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Stephen King: Später

Als Erzähler fungiert ein kleiner Junge, der darauf hinweist, dass es bei ihm anders ist als “im Film mit Bruce Willis“. Das ist nicht ganz richtig , denn genau wie Haley Joel Osment als Cole Sear in The Sixth Sense sieht auch Jamie Conklin tote Menschen. Bei ihm handelt es sich jedoch ausschließlich um kürzlich Verstorbene, mit denen Jamie reden kann und die gezwungen sind, seine Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten.

Stephen King: Später

Diese Fähigkeit kann er gewinnbringend einsetzen, als Regis Thomas, der lukrativste Klient seiner als Literaturagentin arbeitenden Mutter Tia stirbt, ohne den lange erwarteten Abschlussband seiner Erfolgsserie Roanoke vollendet zu haben. Doch kurz nach seinem Tod diktiert der Geist des Autors Jamie  das Finale des Buchs, die Mutter schreibt es nieder und die Miete ist für eine Weile gesichert. Weniger erfreulich entwickelt es sich, nachdem Jamie einen frisch verstorbenen Attentäter dazu zwingt, ihm zu verraten, wo er seine Bomben versteckte, denn danach wird er dessen rachsüchtigen Geist nicht mehr los…

Stephen King: Später

Stephen King gelingt es großartig seine Geschichte aus der Sicht eines Jungen zu erzählen und den Leser das Erwachsenwerden von Jamie Conklin miterleben zu lassen. Durch die sensible Beschreibung von dessen Gedankenwelt kommt der Leser der Hauptfigur sehr nahe und bangt darum, dass Jamie nichts Schlimmes geschieht. Virtuos wie schon lange nicht mehr, dreht King an der Spannungsschraube und hat auch nach dem großen Showdown noch eine weitere Überraschung parat.

Stephen King: Später

Mit etwas über 300 Seiten ist Später für Kings Verhältnisse ein erstaunlich kompakter Roman. Dies liegt daran, dass er Later in den USA – genau wie zuvor seine Romane Colorado Kid und Joyland – als billiges Paperback mit bewusst trashig gehaltenen Cover in der Reihe Hard Case Crime veröffentlicht hat. Hier erscheinen sowohl klassische Schwarze-Serie-Krimis aus den 40er-Jahren von Autoren wie Erle Stanley Gardner,  aber auch thematisch passende Werke von Schriftstellen wie Ed McBain, Donald E. Westlake oder Max Allan Collins (Road to Perdition).

Stephen King: Später

Wer Bücher nicht nur liest, sondern auch sammelt, hat die Möglichkeit eine limitiere und illustrierte Edition zu erwerben, die über gleich zwei Variant-Cover verfügt. Mitgeliefert wird ein zweiter Schutzumschlag, der das Cover des fiktiven Romans The Secret of Roanoke zeigt, dessen Finale Jamie Conklin vom verstorbenen Autoren Regis Thomas erfahren hatte. Die von Stephen King signierten Versionen dieser Edition erzielen bereits Preise im vierstelligen Bereich…

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Stephen King: Colorado Kid

Zwei alte Herren betreiben in einer Kleinstadt in Maine eine Lokalzeitung. Sie erzählen ihrer sehr engagierten (und sehr hübschen) Volontärin eine etwas seltsame Geschichte über einen toten Mann aus Colorado, der am Strand in der Nähe ihres Örtchens gefunden wurde und eigentlich gar nicht dort sein dürfte. In dieser recht kurzen sich aber äußerst entspannt entwickelnden Erzählung zieht Stephen King einmal mehr alle Register seiner nicht unbeträchtlichen Kunst und den Leser in seinen Bann.

Stephen King: Colorado Kid

Eine befriedigende (oder auch nur übersinnliche) Erklärung bietet er am Ende des Buches nicht. Somit ist Colorado Kid eher eine Geschichte über das Geschichten-Erzählen als wirklich eine Geschichte. Daher stellt sich die Frage warum King dieses eher dem Krimi-Genre zuzuordnende Buch überhaupt geschrieben hat. Hierzu hätten einige Worte des Verlages (oder des sonst nicht um Vor-Worte verlegenen Autors) ganz sicher nicht geschadet.

