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Die Rückkehr aufs Land 3

Nach einer mehr als zehnjährigen Unterbrechung, die auch damit zusammenhängt, dass Jean-Yves Ferri als neuer Asterix-Autor bereits vier Alben verfasst hat, geht es endlich weiter mit der großartigen Serie Die Rückkehr aufs Land.

Die Rückkehr aufs Land 3

Das Konzept mutet etwas seltsam an: Ferri schreibt lustige Episoden über einen gewissen Manu Larssinet, der mit seiner Lebensgefährtin Mariette ins abgelegene Kaff Juvisy aux Ravenelles gezogen ist. Manu Larcenet (Der alltägliche KampfBlast, Brodecks Bericht), der mittlerweile auf dem Lande lebt, setzt die skurrilen Geschichten in Szene.

Die Rückkehr aufs Land 3

Mittlerweile erwartet Mariette bereits ihr zweites Kind, wovon Manu erst Notiz nimmt (bzw. nehmen will), als diese sich bereits unübersehbar im siebten Monat befindet. Auch ansonsten hat sich einiges geändert. So versendet die etwas unheimliche Madame Mortemont mysteriöse Emojis an Manu, der Bürgermeister greift zu plumpen Mafia-Methoden, weil hat Angst nicht wiedergewählt zu werden und der schweigsame klobige Nachbar Monsieur Henri hat plötzlich eine sehr hübsche Freundin…

Die Rückkehr aufs Land 3

Doch auch die große weite Comic-Welt gibt keine Ruhe. Dargaud schickt einen Redakteur auf eine lebensgefährliche Odyssee nach Juvisy aux Ravenelles, um Manu mitzuteilen, dass dem Verlag sein düsterer Comic Plast nicht gefällt und er lieber die erfolgreiche US-Serie Nasty Bonzo® übernehmen soll. Zu allem Überfluss nistet sich auch Asterix-Erfolgsautor Jean-Yves Ferri bei Manu ein, doch anstatt neuer Rückkehr-aufs-Land-Geschichten zu schreiben, zieht er in den finsteren Keller und schreibt einen düsteren Roman.

Die Rückkehr aufs Land 3

Anders als in Frankreich veröffentlicht Reprodukt die Serie nicht im normalen Albumformat, sondern gleich in querformatigen Hardcover-Bänden, die jeweils zwei Alben enthalten. Trotz der langen Pause fühlte ich mich sofort wieder wohl in der Welt von Manu Larssinet. Die liebevoll gestalteten oft schreiend komischen Episoden fügen sich zu einem großartigen Gesamtkunstwerk zusammen.

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Albert Uderzo erzählt sein Leben

Anstatt mit witzigen Anekdoten garnierte Albert Uderzo seine Autobiographie lieber mit reaktionären Seitenhieben (á la “Wer Wehrdienst schiebt, zündet keine Autos an“) und persönlichen Abrechnungen. Hauptschurke des Buches ist der Verleger Georges Dargaud, der laut Uderzo öffentlich gerne so tat, als wenn hauptsächlich er für den Erfolg von Asterix gesorgt hätte. Doch auch Kollegen wie etwa Morris und Greg kommen zum Teil nicht allzu gut weg.

Albert Uderzo erzählt sein Leben

Witzig hingegen sind die kurzen Passagen über Rolf Kaukas “verdrehte Übersetzung“. Der Fix und Foxi-Schöpfer hatte 1965 die Gallier Asterix und Obelix in die Germanen Siggi und Barbarras verwandelt. Diese traten in Lupo modern gegen Besatzer an, die nicht lateinisch, sondern amerikanisch sprachen. Uderzo erfuhr davon durch die Satirezeitschrift Pardon, die berichtete, dass hier ein Comic “rechtsradikale Propaganda verbreitete“. Uderzo entzog Kauka die Asterix-Lizenz und dieser hat sich danach laut Uderzo “bei Pressekonferenzen in Deutschland unter die Journalisten gemischt um mich zu beschimpfen. Jedes Mal wurde er resolut vor die Tür gesetzt.

Albert Uderzo erzählt sein Leben
Wer nicht jedes Wort in diesem Buch für bare Münze nimmt, bekommt (auch durch die interessant ausgewählten Fotos) immerhin einen recht lebendigen Eindruck in die wilden Gründerjahre des Comicmagazins Pilote und in die äußerst produktive Freundschaft zwischen dem genialen Zeichner Uderzo und dem unersetzlichen René Goscinny.

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