Schlagwort-Archive: New York

The Happening

Nachdem M. Night Shyamalan sich mit The Sixth Sense, Unbreakable und Signs – Zeichen seinen Ruf als Macher von mysteriösen Filmen mit überraschenden Wendungen redlich erkämpft hatte, blieben die (nicht wirklich schlechten) Nachfolgewerke The Village und Das Mädchen aus dem Wasser zumindest finanziell weit hinter den Erwartungen zurück. Als Vorbereitung auf seinen sechsten Mystery-Film scheint sich Shyamalan sicherheitshalber noch einmal einige Hitchcock-Klassiker angesehen zu haben.

The Happening

The Happening beginnt damit, dass es in und um den New Yorker Central Park zu immer mehr Selbstmorden kommt. Zunächst wird (natürlich) ein Giftgas-Terroranschlag vermutet, doch ziemlich bald wird klar, dass die Bedrohung aus einer gänzlich anderen Richtung kommt. Die Selbstmordwelle breitet sich an der gesamten US-Ostküste aus. Der Lehrer Elliot Moore (Mark Wahlberg) flüchtet mit seiner Frau Alma (Zooey Deschanel) aufs Land, doch auch dort geht es nicht allzu idyllisch zu…

The Happening

Night Shyamalan vereint in The Happening Motive aus Hitchocks Die Vögel und Psycho mit der ganz großen Weltuntergangspanik von Steven Spielbergs Krieg der Welten oder Roland Emmerichs The Day After Tomorrow. Doch die Meisterschaft Shyamalans zeigt sich darin, dass er keine großartigen Spezialeffekte benötigt um zu erschrecken. Ein paar raschelnde Büsche und die mit Bedacht eingesetzten Großaufnahmen von erschrockenen Gesichtern sind mindestens ebenso effizient wie marsianische Raumschiffe oder riesige Flutwellen.

The Happening

Man mag manche Idee in The Happening vielleicht für leicht hirnrissig halten, aber in Sache Spannungsaufbau reicht zurzeit niemand an M. Night Shyamalan heran.

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Coogans großer Bluff

Coogans großer Bluff – der um ein Wort reduzierte Originaltitel Coogan’s Bluff ist zugleich auch der Name eines Aussichtspunkts in Manhattan – ist zwar in der damaligen 1968er-Gegenwart angesiedelt, dennoch handelt es sich um einen Western. Clint Eastwood spielt als Coogan einen “Mann ohne Vornamen“, der als Gesetzeshüter in eine große Stadt kommt und dort ohne Rücksicht auf die örtlichen Gepflogenheiten versucht einen Mörder dingfest zu machen um ihn seine Heimat Arizona zu verfrachten.

Coogans großer Bluff

Dabei geht es teilweise durchaus lustig zu und es ist sehr amüsant Eastwoods Gesicht zucken zu sehen, wenn er zum x-ten Mal aufgrund seines großen Cowboy-Huts für einen Texaner gehalten wird und immer wieder korrigiert, dass er aus Arizona kommt. Besonders vergnüglich ist wie der knorrige von Lee J. Cobb verkörperte New-York-Cop McElroy beständig und fast erfolgreich versucht Coogan auf die Palme zu bringen. Auch die sich langsam entwickelnde Beziehung zur liberalen Bewährungshelferin Julie bringt Humor in den Film und führt sogar dazu, dass Coogan sich am Ende des Filmes sich etwas menschlicher gegenüber seinem Gefangenen verhält.

Coogans großer Bluff
Coogans großer Bluff“ist der erste von fünf Eastwood-Filmen – darunter auch der drei Jahre später entstandene Auftakt der Dirty Harry-Serie – bei denen Don Siegel Regie führte (während Clint Eastwood in seinem Regiedebüt Sadistico Don Siegel als Schauspieler einsetzte) und hat sich erstaunlich gut gehalten. Es ist ein immer noch ein großer Spaß wie sich Coogan als Cowboy im Anzug souverän durch die New Yorker Flower-Power-Clubs bewegt, nichts gegen ein Techtelmechtel mit einem Hippie-Mädchen hat, aber nie seine Mission aus den Augen verliert.

