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Traffic – Macht des Kartells

Nach seinem großen Erfolg Erin Brokovich und dem nicht minder beeindruckenden etwas kleineren Film The Limey drehte Steven Soderbergh 2000 ein gewaltiges Epos. Bei seinem Welterfolg mit Julia Roberts hat er gelernt, wie eigentlich schwer zugängliche Themen in einen unterhaltsamen Film verwandelt werden können.

Traffic - Macht des Kartells

Traffic beschäftigt sich ungemein vielschichtig mit so ziemlich allen Aspekte des Kampfes gegen Schmuggel und Handel mit Rauschgift. Wenn z. B. Michael Douglas als Karriere-Staatsanwalt seine „Law and Order“-Ansprache im Weißen Haus einfach abbricht, um seiner drogensüchtigen Tochter beizustehen, so ist dies fernab aller Klischees und wirklich nachvollziehbar und ergreifend.

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Ein großes Manko bei einem Film mit so viel sensiblen Momenten und einer Spieldauer von 150 Minuten ist jedoch der etwas ärgerliche Einsatz einiger Klischees, die mit etwas bösen Willen durchaus rassistisch genannt werden können. So sind es mal wieder farbige Drogendealer, die das weiße Oberschichts-Töchterchen nicht nur mit Drogen vollpumpen, sondern auch noch sexuell missbrauchen und auf den Strich schicken.

Traffic - Macht des Kartells

Schlimmer noch ist die Darstellung Mexikos: Während die Verhältnisse in den USA sehr differenziert dargestellt werden, zeigt Soderbergh immer, wenn er die Staaten verlässt, in braungetönten Bildern (die etwas an schlecht verstandenen Oliver Stone erinnern) ein ungemein barbarisches und korruptes Land, das unverschämterweise direkt an die Vereinigten Staaten grenzt. Hier hätten ruhig ein oder zwei Handlungsstränge gekappt werden können, um eine etwas differenziertere Erzählweise zu ermöglichen.

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The Limey

Wilson (Terence Stamp), ein Brite mit kriminellem Background, bricht nach einem längeren Gefängnisaufenthalt nach Los Angeles auf, um den Tod seiner Tochter Jenny zu rächen. Unterstützung findet er bei zwei Freunden von ihr (Lesley Ann Warren und Luis Guzmán). Schnell findet Wilson heraus, dass der schillernde Musik-Produzent Terry Valentin (Peter Fonda) der Mörder war…

The Limey

Was Steven Soderbergh (Ocean‘s Eleven, Traffic) 1999 aus dieser Geschichte machte, ist meilenweit entfernt von Selbstjustiz-Thrillern wie Ein Mann sieht rot. Einer der Gründe für die Besonderheit ist das unerwartete Ende.

The Limey

Soderbergh verleiht dem Film und vor allem der Hauptfigur Tiefe dadurch, dass er nicht immer gradlinig erzählt, sondern die Geschichte durch Rückblenden (aber auch Ausblicke) aufbricht.

The Limey

Zu etwas ganz Besonderem wird der Film durch seinen Hauptdarsteller Terence Stamp. Der Star des britischen Kinos – für Rückblenden verwendet Soderbergh Szenen aus Ken Loachs Regie-Debüt Top Cow von 1967 – ist im US-Blockbustern wie Superman oder Wall Street ein gern gesehener Nebendarsteller. Die Hauptrolle in The Limey spielt er mit einer Coolness, von der selbst Clint Eastwood noch etwas lernen kann.

The Limey

Das Mediabook von Koch Media enthält den 89-minütigen Hauptfilm auf DVD und Blu-ray. Hinzu kommt interessantes Bonusmaterial: Zwei Audiokommentare, einmal mit Regisseur Steven Soderbergh und Autor Lem Dobbs, einmal mit den Darstellern Terence Stamp, Peter Fonda, Lesley Ann Warren, Barry Newman, Joe Dallesandro (ohne deutsche Untertitel), isolierte Tonspur mit dem Soundtrack von Cliff Martinez, Hinter den Kulissen (7:10 min), Interviews mit Cast & Crew (12:21 min, wahlweise mit deutschen Untertiteln), Deutscher Trailer (1:25 min), Englischer Trailer (1:24 min), TV-Spots, Bildergalerie mit seltenem Werbematerial, 20-seitiges Booklet mit Texten von Thomas Willmann

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