Schlagwort-Archive: Sergio Leone

Lone Ranger

Mit Lone Ranger versuchten sich Disney und Regisseur Gore Verbinski 2013 an einer Wild-West-Variante zu den Fluch der Karibik-Filmen. Die wichtigste Komponente dabei ist selbstverständlich ein abenteuerlich kostümierter und geschminkter Johnny Depp. Diesmal trägt dieser als Indianer Tonto weiße Paste im Gesicht und eine Krähe auf dem Kopf.

Lone Ranger

Doch im Gegensatz zu Depps durchgeknallten aber sympathischen Piraten Jack Sparrow, der erst im überflüssigen vierten Karibik-Film anfing zu nerven, ging mir Tonto schon nach wenigen Minuten vollends auf dem Keks.

Lone Ranger

Dieser mit einer Mischung aus Slapstick, Mystik und tragischer Vergangenheit aufgeladene Charakter dominiert – anstelle des von Armie Hammer mit naivem Charme verkörperten Titelhelden – den Film auch in einer völlig  überflüssigen Rahmenhandlung. Dadurch wird verhindert, dass Lone Ranger zwischen der spektakulären Eröffnung und dem rasanten Finale jemals richtig in Gang kommt.

Lone Ranger

Nicht eben hilfreich ist zudem, dass Verbinski sich weniger von der simplen Abenteuer-Romantik der Lone Ranger-Reihe, die durch Radio und TV populär wurde, sondern sowohl inhaltlich wie auch visuell und musikalisch hauptsächlich von Sergio Leones Italo-Western inspirieren ließ. Der daraus resultierende dreckige Look will so gar nicht zum maskierten Rächer mit dem weißen Hut passen.

Lone Ranger

Am Ende des Filmes ist dann doch noch (endlich!) ausgiebig Gioachino Rossinis als Erkennungsmelodie des Lone Rangers bekannte Wilhelm-Tell-Ouvertüre zu hören. Dazu  galoppiert der Titelheld mit seinem weißen Pferd Silver über Dächer, Züge und scheinbar planlos quer durch den Grand Canyon verlegte Gleisanlagen. Dies wirkt, wie der Versuch dem Zuschauer nach zwei Stunden Leerlauf doch noch etwas Spektakel mit auf den Heimweg zu geben, auf dass er Lone Ranger weiterempfehle, was hiermit in keinster Weise geschehen sei.

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Clint Eastwood – Mann mit Eigenschaften

Clint Eastwood feierte am 31.5.2020 seinen 90. Geburtstag. Passend dazu und zu seinem neuen Film Der Fall Richard Jewell bringt der Schüren-Verlag Kai Blieseners Hommage an die Schauspielikone und den Meisterregisseur heraus. Clint Eastwood – Mann mit Eigenschaften ist keine reine Biographie, sondern mehr eine Collage aus biografischen, analytischen und filmhistorischen Texten ergänzt durch Interviews mit diversen Fachleuten, anhand derer der Autor sich seinem Idol, dessen Werdegang und Lebenseinstellung behutsam nähert.

Clint Eastwood - Mann mit Eigenschaften

Clint Eastwood, der sich als junger Mann mit harter, körperlicher Arbeit seinen Lebensunterhalt verdiente, kam eher zufällig zur Schauspielerei. In der Western-Serie Tausend Meilen Staub (Rawhide) wurde er erstmals dem amerikanischen Publikum vorgestellt, ehe ihn Sergio Leone in seinem Spagetti-Western Für eine Handvoll Dollar zu einer internationalen Größe machte.

Dollar-Western von Sergio Leone

Eastwood, der schon früh Interesse an der Arbeit hinter der Kamera zeigte, lieferte bereits 1971 seine erste Regiearbeit Sadistico (Play Misty For Me) ab, in der er auch eine der Hauptrollen spielte. Mit seiner Darstellung des schießwütigen Polizisten Dirty Harry setzte Eastwood nicht nur seine fruchtbare Zusammenarbeit mit dem zweiten, für seine Karriere wichtigen Regisseur Don Siegel fort, sondern galt fortan auch als erzkonservativer Rechter.