Coogans großer Bluff

Endlich liegt dieser frühe Eastwood-Klassiker, der bereits zwei Jahre nach seinem letzten Italo-Western entstand – auf Blu-ray vor. Die Bildqualität reißt keine Bäume aus, auch wenn das Kunstblut jetzt wie Plaka-Farbe aussieht. Auch das Bonusmaterial wäre ausbaufähig gewesen, doch der Film selbst wirkt frisch wie am ersten Tag! Hier das Bonusmaterial der Blu-ray: Featurette mit einem Interview, das 1969 für „Ein Fressen für die Geier“ entstand (8:02 min), schwarzweiß und in sehr schlechter Bildqualität aber sehr interessant, wahlweise mit deutschen Untertiteln; US-Trailer (2:01 min); Eine interessant zusammengestellte Bildergalerie mit Musik (10:07 min)

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Cinema Purgatorio präsentiert: Code Pru

So ganz lassen kann Alan Moore (Watchmen, V for Vendetta) das Comic-Schreiben zum Glück nicht. So startete er 2016 bei Avatar Press –  hier veröffentlichte er bereits Comics wie Neonomicon und beteiligte sich auch an der Serie Crossed – eine Anthologie-Reihe. Hierzu steuerte Moore die Titelserie Cinema Purgatorio über “Babylon Hollywood“ bei. Diese wird von Kevin O’Neill gezeichnet, mit dem Moore auch an seiner verfilmten Erfolgsreihe Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen zusammenarbeitete.

Cinema Purgatorio präsentiert: Code Pru

Hinzu kommen weitere “Serien innerhalb der Serie“, die von namhaften Autoren wie Kieron Gillen (Über), Christos Gage (Batman: Die Sünden des Vaters) oder Max Brooks (World War Z) stammen. Während in den USA von den achtzehn angekündigten Schwarzweiß-Heften erst Band 16 vorliegt, veröffentlicht bei uns der umtriebige Dantes Verlag (Teenage Mutant Ninja Turtles / Usagi Yojimbo) bereits eine liebevoll aufgemachte Hardcover-Edition, die Avatar Press nicht im Angebot hat.

Cinema Purgatorio präsentiert: Code Pru

Da sich der Erscheinungstermin des Sammelbands mit Cinema Purgatorio von O’Neill und Moore, der ein exklusives Vorwort zur deutschen Ausgabe liefern will, noch etwas verschiebt, startet die Edition mit dem zweiten Highlight der Anthologie. Code Pru stammt aus der Feder von Garth Ennis (Preacher, The Boys). Im Zentrum der Serie steht die junge Sanitäterin Prudence Slapweather, die bei ihren Rettungseinsätzen in New York mit Monstern aller Art konfrontiert wird.

Cinema Purgatorio präsentiert: Code Pru

Die Zeichnungen stammen vom Spanier Raulo Cáceres, der mit David Laphams Psychopath eine der kranksten Stories der von Ennis gestarteten Reihe Crossed ganz schön schrecklich illustrierte. Bei Code Pru gelangen Cáceres angemessen glibbrige Monster, doch für die ruhigeren Passagen, die es bei Garth Ennis gelegentlich auch gibt, ist er sicher nicht der optimale Zeichner. Hier hätte eine Kolorierung vielleicht noch etwas retten können.

Cinema Purgatorio präsentiert: Code Pru

Doch die abgefahrenen oft auch ganz schön kranken Ideen von Ennis halten den Leser bei der Stange. Dankenswerterweise liefert der Dantes Verlag auch noch umfangreiche Anhänge, mit Erklärungen und Hintergrundinfos zu den einzelnen Storys. In dieser Form erscheinen weitere Sammelbände aus dem Cinema-Purgatorio-Universum, auf die ich mich schon sehr freue!

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Punisher: Soviet

Es ist erfreulich, dass der in New York lebende Ire Garth Ennis (The Boys) immer wieder an den Tatort zurückkehrt, nachdem er 2001 mit der Storyline Welcome Back, Frank Marvels Antihelden The Punisher zu einen glaubhaften Charakter machte, der mit drastischen Maßnahmen gegen Gewalttäter vorgeht. Zugleich erzählt Ennis, der ein Faible für Militär-Geschichte hat, auch von Frank Castles Einsätzen in Vietnam, die ihn prägten und auf seine Arbeit als Punisher vorbereiteten.

