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Süddeutsche Zeitung Bibliothek – Graphic Novels III

2005 veröffentlichten die Bild-Zeitung und die Frankfurter Allgemeine Zeitung zeitgleich die 12-bändige Bild-Comic-Bibliothek und die 20-bändigen Reihe Klassiker der Comic-Literatur – Ausgewählt vom F. A. Z. – Feuilleton. Obwohl hier populäre Titel wie Asterix, Donald Duck, Lucky Luke oder Superman vertreten waren, blieb ein nachhaltiger Erfolg aus.

Süddeutsche Zeitung Bibliothek – Graphic Novels 3

Die sechs Jahre später erschienene zehnbändige Süddeutsche Zeitung Bibliothek – Graphic Novels hingegen verkaufte sich so gut, dass sie bereits ein Jahr fortgeführt wurde. Nachdem Anfang 2012 als Edition II zehn weitere sehr gut zusammengestellte Bände erschienen waren, folgten ein Jahr später acht thematisch zusammenhängende Comics, die sich mit dem Thema “Verbrechen“ beschäftigten. Leiden waren nicht alle Ausgaben der dritten Edition herausragende Werke der Comic-Literatur.

 From Hell

Zum Auftakt der Reihe gibt es jedoch mit From Hell einen echter (600-seitigen!) Klassiker, der sich mit Jack the Ripper und seinen fünf Dirnenmorden beschäftigt. Obwohl es sich hierbei eigentlich um einen recht beliebten Mythos handelt, ist der Comic alles andere als leicht zugänglich. Daher brauchten Alan Moore (Watchmen) und der schottische Zeichner Eddie Campbell auch zehn Jahre bis endlich eine Gesamtausgabe erscheinen konnte.

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Hauptproblem des Comics ist, dass sich die Geschichte Lesern, die kaum mit den Tatsachen rund um die 1888 im Londoner Stadtteil Whitechapel begangenen Morden vertraut sind, nur sehr schwer erschließt. Daher verfügt From Hell dankenswerterweise auch über einen sehr umfassenden Anhang, der zu fast jeder Seite umfangreiche Zusatzinformationen liefert und am besten gleichzeitig mit der Comic-Erzählung gelesen werden sollte.

Der zweite Bandi st der wohl am schwersten zugänglichste der Reihe. Vallat spielt 1916 in Zürich. Während im übrigen Europa der Erste Weltkrieg wird der Polizeibeamte Charles Vallat bei Emittlungen in ein tödliches Komplott verwickelt. Das vom Schweizer Trio Massimo Milano (Zeichner), Reto Gloor (Texter) und Bruno Moser (Kunstmaler und Initiator) zu Papier gebrachte Werk verzichtet fast ganz auf einzelne Panels und die Sequenzen werden unterschiedlich layouteten Bild-Collagen zusammengefügt. Das sieht nicht uninteressant aus, macht die Geschichte aber nicht unbedingt lesbarer.

Stadt aus Glas

Stadt aus Glas ist der erste Band von Paul Austers New-York-Trilogie und erzählt teilweise im Stil eines Krimis von einem Autoren, der sich zunehmend mit seiner literarischen Schöpfung identifiziert. David Mazzucchelli (Batman: Year One) setzte Austers Roman in klare und schlichte Zeichnungen um. Dabei wird teilweise recht interessant. doch auf die Dauer etwas ermüdend, mit den Stilmitteln des Mediums Comic gespielt wird. Das Resultat überzeugt stärker in einzelnen Momenten als im großen Ganzen, doch immerhin war Paul Auster mit der Comicadaption seiner Geschichte vollauf zufrieden.

Tod eines Mörders

Tod eines Mörders ist ein farbiger Film Noir über einen todkranken Killer, der noch ein paar Rechnungen offen hat. Die Geschichte spielt in den 50er-Jahre in Paris und Avignon. Der Autor Philippe Paringaux geht sparsam mit Dialogen um und  setzt stärker auf längere erläuternde Prosa-Passagen. Doch obwohl seine Geschichte spannend und gelegentlich sogar überraschend ist sind es die Bilder von Jacques de Loustal, die den Comic zu etwas Besonderen machen, denn sein Umgang mit Farbe ist einzigartig. Tod eines Mörders erscheint innerhalb der SZ-Bibliothek leider etwas kleinformatiger und mit einem hässlichen, weil schwarzweißen Titelbild.

