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BRZRKR

Es ist kein Wunder, dass dieser Band bei Cross Cult erscheint, denn dort wurde bereits ein 48-seitiges Büchlein mit dem aussagekräftigen Titel If Keanu were your Boyfriend: Der Mann, der Mythos, der Wow! veröffentlicht.

Normalausgabe mit Cover von Dan Mora

Geboten wird “zum Teil Biografie, zum Teil verträumte Erzählung“ mit bedeutenden Weisheiten von Keanu Reeves, wie “Life is good when you have a good sandwich.“ Wer so einen Quatsch herausbringt, wird sich natürlich auch schleunigst um die Rechte eines Comics bemühen, an dem der Wow höchstpersönlich als Autor beteiligt war.

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Es ist erstaunlich, was für Wellen es schlägt, wenn sich ein Hollywood-Star, dazu herablässt einen Comic zu schreiben. Zwar hat Keanu dies nicht ganz alleine gemacht, sondern als Co-Writer wurde ihm ein erfahrener Comic-Macher zur Seite gestellt.

Normalausgabe mit Cover von Dan Mora

Matt Kindt war bereits als Autor, aber teilweise auch als Zeichner für Dark Horse, Valiant und DC tätig. Es ist völlig unklar, wieviel Input bei BRZRKR von Keanu Reeves stammt. Möglicherweise kam von ihm wenig mehr, als die Erlaubnis den Titelhelden mit seinen Gesichtszügen auszustatten.

Second-Printing-Cover von Ron Garney

Doch dies auch auf Variantcover von Lee Bermejo, Dan Mora, Jonboy Meyers, Ron Garney oder Rafael Grampá gefeierte Ereignis genügte, um das im März 2021 bei Boom! Studios veröffentlichte Heft BRZRKR # 1 mit 650.000 verkauften Exemplaren zum Comic-Bestseller dieses Jahrtausends zu machen.

Die Story hingegen dürfte kaum etwas zu dieser Erfolgsgeschichte beigetragen haben, denn das erste Heft zeigt trotz des verdoppelten Umfangs von 43 Seiten wenig mehr als ein von Ron Garney immerhin recht mitreißend in Szene gesetztes Gemetzel. Der Mann mit dem Gesicht von Keanu veranstaltet und überlebt dabei ein Blutbad in einem Land, in dem Spanisch gesprochen wird.

Als Schlusspointe wird noch verraten, dass der Supersoldat bereits seit achtzigtausend Jahren auf der Erde zugange ist. Der Auftakt von Kapitel 2 versucht noch einen draufzusetzten und erzählt wie die Mutter von BRZRKR ihren Sohn unbefleckt empfangen hat und schon nach zwei Monaten zur Welt brachte.

Doch damit haben Matt Kindt und Keanu Reeves ihr Pulver bereits verschossen, zumindest was die ersten vier (von insgesamt zwölf) US-Hefte betrifft, die Cross Cult in drei verschiedenen Editionen (darunter eine limitiere Ausgabe im Überformat von 22 x 32 cm) gebündelt und garniert mit einer aus 24 Covern bestehenden Galerie veröffentlicht.

Limitierte Ausgabe im Überformat mit Cover von Jonboy Meyers

Im weiteren Verlauf der Handlung werden – unter dem Motto “Who Wants to Life Forever“ – Ideen und Erzählstrukturen aus Russell Mulcahys unsterblichem Klassiker Highlander mit Christopher Lambert recycelt. Auch bei BRZRKR gibt es eine attraktive Wissenschaftlerin, die den Helden in der Gegenwart analysiert und dadurch wilde erzählerische Zeitsprünge auslöst.

In kleinen Portionen ist so zu erfahren, wie der Keanu-Charakter in kürzester Zeit zum Muskelprotz heranwuchs und seine Sippe im Alleingang und natürlich in blutigen Kämpfen gegen andere Steinzeit-Völker verteidigte. Die Spannung auf den weiteren Verlauf der vertraut wirkenden Geschichte hält sich in Grenzen.

Dennoch ist BRZRKR nicht nur als Comic ein Erfolg, sondern auch als Blaupause zur weiteren medialen Weiterverarbeitung. Netflix plant einen Film, natürlich mit Keanu in der Hauptrolle und auch eine Anime-Serie ist im Gespräch. Für das Kino ist das Franchise leider ungeeignet, denn es würde zu argen Verständnisproblemen an der Kasse führen, wenn jemand dort “Zwei Karten für BRZRKR!“ verlangt.  

