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Michael Palin – In 80 Tagen um die Welt

1988 unternahm Michael Palin eine ungewöhnliche Reise. Während sein Monty Python-Kumpel Eric Idle im selben Jahr an der Seite von Pierce Brosnan den Diener Passepartout in der TV-Serie In 80 Tagen um die Welt spielte, trat Palin tatsächlich die im Roman von Jules Verne beschriebene Reise an. In 80 Tagen umrundete er den Globus und wurde dabei von einem vierköpfigen BBC-Filmteam begleitet, das er “Passepartout“ nannte.

Michael Palin - In 80 Tagen um die Welt

Palin durfte keine Flugzeuge als Transportmittel benutzen und die Reiseroute orientierte sich an Vernes Roman. Stationen waren u. a. Venedig, Kairo, Dubai, Bombay, Hongkong, Shanghai, Tokio, Los Angeles und New York. Da es mittlerweile sehr viel weniger Passagierschiffsverkehr als zu Vernes Zeiten gibt und es nicht immer einfach war auf einen Frachter mitzureisen, gelang es Palin nur mit knapper Not seine Mission zu erfüllen. Er erwies sich jedoch als sehr amüsanter Weltreisender mit sicherem Blick für das Ungewöhnliche.

Michael Palin - In 80 Tagen um die Welt

Michael Palins Reise-Impressionen wurden in einer siebenteiligen TV-Serie dokumentiert. Eigentlich waren nur sechs Folgen geplant, aber den hochinteressanten Erlebnissen bei der Seefahrt von Arabien nach Indien auf einer primitiven Dhau wurde dann deutlich mehr Raum eingeräumt. Die Reihe war so erfolgreich, dass Palin zu weiteren ungewöhnlichen Reisen – etwa “Von Pol zu Pol“ oder “Rund um den Pazifik“ aufbrach.

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Frank Sinatra ist erkältet

Ende 1965 reiste der Journalist Gay Talese im Auftrag des Magazins Esquire nach Los Angeles, um dort ein Interview mit Frank Sinatra zu führen. Dies kam zwar nicht zustande, da der Entertainer erkältet war, dennoch erschien im April 1966 im Esquire Taleses Artikel Frank Sinatra has a Cold, der zu den Sternstunden des Journalismus gehört.

Frank Sinatra ist erkältet

Talese nutzte die drei Monate, in denen er auf einen Termin mit Sinatra wartete, dazu um Gespräche mit mehr als 100 Menschen aus dem Umfeld des Sängers zu führen. Durch diverse Einladungen in Restaurants wuchs die Taleses Spesenrechnung auf 5.000 Dollar an. Doch er fand dadurch auch allerlei skurrile Details heraus. So erfuhr er, dass eine “kleine grauhaarige Dame“ 400 Dollar pro Woche erhielt, weil sie sich um Sinatras Bestand von 60 Perücken kümmerte.

Frank Sinatra ist erkältet

Seine Informationen schrieb Talese akribisch nieder und bastelte daraus in sechs Wochen einen kunstvoll verzahnten Artikel, der sehr viel mehr ist, als Faktenhuberei. Aufhänger des Textes ist tatsächlich die Erkältung, denn “Sinatra mit Schnupfen ist wie Picasso ohne Farbe, Ferrari ohne Sprit, nur schlimmer.“

Frank Sinatra ist erkältet

Wenn Sinatra die Stimme versagt, konnte dies damals “die Unterhaltungsindustrie in ihren Grundfesten erschüttern“, denn es gibt „Dutzende von Menschen, die für ihn arbeiten, mit ihm trinken, ihn verehren, auf Gedeih und Verderb von ihm abhängig sind“.

Frank Sinatra ist erkältet

Doch Talese vermutet, dass die Erkältung Sinatras auch im Zusammenhang mit einen TV-Porträt stand, in dem angeblich die Mafia-Kontakte des Sängers zu Sprache kommen sollten. Als der Bericht sehr viel freundlicher als erwartet ausfiel, sang Sinatra plötzlich wieder in alter Pracht.