Die Sache mit Sorge

Isabel Kreitz beschäftigt sich in Die Sache mit Sorge auf über 200 Seiten mit der schillernden Persönlichkeit des im Auftrag von Stalin in Tokio spionierenden Richard Sorge. Dass durch seine Spionage-Tätigkeiten zweifelsohne früher eingetretene Ende des Zweiten Weltkriegs erlebte der 1944 in Tokio wegen Verrats gehängte Sorge nicht mehr. Durch einen stark auf Grautöne setzenden sehr detaillierten Zeichenstil vermittelt Isabel Kreitz glaubhaft den Seelenzustand von Menschen, die in der Fremde festhängen und niemanden trauen.

Scarface

Bereits die Regisseure Howard Hawks und Brian De Palma adaptierten Armitage Trails Roman Scarface. Die Version von Christian De Metter, der auch einen Comic zum von Martin Scorsese verfilmten Roman Shutter Island zeichnete, hat leider nicht das Zeug zum Klassiker. De Metter setzt nahezu das komplette Klischee-Arsenal des US-Gangsterfilms der 30er-Jahre ein. Auch formal kann sein Comic kaum punkten, denn die zumeist in blassen grüngelben Farben kolorierten Bilder wirken wie unbeholfen eingefärbte Fotos.

Packart Gang

Der Titel Die Packard Gang und der rasant in Szene gesetzte Auftakt verheißen einen Auto-Action-Trip vor der dekorativen Kulisse der USA in den 50er-Jahren inklusive Retro-Klamotten und allem Pipapo. Marc Malès bietet genau dies und dank seiner verschachtelten Erzählstruktur sowie knapper und intelligentern Dialogen entsteht beträchtliche Spannung. Die Packard Gang wurde von Malès in exzellenter Schwarzweißgraphik in Szene setzt. Zweifelsohne ein guter Comic zur rasanten Lektüre, dennoch gehört er nicht zu den 28 Graphic Novels, die ich mit auf eine Insel nehmen würde…

Jon J. Muth: M - Eine Stadt sucht einen Mörder

Der Comickünstler Jon J. Muth stellte 1990 die Handlung von Fritz Langs Klassiker M – Eine Stadt sucht einen Mörder mit “Freunden, Familienmitgliedern und Fremden“ nach. Anschließend verfremdete er die dabei entstandenen Fotos zeichnerisch und montierte die sie zu einer Comic-Miniserie, die durchaus ihre Bewunderer fand. Doch es stellt sich auch die Frage, ob es wirklich sinnvoll ist, eine perfekt visualisierte Vorlage als Comic zu adaptieren. Muth reicherte das Drehbuch zwar um einige neue Aspekte an, dennoch spielt der Comic in seinem Genre nicht in derselben Liga wie Fritz Langs Meisterwerk im Kanon der Filmklassiker.

Jon J. Muth: M - Eine Stadt sucht einen Mörder

Die dritte Edition dieser Reihe ist durchwachsener ausgefallen als die vorherigen Veröffentlichungen. Mit From Hell, Stadt aus Glas und Die Sache mit Sorge sind lediglich drei wirklich gute Graphic Novels und mit  Vallat und Scarface zwei sehr schwache Comics enthalten. Dass mit „Verbrechen“ also „Crime“ ein gemeinsames Thema gewählt wurde, war keine gute Idee, denn gute Graphic Novels lassen sich nur selten einem Genre zuordnen. Wie dem auch sein, bis heute wurde die Süddeutsche Zeitung Bibliothek – Graphic Novels leider nicht fortgeführt.

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Elvis – Die illustrierte Biografie

Wohl kein anderer Musiker hat eine so vielfältige und abwechslungsreiche Karriere hingelegt wie Elvis Presley. Er war der wild mit den Hüften schwingende Bürgerschreck, der brav seinem Land dienende GI, der Hauptdarsteller unzähliger meist eher einfältiger Hollywood-Filme, der tablettensüchtige Bewohner einer Riesenvilla und ein nicht mehr ganz schlanker Las-Vegas-Entertainer im Glitzeranzug.