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Das Damengambit

Anya Taylor-Joy bereicherte mittelprächtige Filme wie The New Mutants oder Glass und hat Edgar Wrights Last Night in Soho zum Strahlen gebracht. Doch ihre beste Rolle spielte sie in der aus sieben Episoden bestehenden Netflix-Serie Das Damengambit, die auf einem Roman von Walter Tevis basiert.

Das Damengambit

Taylor-Joy überzeugt hier als Elizabeth Harmon, die in den 50er-Jahren in einem christlichen Waisenhaus in Kentucky aufwächst und vom dortigen Hausmeister die Grundlagen das Schachspielen lernt. Beth beschäftigt sich so intensiv mit dem Spiel, dass sie als junge Frau in Moskau gegen den amtierenden Weltmeister antritt…

Das Damengambit

Die komplette Serie wurde von Scott Frank inszeniert und geschrieben. Frank war zuvor an den Drehbüchern zu Minority Report, The Wolverine und Logan. Anya Taylor-Joy gelang die glaubhafte Darstellung einer willensstarken, aber auch zu Exzessen neigenden, Frau, die in den 60er-Jahren ein erstaunlich selbstbestimmtes Leben führt.

Das Damengambit

Für die Serie spricht, dass Scott Frank nur am Rande daran interessiert ist, genüsslich zu zeigen, wie der Hauptfigur immer neue Steine in den Weg gelegt werden. Stattdessen erzählt Das Damengambit davon, wie jemand zielstrebig aber nicht rücksichtslos seinen eigenen Weg geht. Dieser Hoffnung machende Grundton ist eine willkommene Abwechslung in einer Zeit, in der Pessimisten die besseren Argumente haben.

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After Life – Staffel 3

In der auf Netflix laufenden dritten Staffel von After Life heißt es Abschied nehmen vom Kleinstadt-Journalisten Tony Johnson. Dass die aktuelle Serie von und mit Ricky Gervais (Extras) nicht ewig laufen würde, war abzusehen. Sein Erfolgsformat The Office beendete er nach nur 14 Episoden, während die US-Version mit Steve Carrell es auf über 200 Folgen brachte.

After Life – Staffel 3

After Life erzählt von Tony Johnson, der nicht aufhören kann (und will?) um seine an Brustkrebs gestorbene Frau Lisa zu trauern. Es hilft ihm auch nicht dauerhaft, dass er den Stinkstiefel spielt und über die zahlreichen Schwächen seiner ebenfalls beim Gratisblatt Tambury Gazette arbeitenden Kollegen spottet…

After Life – Staffel 3

Das Konzept von After Life ist simpel aber großartig. Am Anfang und am Ende von fast jeder Episode schaut sich Tony meistens alte Videos mit Aufnahmen von Anne an. Er interviewt Kleinstädter und versucht aus banalen Ereignissen Schlagzeilen herauszuholen. Täglich besucht er Lisas Grab, plaudert und trauert dort mit Anne (Penelope Wilton), außerdem weiß Tony nicht so recht, ob er mit der Altenpflegerin Anne (Ashley Jensen) zusammen sein will.

After Life – Staffel 3

Schon recht bald fühlt sich der Zuschauer wohl in der kleinen Welt von Tambury und gewinnt die meisten der dort lebenden Menschen lieb. Gervais produziert zwar nicht ständig Schenkelklopfer, doch er gewinnt dem ernsten Thema seiner Serie allerlei komische aber nie alberne Aspekte ab. Für das Ende der 18. und letzten Episode fand Ricky Gervais zwar ein großartiges Schlussbild, doch es ist schade, dass es wohl zu keiner weiteren Begegnung mit Tony Johnson kommen wird.

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Filme – Das waren unsere Kinojahre

Mit einem etwas holperig auf Deutsch übersetzten Titel präsentiert Netflix die zweite Staffel der Dokureihe The Movies that made us. Nach Ghostbusters, Stirb LangsamKevin – Allein zu Haus und Dirty Dancing geht es jetzt um vier weitere Filme, die Ende des letzten Jahrhunderts nicht nur zu Blockbustern wurden, sondern auch angenehm in Erinnerung geblieben sind.