Clint Eastwood - Mann mit Eigenschaften

Dabei bezeichnet sich Eastwood selbst weder als rechts- noch linksorientierter, sondern – in seinen eigenen Worten- als „liberaler“ Filmemacher, der mehr an Menschen und deren Geschichten als an Politik interessier ist. Tatsächlich – so das Resümee des Buches – besitzt Eastwood als Filmemacher heute den Stellenwert den Woody Allen einst hatte: Jeder Schauspieler, der was auf sich hält, möchte einmal in einem seiner Filme mitspielen.

Clint Eastwood - Mann mit Eigenschaften

Kann man es Clint Eastwood da verübeln, dass er 1973  gemeinsam mit John Wayne, Charlton Heston und Glenn Ford einer Einladung Richard Nixon ins Weiße Haus folgte, um sich von diesem vor den republikanischen Wagen spannen zu lassen? Schließlich geht in Hollywood nichts ohne Beziehungen.

Gran Torino

Doch auch auf Clint Eastwoods vielleicht fragwürdigsten Auftritt kommt im Buch zur Sprache. Im Interview mit Jo Schuttwolf geht es um die Frage, ob man sich als Eastwood-Fan für dessen Rede auf dem Parteitag der Republikaner 2012 fremdschämen muss. Jo Schuttwolf beantwortet das mit einem klaren Ja.

Mystic River

Derlei Ausrutscher neutralisierte der gealterte Cowboy mit Erbarmungslos (1991) seinen letzten Western, der sein reifes Spätwerk mit zahlreichen  preisgekrönten Dramen einläutete. Etliche Meisterwerke wie Mystic River, Million Dollar Baby und Gran Torino folgten.

Million Dollar Baby

Ein fundiertes, gut 25-seitiges Essay des renommierten Filmjournalisten Georg Seeßlen bildet den Abschluss des Buchs und wertet es deutlich auf. Seeßlens Text ist sehr viel fundierter und kunstvoller als die Beiträge der anderen, eher unbekannten Autoren und Eastwood-Spezialisten.

Matthias Schäfer

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The Phantom

The Phantom war nicht die einzige erfolgreiche Comicfigur, die Lee Falk (1911 – 1999) geschaffen hatte. Als der aus St. Louis in Illinois stammende 19-jährige Falk mit seinem Vater New York besuchte, schaute er auch bei einigen Verlagen vorbei. Er hatte einige Short Stories und Theaterstücke im Gepäck.

The Phantom

Anklang fand jedoch nur sein Comic-Strip Mandrake the Magician, von dem er Material für eine Laufzeit von zwei Wochen ganz alleine geschrieben und gezeichnet hatte. Die Legende will wissen, dass er zunächst einen vollen Tag im Vorzimmer von King Features, der führenden Firma für Zeitungs-Comics, gewartet hatte. Der zuständige Manager hatte Falk ganz einfach vergessen, führte ihn aber zum Ausgleich durchs New Yorker Nachtleben.

The Phantom

Falk war angemessen beeindruckt und sein Comic-Strip Mandrake stieß auf großes Interesse. Er machte trotzdem zunächst seinen College-Abschluss bevor die Serie schließlich ab 1934 erfolgreich in den Zeitungen erschien. Der Erfolg ermutigte Falk noch eine weitere Figur zu erschaffen. Auch hier zeichnete er das Stripmaterial für die ersten zwei Wochen eigenhändig. Am 17. Februar 1936, kurz vor Falks 25. Geburtstag – und lange vor Superman (1938)! – startete The Phantom. Ursprünglich wollte Falk die Figur The Gray Ghost nennen (und eine Figur dieses Namens spielte als Vorbild für den jungen Bruce Wayne eine Rolle in Batman: The Animated Series). Der erste  Zeichner von The Phantom war – nach Lee Falk – Ray Moore, der zuvor bei Mandrake assistiert hatte.

The Phantom

Lee Falk sollte auch ein erfolgreicher Theaterproduzent werden und das Phantom bis zu seinem Tode im Jahre 1999 texten, wobei er ausschließlich für die Zeitungs-Strips verantwortlich war, die weltweit erfolgreich liefen. In Comicheften hingegen konnte sich das Phantom, zumindest in den USA, im Gegensatz zu Batman und Superman. nie dauerhaft durchsetzen.