Elvis – Die illustrierte Biografie

Bei so vielen unterschiedlichen Lebenssituationen ist es durchaus sinnvoll, eine Elvis-Comic-Biografie von verschiedenen Zeichnern gestalten zu lassen. “Elvis – Die illustrierte Biografie wurde geschrieben und koordiniert von Reinhard Kleist, dessen Comic-Biografie von Johnny Cash bereits zahlreiche Preise erhalten hatte, und von Titus Ackermann, der bei Moga Mobo schon sehr häufig zahlreiche Zeichner äußerst spannend zusammenarbeiten ließ.

Cover der niederländischen Ausgabe

Zum Auftakt erzählt der dänische Zeichner Søren Mosdal von dem bei der Geburt verstorbenen Zwillingsbruder von Elvis und von dessen erster Gitarre. Doch eigentlich wollte er lieber ein Luftgewehr…

Søren Mosdal

Nic Klein zeigt den jungen Sänger bei der Aufnahme seiner ersten Single, für die er noch bezahlen musste. Thomas von Kummant (Die Chronik der Unsterblichen, Gung Ho) gestaltet die erste Begegnung zwischen Elvis und Colonel Parker.

Elvis – Die illustrierte Biografie
Thomas von Kummant

Reinhard Kleist erzählt von der Soldatenzeit sowie vom Tod der Mutter von Elvis, während Isabel Kreitz (Die Sache mit Sorge, Rohrkrepierer: Eine Jugend auf St. Pauli) die erste Begegnung mit Priscilla Beaulieu schildert.

Elvis – Die illustrierte Biografie
Isabel Kreitz

Michael Meier zeigt wie Elvis für zwei Tage verschwand, um das weltweit beste Hotdog zu essen, Tim Dinter (Herr Lehmann) bebildert die Trennung Priscillas vom mittlerweile drogenabhängigen Elvis und Uli Oesterle (Hector Umbra, Vatermilch) zelebriert das “Aloha from Hawaii“-Konzert.

Elvis – Die illustrierte Biografie
Uli Oesterle

Zum Abschluss erzählt Frank Schmolke (Nachts im Paradies, Der Augensammler), davon wie Elvis schließlich endgültig das Gebäude verlassen hat.

Elvis – Die illustrierte Biografie
Frank Schmolke

Das Resultat kann voll überzeugen und wird abgerundet durch einige verspielte Elvis Portraits von Ackermann, Biografien der Zeichner sowie ein Vorwort von Bela B., dessen treffendes Resümee lautet: “Ich liebe Rock´n Roll und ich liebe Comics. Für mich gehörte das immer zusammen. Hier hat sich ein Kreis geschlossen.“

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Aike Arndt: Der Schatten

Im Gegensatz zu den Gebrüdern Grimm war Hans Christian Andersen weniger daran interessiert bereits im Volksmund vorhandene Märchen niederzuschreiben, sondern er gab den Geschichten einen eigenen, oft recht düsteren Touch. Daher ist Andersens “Kunstmärchen“ Der Schatten eine sehr gute Steilvorlage für den neunten Band von Carlsens 2018 gestarteten Reihe Die Unheimlichen.

Aike Arndt: Der Schatten

Diese wird von Isabel Kreitz (Haarmann, Die Erfindung der Currywurst) herausgegeben. Es handelt sich dabei um gebundene Büchlein, in denen Comic-Künstler wie Barbara Yelin, Olivia Vieweg, Sabine Wilharm oder Ralf König “klassische und moderne Schauergeschichten“ wie Das Wassergespenst von Harrowby Hall, Antigone, Die Affenpfote oder Frankenstein neu interpretieren.

Aike Arndt: Der Schatten

Für die Kolorierung steht jeweils nur eine Schmuckfarbe zur Verfügung. Aike Arndt (Die Zeit und Gott) entschied sich für ein an Grau grenzendes blasses Blau. Er verlegte Andersens 1847 erstmals veröffentlichtes Märchen Der Schatten in die Gegenwart, was erstaunlich gut funktioniert.

Aike Arndt: Der Schatten

Die Hauptfigur ist jetzt ein erfolgreicher Autor, der sich auf einer Lesereise einen “Signierkrampf“ zugezogen hat und davon im sonnigen Süden erholen will. Das klappt so halbwegs, doch nach einer wilden Nacht, die mit einem noch wilderen Alptraum endet, kommt dem plötzlich völlig erblassten Schriftsteller sein Schatten und anschließend auch noch sein erfolgreiches Leben abhanden…

Aike Arndt: Der Schatten

Mit sparsamen Texten gelang Aike Arndt in kleinen aber klaren Bildern ein großartig und intelligent in Szene gesetztes Update von Andersens etwas in Vergessenheit geratenem Meisterwerk.