Punisher: Soviet

Dies brachte Ennis auf die interessante Idee den Punisher mit einer russischen Variante seiner selbst zu konfrontieren. Im Gegensatz zu Castle war Valery Stephanovich schuld daran, dass er seine Familie verloren hat. Der Militärdienst in Afghanistan hatte ihn traumatisiert und in den Alkohol getrieben, was in einem Unfall mit tödlichem Ausgang resultierte. Als Stephanovich danach herausfindet, dass sein ehemaliger Vorgesetzter Pronchenko dafür verantwortlich war, dass abgesehen von ihm alle Kameraden seiner Einheit brutal ermordet wurden, bekam sein Leben wieder einen Sinn…

Punisher: Soviet

Konstantin Pronchenko hatte die Einheit an die Mudschahedin verraten und ist nach dem Ende des Afghanistan-Kriegs in den USA zu einem mächtigen Paten der Russenmafia in New aufgestiegen. Dabei hat er sich niemals selbst die Finger schmutzig gemacht, ja noch nicht einmal den von ihm angeordneten Gewalttaten beigewohnt. Als sich Valery Stephanovich aufmacht, um dies zu ändern, findet er in dem Punisher einen ebenso verständnisvollen wie tatkräftigen Verbündeten.

Punisher: Soviet

Geschickt wechselt Ennis die Zeitebenen, erzählt realitätsnah vom Schicksal der einfachen russischen Soldaten im Afghanistan-Krieg. Auch der Ehefrau des Gangsters Pronchenko verpasst er eine interessante Vorgeschichte und das melancholische Ende wirkt noch lange nach. Dies ist auch dem US-Zeichner Jacen Burrows (Neonomicon) zu verdanken, der mit Ennis bereits bei der ersten Crossed-Geschichte zusammenarbeitete. In Punisher: Soviet reicht die Qualität seiner Grafik fast an die Arbeiten vom kongenialen Ennis-Zeichner Steve Dillon (Preacher) heran.

Punisher: Soviet

Nicht unerwähnt bleiben sollen auch noch die von Paolo Rivera sehr ansprechend im Stile von russischer Propaganda-Kunst erstellten Titelbilder der aus sechs Heften bestehenden Miniserie.

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Basquiat

Auf der Liste der teuersten Gemälde der Malerei, die offiziell mit Kaufvertrag verkauft wurden, steht aktuell auf Platz 12 ein Bild ohne Titel aus dem Jahr 1982, das am 18. Mai 2017 bei Sotheby’s in New York der japanische Milliardär Yusaku Maezawa kaufte. Der Name des Künstlers: Jean-Michel Basquiat. Seine Bilder spielen auf dem Kunstmarkt also eine wichtige Rolle.

Basquiat

Jean-Michel Basquiat wurde am 22. Dezember 1960 in New York City als zweiter Sohn von Matilda Basquiat, deren Familie aus Puerto Rico stammte, und Gerard Basquiat, der in den fünfziger Jahren Haiti verlassen hatte, geboren. Er war der erste afroamerikanische Künstler, der in der hauptsächlich weißen Kunstwelt den Durchbruch schaffte. Er starb am 12. August 1988 im Alter von 27 an einer Überdosis Heroin in New York. Seine Einordnung und sein Stellenwert sind bis heute schwierig und die Kritik über ihn reicht von „Basquiats Bedeutung ist so gering, dass sie praktisch null sei“ bis hin zu der Einschätzung, dass er die Kunst revolutionierte und eine neue Sicht auf Bilder, Zeichen und Kreativität ermöglichte.

Basquiat

Der in Münster geborene Julian Voloj ist ein sehr vielseitiger Comic-Autor. Claudia Ahlering illustrierte seine Geschichte Ghetto Brother: Bronx, NY (avant) und seine Adaption von Annette von Droste-Hülshoffs Erzählung Die Judenbuche (Knesebeck). Carlsen veröffentlichte seinen vom Australier Thomas Campi gezeichneter Comic Joe Shuster – Der Vater der Superhelden und die vom Polen Marcin Podolec in Szene gesetzte Biografie Ein Leben für den Fußball über Deutschlands ersten Profi-Kicker Oskar Rohr.

