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Blueberry – Collector’s Edition 1

Ab 2006 hatte Egmont mit Die Blueberry Chroniken bereits eine mittlerweile auf 20 Bände angewachsene Gesamtedition der wohl besten Westernserie der Comic-Geschichte veröffentlicht. Der erste Band enthielt die Jugendabenteuer von Mike S. Donavan alias Blueberry. Egmonts neue noch etwas großformatigere Collector’s Edition präsentiert jedoch als erstes jene Comics, mit denen alles begann.

Blueberry - Collector's Edition 1

Ab 1963 erschien im Magazin Pilote als wöchentliche Fortsetzungsserie eine Geschichte, die zwei Jahre später im Album Fort Navajo komplett veröffentlicht wurde. Dies war jedoch nicht – wie seinerzeit üblich – eine in sich abgeschlossene Story, sondern der spannende Auftakt eines fünfbändigen Epos, dessen ersten drei Teile dieser Band der Collector’s Edition enthält.

Blueberry - Collector's Edition 1
Kolorierung in der Collector’s Edition

Der Autor Jean-Michel Charlier (Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure, Der rote Kosar) lässt seine Geschichte 1866 in Arizona beginnen. Der junge, pflichtbewusste Leutnant Craig ist unterwegs nach Fort Navajo, einem mitten im Indianergebiet gelegenen Außenposten der Armee. Bei einer Rast in einem Saloon hilft Craig einem Glücksspieler aus einer selbstverschuldeten Notlage. Zu seiner Überraschung stellt Craig fest, dass es sich bei dem verantwortungslos agierenden Burschen um Leutnant Blueberry handelt und dieser ebenfalls seinen Dienst in Fort Navajo antreten will…

Blueberry - Collector's Edition 1
Kolorierung 1968 in MV Comix

Beim weiteren Verlauf der Geschichte orientierte sich Charlier an tatsächlichen Ereignissen, aber auch an Film-Klassikern wie John Fords Kavallerie-Trilogie. Doch stärker noch als die Western aus Hollywood stellte sich Charlier auf die Seite der um ihr Land betrogenen Indianer.

Blueberry - Collector's Edition 1
Kolorierung 1972 in ZACK

Eine Inspirationsquelle war sicher auch der Film Der gebrochene Pfeil von 1950 mit James Steward. Hierin ist Jeff Chandler als Cochise zu sehen und hat große Ähnlichkeit mit Jean Girauds gezeichneter Version des Apachen-Häuptlings.

Blueberry - Collector's Edition 1
Kolorierung 2006 in Blueberry Chroniken 2

Ebenso spannend wie die Geschichte darüber, wie Blueberry mit allen Mitteln versucht einen Krieg mit den Indianern zu verhindern, ist die künstlerische Entwicklung von Giraud. Dieser zeichnete anfangs noch im etwas sterilen Stil seines Lehrmeistes Joseph Gillain alias Jijé (Jerry Spring), von dem auch das Cover zu Fort Navajo stammt.

Jijé Fort Navajo

Der Zeichenstil von Jean Giraud wurde in den nächsten Jahren immer lockerer. Im weiteren Verlauf der eigentlich “realistischen“ Geschichte schimmert schon etwas von jener klar konstruierten Welt durch, die zum Markenzeichen von Girauds Alter Ego Moebius (John Difool: Der Incal) werden sollten.

Blueberry - Collector's Edition 1
Kolorierung in der Collector’s Edition

Bei der Kolorierung der Collector’s Edition wurde sich an der Farbgebung der Erstveröffentlichung in Pilote orientiert. Das geht sogar so weit, dass eine seinerzeit aus Kostengründen nur mit der Schmuckfarbe rot kolorierte Doppelseite in dieser Form auch in die Collector’s Edition übernommen wurde, obwohl alternative farbige Versionen existieren.