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Ralf König: Frankenstein

Für die von Isabel Kreitz (Haarmann, Die Erfindung der Currywurst) herausgegebene Reihe Die Unheimlichen hat Ralf König (Der bewegte Mann, Herbst in der Hose) ein Monstrum geschaffen und es lebt! Auf 55 Seiten erzählt er seine sehr eigene Version von Mary Wollstonecraft Shelleys Klassiker Frankenstein.

Ralf König: Frankenstein

Dabei zeigt König wenig Interesse daran, die 1818 entstandene Geschichte vom “modernen Prometheus“ zu modernisieren. Seine anonym bleibende Hauptfigur liest Shellys Roman gleich nach seinem Erscheinen und schreibt einen Leserbrief an die Autorin, da er ähnliche Erfahrungen wie Dr. Frankenstein gemacht hat.

Ralf König: Frankenstein

Als junger Medizinstudent zeigte er sich stärker an der Wiederbelebung von Toten als an der Heilung von Gesunden interessiert. Daher fand er keine Befriedigung in einer Tätigkeit als Arzt und wurde stattdessen Bestatter. Dies ermöglichte ihm das Herz einer Frau, die hoffnungslos in ihn verliebt war, in den frisch verstorbenen Körper eines sehr attraktiven Wanderarbeiters zu verpflanzen…

Ralf König: Frankenstein

Es sieht so aus, als wenn sich der Totengräber einen idealen Gefährten geschaffen hat. Doch, wie er in seinem Leserbrief am Shelley zum Ausdruck bringt, sind seine Erlebnisse noch erschreckender als die im Roman geschilderten Ereignisse. Ralf König gelang in diesem kleinen Meisterstück eine perfekte Mischung aus Hommage, Parodie, Horror und Humor.

Ralf König: Frankenstein

Wie bei allen Büchlein der Reihe Die Unheimlichen kam auch bei Frankenstein nur eine Schmuckfarbe zum Einsatz. Thematisch passend wählte König Grün, denn auf allen Plakaten zu James Whales schwarzweißen Universal-Monsters-Klassiker Frankenstein von 1931 schillerte der lange Schädel von Boris Karloff in diesem Farbton. Nicht genug gelobt werden, kann die Virtuosität der Koloristen Emily Zürn und Stefan Dinter, die für eine angemessen schauerliche Farbgebung sorgten.

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Sabine Wilharm: Die Affenpfote

Die im April 2018 bei Carlsen gestartete Reihe Die Unheimlichen wird von Isabel Kreitz (Haarmann, Die Erfindung der Currywurst) herausgegeben. Mittlerweile sind sieben gebundene Büchlein erschienen, in denen Comic-Künstler “klassische und moderne Schauergeschichten neu“ interpretieren.

Sabine Wilharm: Die Affenpfote

Für die Kolorierung steht jeweils nur eine Schmuckfarbe zur Verfügung. So hat etwa Barbara Yelin die amüsante Geistergeschichte Das Wassergespenst von Harrowby Hall von John Kendrick Bangs blau eingefärbt, während Olivia Vieweg für die nicht mit Leichen geizende griechische Tragödie Antigone von Sophokles blutrote Farbe verwendete.

Sabine Wilharm: Die Affenpfote

Für die Adaption der 1902 entstandenen Kurzgeschichte Die Affenpfote von William Wymark Jacobs konnte die renommierte Illustratorin Sabine Wilharm gewonnen werden. Diese hat eine ganz besondere Verbindung zu Carlsen, denn von ihr stammen die eigenwilligen Titelbilder der deutschen Ausgaben von Harry Potter.

Sabine Wilharm: Die Affenpfote

Die Affenpfote beginnt damit, dass der schwerkranke britische Kolonialoffizier Morris seinen alten Freund White besucht. Morris erzählt von seinen Erlebnissen in Indien und von einer mysteriösen mumifizierten Affenpfote, die drei Wünsche erfüllen kann. Laut Morris wurden die Wünsche zwar erfüllt, doch glücklich ist dadurch niemand geworden. Nur sehr widerwillig gibt Morris die Pfote an White weiter…

Sabine Wilharm: Die Affenpfote

Sabine Wilharm setzt die Geschichte in einem eigenständigen Stil sehr mitreißend um. Dabei verwendete sie nur sehr sparsam Sprechblasen und setzt stattdessen völlig zurecht auf die Kraft ihrer Bilder. Als Schmuckfarbe wählte Wilharm Violet, was die unheimliche Wirkung ihrer Inszenierung noch steigert. Sehr werkgetreu mündet die Geschichte in ein offenes Ende, das Wilharm eindrucksvoll bebildert.