Filme – Das waren unsere Kinojahre

In der ersten Staffel erzählen Hauptdarsteller Dan Aykroyd und Regisseur Ivan Reitman von den chaotischen Dreharbeiten zu Ghostbusters. Doch der Reiz bei der Serie besteht darin, dass zumeist nicht im Rampenlicht stehende Crewmitglieder wie Drehbuchautoren, Produzenten oder Tricktechniker zu Wort kommen. Diese erzählen erstaunlich offen, was zunächst alles schief lief und wie trotzdem moderne Klassiker entstanden sind.

Filme – Das waren unsere Kinojahre

Daher ist es auch nicht weiter schlimm, dass es in der Jurassic Park gewidmeten Episode kein Interview mit Steven Spielberg gibt. Stattdessen wird – vielleicht etwas pathetisch überhöht – die spannende Geschichte des Tricktechnikers Steven „Spaz“ Williams erzählt. Eigentlich sollte  der T-Rex als Hauptfigur des Films in einer Kombination aus Stan Winstons in Originalgröße gebauten mechanischen Dinosaurier und Phil Tippetts Stop-Motion-Animation in der Tradition von Ray Harryhausen realsiert werden. Doch  „Spaz“ Williams arbeitete heimlich an einer Computeranimation des Urviechs, die alle Beteiligten überzeugte und ein neues Spezialeffekt-Zeitalter einläutete. 

Filme – Das waren unsere Kinojahre

Nicht minder interessant sind die restlichen drei Dokus der zweiten Staffel. Drehbuchautor J. F. Lawton erzählt von seiner Zeit im Rotlicht-Viertel von Hollywood, die ihn zum Drehbuch des Dramas 3000 inspirierte, aus dem schließlich der Megaerfolg Pretty Woman wurde. Robert Zemeckis konnte für die Episoden zu Zurück in die Zukunft und Forrest Gump nicht interviewt werden. Die Aussagen seiner Weggefährten belegen jedoch, dass die beiden Klassiker ohne die Hartnäckigkeit des Regisseurs gar nicht oder in ganz anderer Form zustande gekommen wären.

Filme – Das waren unsere Kinojahre

Gut versteckt, gibt es auf Netflix auch noch die vom selben Team produzierte Reihe The Holiday Movies That Made Us zu entdecken. Die ersten beiden Episoden beschäftigen sich mit den Filmen Buddy – Der Weihnachtself und Nightmare before Christmas. Auch hier ist der deutsche Titel Weihnachtsfilme – Das waren unsere Festtage nicht gerade ideal, denn die Serie wird mit Berichten zu Horrorfilm-Klassikern fortgeführt.

Filme – Das waren unsere Kinojahre

Die dritte Staffel beschäftigt sich in ab 18 Jahren freigegebenen Episoden mit John Carpenters Halloween, Freitag der 13, A Nightmare on Elm Street, James Camerons Aliens und Robocop. Hinzu kommt eine Episode über die Dreharbeiten von Der Prinz aus Zamunda, die in einer Prügelei zwischen Regisseur John Landis und Hauptdarsteller Eddie Murphy gipfelten.

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Riverdale: Die geheimen Geschichten

In den USA betraten Archie, Betty, Veronica und Jughead bereits 1939 die Comic-Bühne. Das ewig junge Quartett steht seitdem im Zentrum von spießig anmutenden Geschichten über Liebe und Eifersucht, die sich im Teenager-Milieu der idealisierten Kleinstadt Riverdale zutragen.

Riverdale: Die geheimen Geschichten

Während Archie in US-Supermärkten oft der einzige dort angebotene Comic-Titel war, blieb die Serie bei uns unbekannt, trotz einiger Veröffentlichungs-Versuche in den 70er-Jahren. Doch dies hat sich schlagartig geändert, seit Netflix die 2017 in den USA gestartete Serie Riverdale online gestellt hat.

Riverdale: Die geheimen Geschichten

Die TV-Adaption der Archie Comics erzählt ebenfalls vom braven Archie Andrews (K. J. Apa), der sich nicht zwischen der blonden Betty Cooper (Lili Reinhart) und der dunkelhaarigen Veronica Lodge (Camila Mendes) entscheiden kann. Nicht unerwähnt bleiben, soll noch Jughead Jones (Cole Sprouse), der in der Serie kein alberner Sidekick, sondern ein wilder und schillernder Außenseiter ist.