The Phantom

Zwar ist das Phantom, genau wie der kurz danach entstandene Batman, kein “wirklicher“ Superheld mit übernatürlichen Kräften, aber viele wichtige Zutaten des Genres waren bereits von Anfang an vorhanden. Bei dem aktuellen Phantom der Comics handelt es sich um den 20. Nachfahren des Ur-Phantoms, eines Schiffbrüchigen, der zuvor Schiffjunge bei Christop Columbus war.

Phantom

Nachdem sein Schiff 1525 von Piraten überfallen wurde, rächte er sich an den Seeräubern und vererbte einen Schwur an seine Nachkommen. Diese müssen nun immer einen Sohn zeugen und diesen auf seine spätere Aufgabe vorbereiten. Nach dem Tod des Vaters übernehmen sie desseb Position als Phantom. Hierdurch wirkt die Figur scheinbar unsterblich. Außerdem gibt es dadurch für Lee Falk immer mal wieder die Gelegenheit Geschichten von den Phantom-Vorfahren zu erzählen.

The Phantom

Das Phantom hat eine Geheimidentität als Kit Walker, ein farbenfrohes Kostüm mit quergestreifter “Unterhose“, die wie bei vielen Superhelden über dem violetten Trikotanzug getragen wird und einen beeindruckenden Schlupfwinkel. Die Totenkopfhöhle diente unzweifelhaft als Vorbild für die Bat-Höhle. Wichtig sind auch noch die Ringe des Phantoms, die dauerhafte Spuren hinterlassen. Der Totenkopf-Ring an der rechten Hand “markiert“ Bösewichter und der Ring mit P-Kreuz, an der näher am Herzen gelegenen linken Hand. macht Freunde kenntlich.

The Phantom

Genau wie später Bob Kane (bzw. sein Zeichner Bill Finger) bei Batman, zeichnete Ray Moore als er das Phantom entwarf, anstelle der hinter einer schwarzen Maske befindlichen Augen einfach schlichte weiße Schlitze. Der Zeichner Billy Lignant erregte Aufsehen dadurch, dass er richtige Augen zeichnete und prompt wirkte die Figur unecht.

The Phantom

1980 heiratete das 21. Phantom schließlich eine gewisse Diana Palmer, die kurz darauf Zwillinge (den Jungen Kit und das Mädchen Heloise) zur Welt brachte. Danach flachte das Interesse an der Figur etwas ab.

Phantom

1995 versuchte Marvel vergeblich eine Superhelden-Heftserie zu etablieren, nachdem DC bereits Ende der achtziger Jahre ebenfalls daran gescheitert war. In Deutschland veröffentlichte ab 1949 die Hamburger Morgenpost den täglichen Strip bis weit in die 80er-Jahre

Phantom

Von 1952 bis 1955 erschienen Phantom-Comichefte, in denen auch Geschichten mit Prinz Eisenherz, Blondie, Mandrake und Rip Kirby veröffentlicht wurden.

The Phantom

Nachdem 1974 der Kelter Verlag eine sehr lesenswerte Romanversion des Phantom-Mythos, die später bei Fischer innerhalb der Reihe Bibliothek der phantastischen Abenteuer noch einmal mit einem ziemlich idiotischen Cover neu aufgelegt wurde.

The Phantom

Von 1974 bis 1983 brachte der Bastei-Verlag 238 großformatige Comic-Hefte mit Lee Falks wandelnden Geist heraus.

The Phantom

Am erfolgreichsten ist die Figur jedoch nicht in den USA, sondern in Neuseeland,  Australien und als Fantomen in Skandinavien. In Schweden haben sogar die Zwillinge Kit und Heloise als Fantomen Kids eine eigene Serie!

Fantomen Kids

Außerdem gab es in Eskilstuna in der Nähe von Stockholm von 1986 bis 2009  innerhalb eines Tierparks namens Parken Zoo ein Fantomenland.

The Phantom

Die Filmografie des Phantoms ist eher dünn, aber nicht uninteressant. 1943 produzierte Columbia ein 15-teiliges Phantom-Serial. In der Titelrolle war ein gewisser Tom Tyler zu sehen, der zwei Jahre zuvor in einem Captain Marvel-Serial auftrat und bereits seit 1924 Actionfilme drehte.

