Symbiose für solch ein spannendes Leben eines Ausnahmekünstlers. Die englische Ausgabe von Basquiat wurde 2019 vom renommierten The Comics Beat sowohl zu einem der besten Comics des Jahres als auch zu einem der 100 besten Comics des letzten Jahrzehnts ernannt.

Norbert Elbers

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Circus der Vampire

Die auf Horrorfilme spezialisierte Hammer Film Productions gelangen es in den 50er-Jahren mit Farbversionen von Dracula und Frankenstein Welterfolge. Doch zwei Jahrzehnte später geriet die Firma ins Straucheln und versuchte ihr Publikum mit übertriebenen Gewaltdarstellungen und Soft-Porno-Einlagen zurückzugewinnen.

Circus der Vampire

Eine erfreuliche Ausnahme ist der 1971 entstandene Film Circus der Vampire. Fünf Jahre bevor Hammer (erstmal) die Produktion einstellte, entstand hier noch einmal die bewährte Mischung aus eher sanften Grauen, stimmigen Kulissen und guten Darstellern (darunter der spätere Darth Vader Dave Prowse).

Circus der Vampire

Erzählt wird von einem kleinen (irgendwie deutsch anmutenden) Dörfchen namens Stetl, in desen Umgebung schon eine ganze Weile der Vampir Graf Mitterhaus sein Unwesen treibt. Eines Tages sind es die Dörfler leid und stürmen das Mitterhaus. Der Vampir schwört, noch während er gehängt wird, bittere Rache. Diese erfolgt dann auch prompt, bzw. 15 Jahre später, als ein geheimnisvoller Zirkus nach Stetl kommt.

Circus der Vampire

Für einen interessanten Touch sorgt die magisch anmutende Zirkus-Atmosphäre, die an Ray Bradburys Klassiker Das Böse kommt auf leisen Sohlen denken lässt. Schade, dass es so etwas heute nicht mehr gibt. Schön, dass es so etwas heute immerhin noch auf digitally remasterten DVDs und mittlerweile sogar als Blu-ray gibt, wobei die Freigabe  ab 18 Jahren ein Witz ist.

Circus der Vampire

Extras der DVD: Englischer Kinotrailer (2:14 min), Galerie mit 40 Fotos und Plakaten, Booklet mit einem interessanten Text von Uwe Huber

Circus der Vampire

Hinzu kommt als DVD-Rom-Extra noch der von Brian Bolland (Batman: Killing Joke) gezeichnete Comic zum Film.

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Michael Chabon: Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier & Clay

1939: Unter abenteuerlichen Bedingungen entkommt der junge jüdische Zeichner und Entfesselungskünstler Josef Kavalier aus dem von den Nazis besetzten Prag. Gemeinsam mit den Überresten des legendären Golems reist er über Japan nach New York. Wenn der Leser diesen etwas schwerfällig erzählten und auch nicht sonderlich glaubhaften Auftakt des Buches überstanden hat, wird er mit einer von da an wirklich packenden Erzählung belohnt, die nicht ohne Grund 2001 den Pulitzer-Preis erhalten hat.

Michael Chabon: Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier & Clay

In Brooklyn trifft Josef, der sich künftig Joe nennt, seinen Vetter Sammy Clay, der davon träumt ganz groß im Comic-Geschäft herauszukommen. Sammy, der selbst nur ein höchst durchschnittlicher Zeichner ist, entdeckt zu seiner Freude, dass es sich bei Joe um einen begnadeten Künstler handelt. Gemeinsam entwerfen sie die Figur des Eskapisten. Dieser trägt einen Schlüssel auf der Brust, sprengt alle Ketten und befreit unterdrückte Völker. Durch diesen Superhelden kann Joe auf dem Papier seinen ganz persönlichen Kampf gegen die Nazis führen und vielleicht genug Geld bekommen, um seine Familie aus dem besetzten Prag zu befreien.

Michael Chabon: Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier & Clay
Das ganz große Geld mit dem Eskapisten machen allerdings nicht Kavalier & Clay, sondern gerissene Geschäftsleute, die den beiden unerfahrenen jungen Männern alle Rechte an ihren Schöpfungen für ein Butterbrot abgekauft haben. Hier erzählt Michael Chabon, von dem auch das mit Michael Douglas und  Tobey Maguire verfilmte Buch Die WonderBoys stammt, ein Schicksal, dass zur selben Zeit in ähnlicher Form Joe Shuster und Jerome Siegel, den ebenfalls jüdischen Schöpfern von Superman, wiederfahren ist. Chabon ist akkurat bei der Beschreibung der damaligen Comic-Branche, sein wuchtiger Schmöker hat aber auch ansonsten noch genug in Sachen Dramatik, Humor und Liebe zu bieten, eben ein richtig mitreißendes Buch wie es wohl nur die Amis hinbekommen.

Michael Chabon: Die unglaublichen Abenteuer von Kavalier & Clay

Durch den Roman hat sich Michael Chabon auch als einer der Drehbuchautoren von Spider-Man 2 qualifiziert und der Escapist ist mittlerweile tatsächlich eine Comicfigur geworden. Der Verlag Dark Horse hat zunächst einige relativ hochpreisige Sammelbände mit nicht immer besonders leicht zugängigen Geschichten rund um den Mann mit dem großen Schlüssel auf der Brust veröffentlicht. Doch so richtig überzeugen konnte erst das Comicheft The Escapits, das von einigen Comicfans erzählt, die versuchen den längst vergessen Escapisten wieder zu einer erfolgreichen Comicserie zu verhelfen.

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