Riverdale: Die geheimen Geschichten

Neben “Herz-Schmerz“ wird auch ein interessanter Spagat zwischen Smallville und Twin Peaks geboten. Roter Faden der ersten Staffel ist der Mord an Jason Bloosom, dem beliebten Captain des Football-Teams der Riverdale Highschool. In jeder Episode werden weitere düstere Geheimnisse enthüllt, die Riverdale – trotz der manchmal recht schmalzigen Musik-Einlagen und der teilweise knallbunten 50er-Jahre-Optik der Serie – als finsteren Sündenpfuhl darstellen. Die heile Welt der Archie Comics taucht dabei allenfalls in Alpträumen auf.

Riverdale: Die geheimen Geschichten

Gute Vorarbeit für die Serie lieferte eine 2014 in den USA erschienener moderne Comic-Version von Archie, die vom Autor Mark Waid (Crisis on Infinite Earths) und der Zeichnerin Fiona Staples (Saga) realisiert wurde. In ähnlicher Manier funktioniert auch der Comic zur TV-Serie.

Riverdale: Die geheimen Geschichten

Eröffnet wird eine Panini-Collection der Riverdale-Comics durch vier Kurzgeschichten, die erzählen, was vor der ersten TV-Episode passierte. Archie erarbeitet sich Muskeln, indem er auf dem Bau schuftet und beginnt eine Affäre mit seiner Musik-Leherin Miss Grundy. Betty hingegen verkneift sich in Los Angeles eine Romanze, um Archie treu zu sein.

Riverdale: Die geheimen Geschichten

Veronica muss ihr Jet-Set-Leben in New York beenden, nachdem ihr Vater ins Gefängnis gesteckt wurde, und zieht mit ihrer Mutter nach Riverdale. Jughead hingegen ist enttäuscht von seinem Kumpel Archie, weil dieser lieber Zeit mit Miss Grundy als mit ihm verbringt. Die restlichen Comic-Geschichten dieser Collection sind weniger pointiert erzählt, dürften Fans von Riverdale dennoch gefallen, da sie eng mit der Serie verzahnt sind.

Riverdale: Die geheimen Geschichten

Abgerundet wird der Band durch interessante Texte, zahlreiche Variant-Cover, sowie Infos darüber, wie sich Archie, Betty, Veronica und Jughead im Laufe der Jahrzehnte verändert haben.

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I Care a Lot

Der Auftakt dieser bei Netflix gelandeten Produktion lässt die Frage aufkommen, ob es Sinn macht sich einen Film anzusehen, dessen Hauptfigur Marla Grayson eine staatlich akkreditierte Senioren-Betreuerin ist, die ihre oft noch sehr rüstigen Klienten in Altersheime steckt, um sich deren Besitztümer unter die perfekt manikürten Fingernägel zu reißen.

I Care a Lot

Das Hauptargument zum Dranbleiben scheint zunächst hauptsächlich die erstaunlich vielseitige Hauptdarstellerin Rosamund Pike (Stirb an einem anderen Tag, The World’s End, State of the Union) zu sein.

I Care a Lot

Doch gerade durch Pikes glaubhafte Darstellung einer eiskalten nur auf ihre Vorteile bedachten Frau fält es nicht leicht, dabei zuzusehen, wie Marla die völlig gesunde Jennifer Peterson (Dianne Wiest) mit Hilfe einer befreundeten Ärztin rücksichtslos in ein Heim einweisen lässt und über ihr Vermögen herfällt…

I Care a Lot

Doch dankenswerterweise wechselt Regisseur und Drehbuchautor J Blakeson die Tonart, denn als um das Wohl seiner Mutter kämpfender Sohn Roman kommt Peter Dinklage (Game of Thrones) ins Spiel. Dieser setzt alle Mittel ein, um Jennifer wieder aus dem Heim zu holen. Nachdem sein schleimiger Anwalt bei der raffinierten Marla abblitzt, greift der im fest im kriminellen Milieu verankerte Roman zu den Waffen. Doch Marla lässt sich nicht einschüchtern…

I Care a Lot

J Blakeson gelang eine auf allen Ebenen funktionierende nahezu perfekte Mischung aus Thriller und Satire, die im großen Finale noch allerlei Überraschungen bereit hält.

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Frank Schmolke: Freaks

“Eine kleinlaute Restaurantangestellte entdeckt dank eines kuriosen Landstreichers, dass sie Superkräfte und Seelenverwandte hat, und enthüllt eine gewaltige Verschwörung.“ Mit diesen kargen Worten versucht Netflix seinen Film Freaks – Du bist einen von uns anzupreisen.