The Phantom

Weiterhin ist vielleicht noch bemerkenswert, dass ein gewisser Frank Shannon mitspielte, der in allen drei Flash Gordon-Serials den Dr. Zarkoff verkörperte. Obwohl der Regisseur “Breesy“ Reeves Eason eigentlich ein Händchen für Action-Szenen hat – er inszenierte 1926 das Wagenrennen in der ersten Ben Hur-Verfilmung und den Brand von Atlanta in Vom Winde verweht – gilt The Phantom als mittelprächtiges bis misslungenes Serial.

The Phantom
Danach war es außerhalb der Comics lange, lange Zeit ruhig um den wandelnden Geist, der allenfalls grausam animiert, manchmal gemeinsam mit Mandrake und Flash Gordon durch das US-Vormittags-Fernsehprogramm geisterte. In den 60er-Jahren entstand ein TV-Pilotfilm, der jedoch nie gesendet wurde. Paulette Goddard,  Charlie Chaplins Partnerin in Moderne Zeiten und Der große Diktator, spielte hier mit.

 Phantom 2040

Ferner gab es ab 1994 mit Phantom 2040 noch einen peinlichen Zeichentrickversuch, der bei uns auf Video erschien. Hier wurde versucht die Figur zu einem ökologischen Moralapostel der Zukunft zu machen.

The Phantom

Nachdem sich zuvor Sergio Leone (Für eine Handvoll Dollar) als ins Gespräch gebracht hatte, ließ 1996 Gremlins-Regisseur Joe Dante als Produzent Simon Wincer (Free Willy) das Phantom halbwegs angemessen für die Leinwand umsetzen.

Phantom

Das ganz große Vorbild ist unübersehbar: Steven Spielbergs Jäger des verlorenen Schatzes, dessen ironisch-unbeschwerter Umgang mit Mythen aller Art zwar angestrebt, aber nur selten erreicht wird.

The Phantom

Immerhin wird, genau wie bei der ebenfalls sympathischen Comic-Verfilmung Rocketeer, die Story in den 30er-Jahren angesiedelt. Kirsty Swanson (die Ur-Buffy die Vampirjägerin) ist eine toughe Diana Palma, doch sehr viel besser profilieren kann sich Catherine Zeta Jones, als im Laufe der Handlung geläuterte Schurkin Sala. Erwähnenswert sind auch noch Treat Williams als Bösewicht Xander Drax und Patrick McGoohan (Nummer 6), der das bereits verstorbene 20. Phantom als „wandelnden Geist“ spielt.

The Phantom

In  der Hauptrolle ist Billy Zane (Titanic) zu sehen, der sich gegen Bruce Campbell durchsetzte und am Drehort Australien ein großer Star ist. Der Film ist eine US-australische Co-Produktion, da – wie ja bereits erwähnt – die Figur „downunder“ sehr viel populärer ist, als in ihrem Entstehungsland.

The Phantom

Nachdem der Film in den USA böse floppte, kam er bei uns gar nicht  in die Kinos, sondern erschien 2001 auf Video, fünf Jahre später auf DVD und erst 2020 auf Blu-ray.

The Phantom

2009 entstand die zweiteilige Miniserie Das Phantom. Produzenten waren Robert Halmi, Jr. und Robert Halmi Sr., die Experten für relativ aufwändige TV-Movies wie Das zehnte Königreich, die sich meist aus dem Fantasy-Fundus bedienen und oft – genau wie in Das Phantom – Isabella Rossellini als Darstellerin an Bord hatten. Das richtige Händchen hatten die Halmis leider nicht. So braucht der erste Teil ewig, bis er endlich in Fahrt kommt.

The Phantom

Lee Falks Mythos vom Phantom wird zwar mit Skeletthöhle und Rückblende in Form von Comiczeichnungen recht stimmungsvoll beschworen. Etwas zweifelhaft erscheint es jedoch die langjährige Abwesenheit des Phantoms mit dem Aufkommen des internationalen Terrorismus und gar dem 11. September in Verbindung zu bringen. Das neue Hightech-Kostüm, das dem 22. Phantom schließlich verpasst wird, sieht eher albern aus und macht sich auch im temporeichen Showdown des zweiten Teils nicht wirklich gut.

