Schlagwort-Archive: Grant Morrison

Robin: Turnier der Killer

Im September 2006 brachte Grant Morrison in US-Batman #655 den leiblichen Sohn von Bruce Wayne und Talia al Ghul in den offiziellen Kanon des DC-Universums. Aufgezogen von seiner Mutter und der League of Assassins verfügt Damian Wayne über eine außerordentliche Kampfkunst. Als Robin an der Seite seines Vaters Batman durchlebt er viele Höhen und Tiefen.

Robin: Turnier der Killer

Nach den Ereignissen diverse Relaunchs des DCU der letzten Zeit hatte Damian sich mit seinem Vater zerstritten und die Teen Titans verlassen. Er bereist die Welt, trainiert seine Kampfkünste und besucht seine Mutter. Hier erfährt er, dass es neben der League of Assassins und der League of Shadows noch die League of Lazarus gibt, die auf der geheimnisvollen Insel Lazarus Island  lebt.

Robin: Turnier der Killer

Hier wird ein Turnier ausgetragen, um den besten Kämpfer zu küren. Aus allen Ecken der Welt kommen Kämpfer wie Shrike, Ravager, Connor Hawke, Nite-Wing, Brutale, Double Dare und viele andere mehr, um den Preis zu gewinnen, der für den Sieger bestimmt ist: Unsterblichkeit!

Robin: Turnier der Killer

Die spannende Story von Joshua Williamson bietet Einblicke in den Charakter von Damian Wayne. Hinzu kommen Begegnungen mit seinem Großvater Ra’s al Ghul, Damians Drachen Goliath und vielen anderen Charakteren, insbesondere aus der Bat-Familie. Insgesamt ist der Comic ein wilder Ritt mit vielen Andeutungen aus der Vergangenheit von Ra’s al Ghul.

Robin: Turnier der Killer

Die Zeichnungen von Gleb Melnikov und Jorge Corona passen zu dem jugendlichen Thema und setzen die rasante Reise perfekt in Szene. Diese findet in Der Lazarusdämon ihre Fortsetzung.

Norbert Elbers

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Grant Morrison & Frank Quitely: WE3

Als diese aus drei US-Heften bestehende Miniserie 2004 bei Vertigo erschienen ist, waren auf den Titelbildern auch rührend gestaltete Handzettel abgebildet. Hierbei handelte es sich um Suchanzeigen für drei von ihren Besitzern verzweifelt gesuchte niedliche Haustiere, die auf die Namen Bandit, Tinker und Pirate hören.

Grant Morrison & Frank Quitely: WE3
Softcover von 2022

Doch mittlerweile sind diese kaum noch als Hund, Katze und Kaninchen zu erkennen. Durch modernste Kybernetik sind sie zu nahezu unbesiegbaren Kampfmaschinen geworden und werden vom US-Militär als Killerkommando eingesetzt werden. Doch kurz bevor sie von ihrem Hersteller, dem ein noch tödliches Update gelang, eliminiert werden sollen gelingt Weapon 3 die Flucht…

Grant Morrison & Frank Quitely: WE3

WE3 besticht durch die kunstvoll hyperrealistischen – gelegentlich an Richard Corben erinnernden – Bilder von Frank Quitely, die die Geschichte ganz ohne erklärende Texte erzählen. Dabei gelingen ihm innovative Layouts und spektakuläre Action-Sequenzen, die sich oft auf Doppelseiten im Breitwand-Format abspielen.

Grant Morrison & Frank Quitely: WE3

WE3 wurde inspiriert Richard Adams´Romane Watership Down und Die Hunde sind los. Der Autor Grant Morrison arbeite bereits häufiger, etwa bei All-Star Superman mit seinem schottischen Landsmann Frank Quitely zusammen. Morrison erzählt fast immer aus der Tierperspektive. Frank Quitely zeigt die Gesichter der menschlichen Protagonisten nur selten, vermittelt aber eindringlich die Höllenqualen, die Bandit, Tinker und Pirate erlitten haben.

Grant Morrison & Frank Quitely: WE3
Softcover von 2008

Für die überfällige Neuauflage dieses modernen Klassikers ergänzten Morrison und Quitely ihren Comic um zehn Story-Seiten, durch die einzelne Sequenzen noch etwas vertieft werden. Panini hat Hardcover, Großformat und einen knapp 30-seitigen Making-Of-Anhang spendiert. Diese Edition ist ein Must-have für Comic- und Tierfreunde.

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Batman & Robin Anthologie

Nachdem Panini bereits zu fast allen großen DC-Heroen, wie Batman, Joker, Harley Quinn, Flash, Wonder Woman, Aquaman oder Superman, Anthologie-Bände herausgebracht hat, stehen auch Gruppierung im Zentrum von voluminösen Hardcover-Bänden. Nach Harley Quinn und den Birds of Prey wird jetzt anhand von Comic-Meilensteinen die Geschichte des dynamischen Duos Batman & Robin erzählt.