Mary Shelleys Frankenstein

Als nächstes folgt bei Die Unheimlichen Ralf Königs Interpretation von Mary Shelleys Frankenstein.

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Olivia Vieweg: Antigone

Im April 2018 startete Carlsen die Reihe Die Unheimlichen mit gleich drei hübsch aufgemachten kleinen Büchern. Isabel Kreitz (Haarmann, Rohrkrepierer), die auch Herausgeberin der Reihe ist, adaptiert in gelblichen Bildern Sarah Khans Den Nachfolgern im Nachtleben, Lukas Jüliger garniert Edgar Allan Poes Berenice mit Manga-Elementen und Nicolas Mahler (Flaschko, Alte Meister) vergreift sich einmal mehr mit schon fast an Faulheit grenzender Lässigkeit an Hochliteratur, diesmal an Elfriede Jelineks Der Fremde.

Barbara Yelin: Das Wassergespenst von Harrowby Hall

Doch das Konzept eher unbekannte Schauergeschichten von unterschiedlichen Zeichnern in schwarzweiße mit einer Schmuckfarbe kolorierte Zeichnungen in Szene setzen zu lassen, ging erst in Band 4 so richtig auf. Hier setzte Barbara Yelin (Gift, Channa Maron) John Kendrick Bangs‘ Das Wassergespenst von Harrowby Hall schaurig schön, aber auch sehr ironisch in lässigen schwarzweißen Zeichnungen um, die immer wenn der feuchte Geist auftaucht blau eingefärbt daher kommen.

Barbara Yelin: Das Wassergespenst von Harrowby Hall

Nach Birgit Weyhes Interpretation von Theodor Fontanes Unterm Birnbaum folgt ein weiterer Höhepunkt der Reihe. Olivia Vieweg (Endzeit) hat Antigone von Sophokles adaptiert, bzw. sie sich hat das Kernstück der vor fast 2.500 Jahren entstandenen griechischen Tragödie vorgenommen. Dass der Klassiker immer noch aktuell ist, unterstreicht ein Tweet, den Vieweg ihrem Büchlein vorangestellt hat: “Legalität kann nicht immer der Kompass für die Moral sein.“

Olivia Vieweg: Antigone

Antigone ist die Fortsetzung der Sophokles-Tragödien Ödipus und Ödipus auf Kolonos. Antigone hat ihre Zwillingsbrüder verloren, die sich beim Kampf um die Macht in Theben gegenseitig getötet haben. Thronfolger wird der Tyrann Kreon, der verfügt, dass der eine Bruder mit allen Ehren bestattet wird. Die Leiche von Polyneikes dem anderen Zwilling, wird auf Befehl Kreons dem Schlachtfeld liegen gelassen, weil er den rechtmäßigen König getötet hat.

Olivia Vieweg: Antigone

Antigone wiedersetzt sich dem Bestattungsverbot und bedeckt die Leiche mit Staub. Als Antigone gefasst wird, besteht sie darauf, dass es rechtens ist, Polyneikes die letzte Ehre zu erweisen, auch wenn er unrecht begangen hat. Kreon verurteilt Antigone zum Tode indem er sie lebendig in eine Grabkammer sperren lässt. Sein Argument: “Würde ich Dich damit durchkommen lassen, wäre ich kein Mann. Du wärst der Mann.“

Olivia Vieweg: Antigone

Die Themen ziviler Ungehorsam, staatliche Willkür und Diskriminierung aufgrund des Geschlechts sind leider zeitlos, wodurch Antigone erschreckend aktuell ist. Doch “erschreckend“ im Sinne von “unheimlich“ wird die Geschichte auch durch die von Olivia Vieweg pointiert eingesetzte Schmuckfarbe blutrot. Diese kommt vor allem im grausigen Finale des Comics (Stichwort “Krähen und Leichenteile“) zum Tragen.

