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Flight

Dem Pilot Whip Whitaker gelingt es durch tollkühne Kopfüber-Flugmanöver eine defekte Passagiermaschine auf einem Acker so notzulanden, dass ein Großteil der Passagiere und Besatzungsmitglieder überlebt. Da es jedoch trotzdem sechs Tote gegeben hat und reichlich Alkohol in seinem Blut gefunden wurde, muss sich Whitaker vor einem Untersuchungsausschuss rechtfertigen…

Flight

Was zunächst wie eine technisch brillant in Szene gesetzte und mitreißend erzählte Neuauflage der Airport-Filme wirkt, entwickelt sich immer mehr zum Psychogram eines Suchtkranken, der versucht von seiner Alkohol-Abhängigkeit loszukommen, diese zugleich aber auch leugnet. Die Figur ist in den besten Händen bei Denzel Washington , der Whip Whitaker ebenso charismatisch wie gebrochen verkörpert.

Flight

Eine nicht minder überzeugende Darstellung eines Süchtigen gibt die rothaarige Britin Kelly Reilly (Barcelona für ein Jahr, Yellowstone), die eine Drogenabhängige spielt, die sehr viel ehrlicher und ernsthafter als Whip versucht, in ein halbwegs normales Leben zurück zu finden.

Flight

Damit es nicht total hochmoralisch zugeht, schaut gelegentlich auch noch John Goodman vorbei. Dieser tritt äußerst extrovertiert als gutmütiger Drogendealer auf, der versucht den volltrunkenen Whip Whitaker durch allerlei chemische Substanzen wieder nüchtern und prozessfähig zu machen.

Flight

Nach dem spektakulär in Szene gesetzten Auftakt mit dem Flugzeugabsturz wechselt Flight sein Tempo und wird zu einem gut geerdeten und nicht ohne Humor erzählten Drama, das erst gegen Ende etwas zu sehr auf Pathos und vorhersehbares Moralaposteltum setzt. Wenn jedoch bedacht wird, dass Robert Zemeckis, der nicht eben für Subtilitäten bekannte Lieferant rasant erzählter Blockbuster wie Zurück in die Zukunft, mit Flight nach einigen Ausflügen in den Bereich Computeranimation 2012 seine Rückkehr zum Realfilm feiert, überrascht die fast durchgehend sympathisch unspektakuläre Erzählstruktur dieser gut ausbalancierten Hollywood-Produktion.

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Space Jam 2

1996 hatte Warner die mittelprächtige Idee den Basketballspieler Michael Jordan zusammen mit den Looney Tunes, also Bugs Bunny & Co, in einem Match gegen außerirdische Monster anzutreten. Der mittelprächtige Film machte einigermaßen Kasse und daher folgte 25 Jahre später ein “Standalone Sequel“.

Space Jam 2

Als neuer Michael Jordan fungiert  in Space Jam: A New Legacy der 2,06 Meter große LeBron James von den Los Angeles Lakers. Das erste Drittel des mit knapp zwei Stunden deutlich zu langem Film beschreibt viel zu ausführlich die schwierige Beziehung, die der Basketball-Star zu seinem (fiktiven) Sohn Dom hat. Dieser findet es spannender ein Video-Game zu entwickeln, als mit einem orangen Ball über den Platz zu drippeln.

Space Jam 2

Etwas mühsam konstruiert wird dabei auch erzählt, wie ein böser Computer namens Al-G Rhythm (Don Cheadle) Vater und Sohn dazu zwingt in einem Basketball-Spiel gegeneinander anzutreten. Der Mittelteil des Films erzählt recht amüsant, wie LeBron James versucht die in alle Ecken des Warner-Universums versprengten Looney Tunes zu einer Mannschaft zusammenzutrommeln.

Space Jam 2

Es ist schon ziemlich amüsant, wenn im nostalgisch auf 2D getrimmten Animation-Stil gezeigt wird wie Tweety Oma Granny im Matrix-Latex-Outfit herumturnt oder Yosemite Sam in Rick’s Café Américain am Klavier sitzt. Die lustigen Kombinationen der Toones mit Warners Cash Cows Game of Thrones, Harry Potter oder Mad Max machen richtig Spaß.