Basquiat

Voloj lebt seit 2002 in New York, genauer gesagt in Brooklyn, wo das Leben von Basquiat anfing und endete. Hier kam Voloj mit dem spannenden Werk des Künstlers näher in Berührung und ließ ihn nicht mehr los. Seine Biografie über Basquiat gibt einen ersten kurzen Abriss einiger Stationen wieder. In einem extremen Galopp kann miterlebt werden, wie Basquiat mit seinen SAMO-Graffitis in die New Yorker Kunstszene drängte, wie er noch rasanter porträtierte als Andy Warhol und sich dabei ganz selbstbewusst neben den Pop-Art-Meister platzierte. Klar, ist es nicht einfach, auf nur 136 Seiten  Basquiats Leben annähernd gerecht zu werden. Daher finden wichtige Ereignisse keine Erwähnung (documenta 7, 19. Juni bis 28. September 1982; seine Arbeit mit Joseph Beuys).

Basquiat

Der Autor nähert sich mehr poetisch und in kleinen Versatzstücken dem komplizierten Phänomen, was durchaus Charme hat. Nach dem Lesen des Comics könnte der Eindruck entstehen, Basquiats Leben bestand nur aus Arbeiten, das Einnehmen aller Arten von Drogen und das Gequält sein von Inneren Dämonen, die ihn unablässig begleiteten; er scherte sich einen Dreck um sein Umfeld und sich selbst und er war sexuell extrem aktiv, In seiner kurzen Karriere produzierte Basquiat rund 1500 Zeichnungen sowie rund 600 Gemälde und viele Skulpturen. Basquiat zeichnete ständig und benutzte oft Objekte um sich herum als Oberflächen, wenn Papier nicht sofort zur Hand war.

Basquiat

Zu den bekanntesten Sammlern seiner Werke gehören neben „professionellen“ Kunst-Mäzenen auch David Bowie, Johnny Depp, Dave Stewart, Dennis Hopper, John McEnroe,   Leonardo DiCaprio oder Madonna mit der Basquiat ein Verhältnis hatte. Ein Anhang mit Biografien von Basquiat-Weggefährten wie Keith Haring, Debbie Harry oder den Talking Heads vertiefen  die Lektüre des Comics.  Hilfreich ist auch das Nachwort von Voloj, in dem er u.a. erklärt, welch aktuelle politische Brisanz Basquiat hat und darlegt, was er im Comic-Teil aussagen wollte.

Basquiat

Das Artwork des Dänen Søren Glosimodt Mosdal ist bunt und wild. Zusammen mit dem Text eine gelungene Symbiose für solch ein spannendes Leben eines Ausnahmekünstlers. Die englische Ausgabe von Basquiat wurde 2019 vom renommierten The Comics Beat sowohl zu einem der besten Comics des Jahres als auch zu einem der 100 besten Comics des letzten Jahrzehnts ernannt.

Norbert Elbers

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Catel: Die Geschichte der Goscinnys

Die Zeichnerin Catel Muller ist bekannt für Comic-Biografien von bemerkenswerten Frauen wie Kiki de Montparnasse (Carlsen) oder Olympe de Gouges (Splitter). Als Anne Goscinny an herantrat und fragte: “Wie wäre es, wenn Du meinen Vater einen grafischen Roman widmen würdest?“ lehnte Catel zunächst ab. Im Zentrum ihres Werkes stehen Heldinnen, doch René Goscinny hatte für sie den Nachteil, dass er ein Held war.

Catel: Die Geschichte der Goscinnys

Einige Zeit später hatte es sich Catel anders überlegt und Anne Goscinny gab ihr Einblick in das umfangreiche Familien-Archiv. Anders als ihre sonstigen Werke erzählte Catel Die Geschichte der Goscinnys im Alleingang, wobei ihr ein großartiger Auftakt gelang.