Sabine Wilharm: Die Affenpfote

Die Reihe Die Unheimlichen geht weiter mit Die Affenpfote von Sabine Wilharm und Frankenstein von Ralf König.

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Bilder vom Comic Café vom 18.11.2018

Hier einige Impressionen von meinem Comic Café, das am Sonntag den 18. November 2018 im Münchner Werkstattkino stattfand.

Bilder vom Comic Café vom 18.11.2018

Salón Internacional del Cómic de Barcelona

COMIC CAFÉ

Die Veranstaltung in der katalonischen Metropole ist eins der größten jährlichen Comic-Events Europas und das größte spanische Comic-Festival.

COMIC CAFÉ

Rainer Schneider hat Impressionen zum diesjährigen  Festival gezeigt.

Liebe & Tod

Zwischen 2010 und 2017 entstand eines dieser typischen Sketchbücher, die sich Comic-Aficionados von ihren bevorzugten ZeichnerInnen in Form einzelner Sketches anfertigen lassen – peu à peu über die Jahre hinweg.

Comic Café
Miguelanxo Prado

Zusätzlich interessant wird eine derartige Sammlung, wenn sie sich einem Thema widmet. So geschehen bei einem Sketchbuch, das sich für „Liebe & Tod“ interessiert.

Bilder vom Comic Café vom 18.11.2018
Isabel Kreitz

Die gelungene Mischung aus ernsten, satirischen und burlesken Ideen, dargeboten von heimischen und internationalen Künstlern, wurde präsentiert von Rainer Schneider.

Rainer Schneider

COMICS LESEN!

Fester Bestandteil des Programms ist die Expertenrunde “Comics lesen!“ die sich als Prüfstand für Neuerscheinungen versteht.

Bilder vom Comic Café vom 18.11.2018

Regelmäßig und kontrovers diskutiere ich in lockerer Runde über aktuelle Comics. Diesmal waren Rainer Schneider (Comicaze), Michael Khambekar und Igor Barkan (Zombiac) zu Gast.

Diese Comics standen zur Debatte:

Mit EIN COWBOY IN PARIS (Egmont Publishing) gelang Achdé and Jul das bisher beste LUCKY-LUKE-Album der nach dem Tode von Goscinny begonnenen Ära.

COMIC CAFÉ

Hier die Wertung:

Bilder vom Comic Café vom 18.11.2018

In MÄDCHENWORLD (Reprodukt) erzählt Fil (Didi & Stulle) eine verquere Ponyhof-Seifenoper, in der Teenager-Girls, schwule Elektropunks und drachenbändigende Schönlinge zu einem frivolen Kammerspiel laden.

COMIC CAFÉ

Hier die Wertung:

Bilder vom Comic Café vom 18.11.2018

Trickfilmklassiker – ROAD RUNNER!

Bilder vom Comic Café vom 18.11.2018

Matthias Schäfer hat diesmal ausgewählte und besonders lustige Trickfilm-Klassiker mit dem ROAD RUNNER vorgestellt und die Geschichte hinter Wile E. Coyote, der den Geococcyx californianus beständig erfolglos jagt, erzählt.

COMIC CAFÉ
COPYRIGHT: Warner Bros

Danach fand wie immer ein gemütliches Beisammensein im Fraunhofer statt.

Bilder vom Comic Café vom 18.11.2018

Bilder vom Comic Café vom 18.11.2018

Die nächste Termine ist der 13. Januar 2019

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Barbara Yelin: Das Wassergespenst von Harrowby Hall

Im April 2018 startete Carlsen die Reihe Die Unheimlichen mit gleich drei hübsch aufgemachten kleinen Büchern. Isabel Kreitz (Haarmann, Rohrkrepierer), die auch Herausgeberin der Reihe ist, adaptiert in gelblichen Bildern Sarah Khans Den Nachfolgern im Nachtleben, Lukas Jüliger garniert Edgar Allan Poes Berenice mit Manga-Elementen und Nicolas Mahler (Flaschko, Alte Meister) vergreift sich einmal mehr mit schon fast an Faulheit grenzender Lässigkeit an Hochliteratur, diesmal an Elfriede Jelineks Der Fremde.