The Phantom

Doch Lee Falks Mythos um das Phantom ist genauso unsterblich wie diese Figur und hat auch diese Miniserie überlebt.

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Sandokan

Mit einer kleinen Gruppe bunt zusammengewürfelter Gefolgsmänner bekämpft Prinz Sandokan (Kabir Bedi) die englischen Besatzer im Malaysia des 19. Jahrhunderts. Die Lage spitzt sich zu, nachdem sich der Freiheitskämpfer in Marianna (Carole André), die junge Tochter eines mächtigen englischen Kolonialherren, verliebt.

Sandokan

Basierend auf Romanen von Emilio Salgari, dem „italienischen Karl May“, drehte Sergio Sollima (ursprünglich war Sergio Leone vorgesehen) diese Serie an Originalschauplätzen in Asien. Als das Resultat 1976 in Italien ausgestrahlt wurde, war Sandokan ein absoluter Straßenfeger und machte den Inder Kabir Bedi (hier war ursprünglich Toshiro Mifune vorgesehen) zum Star, sowie die Titelmelodie von Guido und Maurizio de Angelis zum Hit.

Sandokan

In Deutschland lief zunächst ein auf 82 Minuten gekürzter Zusammenschnitt unter dem Titel Il Tigre im Kino, bevor dann die TV-Serie ebenfalls sehr erfolgreich im Fernsehen gezeigt wurde.

Sandokan

20 Jahre (!) später entstand unter der Regie von Enzo G. Castellari die Fortsetzung Die Rückkehr des Sandokan. Hier wird erzählt, wie die junge Lady Dora Parker nach Indien reist, um die Biografie von Sandokan zu schreiben. Ihre Kutsche wird überfallen, doch die Räuber werden von Sandokan vertrieben. Der legendäre Freiheitskämpfer ist jedoch sofort wieder verschwunden, denn er muss seinem Freund Janez und dessen Frau, der Maharani Surama helfen. Ihr Cousin Raska will die Maharani vom Thron vertreiben und lässt den britischen Gouverneur umbringen. Sandokan wird beschuldigt, der Mörder zu sein. Dora versucht Sandokan zu helfen…

Sandokan

Kabir Bedi überzeugt auch in der Fortsetzung immer noch als schwertschwingender Idealist und es ist völlig nachvollziehbar, dass die niedliche Mandala Tayde als Lady Dora von ihm hin und weg ist. Die Besetzung ist wieder hochklassig, so gibt Django Franco Nero einen mysteriösen Schamanen und Mathieu Carriere geht wild augenrollend völlig auf in seiner Rolle als schurkischer Raska. Die insgesamt 6-stündige Handlung mag manchmal ein paar seltsame Kapriolen schlagen und nur selten überraschen.

Sandokan

Doch noch heute strahlt Sandokan eine unbekümmerte Abenteuerlichkeit aus, die im TV nur sehr selten erreicht wird und an die besten Karl-Kay-Verfilmungen erinnert. Sehr positiv ist auch die eindeutig antikolonialistische Ausrichtung der Geschichte.

Der schwarze Kosar

Mit fast demselben Team wie bei Sandokan – darunter die Darsteller Kabir Bedi und Carole André, sowie die Komponisten Guido und Maurizio de Angelis – verfilmte 1976 Sergio Sollima in Kolumbien mit Der schwarze Kosar einen weiteren sehr beliebten Roman von Salgari.

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Once Upon a Time … in Hollywood

Vorab war wenig mehr zu erfahren, als dass sich der neunte Spielfilm von Quentin Tarantino mit dem brutalen Mord beschäftigten wird, den Mitgliedern der Sekte von Charles Manson 1969 an der Schauspielerin Sharon Tate begangen hatten. Es starben dabei auch  Tates ungeborenes Kind und vier weiteren Menschen, die sich zufällig in ihrem Haus am Cielo Drive in  Los Angeles aufhielten.