Space Jam 2

Dieser lässt im gar nicht so großen Finale jedoch leider wieder nach. Jetzt treten die teilweise fast schon unansehnlichen plastisch in 3D-animierten Versionen der Looney Tunes gegen die Mutanten-Mannschaft des Sohns von LeBron James an. Als Vorbild für die Cosplay-Zuschauer fungiert dabei nahezu der gesamte Warner-Kosmos von Pennywise bis Pennyworth, also Product Placement pur.

Space Jam 2

Das familienfreundliche Schmalz-Ende verstärkt den Eindruckt eines Films, der sehr viel weniger ist als die Summe seiner teilweise wirklich großartigen Bestandteile.

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Traffic – Macht des Kartells

Nach seinem großen Erfolg Erin Brokovich und dem nicht minder beeindruckenden etwas kleineren Film The Limey drehte Steven Soderbergh 2000 ein gewaltiges Epos. Bei seinem Welterfolg mit Julia Roberts hat er gelernt, wie eigentlich schwer zugängliche Themen in einen unterhaltsamen Film verwandelt werden können.

Traffic - Macht des Kartells

Traffic beschäftigt sich ungemein vielschichtig mit so ziemlich allen Aspekte des Kampfes gegen Schmuggel und Handel mit Rauschgift. Wenn z. B. Michael Douglas als Karriere-Staatsanwalt seine „Law and Order“-Ansprache im Weißen Haus einfach abbricht, um seiner drogensüchtigen Tochter beizustehen, so ist dies fernab aller Klischees und wirklich nachvollziehbar und ergreifend.

Traffic - Macht des Kartells

Ein großes Manko bei einem Film mit so viel sensiblen Momenten und einer Spieldauer von 150 Minuten ist jedoch der etwas ärgerliche Einsatz einiger Klischees, die mit etwas bösen Willen durchaus rassistisch genannt werden können. So sind es mal wieder farbige Drogendealer, die das weiße Oberschichts-Töchterchen nicht nur mit Drogen vollpumpen, sondern auch noch sexuell missbrauchen und auf den Strich schicken.

Traffic - Macht des Kartells

Schlimmer noch ist die Darstellung Mexikos: Während die Verhältnisse in den USA sehr differenziert dargestellt werden, zeigt Soderbergh immer, wenn er die Staaten verlässt, in braungetönten Bildern (die etwas an schlecht verstandenen Oliver Stone erinnern) ein ungemein barbarisches und korruptes Land, das unverschämterweise direkt an die Vereinigten Staaten grenzt. Hier hätten ruhig ein oder zwei Handlungsstränge gekappt werden können, um eine etwas differenziertere Erzählweise zu ermöglichen.

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Meteor Man

Bei Hollywood Shuffle führte Robert Townsend 1987 Regie, schrieb das Drehbuch und spielte die Hauptrolle. Er machte sich in der Komödie darüber lustig, dass afroamerikanische Darsteller in Hollywood nur undankbare Rollen als Schurke oder Dödel bekamen. Der für nur 100.000 Dollar gedrehte Film spielte über 5 Millionen Dollar ein, was Townsend eine Großproduktion ermöglichte.

Meteor Man

Als Meteor Man wurde er 1993 –  also lange vor Blade oder Black Panther –  zum ersten schwarzen Kino-Superhelden. Townsend, der auch wieder inszenierte und das Drehbuch schrieb, spielt den unscheinbaren Lehrer Jefferson Reed, der von einem Meteor getroffen wird. Dies verleiht ihm Superkräfte, doch mit dem Fliegen ist er erst einmal vorsichtig und schwebt anfangs nur wenige Meter über dem Boden…

Meteor Man

Der gutmütige Reed versucht das Leben in seiner Washingtoner Nachbarschaft (hier spielt sich der gesamte Film ab) zu verbessern. Da er über einen sehr grünen Daumen verfügt, legt er über Nacht auf einem vermüllten Grundstück einen sehr fruchtbaren Gemüsegarten an. Doch sehr viel mehr Probleme bereitet ihn die blondierte Gang Golden Lords, die sein Viertel terrorisiert.