Stephen King: Colorado Kid

Colorado Kid entstand,  genau wie Kings Romane Joyland und Später, als Beitrag zur Reihe Hard Case Crime. Hier erscheinen sowohl klassische Schwarze-Serie-Krimis aus den 40er-Jahren von Autoren wie Erle Stanley Gardner,  aber auch thematisch passende Werke von Schriftstellen wie Ed McBain, Donald E. Westlake oder Max Allan Collins (Road to Perdition).

Stephen King: Colorado Kid

Auch die Titelbilder sind im klassischen Pulp-Stil gehalten. In diesem Umfeld macht Kings für manchen Horror-Freund sicher etwas unbefriedigendes (und auch recht unblutiges) Buch durchaus Sinn, denn es erzählt von einem wahrhaft schweren Fall.

Stephen King: Colorado Kid

Dieses Buch inspirierte übrigens die TV-Serie Haven.

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Stephen King: Joyland

Genau wie seine Roman Colorado Kid und Später hat Stephen King in den USA auch Joyland zunächst in der Reihe Hard Case Crime als billiges Paperback mit bewusst trashig gehaltenen Cover (siehe unten) veröffentlicht. Erst zwei Wochen später folgte dann die doppelt so teure Hardcover-Ausgabe.

Stephen King: Joyland
Joyland wirkt ein wenig wie ein locker zusammen gezimmertes Gegenstück zu Kings einem Jahr zuvor erschienenen (ge)wichtigen Werk Der Anschlag. Hier lud er den Leser zu einer detailliert ausgearbeiteten Zeitreise in die gar nicht so glorreichen 50er- und 60er-Jahre ein und ließ seinen Protagonisten gar versuchen das Attentat auf John F. Kennedy zu verhindern. Joyland hingegen spielt zwar in den 70er-Jahren, doch dies in erster Linie weil es seinerzeit in den USA noch Freizeitparks gab, die weniger perfekt als Disneyland waren und hinter deren bunter Fassade durchaus das pure Grauen lauern konnte.

Stephen King: Joyland

Das Buch ist eine nahezu perfekt abgeschmeckte Mischung aus Love-, Crime und Ghost-Story. Für zusätzliche Faszination sorgte der Background eines ums Überleben kämpfenden Vergnügungsparks an der Küste von North Carolina. Hauptfigur ist der etwas naive noch jungfräuliche Student Devin Jones, der im Sommer 1973 einen Ferienjob im Joyland antritt, auch um darüber hinwegzukommen, dass ihm seine erste große Liebe Wendy langsam aber sicher den Laufpass gibt.

Stephen King: Joyland

Auf andere Gedanken kommt Devin auch dadurch, dass im Vergnügungspark der Geist einer dort ermordeten jungen Frau in der – wie originell! – Geisterbahn herumspukt. Dieser Teil der Geschichte inklusive der Entlarvung des Serial Killers ist King nur bedingt originell geraten. Sehr viel überzeugender gelang King der Einblick in dem Alltag eines Freizeitparks, inklusive der Beschreibung der Schwierigkeiten bei Bullenhitze zur Belustigung der Kinder im Hundekostüm herumzutanzen.

Stephen King: Joyland

Richtig mitreißend schildert Stephen King, der nicht nur ein Spezialist für Horror sondern auch für das Zwischenmenschlich ist, Devins sich langsam aufbauende Liebesgeschichte zur 10 Jahre älteren Annie, der alleinerziehenden Mutter eines schwerbehinderten Jungen. Hier (Vorsicht Spoiler!) gibt es zwar kein Happy End aber dafür wird die Erkenntnis vermittelt, dass jeder einzelne glückliche Tag zählt um uns Licht für die Schattenseiten des Lebens zu spenden.

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