Batman & Robin Anthologie

Diese begann 1940, als auf dem Cover von Detective Comics 38 “die sensationelle Neuentdeckung“ Robin the Boy Wonder dem Zuschauer durch einen Reifen entgegenhüpfte. Die zugehörige Geschichte wurde von Bill Finger geschrieben und von Bob Kane gezeichnet. Ihre Schilderung des tragischen Schicksals des Artisten-Kinds Dick Grayson, dessen Eltern unter der Zirkuskuppel das Opfer eines heimtückischen Anschlags wurden, eröffnet die Anthologie.

Batman & Robin Anthologie

Das Buch enthält auch die inhaltlich nahezu identische Version dieser Story, die 1969 in Batman 213 enthalten war und vom späteren Spider-Man-Zeichner Ross Andru sehr viel beeindruckender in Szene gesetzt wurde. Vielen eingefleischten Batman-Fans geht der Wunderknabe Robin auf den Keks, denn sie bevorzugen ihren Dunklen Ritter pur. Doch 1940 machte der jugendliche Sidekick als Identifikationsfigur für junge Leser den Mitternachtsdetektiv noch populärer.

Batman & Robin Anthologie

Anfang der 80er-Jahre war Dick Grayson das Dasein als Assistent leid und er machte sich als Nightwing selbstständig. Daraus resultierte ein bunter Reigen von neuen Robins, die in der Anthologie fachkundig vorgestellt und analysiert werden. Den Anfang machte der etwas arogante Jason Todd, der 1988 in der Storyline A Death in the Family, deren Abschluss in diesem Band enthalten ist, nach einem entsprechenden Votum der Leser von DC “getötet“ wurde.

Batman & Robin Anthologie

Es folgte der noch sehr junge Tim Drake, der weniger akrobatisch, dafür aber hochintelligent war. Auch dieser machte schließlich sein eigenes Ding, wurde zu Red Robin und überließ seinen Platz Batmans Sohn Damian Wayne. Dieser war eigentlich gelernter Auftragskiller und die Umschulung zum Retter von Gotham City verlangte Batman einiges ab. Hinzu kommen mit der nur recht kurz als Robin tätigen Stephanie Brown und der von Frank Miller in Batman: The Dark Knight returns eingeführten Carrie Kelley auch noch zwei Girl Wonders.

Batman & Robin Anthologie

Die spannende und wechselhafte Geschichte eines wichtigen DC-Charakters wird durch 16 ausgewählte Geschichten von Comic-Meistern wie Frank Miller, Jim Lee, Grant Morrison, Frank Quitely oder Paul Dini gut nachvollziehbar und sehr unterhaltsam erzählt.

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Superman Anthologie

Lange hat es gedauert. Nach den voluminösen Büchern über Batman, Joker, Harley Quinn, Flash, Wonder Woman und Justice League folgt ein Sammelband über den ersten und wichtigsten Helden des DC-Universums. Rechtzeitig zum 80. Geburtstag von Superman werden auf 388 Seiten 19 Comics aus 9 Jahrzehnten präsentiert.

Superman Anthologie

Da aus dem Vollen geschöpft werden konnte, ist die Auswahl sehr abwechslungsreich. Den Auftakt bildet natürlich die erste Superman-Geschichte, die 1938 in Action Comics # 1 erschienen ist. Bemerkenswerterweise konzipierten Autor Jerry Siegel und vom Zeichner Joe Shuster ihren Mann aus Stahl für eine Veröffentlichung als Zeitungsstrip (daher das starre Layout), doch durch den Erfolg von Superman wurden Comic-Hefte zu einem ganz großen Geschäft.

Superman Anthologie

Interessant ist auch, die in dieser Anthologie abgedruckte Fortsetzung der ersten Superman-Geschichte aus Action Comics # 2. Kurz vor Beginn des Zweiten Weltkriegs löste Superman hier einen drohenden kriegerischen Konflikt in Europa, indem er sich die Kommandanten zweier gegnerischen Armeen schnappte und sie aufforderte im fairen Zweikampf anzutreten. Als sie den Stählernen fragten, warum sie denn gegeneinander kämpfen sollten, obwohl sie doch nichts gegeneinander haben, sorgte Superman für Frieden indem er sagte: “Meine Herren, dieser Krieg hat nur dem Verkauf von Waffen gedient… Wieso reichen Sie sich nicht einfach die Hände?“

Superman Anthologie

So einfach war es in der Realität natürlich nicht, doch auch in der in diesem Buch enthaltenen zweiseitigen (neu kolorieren) Geschichte aus dem Look Magazine hatte Superman eine simple Lösung für den mittlerweile tatsächlich ausgebrochenen Krieg in Europa. 1940 brachte ihn gewaltige Sprünge (fliegen lernte er erst ein Jahr später in den Zeichentrickfilmen aus dem Hause Fleischer) nach Deutschland und Russland. Dort schnappte er sich sowohl Hitler wie auch Stalin und diese wurden vom Völkerbund bestraft.