Once Upon a Time in Hollywood

Tarantinos Film versucht so detailreich wie möglich und mit viel Freude an Skurrilitäten, das damalige Hollywood zu rekonstruieren. Auch diesmal wird jener Zuschauer den meisten Spaß am neuen Tarantino haben, der so wenig wie möglich über die Handlung weiß. Der Titel des Films Once Upon a Time in Hollywood ist dabei sowohl eine Anspielung auf die Filme von Sergio Leone (Spiel mir das Lied vom Tod trägt in den USA den Titel Once Upon a Time in the West) als auch der dezente Hinweis darauf, dass uns hier vielleicht ein Märchen aufgetischt wird.

Once Upon a Time in Hollywood

Hauptfiguren sind keinesfalls die gewaltbereiten Hippies um Charles Manson. Sehr viel präsenter ist die recht aufregend von Margot Robbie (Suicide Squad, I, Tonya) verkörperte Sharon Tate, der in einer erinnerungswürdigen Szene zugesehen werden kann, wie sie im Kino einen ihrer Filme (Rollkommando mit Dean Martin) genießt und sich dabei auch an den Karate-Unterricht mit Bruce Lee erinnert.

Once Upon a Time in Hollywood

Doch im Zentrum der Geschichte stehen zwei fiktive Charaktere, die dem Filmfreak Tarantino die Möglichkeit geben, tief in die damaligen Produktionsmethoden von Film und Fernsehen einzutauchen.

Once Upon a Time in Hollywood

Recht großartig ist Leonardo DiCaprio als einstiger Western-Serienheld Rick Dalton, dessen Karriere sich auf dem Weg nach unten befindet. Als Ausweg empfieht ihm Al Pacino in einem großartigen Gastauftritt als Produzent in Europa Italo-Western zu drehen, womit wir bei Sergio Leone wären.

Once Upon a Time in Hollywood

So gut Leonardo DiCaprio auch ist – z. B. in einer Szene in der sein schon fast komplett dem Alkohol verfallene Rick Dalton entdeckt, dass doch ein begabter Schauspieler in ihm steckt – die besten Momente hat ohne Zweifel Brad Pitt. Dieser spielt Cliff Booth, den ehemaligen Stuntman von Dalton, der wegen seiner kompromisslosen Art in Hollywood keinen Job mehr findet. Stattdessen steht er im Sold von Rick Dalton als Mischung aus Chauffeur, Saufkumpan und Hausmeister für dessen Villa am  Cielo Drive.

Once Upon a Time in Hollywood

Ein Höhepunkte des Films ist, ein Besuch von Booth auf der Farm seines alten Kumpels George Spahn (Bruce Dern ist in dieser eigentlich für den verstorbenen Burt Reynolds vorgesehenen Rolle zu sehen). Diese einst als Drehort für Westernfilme verwendete Location wurde seinerzeit tatsächlich von der Manson-Sekte vereinnahmt. Booth legt sich mit einigen Sekten-Mitgliedern an und wittert Unrat. Die ganze Sequenz ist unglaublich spannend in Szene gesetzt, lebt aber in erster Linie von der geballten Star-Power Pitts, der in Once Upon a Time in Hollywood seine vielleicht beste Rolle spielt.

Once Upon a Time in Hollywood

Wer mag kann jetzt herummäkeln, dass das Gesamtresultat längst nicht so gut ist, wie die einzelnen Sequenzen. Doch bei mir kamen solche Überlegungen – zu denen auch die Frage nach dem Sinn des Ganzen gehört – erst nach dem Abspann auf. Wahrscheinlich ist es auch diesmal wieder die große Lässigkeit und scheinbare Planlosigkeit mit der Tarantino seine Geschichten erzählt, durch die auch Once Upon a Time in Hollywood zu einer knapp dreistündigen Wundertüte voller großartiger Momente geworden ist!

Once Upon a Time ... in Hollywood

Die Blu-ray enthält neben dem 161-minütigen Film noch  hochinteressantes Bonusmaterial. Neben den Dokus “Quentin Tarantinos Liebesbrief an Hollywood“ (5:00 min), „Bob Richardson – Für die Liebe zum Film“ (4:34 min), „Shop Talk – Die Autos des Jahres 1969“ (5:58 min), „Restoring Hollywood – Das Produktionsdesign von Once Upon a Time in… Hollywood“ (9:18 min) und „Die Mode des Jahres 1969“ (6:37 min) noch 25 Minuten mit unveröffentlichten Szenen. Zu sehen gibt es fiktive Werbespots zu Old Chattanooga Beer (0:49 min) und Red Apple Zigaretten (1:09 min), in letzterem ist nicht nur DiCaprio als Rick Dalton dabei, sondern James Marsden ist auch noch kurz als junger Burt Reynolds zu sehen. Außerdem gibt es längere Ausschnitte aus den Serien „Bounty Law“ (3:50 min) und „Lancer“ (4:46 min), sowie das komplette TV-Video „Green Door“ gesungen von DiCaprio (2:55 min).