Catel: Die Geschichte der Goscinnys

Neun Jahre nachdem der erst 51-jährige René Goscinny in Folge eines Belastungstests auf dem Fahrradergometer seines Kardiologen an einem Herzinfakt gestorben war, hatte Anne Goscinny bei dem Arzt einen Termin vereinbart. Es war ihr 18ter Geburtstag und die junge Frau gab vor einen Revolver in der Manteltasche zu haben. Sie warf dem Mann vor: “Sie haben meinen Vater getötet, meine Mutter stirbt gerade daran und sie haben meine Jugend massakriert!“

Catel: Die Geschichte der Goscinnys

Diese Situation, die sich tatsächlich zugetragen hat, löst Catel erst am Ende ihres Comics auf. Für die verschiedenen Erzählebenen des Werks setzt sie unterschiedliche Färbungen ein. Der Prolog ist rosa koloriert, die Treffen zwischen Cate und Anne Goscinny Ocker und für die Lebensgeschichte des genialen Autors wurde die Schmuckfarbe Blau gewählt.

Catel: Die Geschichte der Goscinnys

Catel widmet dem Leben Goscinnys über 320 Seiten, doch so mancher Comic-Freund wird bemängeln, dass dessen Erfolgsgeschichte etwas zu kurz kommt. Erst auf Seite 290 kommt es zur Gründung des Magazins Pilote und kurz darauf wird Asterix erfunden. Sehr viel ausführlicher hingegen daokumentiert Catel den zwar talentierten aber keinesfalls genialen Zeichner Goscinny. Sie druckt viele seiner Frühwerke ab und diese teilweise zum ersten Mal. Das ist faszinierend, stört in dieser Ballung jedoch den Erzählfluss und wäre vielleicht im Anhang  des Buchs besser aufgehoben gewesen.

Catel: Die Geschichte der Goscinnys

Andererseits wurden die letzten Lebensjahre Goscinnys durch die Erinnerungen seiner Weggefährten und zahlreiche Werke der Sekundärliteratur bereits auf vielerlei Arten dokumentiert. Daher ist diese sich unter dem Motto „Geburt eines Galliers“ ausführlich mit Goscinnys glücklicher Kindheit in Buenos Aires und seinen zahlreichen meist frustrierenden Aufenthalten in New York beschäftigende Biografie eine interessante Ergänzung.

Catel: Die Geschichte der Goscinnys
Alle Bilder: © Catel et des Éditions Grasset & Fasquelle, 2019 + Carlsen

Wichtiger ist jedoch, dass es Catel in ihrem schlichten und zurückhaltenden Stil gelingt, dem Leser einen Eindruck davon zu vermitteln, was für ein Mensch dieser René Goscinny war, dessen Wunsch es schon in frühster Jugend war, später einmal „etwas lustiges“ zu werden.

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I Am Legend

Eigentlich sollte ein neues Wundermittel den Krebs endgültig besiegen. Doch dies ging völlig nach hinten los und eine Seuche raffte fast die komplette Menschheit dahin. Als scheinbar einzige Einwohner von New York sucht der Elitesoldat und Wissenschaftler Robert Neville gemeinsam mit seinem treuen Hund nach Artgenossen und Auswegen. Er macht jedoch eine erschreckende Entdeckung…

I Am Legend

Richard Mathesons Novelle I Am Legend wurde bereits zweimal verfilmt. 1964 als The Last Man on Earth mit Vincent Price und 1971 als Der Omega-Mann mit Charlton Heston (außerdem inoffiziell als I Am Omega mit Mark Dacascos).

I Am Legend

Die 2007 entstandene Neuverfilmung von Francis Lawrence (Constantine) mit Will Smith setzt anfangs stark auf Realismus und zeigt beeindruckende Aufnahmen eines menschenleeren New Yorks. Auf den nahezu unbefahrenen Straßen hat das Unkraut den Asphalt gesprengt und entflohene Zootiere jagen im Central Park Damwild. Diese Bilder machen jedoch seltsamerweise kein bisschen depressiv (oder gar nachdenklich), sondern laden eher zum Bewundern der tricktechnischen Meisterschaft und der zahllosen phantasievoll ausgesponnenen Details ein.