Barbara Yelin: Das Wassergespenst von Harrowby Hall

Doch das Konzept eher unbekannte Schauergeschichten von unterschiedlichen Zeichnern in schwarzweiße mit einer Schmuckfarbe kolorierte Zeichnungen in Szene setzen zu lassen, will erst in Band 4 so richtig aufgehen. Hier hat sich Barbara Yelin (Gift, Channa Maron) John Kendrick Bangs‘ Das Wassergespenst von Harrowby Hall vorgenommen.

Barbara Yelin: Das Wassergespenst von Harrowby Hall

Diese Erzählung spielt Ende des vorletzten Jahrhunderts, als es noch für große Verwunderung sorgte, wenn sich jemand seine Utensilien (in diesem Falle eine Taucher-Ausrüstung) per Paketpost zusenden lässt. In Yelins Comic kommentiert eine Bedienstete dies mit: “Man stelle sich vor, jeder würde so einkaufen.“

Barbara Yelin: Das Wassergespenst von Harrowby Hall

Bangs erzählt von einem Wassergespenst, das die Schlossherren von Harrowby Hall alljährlich am Heiligabend aufsucht, wodurch es nicht nur zu Überschwemmungen, sondern auch zu lebensgefährlichen Erkältungen kommt. Der durchaus tragische Grund für den Spuk ist ein Fluch, der einem kleinen Mädchen auferlegt wurde, das nicht mehr leben wollte. Doch der Grundton der Erzählung ist ähnlich wie in Oscar Wildes Das Gespenst von Canterville humoristisch.

Barbara Yelin: Das Wassergespenst von Harrowby Hall

Barbara Yelin hat die Geschichte in lässige schwarzweiße Bilder mit ganz vielen grauen Zwischentönen umgesetzt. Wenn das Gespenst auftaucht, kommt aber auch noch wässriges Blau ins Bild, was die schaurig-schöne Stimmung bestens unterstreicht.

Olivia Vieweg Antigone

Nach Birgit Weyhes Interpretation von Theodor Fontanes Unterm Birnbaum folgte mit Olivia Viewegs Interpretation der griechischen Tragödie Antigone von Sophokles ein weiterer Höhepunkt der Reihe, die weitergeht mit Die Affenpfote von Sabine Wilharm und Frankenstein von Ralf König.

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Gift

Auf dem Bremer Domhof befindet sich inmitten des rötlichen Pflasters ein größerer schwarzer Basaltstein mit einem eingemeißelten Kreuz. Dieser ist unbekannten Ursprungs, wird jedoch von Bürgern der Hansestadt gerne angespuckt. Der Stein soll jene Stelle markieren an der am 21. April 1831 die letzte öffentliche Hinrichtung in Bremen stattgefunden hat. Vor den Augen von 35.000 Zuschauern wurde damals die 46-jährige Gesche Gottfried geköpft, die gestanden hatte, 15 Menschen (darunter ihre Eltern, Kinder und Ehemänner) mit “Mäusebutter“ (einem Gemisch aus Schmalz und Arsen) vergiftet zu haben. Gift

Über die Motive von Gesche Gottfried, die in der Nachbarschaft einen guten Ruf hatte und zahlreichen weiteren Mitmenschen nicht tödliche “Mäusebutter“-Dosierungen verabreichte, wird bis heute spekuliert. Der Autor Peer Meter veröffentlichte unter dem Titel Eine Bremer Tragödie nach Einsicht in die lange verschollenen Prozessakten ein Sachbuch in dem er – anders als bisher angenommen – die Gottfried nicht als berechnende Mörderin, sondern als psychisch kranke Frau darstellt. Auch den Bremer Bürgern und Autoritätspersonen weist Meter eine Teilschuld an den Taten zu, da es schon lange vor Gottfrieds Verhaftung reichlich Hinweise und Verdachtsmomente gab.

Gift

Peer Meter hat die Geschichte von Gesche Gottfried außerdem noch zu dem Comic Gift verarbeitet. Hier erzählt er von einer (unbenannt gebliebenen) Schriftstellerin, die genau zum Zeitpunkt als die Giftmörderin hingerichtet wurde, nach Bremen reist. Die junge Frau erlebt und erfährt eine höchst ungute Stimmung in der Stadt. Sie will dort eigentlich eine Reisebeschreibung über die Hansestadt verfassen, wird jedoch immer wieder mit Gesche Gottfried konfrontiert. Dem Comic ist auf jeder Seite anzumerken, wie sorgfältig Meter recherchiert hat und wie gut er sich in der Materie auskennt. Der Leser ist ebenso begierig wie die Hauptfigur darauf, herauszufinden, wie es zu den Morden kommen konnte. Die Kohlezeichnungen von Barbara Yelin (Channa MaronDas Wassergespenst von Harrowby Hall) hingegen sind oft etwas zu detailarm und flüchtig geraten, stehen der Erzählung aber nicht im Wege.