Superman Anthologie

Weiter geht es mit einer Story von 1948, in der Bill Finger, der Autor der ersten Batman-Comics, Superman eine neue Herkunftsgeschichte andichtete. Zu diesem Zeitpunkt waren Siegel und Shuster nicht mehr an Bord, denn DC hatte ihnen 1939 für 135 Dollar alle Rechte an ihrer Schöpfung abgekauft. Erst als Ende der 70er Jahre ein aufwändiger Kinofilm anstand, gewährte DC – nach Protesten von Comic-Schaffenden wie Neal Adams – den beiden Vätern von Superman eine bescheidene Rente in Höhe von 20.000 Dollar im Jahr. Diese tragische Geschichte haben Julian Voloj und Thomas Campi zu ihrem höchst empfehlenswerten Comic Joe Shuster – Vater der Superhelden (Carlsen) inspiriert.

Superman Anthologie

Paninis Superman Anthologie dokumentiert Supermans nicht immer gradlinigen Weg durch die Jahrzehnte. So reagierte er kurzzeitig nicht mehr allergisch auf Kryptonit, was trotz eines ikonischen Covers von Neal Adams nicht von Dauer blieb.

Superman Anthologie

Neben Arbeiten von Frank Miller, Grant Morrison und einer Hymne von Ray Bradbury ist auch die Geschichte What’s So Funny About Truth, Justice & the American Way?  von Joe Kelly (I kill Giants) enthalten, aus der der Animationsfilm Superman vs. The Elite wurde.

Superman Anthologie

Mit der sehr speziellen Freundschaft zwischen Batman und Superman beschäftigt sich eine Story von Chipp Kidd, die Alex Ross (Marvels, Kingdom Come, von ihm stammt auch das Cover dieser Anthologie)  virtuos zu Papier brachte, sowie ein Auszug aus jenem Relaunch, mit dem John Byrne der etwas müde gewordenen “Man of Steel“ 1986 neues Leben einhauchte.

Superman Anthologie

Äußerst bemerkenswert ist auch ein Comic von 2011, in dem Hollywood-Größe David S. Goyer den „Arabischen Frühling“ thematisierte. Er lässt Superman nach Teheran fliegen und an einer Demonstration auf dem Azadi-Platz teilnehmen. Dort beschloss er seine amerikanische Staatsbürgerschaft aufzugeben und künftig als Weltbürger zu agieren. Diese Entwicklung war jedoch genauso temporär, wie Supermans Verzicht auf seine Über-Unterhose im Rahmen des DC-Neustarts von 2011.  Der erste und größte Superheld wird sich auch weiterhin den Zeitströmungen anpassen, dabei aber auch immer er selbst bleiben.

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Batman: Arkham Asylum

Nach Year One und The Killing Joke präsentiert Panini einen weiteren Batman-Meilenstein als übergroße DeLuxe Edition. Arkham Asylum erschien in den USA 1989 und war ein Riesenerfolg, dennoch sollte es fast 10 Jahre dauern, bis Carlsen unter dem Titel Der Tag der Narren eine deutsche Ausgabe folgen ließ. Panini hat den Comic ab 2005 mehrmals unter seinem Originaltitel und schließlich in seiner Batman Deluxe Reihe veröffentlicht.

Batman: Arkham Asylum

Zu Arkham Asylum wurde der Autor Grant Morrison von Alan Moores Batman-Comic The Killing Joke inspiriert. Sehr gerne hätte er ebenfalls mit dem Zeichner Brian Bolland zusammengearbeitet. Doch dieser hat (wie er im Nachwort zur Deluxe-Ausgabe von The Killing Joke schrieb): “in einer seltsamen Huldigung an Alan (…) keinen Comic mehr gezeichnet, der von einem anderen Autor geschrieben wurde. Wenn man mit dem Besten zusammengearbeitet hat, dann ist jeder andere ein Schritt zurück.“

Batman: Arkham Asylum

Es war Karen Berger, die in London für DC britische Comic-Talenten suchte, und dabei nacheinander sowohl auf Grant Morrison als auch auf Dave McKean traf. Sie war fasziniert von Morrisons Story über Batman, der im Arkham Asylum gegen eigene und fremde Dämonen kämpfen musste, aber auch von seiner tragischen Geschichte des Irrenhaus-Gründers Amadeus Arkhams. Kurze Zeit wurde Berger bei einer Präsentation mit Dave McKeans entfesselten sich nicht an Comic-Konventionen orientierenden Werken konfrontiert.