Frank Sinatra ist erkältet

Talese fertigte zur Gliederung seines Textes einen kunstvoll  angelegten farbigen Ablaufplan an, der als Fold-Out in einem Prachtband enthalten ist, der “eins der größten Promi-Porträts, das je geschrieben wurde“ feiert. Zum Abdruck kommen auch etliche teilweise recht intime Fotos von Sinatra, die meist von Phil Stern stammen, der zwar nicht zu Sinatras inneren Kreis gehörte, doch dessen Vertrauen genoss.

Frank Sinatra ist erkältet

Nachdem das Buch bereits 2015 als limitierter und schon lange vergriffener Prachtband zum Preis von 500 Euro erschienen ist, liegt jetzt eine sehr viel günstiger Neuausgabe mit deutschem Übersetzungsheft vor.

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Flucht aus L.A.

Im Jahr 2013 erreicht Snake Plissken (Kurt Russell) das von einem gewaltigen Erdbeben der Stärke 9,6 zerstörte Los Angeles, das jetzt zum vom Rest der USA isolierten Gefängnis für Kriminelle und Oppositionelle geworden ist. Plissken soll in der verwüsteten Stadt den gestohlenen Datenträger einer globalen Vernichtungsmaschine auftreiben…

Flucht aus L.A.

Sicherlich ist dieser 1996 entstandene Film weniger eine Fortsetzung, sondern eher die Westküsten-Version von dem 15 Jahre zuvor entstandenen Klassiker Die Klapperschlange und ganz bestimmt ist John Carpenter kein Action-Regisseur vom Kaliber eines James Cameron oder John McTiernan. Dennoch macht die Sache Spaß.

Flucht aus L.A.

Wir begleiten unseren alten Kumpel Snake Plissken durch ein völlig heruntergekommenes L.A. Die Stadt beherbergt eine knallbunte Ansammlung von Individuen, die sich der politischen Korrektheit des neuen diktatorischen Präsidenten-Regimes verweigert haben. Die Mission ist dabei eher Nebensache, die Bilder von fantasievoll verwüsteten Touristenattraktionen zählen.

Flucht aus L.A.

Auch die Besetzung ist großartig: Cliff Robertson, Michelle Forbes, Pam Grier, Stacy Keach, Steve Buscemi, Valeria Golino und Bruce Campbell. Wenn Kurt Russell dann auch noch mit Peter Fonda durch die Stadt surft und sich nach einem Finale in einem nur geringfügig unkenntlich gemachten Disneyland eine Zigarette ansteckt, dann ist das origineller, subversiver und schwarzhumoriger als es all diese bemühten Tarantino-Epigonen hinbekommen.

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Assault – Anschlag bei Nacht (2005)

in einsames Polizeirevier, das kurz vor der Stilllegung steht, wird in der Neujahrsnacht zum Ziel eines Großangriffes. Im Inneren des Gebäudes sind die wenigen eingeschlossenen Polizisten und die zahlenmäßig gleichstarken Gefangenen widerwillig gezwungen sich zu arrangieren um die Nacht zu überleben.

Assault – Anschlag bei Nacht (2005)

2005 inszenierte der Franzose Jean-Francois Richet (Public Enemy No. 1) ein Remake von John Carpenters drei Jahrzehnte zuvor entstandenen Thriller Assault – Anschlag bei Nacht. Das Update spielt nicht im drückend heißen Los Angeles, sondern im verschneiten Detroit. Statt unbekannter Darsteller kommt mit Ethan Hawke, Laurence Fishburne, Maria Bello und John Leguizamo ein Star-Ensemble zum Einsatz.

Assault – Anschlag bei Nacht (2005)

Die Belagerungsatmosphäre, die Polizisten und Zelleninsassen zwingt, sich zu arrangieren, blieb jedoch unangetastet. Im Remake sind es allerdings keine Gangs, die das Polizeirevier belagern, sondern ein korrupter Polizist missbraucht eine Sondereinheit, um Zeugen zu beseitigen. Dieses Mehr an Plot ist nicht unbedingt eine Verbesserung gegenüber Carpenters gesichtslosen und schwerer fassbaren Angreifern.