Meteor Man

Meteor Man ist ein durchaus sympathischer Film, der mit Don Cheadle, James Earl Jones und Bill Cosby recht prominent besetzt ist. Superhelden-Fans dürften Spaß daran haben, dass sich über manches Klischee lustig gemacht wird und dass Frank Gorshin, der Riddler aus der Batman-Serie mit Adam West, auch hier einen Schurken spielt. Doch insgesamt geht es fast schon erschreckend harmlos und zudem auch noch eher albern als lustig zu.

Meteor Man

An den Kinokassen hatte Meteor Man den umgekehrten Effekt wie Hollywood Shuffle, da von dem 30-Millionen-Dollar-Budget nur 6 Millionen wieder eingespielt wurden. Dies führte dazu, dass die bei Marvel parallel zum Film gestartete Comic-Serie mit Meteor Man nach nur 6 Ausgaben (inklusive eines Cross-Overs mit Spider-Man) eingestellt wurde.

Meteor Man

Auch angesichts des Superhelden-Booms ist es sehr erfreulich, dass „Meteor Man“ bei uns mit einer Verspätung von einem Vierteljahrhundert endlich auf DVD und Blu-ray erscheint, auch wenn das einzige Extra der US-Trailer ist.

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Iron Man 2

Gerade bei Filmen mit Marvel-Superhelden waren es häufig die direkten Fortsetzungen, die besonders überzeugen konnten (während die dritten Teile dann ganz schön abfielen). In Spider-Man 2 und X-Men 2 mussten die Hauptfiguren nicht mehr vorgestellt bzw. ihre Entstehungsgeschichte erzählt werden, sondern es konnte gleich zur Sache gehen.

Iron Man 2

In dieser Hinsicht versuchte 2010 auch die Fortsetzung  Iron Man zu funktionieren. Der Film setzt an, nachdem der zum Friedensstifter mutierte Waffenfabrikant Tony Stark (Robert Downey Jr.) auf einer Pressekonferenz der Welt eröffnet, dass er Iron Man ist. Er erregt dadurch viel Aufsehen, auch beim Russen Ivan Vanko (Mickey Rourke), der glaubt dass Starks Firma seinem Vater eine wichtige Erfindung gestohlen hat. Vanko beginnt sich ein Kostüm zusammenzuzimmern und versucht als peitschenschwingendes Ungetüm Whiplash Tony Stark zu töten.

Iron Man 2

So weit so okay, Mickey Rourke, der schon aus Sin City Erfahrung mit Comic-Verfilmungen mitbringt, ist ohnehin schon ein Brocken von einem Mann und angemessen bedrohlich. Robert Downey Jr. macht wieder ähnliche Faxen wie im ersten Teil (oder wie Johnny Depp in Fluch der Karibik).

Iron Man 2

Doch während dies in Iron Man fester Bestandteil einer solide konstruierten Geschichte war, setzt Regisseur Jon Favreau diesmal verstärkt auf Klamauk. Das schlägt sich auch darin nieder, dass Favreau die von ihm verkörperte Rolle als molliger Leibwächter Happy Hogan (im ersten Teil noch wenig mehr als ein besserer Statist) deutlich ausbaut und vergeblich versucht noch zusätzliche Lacher auf seine Seite zu ziehen.

Iron Man 2

Vollends im albernen Bereich agiert bzw. chargiert Sam Rockwell, der den mit Tony Stark konkurrierenden Waffenfabrikanten Justin Hammer zu einer unwitzigen Lachnummer macht. Da können auch die Damen nicht mehr viel retten.

Iron Man 2

Gwyneth Paltow bringt als Starks plötzlich zum Vorstand beförderte Assistentin Pepper Potts etwas Feminismus ein und Scarlett Johansson legt als Natasha Romanoff alias Black Widow zwar eine gute Actionszene hin, ist aber eigentlich ziemlich überflüssig.

Iron Man 2

Völlig verständlich ist, dass Terence Howard nicht mehr als Col. James Rhodes dabei sein mochte und diesen Part dem bedauernswerten Don Cheadle überließ, der sichtlich bemüht ist sich als Iron Mans Sidekick War Machine nicht allzu sehr zu blamieren, während dies den mit dummen Sprüchen nur so um sich schmeißenden Samuel L. Jackson als Nick Fury mühelos gelingt.

Iron Man 2

Schade, dass der nahezu perfekte Iron Man derart albern fortgesetzt wurde. Doch zum Glück war das nicht das Ende des Marvel Cinematic Universe.

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