Batman: Arkham Asylum

Karen Berger hielt es für eine gute Idee, wenn McKean die Geschichte von Morrison in seinem ungewöhnlichen Stil umsetzten würde. Morrison, der über zeichnerische Talente verfügt, hatte Arkham Asylum auf 64 Seiten durchskizziert (diese Entwürfe sind in der DeLuxe-Edition enthalten). McKean machte daraus sein eigenes Ding und es entstand eine 128-seitige Geschichte, die in dieser Form nicht bei einem Mainstream-Verlag wie DC zu erwarten war.

Batman: Arkham AsylumObwohl Arkham Asylum zu einem großen Erfolg und immer wieder neu aufgelegt wurde, war Grant Morrison war nicht so richtig glücklich mit der Art, wie McKean seine Geschichte umgesetzt hatte. Ihm waren dessen Bilder zu abstrakt und er ist davon überzeugt, dass ein “realistischer“ Zeichner noch sehr viel mehr Schrecken verbreitet hätte. Doch dabei sind es gerade McKeans expressionistischen Bilder, die dem Betrachter viel Raum für eigene Gedanke lassen und den Comic zu etwas ganz besonderem machten.  Daher ist die neu übersetzte DeLuxe-Edition von Panini, die mit 24 x 36 cm fast doppelt so groß ist wie die bisherigen Ausgaben, eine sehr gute Möglichkeit, um in die ebenso faszinierende wie erschreckende Welt von Arkham Asylum einzutauchen.

Batman: Arkham Asylum

Dave McKean hat es wenig Freude bereitet, wenn er immer wieder auf Arkham Asylum angesprochen wurde, da er in den letzten drei Jahrzehnten sehr viele andere Projekte angepackt hat. Doch der Comic gefällt ihm nach wie vor. Unzufrieden ist er jedoch mit der Druckqualität der verschiedenen Editionen, deren Grundlage die Reproduktionstechnik der 80er-Jahre war und die vor allem McKeans Kollagetechnik nicht gerecht wurde.

Batman: Arkham Asylum

Daher hat McKean sich darum bemüht so viele Originalseiten wie möglich neu zu scannen, um diese in einer neuen Ausgabe optimal zu präsentieren. Das Resultat ist die Absolute Edition und die Unterschiede – etwa zu Paninis DeLuxe-Edition – sind klein aber fein. Alles in allem gelingt es der neuen Ausgabe besser, die Bilder noch stärker “im Ungefähren“ zu belassen und dadurch die Finsternis des Schauplatzes aber auch der Handlung besser zu vermitteln.

Batman: Arkham Asylum

Die neue Edition, die bisher nur in den USA erschienen ist, steckt in einem eher unspektakulär gestalteten Schuber, doch McKeans neues an den deutschen Kino-Expressionismus erinnerndes Buch-Cover ist großartig. Es ist zu hoffen, dass dieses Buch (Format 21 x 31 cm) allen künftigen Ausgaben von Arkham Asylum als Grundlage diesen wird.

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Sekundär-Literatur zu Batman

Die 67. Ausgabe der “Zeitschrift für Graphische Literatur“ Reddition beschäftigt sich auf bewährte Weise mit einem Schwerpunkt-Thema. Im Zentrum des 80-seitigen durchgehend farbig bebilderten Magazins steht diesmal Batman. In siebzehn Artikeln beschreiben 13 Autoren wichtige Personen oder Phänomene aus der knapp 80-jährigen Geschichte des maskierten Rächers.

Sekundär-Literatur zu Batman

Porträtiert werden herausragende Autoren oder Zeichner wie Dennis O’Neil, Frank Miller, David Mazzucchelli, Steve Englehart, Jeph Loeb, David Mazzucchelli, Jim Aparo, Tom King und Grant Morrison. Dabei wird auch auf Werke eingegangen, die nicht im Zusammenhang mit Batman stehen. Zudem wird Appetit gemacht auf den demnächst anstehenden Batman-Comic von Enrico Marini (Die Adler Roms), der als Co-Produktion von DC und Dargaud-Lombard entstanden ist.

Sekundär-Literatur zu Batman

Auch auf die Filme sowie die animierte TV-Serie wird eingegangen. Natürlich gibt es mit “Batman: Ein amerikanischer Mythos“ von Peter Schimkat und “Batman und seine Zeiten“ von Heiko Langhans auch Versuche, den sich immer wieder neu definierenden Helden im Zusammenhang mit politischen und gesellschaftlichen Strömungen zu interpretieren.