Frank Schmolke: Freaks

Der vom TV-Regisseur Felix Binder inszenierte deutsche Superhelden-Film hatte am 2. September 2020 wohl ganz passable Abrufzahlen, verschwand jedoch recht schnell im Archiv von Netflix.

Frank Schmolke: Freaks

Doch zum Glück hatte der Freaks-Drehbuchautor Mark O. Seng, der immerhin auch am Netflix-Erfolgsserie Dark beteiligt war, die Idee seine Geschichte auch in Comicform zu erzählen. Nachdem er Frank Schmolkes Nachts im Paradies entdeckt hatte, stand sein Wunschzeichner fest.

Frank Schmolke: Freaks

Ohne den Netflix-Film gesehen zu haben, gelang Schmolke auf der Grundlage von Sengs Drehbuch eine finstere Geschichte. Diese erschien einen Monat nach der Filmpremiere bei der Edition Moderne und zeigt wieviel Potential in der Geschichte steckt.

Frank Schmolke: Freaks

Die ab 12 Jahre freigegebene Netflix-Produktion hat so gar nichts von der vielgepriesenen Freizügigkeit des nicht öffentlich-rechtlichen Fernsehens, sondern erinnert – trotz guter Nebendarsteller wie Wotan Wilke Möhring, Ralph Herforth oder Nina Kunzendorf – eher an harmlose ZDF-Filmchen. Schmolke hingegen erzählt eine finstere Geschichte vor dem Hintergrund einer finsteren Welt.

Frank Schmolke: Freaks

Bei ihm lebt die “kleinlaute Restaurantangestellte“ Wendy mit Mann und Sohn in einer abgerockten Etagenwohnung. Vor diesem Hintergrund ist der drohende soziale Abstieg der am Rande des Existenzminimums lebenden Kleinfamilie glaubhafter, als bei der Netflix-Wendy, die in einer Villa mit Pool lebt. Auch ansonsten ist Schmolkes Version von Freaks finsterer, erzählt eine größere Geschichte mit interessanter charakterisierten Figuren und hat ein sehr viel knalligeres Finale zu bieten.

Frank Schmolke: Freaks

Wer zuerst den von Frank Schmolke in beeindruckenden Schwarz-Weiß-Zeichnungen in Szene gesetzten Comic gelesen hat und sich dann auf den Film einlässt, wird diesen als eine Aneinanderreihung vertaner Chancen empfinden.

Sebastian Fitzek

Aktuell hat Frank Schmolke den Psychothriller Der Augensammler von Sebastian Fitzek bravourös in Farbe adaptiert.

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The Crown – Season 4

Eine Serie über das Leben von Königin Elisabeth hätte furchtbarer Kitsch werden können. Doch das Team um Peter Morgan, nach dessen Drehbuch bereits ein Film mit Helen Mirren als Die Queen entstanden war, zeigt sich in einer 2016 gestarteten Netflix-Produktion nicht nur am Schicksal der ach so bedauernswerten in ihre Paläste eingesperrten Royals interessiert.

The Crown – Season 4

Mindestens ebenso wichtig ist die Rekonstruktion der jeweiligen Zeitepochen und der politischen Zustände, mit denen Königin Elisabeth II in ihrer bisher bereits knapp sieben Jahrzehnte andauernden Regentschaft konfrontiert wurde. In den ersten beiden Staffeln von The Crow war Claire Foy (Verschwörung) in der Rolle der Monarchin zu sehen, und zahlreiche Rückblenden erklärten, warum gerade diese junge Frau auf dem Thron von Großbritannien gelandet war.

The Crown – Season 4

In Staffel 3 übernahm Olivia Colman (Broadchurch), die eine bereits sehr viel reifere Monarchin verkörperte. Diese hatte auf teilweise schmerzhafte Weise genug Erfahrungen gesammelt , um sowohl die wöchentlichen Termine mit den wechselnden Premierministern, als auch die Probleme der lieben Verwandtschaft zu überstehen.

The Crown – Season 4

Nicht unerwähnt bleiben soll in diesem Zusammenhang Helena Bonham Carter, die in The King’s Speech bereits als “Queen Mum“ zu sehen war. In The Crown zaubert sie  das tragische Schicksal von Elisabeths Schwester Margaret sehr einfühlsam auf den Bildschirm.