I Am Legend

Wenn der von Will Smith bewährt zupackend und sympathisch verkörperte Held vor diesen beeindruckenden Kulissen sehr viel weniger gegen seine Einsamkeit als gegen eine Horde Vampire ankämpft, hat der Film – bei aller optischer Wucht – sein Potential als halbwegs glaubhafte (Anti-) Utopie komplett verspielt. Als spannendes Popcorn-Kino geht I Am Legend jedoch voll in Ordnung!

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Walt Disney: Tierisch Wild

Eine Horde von Zootieren, darunter ein Löwe und eine Giraffe, entkommt aus dem New Yorker Zoo. Nach einigen turbulenten Erlebnissen in der Stadt die niemals schläft, tritt die gemischte Truppe schließlich eine Schiffsreise in die Wildnis an. Dort müssen die verwöhnten Zootiere lernen sich zu bewähren.

Walt Disney: Tierisch Wild

Stimmt, das ist eine Inhaltsangabe zum Computertrickfilm Madagascar von 2005, aber zugleich ist es auch die Story des Computertrickfilm Tierisch wild, der ein Jahr danach in die Kinos kam.

Walt Disney: Tierisch Wild

Ein paar Unterschiede zwischen dem Werk aus den Hause DreamWorks und dem Disney-Nachzügler gibt es dann doch. Statt einem Nilpferd und einem Zebra brechen in Tierisch Wild noch ein Eichhörnchen, eine Anakonda sowie ein halbwegs witziger Koala aus dem Zoo aus. Der Grund dafür ist diesmal, dass Ryan, der kleine Sohn des Löwen Simba, versehentlich nach Afrika verschifft wurde.

Walt Disney: Tierisch Wild
Himmel und Huhn, Disneys erster Versuch in Konkurrenz zur hauseigenen Pixar-Truppe zu treten, war schon eine herbe Enttäuschung. Doch überraschenderweise geht es noch schlechter. Das Figurendesign (sofern es überhaupt eins gibt) ist eine einzige Katastrophe und erinnert an dürftig animierte Plüschtiere. Die Geschichte ist entsetzlich ausgeluscht und ohne jede innere Logik (die Zootiere kapern in New York einen Hafenschlepper und schippern damit ganz alleine über den Atlantik), während die Gags entlocken kaum ein müdes Lächeln entlocken.

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Immortal

New York im Jahre 2095: Die nun noch unübersichtlichere Stadt wird von synthetischen Menschen und Mutanten bevölkert. Plötzlich erscheint über dem Central Park eine riesige schwebende Pyramide. Darin befindet sich der altägyptische, vogelköpfige Gott Horus.

Immortal

Dieser wurde von den anderen Göttern ausgestoßen und hat nur noch sieben Tage bis er seine Unsterblichkeit verliert. Mit Hilfe des Dissidenten Alexander Nikopol macht er sich in der riesigen Metropole auf die Suche der blauhaarigen Jill, die eine eigenartige Transformation durchläuft…

Immortal

Der in Jugoslawien geborene Enki Bilal arbeitet in einer beeindruckenden direkt kolorierten Zeichentechnik und erregte mit seinen Comics in Frankreich viel Aufsehen. Die von Bilal inszenierten Spielfilme Bunker Palace Hotel (1989) und Tykho Moon (1996) leiden jedoch daran, dass Bilal mangels Budgets seine im Comic beeindruckenden Visionen nur sehr unvollkommen visualisieren konnte. Mit Immortal adaptierte er 2004 für ein Budget von immerhin 20 Millionen Dollar seine Comic-Trilogie um Alexander Nikopol.

Immortal

Dem aus einem zwanzigjährigen Kälteschlaf erwachten Nikopol gab Bilal im Comic das Gesicht des Schauspielers Bruno Ganz (Der Untergang) und im Kino war Thomas Kretschmann in dieser Rolle zu sehen. Die Handlung wurde von Paris nach New York verlegt.  Inhaltlich entsteht der Eindruck eines unausgereiften Filmwerkes, das eher in einigen Details als insgesamt gelungen ist.