Assault – Anschlag bei Nacht (2005)

Auch das sich jetzt in freier Natur abspielende Finale im Wald nimmt dem Film etwas von der urbanen Wucht des Originals. Doch die bis in die Nebenrollen (Brian Dennehy! Gabriel Byrne!!) äußerst hochkarätige Besetzung und die sorgfältige Inszenierung von Richet, der manche Szene des Originals geschickt variiert, reißen den Film dann doch noch raus.

Assault – Anschlag bei Nacht (2005)

Die Mediabook-Blu-ray von Koch Media enthält neben dem 109-minütigen Hauptfilm noch diese Extras: Hinter den Kulissen (12:34 min), Das Team (5:17 min), Der Produktions-Designer (7:29 min), Der Stunt-Koordinator (4:26 min), Der Waffenausstatter (4:54 min), Deleted Scenes (6:11 min, wahlweise mit Audiokommentar von Jean-Francois Richet), deutscher Trailer (2:25 min), sowie eine Galerie mit 86 Fotos und Werbematerialien.

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Assault – Anschlag bei Nacht

Nachdem es bei einem brutalen Polizeieinsatz in einem heruntergekommenen Viertel von Los Angeles zu zahlreichen Toten kommt, rotten sich etliche Gangs zusammen und belagern das einsame Polizeirevier Precinct 9, Division 13, das ohnehin kurz vor der Stilllegung steht.

Assault – Anschlag bei Nacht

Im Inneren des Gebäudes sind die eingeschlossenen Polizisten und Gefangenen gezwungen, sich zu arrangieren um die Nacht zu überleben…

Assault – Anschlag bei Nacht

Nach dem zum Kinofilm gestreckten Science-Fiction-Kurzfilm Dark Star drehte John Carpenter (The Fog – Nebel des Grauens) 1975 mit Assault – Anschlag bei Nacht mit einem Budget von nur 100.000 Dollar einen ungemein effizienten Thriller. Der Film war in Europa deutlich erfolgreicher war als in den USA und fesselt auch heute noch.

Assault – Anschlag bei Nacht

Mangels Alternative übernahm der ehemalige Rockmusiker Carpenter auch das Komponieren und Einspielen des Soundtracks. Der minimal instrumentierte Soundtrack sorgte zusammen mit der spannenden Inszenierung und den unbekannten aber sehr engagierten Darstellern für eine ganz besondere Atmosphäre, die spätere deutlich besser budgetierte Carpenter-Filme und auch das gar nicht einmal so schlechte Remake von 2005 schmerzlich vermissen ließen.

Assault – Anschlag bei Nacht

Die Special Collector’s Edition-DVD von 2005 enthält neben einem amüsanten Interview mit Carpeter und Austin Stoker von 2002 (23:06 min) noch die englische Dokumentation: „Masters of Cinema: John Carpenter – Angst ist nur der Anfang“ (2000, 59:56 min). Hier kommen Weggenossen von Carpenter wie Jamie Lee Curtis, Kurt Russel, Peter Fonda, Adrienne Barbeau, Alice Cooper, Debra Hill, Greg Nicotero oder Stacy Keach zu Wort.

Assault – Anschlag bei Nacht

Diese Doku fehlt leider auf der „3 Disc Collectors Edition  Mediabook“ mit DVD und Blu-ray. Stattdessen ist hier die sehr viel weniger interessanter als „Do You Remember Laurie Zimmer?“, eine 54-minütige Arte-Dokumentation von 2003 Charlotte Szlovak, die  sich mit der Darstellerin der toughen Sekretärin Leigh des belagerten Polizeireviers beschäftigt.

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Lucifer

Neil Gaiman ließ den gefallenen Engel Lucifer Morningstar bereits 1989 in seinem Comic-Klassiker Sandman auftreten. Als diese Figur fast drei Jahrzehnte später im Zentrum einer TV-Serie stand, wurde Gaimans Name erst ab der dritten Staffel im Vorspann genannt. Als Entschädigung durfte der britische Autor in der Episode Once Upon A Time die Stimme von Gott einsprechen.