Gift

Mit Gift kehrte Peer Meter nach 20-jähriger Pause zum Medium Comic zurück. 1990 erschien bei Carlsen von einer von der auf drei Bände angelegten und von Christian Gorny gezeichneten Serie über dem Serienmörder Fritz Haarmann lediglich der erste Teil. Doch plötzlich startete Meter voll durch und hatte gleich mehrere Comicprojekte am Start, darunter – wieder bei Carlsen – ein neuer Haarmann, diesmal gezeichnet von Isabel Kreitz (Rohrkrepierer) und komplett in einem Band.

Gift erschien 2011 auch in der Reihe Süddeutsche Zeitung Bibliothek – Graphic Novels.

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Bilder vom Comic Café vom 30.10.2016

Hier einige Impressionen von meinem Comic Café, das am Sonntag den 30. Oktober 2016 im Münchner Werkstattkino stattfand.

ISABEL KREITZ WERSCHAU

Wir zeigten Impressionen von der im Köşk München in der Schrenkstraße 8 gezeigten großen Isabel Kreitz Ausstellung.

Comic Cafe

Zu sehen waren Arbeiten aus allen Schaffensphasen der Künstlerin von HAARMANN bis ERICH KÄSTNER.

Isabel Kreitz Ausstellung

Bei der rauschenden Vernissage am 20.10.2016 war Isabel Kreitz (hier im Bild mit Kurator Rainer Schneider) auch persönlich anwesend.

COMIC CAFÉ

Musikalisch untermalt wurde die Bilder-Schau vom Posaunisten Neil.

Zu Gast war STEFFEN HAAS!

Bilder vom Comic Café vom 30.10.2016

Mit seinen Motionless Movies – live vorgetragenen Comicerzählungen welche die Abenteuer einer kleinen Schar Bier trinkender Nagetiere schildern – beglückte er neben anderen Städten Europas Berlin, Hamburg und New York.

COMIC CAFÉ

Dem Thema Bier widmet sich Steffen Haas immer wieder gerne auch künstlerisch, z.B. in den Cartoon- und Comicserien wie Das Küken, die Maus und das Bier, die er gemeinsam mit Gunter Hansen für das IN MÜNCHEN, die Hofbräubrauerei und das Wirtshaus Der Pschorr verfasste und zeichnete.

Bilder vom Comic Café vom 30.10.2016

Im Comic Cafe erzählte Steffen Haas über seine einzigartige Mischung aus Comic und Performance und gab dem werten Publikum gemeinsam mit Jewgjenij Schuhr (Gitarre, Percussion) eine Kostprobe seiner Kunst.

Bilder vom Comic Café vom 30.10.2016

COMICS LESEN!

Fester Bestandteil des Programms ist die Expertenrunde “Comics lesen!“ die sich als Prüfstand für Neuerscheinungen versteht.

Bilder vom Comic Café vom 30.10.2016

Regelmäßig und kontrovers diskutiert Gastgeber Heiner Lünstedt in lockerer Runde über aktuelle Comics. Diesmal warenIgor Barkan (Zombiac), der Comiczeichner Rolf Boyke (alias boy) und Rainer Schneider (Comicaze) zu Gast.

Diese Comics standen zur Debatte:

Zep (Titeuf) schrieb für den Zeichner Vince die erotische Fantasie ESMERA (Splitter).

Zep & Vince: Esmera

Hier die Wertung.

Bilder vom Comic Café vom 30.10.2016

Die Serie WONDERBALL (Schreiber & Leser) weckt dank des klaren realistischen Artworks von Colin Wilson angenehme Erinnerungen an Klassiker des San-Francisco-Films wie Dirty Harry oder Bullitt.

Wonderball

Hier die Wertung.

Bilder vom Comic Café vom 30.10.2016

 

Hier noch einige Skizzen, die Rolf Boyke während der Veranstaltung gemacht hat:

Rolf Boyke 10 2016

Das nächste Comic Café ist am Sonntag den 5. Februar 2017 um 18 Uhr.

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