Schlagwort-Archive: Goldene Himbeere

Blake Snyder: Rette die Katze!

Das Hauptproblem dieses hochgelobten Ratgebers ist, dass es dem Verfasser Blake Snyder zwar gelang eine ganze Menge der von ihm mit verfasste Drehbücher an große Hollywood-Studios zu verkaufen, realisiert wurden jedoch lediglich Mac Millionär – Zu clever für ’nen Blanko-Scheck und Stop! Oder meine Mami schießt!. Beide Filme sind alles andere als Blockbuster und erhielten fast ausschließlich negative Kritiken. Doch für sein Drehbuch zu Stop! Oder meine Mami schießt!, in dem Sylvester Stallone die Hauptrolle spielte, wurde Snyder immerhin mit der “Goldenen Himbeere“ ausgezeichnet.

Blake Snyder: Rette die Katze!

In seinem “ultimativen Buch übers Drehbuchschreiben“ führt Snyder immer wieder Beispiele aus seinen nicht verfilmten Drehbüchern an, um zu untermauern, wie der perfekte Erfolgsfilm auszusehen hat. Noch sehr viel starrer als Drehbuch-Guru Syd Field legt Snyder fest, auf exakt welcher Seite des Drehbuchs “Setup“, “Debatte“, “B-Story“ und natürlich die beiden Plotpoints stattzufinden haben. Als Untermauerung seine Thesen dienen ihm unvergessliche Filme wie Natürlich Blond oder Miss Undercover. Wer sich nicht an Snyders “Beat-Sheet“ hält, dem droht der kommerzielle Misserfolg oder (schlimmer noch) er kann gleich fürs europäische Kino schreiben.

0003

Der Titel des Buchs “Rette die Katze!“ bezieht sich darauf, dass am Anfang jedes erfolgreichen Films, der Held eine Art kleine Heldentat begehen sollte, um sich bei Publikum einzuschmeicheln. Diese Idee ist alles andere als neu und William Goldman, der mit Zwei Banditen, Der Marathon-Mann und Die Unbestechlichen einige echte Klassiker geschrieben hat, griff 1966 in seinem zweiten verfilmten Drehbuch darauf zurück. In der Eröffnungsszene von Ein Fall für Harper charakterisiert er Paul Newman als Privatdetektiv auch dadurch, dass dieser als er morgens keinen Kaffee mehr hat, einen alten Kaffeefilter von gestern aus dem Mülleimer fischt und diesen aus der Not geboren ökologisch korrekt erneut benutzt. In seinem ebenso informativen wie amüsanten Sachbuch Das Hollywood Geschäft beschreibt Goldman, wie positiv das Kinopublikum auf diese kleine Szene reagierte. Dies Buch und Goldmans Wer hat hier gelogen? seien allen angehenden Drehbuchschreibern wärmstens empfohlen.

Blake Snyder: Rette die Katze!

Dies gilt nur bedingt für Blake Snyders Rette die Katze!, das nicht nur dank seines Umfangs von knapp 200 Seiten reichlich dünn ausgefallen ist. Das Buch kommt manchmal arg besserwisserisch daher und hat hauptsächlich gegen Ende hin, wenn es darum geht wie Agenten und Produzenten zu finden sind, doch noch einen gewissen Gebrauchswert. Achja, fast schon vergessen, der Tipp sich auf Geschichten zu konzentrieren, deren Quintessenz sich in einem markanten Satz zusammenfassen lässt, ist dann vielleicht doch noch 20 Euro wert.

„Blake Snyder: Rette die Katze!“  bei AMAZON bestellen, hier anklicken

„Blake Snyder: Rette die Katze!“ bei ebay kaufen, hier anklicken

Was Sie schon immer über Kino wissen wollten…

Ganz so ambitioniert (und voluminös) wie das alljährlich im selben Verlag erscheinende “Lexikon des internationalen Films“ ist dieses Buch nicht, doch das Blättern darin bereitet angesichts der Menge von hochinteressanten “unnützen Wissen“ noch mehr Spaß. Zu finden sind allerlei Listen über die besten, teuersten und erfolglosesten Filme, sowie zum Abschluss eine Liste der im Buch gelisteten Listen.

Was Sie schon immer über Kino wissen wollten...

So ist zu erfahren, welche Filme angeblich die meisten Goofs bzw. Filmfehler enthalten, stark vertreten sind hier natürlich Blockbuster wie “Der weiße Hai“, “Der Herr der Ringe“ oder “Harry Potter“, die von Millionen Filmfreunden Einzelbild für Einzelbild nach Ungenauigkeiten abgesucht wurden. Restlos geklärt wird natürlich nicht, welcher Film der beste ist, sondern es werden die Ergebnisse von verschiedenen Kritiker- oder Publikums-Umfragen präsentiert, die oft “Vertigo“, “Der Pate“, “Citizen Kane“ oder den japanischen Film “Die Reise nach Tokio“ und seltener “Toy Story 2“ oder “Avatar“ enthalten.

Was Sie schon immer über Kino wissen wollten...

Der lustigste Teil des Buches setzt sich mit dem Filmpreis “Die goldene Himbeere“ auseinander, der für besonders lausige Leistungen vergeben wird. So erhielt Sylvester Stallone diesen gefürchteten Preis für “99,5 % of everything he’s ever done“. Bemerkenswert ist auch Adam Sandler, dem es 2011 gelang dank “Jack und Jill“ sowohl für die schlechteste männliche als auch für die schlechteste weibliche Hauptrolle ausgezeichnet zu werden. Interessant ist auch die Auflistung jener Hollywood-Stars, die – wie Halle Berry für “Catwoman“ oder Sandra Bullock für “Verrückt nach Steve“ – die Anti-Trophäe tatsächlich persönlich entgegen genommen haben. Regisseur Paul Verhoeven, der als erster Filmschaffender seine Goldene Himbeere, bzw. gleich sieben Himbeeren für “Showgirls“ entgegen nahm, meinte danach, dass ihm die Preisverleihung mehr Spaß gemacht hätte, als das Lesen der schlechten Kritiken einige Monate zuvor.

Was Sie schon immer über Kino wissen wollten...
Halle Berry nimmt “Die goldene Himbeere“ entgegen.

Drei Jahre nachdem “Was Sie schon immer über Kino wissen wollten…“ 2013 beim Schüren Verlag veröffentlicht wurde, erscheint eine Neuauflage, in der die zahlreichen Listen aktualisiert wurden.

Dieses Buch bei AMAZON bestellen, hier anklicken

Dieses Buch bei ebay kaufen, hier anklicken