Lucifer

Doch ansonsten nutzt Lucifer Gaimans mythologische Vorgaben nur am Rande. Die Serie ist eine muntere Mischung aus Crime, Comedy, Drama und Love Story. Produzent ist Tom Kapinos, von dem bereits die Serie Californication stammte. Lucifer zeigt den in Los Angeles einen Nachtclub betreibenden Höllenfürsten als jemanden, der – genau wie David Duchovny als Hank Moody in Californication – kein Problem damit hat, alles was ihm gerade durch den Kopf geht offen auszusprechen.

Lucifer

Diese Ungeniertheit, die Lucifer auch bei seiner Tätigkeit als Berater der Polizei von Los Angeles einsetzt, erinnert an Simon Bakers Auftreten als Mentalist Patrick Lane. Doch wie in Lucifer der allwöchentliche, manchmal durchaus spannende, Kriminalfall ganz selbstverständlich mit den Problemen einiger auf der Erde lebenden Engeln und Dämonen verknüpft, ist einzigartig.

Lucifer

Die Hauptattraktion der Serie ist jedoch zweifelsohne der Waliser Tom Ellis, der sich als Lucifer nicht nur – oft ziemlich arrogant – über die Menschheit lustig macht, sondern in einem noch sehr viel stärkeren Maße über den American Way of Life ablästert. Doch bei der Zusammenarbeit mit der Polizistin Cloe Decker (Lauren German), die er liebevoll auch privat mit “Detective“ anspricht, entwickelt Lucifer Gefühle, die ihm – nach einem ausgefüllten Single-Leben seit Beginn der Zeit – völlig fremd sind,

Lucifer

Rund um die sich langsam mit vielen Rückschlägen, Enttäuschungen und Enthüllungen entwickelnde Liebesgeschichte zwischen Lucifer und seinem Detective, spielen sich weitere nicht minder mitreißende Dramen ab. Zu den vielen schillernden Nebencharakteren gehört Lesley-Ann Brandt als Mazikeen alias Maze, die als wehrhafte meist Leder tragende Dämonin Lucifer gerne mit roher Waffengewalt beisteht.

Lucifer

Nicht unerwähnt bleiben soll auch Ella Lopez (Aimee Garcia),  die als Forensikerin auch an den blutigsten Tatorten immer gute Laune verbreitet und stets ein neues Nerd-T-Shirt trägt.

Lucifer

Den Pilotfilm in Kinoqualität inszenierte Len Wiseman (Underworld, Stirb Langsam 4.0), der bereits mit ähnlich gut gelungenen Episoden die Serien Sleepy Hollow und Swamp Thing eröffnete. In der dritten Staffel gibt es ein Wiedersehen mit Tom Welling aus Smallville, der als Polizist Marcus Pierce ein finsteres Geheimnis mit sich herumschleppt.

Lucifer

Nach drei Staffeln wollte Fox die Serie einstellen und Netflix übernahm (bei uns blieb Lucifer jedoch bei Amazon Prime), wodurch Abnutzungs-Erscheinungen mit etwas mehr Gewalt und Freizügigkeit ausbügelt wurden. Thematisch passend soll die immer noch sehr viel Spaß machende Serie mit der sechsten Staffel enden.

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Hollywood

Der Vorspann ist ziemlich großartig. Sechs junge Menschen versuchen die riesigen Buchstaben des in den Hügel bei Los Angeles gelegenen Hollywood-Zeichen zu erklimmen. Sie drohen abzustürzen, helfen sich gegenseitig und schaffen es schließlich.

Hollywood

Dies ist eine schöne Zusammenfassung des Konzepts einer Netflix-Serie, in der es um die Produktion eines Hollywood-Films geht, der die wahre Geschichte der Schauspielerin Peg Entwistle erzählt, die 1932 am Buchstaben H des Hollywood-Zeichens hochkletterte und in den Tod sprang.