Sekundär-Literatur zu Batman

Doch in dieser Disziplin dürfte so schnell keiner bei Lars Banhold mithalten können. Dieser verfasste bereits 2008 unter dem Titel Batman: Konstruktion eines Helden ein 100-seitiges Büchlein, das er zehn Jahre später komplett überarbeitet und aktualisiert hat. Dass es auf den 250 mit sehr kleinen Lettern bedruckten Seiten des Hardcover-Bands jetzt um die “Re-Konstruktion eines Helden“ geht, hängt natürlich damit zusammen, dass in den Batman-Comics immer mal wieder versucht wird, etwas völlig Neues zu machen, bevor dann mit mindestens ebenso großem Getöse der gute alte Dunkle Ritter zurückkehrt.

Sekundär-Literatur zu Batman Fazit des Buchs: “Batman ist als Figur, obwohl diegerisch vollkommen statisch, als kulturelles Men geradezu die Verkörperung von Entwicklung, Dialektik, Affirmation und Subversion.“ Wie man hier sieht, haut Banhold manchmal ähnlich wild Fremdwörter heraus, wie Batman die Gadgets aus seinem Wundergürtel. Doch Banhold gelang ein unerhört kluges Buch, das aus einer fundierten und faktenreichen Analyse heraus, interessante Fragen stellt.

Sekundär-Literatur zu Batman

Warum etwa ist jemand ein Held, der “körperlich und psychisch Versehrte mit grober Gewalt bestraft“? Hat der von Heath Ledger gespielte Joker in Christopher Nolans Blockbuster The Dark Knight vielleicht doch recht, wenn er versucht mit brutalen Methoden zu beweisen, dass die (in Gotham City) herrschende Gesellschaftsform aus “Wahrheit, Ordnung und Moral eine Illusion ist“. Fast möchte ich das ganze Buch zitieren um zu belegen, wie genial es ist.

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Justice League Anthologie

Nach den voluminösen Büchern Batman Anthologie, Joker Anthologie, Harley Quinn Anthologie, Flash Anthologie und Wonder Woman Anthologie folgt ein Sammelband über das wichtigste Team im DC-Universum.

Justice League Anthologie

Bereits 1940 formierten sich DC-Helden wie Flash, Hawkman oder Green Lantern zur Justice Society of America. Als die Serie 20 Jahre später revitalisiert werden sollte, erschien der Begriff “Society“ zu elitär und es wurde der bei Baseball-Liga entlehnte Name Justice League of America geeigneter.

Justice League Anthologie

Zum Team gehörten jetzt neben dem großen DC-Helden-Trio Superman, Batman und Wonder Woman noch Flash, Green Lantern, Aquaman und Martian Manhunter. Ihr ersten Auftritt hatte die League 1960 im Heft The Brave and the Bold # 28.

Justice League Anthologie

Hier musste das Team gegen einen besonders skurrilen Gegner antreten. Bei dem galaktischen Eroberer Starro handelt es sich um ein an einen riesigen Seestern erinnerndes Monster…

Justice League Anthologie

Diese erste Geschichte kommt in der Justice League Anthologie komplett zum Abdruck. Enthalten sind 13 weitere Comics von unterschiedlicher Länge aus fünf Jahrzehnten voller heldenhafter Einsätze der Gerechtigkeitsliga, wie das Team bei uns genannt wurde.

Justice League Anthologie

Hinzu kommen informative Texte, die Biografien bedeutender Comickünstler wie Gardner Fox, Grant Morrison oder Geoff Jones enthalten und auch auf die deutsche Veröffentlichungsgeschichte eingehen.

Justice League Anthologie

Außerdem sind noch Pläne der sich im Laufe der Jahrzehnte verändernden Hauptquartiere der Justice League auf der Erde und auf dem Mond enthalten. Eine so lebendig präsentierte Comicgeschichte bereitet viel Vergnügen und lässt auf viele weitere DC-Anthologien hoffen.

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Flash Anthologie

Nach den voluminösen Büchern Batman Anthologie, Joker Anthologie und Harley Quinn Anthologie folgt ein Sammelband über einen DC-Charakter in dessen Kostüm immer wieder andere Menschen steckten.Flash Anthologie

Zum ersten Flash wurde 1940 Jay Garrick, ein “ganz normaler Student der Midwestern University“. Durch seine Ungeschicklichkeit bei einem chemischen Experiment mit “schweren Wasser“ landet er zunächst im Krankenhaus, stellt dann jedoch fest, dass er plötzlich schneller als der Blitz ist. Seine neu gewonnenen Kräfte setzt er jedoch hauptsächlich ein, um die arrogante Joan Williams zu beeindrucken.Flash Anthologie

Wurden die ersten Geschichten von Harry Lampert noch ziemlich schlicht zu Papier gebracht, änderte sich dies als Carmine Infantino das Zeichnen übernahm. Ende der 40er Jahre schwand das Interesse an dem Flash. Doch 1956 sollte es zu einer gloriosen Wiederbelebung kommen, die zugleich das “Silver Age“ der Superhelden-Comics einleitete. Immer noch sehr realistisch gezeichnete von Carmine Infantino kehrte Flash hier als Polizei-Wissenschaftler Barry Allen zurück. Diese Figur wurde zum populärsten Flash und stand auch im Zentrum der beiden TV-Serien um den schnellsten Mann der Welt.