The Crown – Season 4

Season 4 widmet sich jener Zeitepoche von 1979 bis 1990 in der Margaret Thatcher britische Premierministerin war, die recht sehenswert von Gillian Anderson (Akte X) verkörpert wird. Der krasse Sozialabbau sowie der zwar unnötige, aber für eine große Popularität der “eisernen Lady“ sorgende, Falklandkrieg werden thematisiert. Stärker noch interessiert zeigt sich die Serie jedoch an den Konflikten zwischen zwei derselben Generation angehörenden Frauen – die im Oktober 1925 geborene Thatcher ist ein halbes Jahr älter als Elisabeth II -, die sich in Männerwelten durchsetzen konnten, doch unterschiedliche Lebensziele hatten.

The Crown – Season 4

Zentrales Thema ist (natürlich) die völlig vergeigte Ehe von Prince Charles und Diana Spencer, deren Nachbeben immer noch die Yellow Press beschäftigen. In The Crown spielt Josh O’Connor den zukünftigen englischen König als rätselhaften Schrat, der auf eine andere Frau fixiert ist. Emma Corrin hingegen ist als Lady Di eine ganz normale junge Frau, die – auch weil sie gerne im Zentrum der Aufmerksamkeit steht – eine perfekte Prinzessin und vielleicht auch Königin gewesen wäre.

The Crown – Season 4

Diese in der vierten Staffel noch nicht zu Ende erzählte Geschichte ist natürlich eine großartige Tragödie, die in einigen der zehn Episoden fast schon zu breit ausgespielt wird. Doch für The Crown spricht einmal mehr, dass sich die Serie weiterhin auf einem sehr hohen Niveau auch mit zu Unrecht vergessenen Ereignissen beschäftigt. Diesmal geht es auch um den Irland-Konflikt, um das britische Verhältnis zur Apartheit in Südafrika, um zwei ungeliebte königlichen Cousinen, die in einem Sanatorium versteckt wurden, sowie um Michael Fagan, jenen Mann, der 1982 in den Buckingham Palast eindrang und bei Elisabeth II auf der Bettkante saß.

The Crown – Season 4

Es darf sich noch auf zwei weitere Staffeln von The Crown gefreut werden, in denen Imelda Staunton und Jonathan Pryce als Elisabeth und Prince Philip zu sehen sein werden.

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Mank

Citizen Kane war 1941 zwar kein großer Erfolg, doch mittlerweile ist er in vorderster Position auf nahezu jeder Liste der “wichtigsten Filme aller Zeiten“ zu finden. Den Ruhm hierfür erntete bisher ausschließlich der seinerzeit erst 26-jährige Orson Welles, der den Klassikernicht nur  inszenierte, sondern auch noch in der schillernden Hauptrolle des Zeitungs-Zar Charles Foster Kane brillierte.

Mank

Mit Mank entstand ein Film, der versucht einiges richtigzustellen und den in Vergessenheit geratenen Drehbuchautor Herman J. Mankiewicz ins Zentrum rückt. Dieser wird zwar erst kurz vor Ende von Citizen Kane im Abspann genannt, erhielt aber für sein Drehbuch den einzigen Oscar, der dem Film 1942 zugesprochen wurde. Mankiewicz musste sich die Auszeichnung jedoch mit Orson Welles teilen.

Mank

David Fincher (Sieben, Verblendung) lässt in Mank den von Tom Burke gespielten Orson Welles kaum auftreten. Stattdessen schildert sein Film, wie Mankiewicz unter großen Schwierigkeiten das viel zu lange Drehbuch verfasste. Es wird unterstellt, dass Welles wenig mehr getan ht, als dies zu kürzen, während Mankiewicz zuvor mit viel Herzblut eigenen Erlebnisse in die Geschichte eingearbeitet hat.

Mank

Es ist kein Geheimnis, dass der real existierende Zeitungsmagnat William Randolph Hearst Vorbild für Charles Foster Kane war. Dies ist schon dadurch belegt, dass Hearst alles daransetzte, um zu verhindern, dass Citizen Kane entstand oder zumindest in den Kinos gezeigt wurde. Tatsächlich war Mankiewicz mit Hearst bekannt und besuchte gelegentlich dieselben Partys wie dieser.

Mank

Das Drehbuch von Mank unterstellt, dass Hearst – zurückhaltend diabolisch gespielt von Charles Dance (Game of Thrones) – sich den scharfzüngigen Mankiewicz als Hofnarren hielt. Dieser wiederum fand angeblich eine verwandte, weil ähnlich geistreiche, Seele in Hearts Lebensgefährtin Marion Davies. Diese ehemalige Hollywood-Diva bringt Amanda Seyfried (Mamma Mia!, Ted 2) zum Schillern.