Blueberry - Collector's Edition 1
Kolorierung 2006 in Blueberry Chroniken 2

Ein interessanter Anhang mit Texten von Volker Hamann (Reddition) zeigt, in wieviel unterschiedlichen Farbversionen Blueberry im Laufe der Jahre auf die Leser losgelassen wurde. Für die Collector’s Edition wurde ungestrichenes Papier verwendet, auf dem – meiner Meinung nach – die Farben nicht so prächtig wirken, wie im Hochglanz-Flyer, mit dem Egmont diese Neuveröffentlichung bewirbt.

Blueberry - Collector's Edition 1
Bei Blueberrys Premiere in Pilote 210 zeichnete Jijé das Cover

Ansonsten gibt es wenig zu meckern. Im Gegensatz zu den Blueberry Chroniken, deren Bonusmaterial meist aus Texten über den Wilden Westen bestand, gibt es diesmal interessante Einblicke in  die Entstehungs-Geschichte des Klassikers. Wir erfahren nicht nur, dass Blueberrys Aussehen zunächst an Jean-Paul Belmondo orientiert war, sondern auch noch, dass der französische Filmstar hierfür angeblich um Erlaubnis gefragt wurde (wer noch etwas herumgoogelt “erfährt“, dass Belmondo sogar für den Comic Modell gestanden hat).

Blueberry - Collector's Edition 1
Girauds schwarzweiße Version der ersten Comic-Seite

In dieser Ausgabe kommt neben einer schwarzweißen Version der ersten Comic-Seite, die zeigt, was für ein ausgereifter Zeichner Giraud bereits 1963 war, auch der zugehörige Text von Charlier zum Abdruck, der aus mehr als vier Schreibmaschinenseiten besteht!

Blueberry - Collector's Edition 1
Alle Abbildungen: © DARGAUD 2012, by Charlier, Giraud

Es bleibt zu hoffen, dass sich diese schöne Edition nicht wie angekündigt darauf beschränkt in neun Bänden (mit durchgehenden Rückenmotiv) alle von Giraud gezeichneten Blueberry-Alben zu präsentieren, sondern noch um Sonderbände mit den Kurzgeschichten und den weiteren Comics der Serie ergänzt wird.

Blueberry Chroniken 19: Mann gegen Mann
Christophe Blain & Joann Sfar

Mittlerweile kam übrigens wieder etwas Bewegung in die Traditionsserie. Von Joann Sfar (Die Katze des Rabbiners, Gainsbourg) und Christophe Blain (Isaak der Pirat), die auch für eine Fortsetzung von Hugo Pratts Corto Maltese im Gespräch waren, liegt jetzt die Blueberry-Hommage Das Trauma der Apachen vor.

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Der gebrochene Pfeil

Nordamerika um 1870: Tom Jeffords (James Steward), ein ehemaliger Fährtensucher der US-Armee, setzt sich für Frieden zwischen Weißen und Apachen ein. Er wird zwar von seinen weißen Freunden misstrauisch beäugt, gewinnt aber die Freundschaft des Häuptlings Cochise (Jeff Chandler) und die Liebe des Apachen-Mädchens Sonseeahray (Debra Paget). Doch so einfach sind Vorurteile nicht auszurotten und Toms Bemühungen enden tragisch…

Der gebrochene Pfeil

Bis zum Zeitpunkt der Entstehung dieses Films wurden Indianerstämme im US-Kino meist als eine Art böse Naturgewalten dargestellt, die aus heiterem Himmel über harmlose weiße Siedler herfielen. Erste zaghafte Rauchzeichen, die in eine andere Richtung wehten gab es 1950, als Der gebrochene Pfeil in die Kinos kam.

Der Film mag seine Schwächen haben und oft hart am Kitsch vorbeischrammen. Doch das Bemühen um eine faire Darstellung der US-Ureinwohner und das berührende Spiel des wie immer zuverlässigen James Steward und der damals erst 17-jährigen Debra Paget (Der Tiger von Eschnapur) machen den Film (40 Jahre vor Der mit dem Wolf tanzt!) zu einem wegweisenden Klassiker des Westernkinos.

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