Flash Anthologie

Doch im allgemeinen Chaos rund um das DC-Mega-Ereigniss Crisis on Infinite Earths, das sich von 1985 bis 1986 hinzog, war plötzlich Wally West, der zuvor als Kid Flash agierte der neue Flash. Wer Genaueres hierzu wissen oder sehen möchte, wie die verschiedenen Flashs in ihren Comics agierten und aussahen, dem sei diese Anthologie wärmstens empfohlen. Auf über 400 Seiten kommen “20 rasante Storys aus 75 Jahren“ zum Abdruck. Unter den Autoren befinden sich heutige Stars wie Paul Dini, Geoff Jones oder die Schotten Mark Millar und Grant Morrison, die 1987 noch gemeinsam texteten.

Flash Anthologie

Das Buch ist auch durch seine informativen Textbeiträge ein spannender Exkurs durch die Superhelden-Geschichte, und es ist zu hoffen, dass Panini weitere Bücher wie die Wonder Woman Anthologie folgen lässt.

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Batmans Sohn

Im September 2006 übernahm Grant Morrison die monatliche US-Serie Batman mit der Nummer #655. Direkt im ersten Heft der vierteiligen Story wird ein neuer Charakter eingeführt: Damian Wayne – ein leiblicher Sohn Bruce Waynes aus einer Beziehung mit Talia al Ghul, der Tochter von Ra’s al Ghul. Wie Ra’s al Ghul (geschaffen von Denny O’Neil) für eine komplett neue Ära des Meisterdetektiven stand, so sollte wohl auch sein Enkel eine neue Ära einläuten?

Batmans Sohn

Morrison zündet ein Feuerwerk an Ideen: Seine Geschichten sind von langer Hand geplant, er stellt seine unzähligen Figuren sorgfältig auf, um sie bei gegebenem Anlass ins Geschehen eingreifen zu lassen. Er zieht hier alle Register seines Könnens – man merkt, dass er sich in der Historie der Figur Batman bestens auskennt und es ihm sichtlich Spaß macht, mit ihr zu arbeiten. Er verquickt Altbekanntes (und damit bei Langzeitlesern sehr Beliebtes) mit neuen Interpretationen und Wendungen – wie eben zum Beispiel die Liaison von Talia und Bruce und dem sich daraus ergebenden Nachwuchs, der nun als 10-jähriger erstmals seinen leiblichen Vater trifft. (Das Baby erblickte 1987 in “Batman: Son of the Demon“ das Licht der Welt; dt. bei Hethke und Panini)

Batmans Sohn

Und dieser Spross verfügt nicht nur über außergewöhnliche kämpferische Fähigkeiten, sondern auch über Moralvorstellungen, die beide Resultat seiner bisherigen Erziehung durch die besten Kämpfer von Ra’s al Ghuls Mordliga sind. Und das bietet reichlich Konfliktstoff – mit Batman, Alfred und natürlich auch mit Robin, dessen Platz er sofort einnehmen will. Ein Zweikampf auf Leben und Tod zwischen beiden lässt den Neuen als Sieger hervorgehen; Tim überlebt gerade noch schwer verletzt. Auch sonst ist Damian in der Wahl seiner Mittel nicht zimperlich: Ein, bei alten Fans sehr beliebter Charakter – The Spook (der Spuk aus den guten alten Ehapa-Zeiten!) – wird mal eben einen Kopf kürzer gemacht!

Batmans Sohn

Keine Idee ist Morrison zu abstrus um nicht abgefeuert zu werden – er spielt mit den ihm anvertrauten Figuren, setzt sie neu zusammen, und lässt sie so erfrischend anders erscheinen. Kreativ kombiniert er Bewährtes und schafft Neues: So zum Beispiel verwandelt er Ra’s al Ghuls Ninjakämpfer mit Kirk Langstroms Man-Bat-Serum in eine schier unbesiegbare fliegende Armee von Flügel- und Schwert schwingenden Soldaten. Die Dialoge zwischen Vater und Sohn sind spitz, witzig und voller Sticheleien und versteckter Hinweise.