Mank

Finchers steile These unterstellt, dass das Drebuch von Citizen Kane die Rache von Mankiewicz an Hearst ist, weil dieser ihn einst als seinen Leierkasten-Affen bezeichnet hat. Das ist wahrscheinlich etwas weit hergeholt, gewinnt aber durch Finchers meisterhafte Inszenierung an Glaubhaftigkeit. Dieser hat Mank den schwarzweißen Look und den Orchester-Soundtrack eines 40er-Jahre-Films verpasst. Daher hat das auf Netflix gezeigte Werk auch jener kleinen “Cue Marks“ rechts oben im Bild, die seinerzeit dem Vorführer signalisierten, dass gleich die Filmrolle zu wechseln ist.

Mank

Der volle Spaß an Finchers Film erschließt sich nur jenen Zuschauern, die wissen wer Irving Thalberg, David O. Selznick oder Ben Hecht waren. Doch alleine schon durch die großartige Leistung von Gary Oldman in der Titelrolle lohnt sich eine Sichtung des 130-minütigen Film. Es ist beeindruckend wie zielsicher dieser Mankiewicz-Pointen abfeuert. Kostprobe gefällig? “Im Sozialismus teilen sich alle den Reichtum, im Kommunismus alle die Armut.“

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Mark Millar: American Jesus

Der Auftakt lässt an Stephen Kings Stand by me denken, doch diesmal ist das Ziel einiger wandernder Jungs keine Leiche, sondern ein Pornoheft. Dabei stürzt ein LKW von einer Brücke und begräbt den 12-jährigen Jodie Christianson unter sich. Dieser überlebt und bleibt unverletzt. Nachdem er zur Freude seiner Mitschüler auch noch Sprudel in Wein verwandelt hat, beginnt Jodie sich zu fragen, ob er der neue Messias ist…

Mark Millar: American Jesus

Diese Geschichten erschien 2004 bei Dark Horse unter dem Titel Chosen. Die mit einer überraschenden, aber nicht wirklich originellen, Wendung im dritten Heft (erst einmal) abgeschlossene Miniserie war, nach Wanted, der zweite Comic des Labels Millarworld. Hier macht der schottische Autor Mark Millar nach großen Erfolgen bei Marvel und DC sein eigenes Ding. Dass er nicht mehr von Verlagen abhängig ist, zeigte sich auch darin, dass Chosen fünf Jahre später unter dem Titel American Jesus gebündelt bei Image erschien.

Mark Millar: American Jesus

Panini hat bei uns nach und nach, teilweise auch übergroß im Hardcover-Format, die von Millar getexteten Comics veröffentlicht, doch American Jesus war bisher nicht darunter. Dies dürfte weniger am kontroversen Inhalt liegen, denn der Katholik Millar geht recht respektvoll mit den religiösen Aspekten der Story um. Es ist eher zu vermuten, dass die oft etwas unbeholfen wirkende Grafik von Peter Gross (The Unwritten, Das Puppenhaus) gegen die Serie sprach.

Mark Millar: American Jesus

Doch angesichts der ebenfalls aus drei Heften bestehenden 2020 erschienen Fortsetzung The New Messias und der demnächst bei Netflix anstehenden Serien-Adaption, führt kein Weg an American Jesus vorbei.

Mark Millar: American Jesus

The New Messias ist der Mittelteil einer Trilogie und beginnt in den 70er-Jahren in Harlem. Dort ist die 14-jährige Jungfrau Luciana Cortez plötzlich schwanger. Die junge Frau und ihr Freund Eddie flüchten nach Waco, Texas zu einer Gruppe religiöser Fanatiker. Dort bringt Luciana ihre Tochter Catalina zur Welt, die über spezielle Fähigkeiten verfügt und aus der erdrückenden Enge der Sekte flüchtet…

Mark Millar: American JesusInsgesamt wirkt der 16 Jahre später entstandene zweite Teil von American Jesus erzählerisch und optisch runder. Das Artwork von Peter Gross ist deutlich gereift, obwohl der Zeichner an einem Handtremor litt und auf digitales Arbeiten umsteigen musste. Es dürfte spannend werden, wenn im Serien-Finale Catalina Cortez auf Jodie Christianson trifft!

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