Hollywood

Im Mittelpunkt der Geschichte stehen sechs junge Menschen, darunter ein homosexueller Darsteller, dem der Künstlername Rock Hudson verpasst wurde. Abgesehen vom Werdegang der sehr mitreißend von Laura Harrier (Spider-Man: Homecoming) verkörperten schwarzen Schauspielerin Camille Washington, fesseln die Schicksale und Liebschaften des Sextetts kaum.

Hollywood

Etwas Ausgleich bieten prominent besetzte Nebenrollen, wie Regisseur Rob Reiner (Harry & Sally) als Studiochef, Jim Parsons (Sheldon aus The Big Bang Theory) als intriganter Agent Henry Wilson oder Queen Latifa (Chicago) als Darstellerin Hattie McDaniel, die einen Oscar für ihre Nebenrolle in Vom Winde verweht erhalten hatte, aber bei der Verleihungs-Zeremonie nicht zusammen mit den weißen Gästen am selben Tisch sitzen durfte.

Hollywood

Eine Gala-Vorstellung liefert Dylan McDermott (Jersey Girl) als Ernie West, der getarnt als Tankstelle, einen Kontakthof für geschlechtliche Dienstleistungen aller Art betreibt und sich dadurch als Darsteller für den Hollywood-Mogul David O. Selznick im Film Peg qualifiziert. Unterbrochen von einigen kleinen Glanzlichtern schleppt sich Hollywood dahin, um schließlich in der siebten und letzten Episode ein völlig idiotisches “filmreifes Ende“ zu präsentieren.

Hollywood

Hier wird mit großem Aufwand und noch größerem Druck auf die Tränendrüsen (Achtung: Spoiler!) ein alternativer Verlauf der Oscar-Verleihung des Jahres 1948 gezeigt. Der unter großen Schwierigkeiten produzierte fiktive Film Peg schneidet dabei erstaunlich gut ab und alle zuvor geschilderten Probleme im prüden und rassistischen US-Amerika der Nachkriegszeit spielen plötzlich keine Rolle mehr. Das nicht unumstrittene Ignorieren der Realität im Finale von Quentin Tarantinos Once Upon a Time … in Hollywood ist dagegen eine Bagatelle.

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Lost

Der Linienflug 815 der Oceanic Airline von Sydney nach Los Angeles kommt vom Kurs ab und stürzt über einer einsamen Insel ab. Wie durch ein Wunder überleben 48 Passagiere, die sich im hinteren Teil der Maschine befanden. Sie hoffen auf eine baldige Rettung. Doch die Insel befindet sich anscheinend in einem Funkloch und ist auch längst nicht so paradiesisch, wie anfangs vermutet.

Lost

Dass aus dieser nicht allzu vielversprechenden Ausgangssituation, die an ein Update von Jules Vernes Die geheimnisvolle Insel erinnert, viel mehr als ein abendfüllender Spielfilm herauszuholen wäre, ist eigentlich kaum zu vermuten. Doch die erste Staffel der 2004 gestartete TV-Serie Lost ist, dank sorgfältiger Machart und der komplexen Rückblendenstruktur (die andeutet, dass die überlebenden Fluggäste nicht zufällig auf der Insel sind), über die komplette Laufzeit von über 1000 Minuten unerhört spannend.

Lost

Die erste Season hinterlässt einen atemlosen Zuschauer, der kaum erwarten kann, wie sich die Situation und die Beziehungen der Charaktere weiterentwickeln. Der Serienschöpfer J. J. Abrams machte zuvor Jennifer Garner durch Alias zum Star und qualifizierte sich anschließend als Regisseur für Filme der Serie Misson: Impossible, Star Trek und Star Wars. Ebenfalls an der Entwicklung beteiligt war Damon Lindelof, der die Drehbücher zu Filmen wie Star Trek Into Darkness geschrieben hat und Creator der Serie Watchmen ist.