Batmans Sohn

Auch wird mehrmals in der Story auf den Versuch in der Isolationskammer eingegangen – eine grandiose Geschichte von Bill Finger aus dem Jahre 1963 “Robin Dies at Dawn“ (US-Batman #156), die erstmals in Deutschland in der Reihe “Klassiker der Comic-Literatur“ von der Frankfurter Allgemeinen erschienen war. Für den wissenschaftlichen Versuch mit der Isolationskammer damals war ein gewisser Dr. Simon Hurt verantwortlich. Wir erfahren von einem geheimen Projekt bei der Polizei von Gotham City aus alten Tagen, bei dem Polizisten durch diverse Manipulationen als Ersatz-Batmen herausgebildet werden sollten – ein Projekt, das aber ordentlich daneben ging.

Batmans Sohn

Morrison lässt uns in US-BATMAN #666 – wie könnte es bei dieser Zahl auch anders sein!? – einen Blick in eine teuflische Zukunft tun: Hier ist Damian der Batman von Gotham City und alte Geschichten (begonnen hier in diesen Seiten!) finden in dieser (möglichen?) Zukunft ihr Ende…

Batmans Sohn

Die Zeichnungen von Andy Kubert sind atemberaubend! Sein klarer und realistischer Strich eignet sich sehr gut zum Flair und Erzählfluss der Geschichten. Sie sind voller Anspielungen und machen Spaß beim Betrachten. Wer die Geschichten noch nicht aus der monatlichen Batman-Serie kennt, sollte sich dieses Buch unbedingt zulegen – wer sie schon kennt, der sollte nicht die Möglichkeit verpassen, zusammenhängend alle Hefte noch einmal zu genießen!

Norbert Elbers


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Batman R.I.P.

Batman besucht den Joker im Arkham Asylum. Der Clownprinz weiß einiges, was der Dunkle Ritter nicht weiß. Aber in seiner Unfähigkeit, sich auszudrücken – oder weil er es einfach nicht will – gelingt es Joker nur, in Rätseln Andeutungen zu machen. Und die verheißen nichts Gutes für Batman. Soweit der Prolog (aus DC Universe 0).

Batman R.I.P.

An einem nicht näher bekannten Ort treffen sich auf Einladung von Black Glove eine Reihe von internationalen Schwerverbrechern und Menschen mit äußerst bösen Veranlagungen. Diese geheime Organisation wird angeführt, von jemandem, der sich selbst Dr. Simon Hurt nennt und vor langer Zeit ein Experiment in einer Isolationskammer leitete. Damals ließ sich Batman für längere Zeit eben dort einsperren um herauszufinden, was so etwas mit dem menschlichen Verstand anstellt.

Batman R.I.P.

Diese grandiose Geschichte von Bill Finger ist aus dem Jahre 1963 (“Robin Dies at Dawn“; US-Batman #156), und erschien erstmals in Deutschland im Batman Band  der F. A. Z. Reihe Klassiker der Comic-Literatur. Diese Gruppe um Hurt also hat sich zum Ziel gesetzt, Batman endgültig zu zerstören: Er soll gequält, gebrochen und vernichtet werden.

Batman R.I.P.

Schaut man sich auf dem Comicmarkt in Amerika die Marktanteile von DC an, so stellt man fest, dass Marvel hier die Nase vorn hat und DC erst an zweiter Stelle kommt. Ein probates Mittel um den Umsatz zu steigern war in der Vergangenheit in solchen Fällen oft ein spektakulär in Szene gesetzter Tod eines Helden. Beispiele gibt es zuhauf – der mit dem größten finanziellen Erfolg war sicherlich der von Superman (Doomsday). Auch der Tod von Captain America im Jahr 2007 verfehlte seine Wirkung nicht und fand in Amerika ein beachtliches Medienecho. Und so scheint man bei DC auch wieder zu diesem Mittel zu greifen: Dies zu mindestens scheint der Titel. “BATMAN R. I. P.” suggerieren zu wollen.

Batman R.I.P.

Als im September 2006 von Grant Morrison die monatliche US-Serie Batman mit der Nummer #655 übernommen wurde, wurden auch gleichzeitig in der ersten (4-teiligen) Story ein neuer Charakter eingeführt: Damian Wayne – ein Sohn aus einer Beziehung von Batman mit Talia al Ghul, der Tochter von Ra’s al Ghul. Wie Ra’s al Ghul (geschaffen von Denny O’Neil) für eine komplett neue Ära des Meisterdetektives stand, so sollte wohl auch sein Enkel eine neue Ära einläuten?

Batman R.I.P.

Schon ziemlich früh wurde – seitens DC – erklärt, dass das Ende und der Höhepunkt von Grant Morrisons Run “Batman R.I.P.“ heißen sollte. Alles schien möglich. Befassten sich doch die nun folgenden Geschichten in Morrisons Run immer mehr mit dem Thema Tod und todesähnlichen Erfahrungen. Und nun beginnt der letzte (6-teilige) Zyklus von Morrison: Batman R.I.P..