Immortal

Die sich alles andere als gradlinig entwickelnde und reichlich unübersichtliche Handlung kann noch als durchaus werkgetreu gegenüber Bilals Comics durchgehen. Schwerer wiegt jedoch der scheinbar unkontrollierte Einsatz von Trickeffekten von sehr unterschiedlicher Qualität. Zahlreiche menschenähnliche Figuren wurden eher hölzern am Computer erzeugt und wirken neben den Darstellern aus Fleisch und Blut nicht sonderlich glaubhaft.

Immortal

Bilal, der mit der Qualität der Spezialeffekte nicht voll zufrieden war, meinte im Gespräch mit der Highlightzone: „Mir wurde zunächst vorgeschlagen den ganzen Film computeranimiert zu realisieren. Das habe ich dann abgelehnt und wollte auch echte Schauspieler im Film haben. Horus musste natürlich synthetisch bzw. virtuell sein. Nikopol und Jill mussten für mich jedoch richtige Menschen sein und ich habe noch die Wissenschaftlerin Elma hinzugefügt um den humanen Aspekt noch weiter zu betonen. Ich ging dann das Risiko ein, weitere virtuelle oder synthetische Charaktere hinzuzufügen. Der Film spielt in einer Welt in der Genmanipulationen und künstliche Körperteile etwas ganz natürliches geworden sind, dies wollte ich durch die Computeranimation der Figuren unterstreichen. Stellen Sie sich vor Sie kennen Michael Jackson nicht und ich hätte ihn in dem Film untergebracht. In dem Falle hätten Sie mir diesen auch nicht geglaubt, denn sein Gesicht kann ja eigentlich unmöglich echt sein. Diesen Gedanken wollte ich auch darstellen, etwa in der Figur des Senator Allgood, der in seiner Künstlichkeit schon an Michael Jackson heranreicht.

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Kevin Smith: Cop Out

Anscheinend hat es während der Zusammenarbeit bei Stirb Langsam 4.0 – hier spielte Kevin Smith (Dogma, Clerks 2, Zack and Miri Make a Porno) einen nerdigen Computer-Guru – gezündet, denn mit Cop Out inszeniert der schwergewichtige Independent-Filmemacher eine mainstreamige Krimi-Komödie mit dem Immer-Noch-Superstar Bruce Willis.

Kevin Smith: Cop Out

Wenn man Kevin Smiths Autobiographie Tough Sh*t glaubt waren die Dreharbeiten dann jedoch ein Alptraum, denn Willis war beim Dreh zu Cop Out ein völliger Stinkstiefel.

Kevin Smith: Cop Out

Thematisch fast passend zum Comic-Geek Kevin Smith steht eine Baseball-Trading-Card im Zentrum des in Brooklyn angesiedelten Geschehens. Diese möchte der gerade mal wieder suspendierte und nicht sonderlich ehrgeizige Cop Jimmy Monroe (Willis) verkaufen um – anstelle des neuen Ehemanns (schmieriger Gastauftritt von Smiths Stammschauspieler Jason Lee) seiner Exfrau – die Hochzeit seiner Tochter finanzieren zu können. Doch gerade als Jimmy die Card zum Verkauf anbietet, wird der Laden vom durchgeknallten Kleinkriminellen (Seann William Scott in American Pie-Höchstform) überfallen und dabei die Karte gestohlen. Als Jimmy versucht seinen Besitz zurückzubekommen, gerät er mitten in einen sehr viel größeren Kriminalfall.

Kevin Smith: Cop Out
Doch all diese Dinge erlebt Jimmy nicht alleine, sondern er hat auch noch seinen nervigen Partner Paul (Tracy Morgan aus 30 Rock) am Hals. Sonderlich glaubhaft wirkt es nicht, dass der coole Jimmy und der alberne aufgedrehte nervige Paul es bereits neun Jahre zusammen ausgehalten haben. Auch die Krimihandlung ist arg konstruiert, während Harold Faltermeyer einfach seinen Beverly Hills Cop-Soundtrack recycelte.

Kevin Smith: Cop Out

Das Resultat ist ein etwas antiquiert wirkendes aber durchaus sympathisches Buddy-Movie mit gelegentlichen komödiantischen Glanzlichtern, die allerdings weniger vom eigentlich dafür zuständigen Tracy Morgan, sondern meist von Seann William Scott kommen.

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