Lost

Im weiteren Verlauf von Lost ist mehr über die Figuren zu erfahren und es wird immer klarer, dass diese nicht ohne Grund an Bord der Unglücksmaschine waren. Die folgenden Seasons enthüllten einige kleinere Geheimnisse, warfen aber auch immer mehr zusätzliche Fragen auf. Die Insel beherbergte neben zusätzlichen Überlebenden noch eine Forschungsstation, aus den Rückblenden wurden Vorausschauen auf Dinge die kommen werden. Danach (Vorsicht Spoiler!) wurde es dann völlig abgefahren, denn nicht nur die Drehbücher waren voller Zeitsprünge, sondern die Überlebenden sprangen gleich mit.

Lost

Dies sorgte dafür, dass Lost für Gelegenheitsseher im TV kaum noch geeignet ist. Die komplexe (aber auch ganz schön wirre) Geschichte erschloss sich nur noch einem hochkonzentrierten Zuschauer und ist somit optimal für das Medium DVD/Blu-ray oder zum Streamen geeignet.

Lost

Es ist nicht einfach über das Ende von Lost zu schreiben, ohne zum Spielverderber zu werden. Wer schon zu viel weiß, büßt zweifelsohne einiges am nicht unbeträchtlichen Spaß an der sorgfältig produzierten abenteuerlichen Verwirr-Serie ein. Für mich war in der zweiten Season bereits die Luft raus, da sehr viel mehr Rätselfragen gestellt als gelöst wurden. Doch die sympathischen Darsteller, die aufwändige Machart und die weiterhin interessante Erzählstruktur mit Rückblenden (und später auch Blicken in die Zukunft) hielten mich trotzdem bei der Stange.

Lost

Am Ende der fünften Staffel explodierte eine Bombe auf der Insel, was darin resultierte, dass die finale sechste Season zwei in verschiedenen Paralleluniversen angesiedelte Geschichten erzählt. Zum einen geht es um die Überlebenden des Absturzes, die weiterhin mit ihrer geheimnisvollen Insel konfrontiert sind. Der zweite Erzählstrang beschäftigt sich damit, wie das Leben der Passagiere weitergegangen wäre, wenn ihr Flug sicher Los Angeles erreicht hätte (wobei es sich allerdings nicht exakt um jene Welt handelt in der die Rückblenden von Season 1 spielten).

Lost

Durch den Wechsel zwischen diesen beiden Erzählsträngen ergibt sich ein fast so spannendes Serien-Erlebnis, wie in der ersten Staffel. Eine ganze Weile sieht es so aus als wenn die Serie ein – wenn auch nicht allzu logisches, aber immerhin emotional – befriedigendes Ende finden würde. Doch – meiner Meinung nach – verbocken J. J. & Co. die Sache dann doch noch auf der Zielgrade. Die letzten 10 Minuten waren mir to much, auch wenn die letzte Einstellung das Ganze trotzdem noch recht schön abrundet.

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Der Solist

Der Solist ist das Material aus dem eigentlich Oscar-Filme sind. Zwei US-Stars spielen demonstrativ uneitel Charaktere voller Defekte, ein Brite mit Erfahrung in Sachen Literatur-Verfilmung führt Regie, die Geschichte schrieb das Leben und die Realität wurde so sorgfältig wie möglich nachgestellt. Doch durch widrige Umstände kam Der Solist erst im April 2019, also nach der Oscar-Verleihung, in die Kinos und erscheint erst jetzt mit 10-jähriger Verspätung auf Blu-ray.

Der Solist

Eine Sichtung lohnt sich. Unter der Regie von Joe Wright (Abbitte) und im Umfeld von tatsächlich in der Obdachlosigkeit lebenden Statisten spielt Jamie Foxx den auf den Straßen von Los Angeles hausenden Nathaniel Ayers. Ohne auf seine Umwelt und den Straßen-Lärm zu achten, spielt er auf einer Violine mit nur zwei Saiten erstaunlich virtuos klassische Musik.

Der Solist

Dies fällt dem Journalisten Steve Lopez (Robert Downey Jr.) auf, der Artikel und ein Buch über den schizophrenen Musiker schreibt. Zugleich versucht er den ehemaligen Schüler einer renommierten Musikschüler zurück in sein altes Leben zu führen. Natürlich spielt jemand wie Downey Jr.  nicht die zweite Geige, sondern ebenfalls einen Menschen voller Defekte. Gemeinsam mit Foxx gelang ihm ein packendes Sozial-Drama.