Batman R.I.P.

Morrison hat – wie immer – von langer Hand seine Story geplant, er stellt seine unzähligen Figuren sorgfältig auf um sie bei gegebenem Anlass ins Geschehen eingreifen zu lassen. Er zieht hier all seine Register seines Könnens – man merkt, dass er sich in der Historie der Figur Batman bestens auskennt und es ihm sichtlich Spaß macht, mit ihr zu arbeiten. Auf Geheiß von The Black Glove beginnt nun der makabere Totentanz für Batman. Aber was passiert, wenn das ultimative, unvorstellbare und unbekannte Böse es auf Batman abgesehen hat? Wie stellt man sich auf das völlig Unvorhersehbare ein? Hier liegt der tiefe Reiz von Morrisons Sicht auf den Mitternachtsdetektiven. Morrisons Batman hat für alles einen Plan – für jede noch so absurde Eventualität (physisch oder psychisch) hat er eine Fluchtmöglichkeit sich im Voraus erdacht.

Batman R.I.P.

Da die Storyline in USA ja schon vorbei ist, sei an dieser Stelle nur soviel schon verraten: So richtig tot scheint Bruce am Ende nicht zu sein (sein weiteres Schicksal wird im Mega-Event FINAL CRISIS gelüftet), wo (und wann) er denn genau ist, das weiß man nicht. Tot scheint er nicht – eher schlimmer. Wohl kaum ein anderer Comic-Charakter ist so beliebt und dabei so vielschichtig und hat in seinem langen Leben so viele Veränderungen und Verwandlungen durchgemacht wie Batman. Mit Batman ist so ziemlich alles möglich. Dieser Charakter ist so vielseitig verwendbar und es reizt immer wieder die Kreativen mit ihm zu arbeiten. Angefangen 1939, wurde Batman von seinen Erfindern Bob Kane und Bill Finger als Vigilant eingeführt, der mitunter einen sarkastischen Humor an den Tag legte, durchlebte die Figur viele Metamorphosen bis zum heutigen Tag. Heute erscheint er als “Der Dunkle Ritter“ – geprägt letztendlich durch Frank Millers “The Dark Knight Returns“ von 1986. Ist diese Ära nun eventuell vorbei – eingeleitet durch Grant Morrison? Sehr geschickt hat er es u.a. auch verstanden, eine Brücke zu schlagen von der Zeit, in der keine noch so bizarre Verwandlung zu albern war, über kosmische Ausflüge und Dimensionsreisen bis hin zu psychologisch ausgefeilten und spannenden Abenteuern.

Batman R.I.P.

Viele Fragen bleiben am Ende der Story offen. Wer oder was genau ist The Black Glove? Wer ist der Mann, der vorgibt mal Dr. Simon Hurt zu sein, mal behauptet Bruce Waynes Vater Dr. Thomas Wayne zu sein? Ist er eventuell der Teufel selbst – wie es viele Andeutungen sagen? Es wäre nicht die erste Story von Morrison, wo er auftaucht (vgl. u.a. Batman Album #7 “Der Mann ohne Schatten“; CARLSEN, 1991 aus US-Batman: Legends of the Dark Knight #6 – #10 “GOTHIC“; hier hatte der Mönch Manfred, der in Wirklichkeit der Kindermörder Mr. Whisper ist, einen Pakt mit dem leibhaftigen Satan geschlossen.). Welche Rolle genau spielt Jezebel Jet? Auch die scheint nicht die zu sein, die sie vorgibt zu sein. Wo genau ist Bruce Wayne? Wann und wie wird Bruce Wayne wiederkommten?

Batman R.I.P.

Nach R.I.P. schließt sich der Dreiteiler BATTLE FOR THE COWL an – mehrere Interessenten und Aspiranten kämpfen um die Nachfolge als Batman in Gotham City. Wer gewinnt, wer sich dann hinter den Masken von dem neuen Nachfolger-Batman bzw. dem neuen Robin versteckt – das ist freilich (für die deutschen Leser) zurzeit offen. Das Rätselraten der Fans gehört zum Kalkül und man bindet so seine Käuferschichten an sich. Eine Fastenzeit ohne Bruce Wayne scheint der Figur Batman jedenfalls gut zu tun. Wird sie erst mal vorbei sein, wird Bruce Wayne als Batman umso heller und wertvoller erscheinen.

Batman R.I.P.

Von Batman R.I.P. erschien zur Comic Action 2009 in Essen ein auf 222 Exemplare limitierter HC zu 39,00 Euro.

Norbert Elbers


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