Der Solist

Die Blu-ray von justbridge entertainment steckt in einem schönen Pappschuber und enthält neben dem 117-minütigen Hauptfilm, wahlweise mit Audiokommentar vom Regisseur Joe Wright (wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), noch diese Extras: “Eine ungewöhnliche Freundschaft“ Making-Of “Der Solist‘ (19:38 min), unveröffentlichte Szenen (10:40 min) und ein Bericht über “The Juilliard School“ (4:09 min). Außerdem liegt ein 28-seitiges Booklet mit Texten von Christoph N. Kellerbach.

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George Herriman: Krazy Kat

Wie schon so manches Buch aus dem Hause Taschen wirkt auch dieser mehrere Kilo schwere Prachtband wie ein Backstein. Das passt bestens zum Inhalt, denn der Titelheld wird immer wieder mit Ziegeln beworfen. George Herrimans Krazy Kat ist einer der ganz großen Comic-Klassiker, auch wenn die 1913 gestartete Serie zeitweise nur in ganz wenigen US-Zeitungen veröffentlicht wurde.

George Herriman: Krazy Kat

Doch Krazy Kat hatte einflussreiche Bewunderer, zu denen neben US-Präsident Woodrow Wilson und Charlie Chaplin auch Pablo Picasso gehört haben soll. Wichtiger noch war jedoch, dass der Zeitungs-Zar William Randolph Hearst ein Fan war und verfügt hatte, dass die Serie immer in mindestens einer seiner Publikationen zu erscheinen hat.

George Herriman: Krazy Kat

Am Anfang stand George Herrimans 1910 gestartete Strip-Serie The Dingbat Family, die schon recht bald nach oben und unten ausuferte. Die Geschichten bekamen die richtige Würze erst dadurch, dass sich die Dingbats sehr stark über die oberhalb ihrer Mietswohnung logierenden Nachbarn ärgerten. Diese zweite Familie war zwar im Comic nie zu sehen, machte die Serie jedoch so interessant, dass Herriman sie in The Family Upstairs umbenannte. Die Katz-und Maus-Geschichten, die sich unterhalb der Wohnung der Dingbats abspielten, funktionierten hingegen zunächst als “Strip im Strip“ und bekamen schließlich ein Eigenleben.

George Herriman: Krazy Kat

Krazy Kat ist zweifelsohne Geschmackssache und der Sinn (oder Unsinn) der Geschichten erschließt sich nicht jedem Leser. Schon die Beziehungen der Hauptfiguren ist recht seltsam. Die Katze Krazy ist in die Maus Ignaz verliebt, obwohl sie von dieser ständig mit Ziegelsteinen beworfen wird. Die als Polizist tätige Bulldogge Offissa Pupp hingegen fühlt sich zu Krazy hingezogen und versucht ihn vor den anfliegenden Ziegelsteinen zu schützen…

George Herriman: Krazy Kat

Alexander Braun hat für Taschen bereits eine optimale Gesamtausgabe von Little Nemo zusammengestellt. Doch während die dort erzählten Abenteuer in Schlummerland dank Winsor McKays auch heute noch sehr ansprechenden Grafik zeitlos erscheinen, ist der Mythos Krazy Kat erklärungsbedürftig.

George Herriman: Krazy Kat

Braun macht auch hier seine Sache hervorragend. In einem umfassenden 120-seitigen reich bebilderten deutschsprachigen Begleittext entführt er den Leser in die Welt von Herriman, in dessen Geburtsstadt New Orleans, in die brodelnde Metropole New York und nach Los Angeles. Umfassend dokumentiert und interpretiert er Krazy Kat, bevor sich der Leser – entsprechend gewappnet – an den großformatig reproduzierten farbigen (in der Originalfassung belassenden) Sonntagsseiten ergötzen kann, die zwischen 1935 und 1944 entstanden sind. 2020 erhielt dieser schöne Band den Eisner-Award in der Rubrik Best Archival Collection/Project—Strips.

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