Once Upon a Time ... in Hollywood

Etwas langatmig ist eine Konversation zwischen Rick Dalton und Sam Wanamaker während der Dreharbeiten zu „Lancer“ (6:53 min). Eine interessante Szene (4:57 min) zeigt etwas mehr von Charles Manson (Austin Butler), der zunächst von einem Musik-Manager an der Tür abgewiesen wird und dann noch den von Brad Pitt gespielten Cliff zuwinkt. Doch die Richtigkeit der Entscheidung von Tarantino sich nur sehr wenig mit Manson persönlich zu beschäftigen, bestätigt dieser Outtake. Seltsamerweise fehlt auch bei diesen nicht verwendeten Szenen jede Spur von Tim Roth, der als Butler von Sharon Tates Ex-Freund Jay Sebring vor der Kamera gestanden hat.

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Dollar-Western von Sergio Leone

Inspiriert von Akira Kurosawas Yojimbo – Der Leibwächter verlegte der italienische Regisseur Sergio Leone 1964 eine ähnliche Geschichte in einen mexikanisch-amerikanischen Grenzort und erzählt von einem Kopfgeldjäger, der die Rivalitäten zweier Clans zu seinen Gunsten ausnutzt.

Dollar-Western von Sergio Leone

Für die Hauptrolle in Für eine Handvoll Dollar verpflichtete Leone den damaligen TV-Darsteller Clint Eastwood, dem es vertraglicht untersagt war in US-Kinofilmen mitzuwirken. Eastwood  hatte nichts gegen einen Besuch in Italien und Spanien einzuwenden und brachte Teile seines Kostüms aus den USA mit. Zusätzlich bekam er noch einen groben Poncho verpasst und fertig war die wortkarge, aber schießgewaltige Kultfigur.

Dollar-Western von Sergio Leone

Obwohl Leone nicht englisch und Eastwood nicht italienisch sprachen, Funktionierte die Zusammenarbeit und der Film wurde zu einem großen Erfolg. In Italien entstanden danach jährlich mehr Western als in den USA. Für die US-TV-Ausstrahlung drehte Monte Hellman einen 4-minütigen Prolog mit Harry Dean Stanton und einem Eastwood-Double, der im Bonusmaterial der DVD-Veröffentlichung enthalten ist. Dadurch wurde versucht Eastwoods Figur noch einige moralische Motivationen mit auf den blutigen Weg zu geben.

Dollar-Western von Sergio Leone

Schon ein Jahr später folgte Für ein paar Dollar mehr und der Titel war Programm. Diesmal war alles eine Nummer größer, abgesehen von Ennio Morricones Musik, die schon im ersten Film großartig war. In Spanien konnte sogar eigens für den Film eine Westernstadt gebaut werden und es musste nicht auf bestehende Kulissen zurückgegriffen werden.

Dollar-Western von Sergio Leone

Neben Eastwood spielte diesmal Lee van Cleef eine gleichberechtigte Hauptrolle als erfahrener Kopfgeldjäger. Van Cleef hatte zuvor nur Nebenrollen gespielt. Es war in Western-Klassikern wie High Noon oder Der Mann, der Liberty Valance erschoss meistens der “dritte Schurke von links“. Daher verwundert es, wie souverän Van Cleef die auch tragische Figur des Colonel Mortimer spielte. Die sich langsam aufbauende Freundschaft zwischen den von Eastwood und van Cleef verkörperten Hauptfiguren ist eine der treibenden Kräfte des Films.

Dollar-Western von Sergio Leone

Für ein paar Dollar mehr war nicht nur aufwändiger produziert und hatte mehr Schauwerte, sondern Leone inszenierte die Szenen bedeutend langsamer und etablierte hier seinen Stil aus extremen Großaufnahmen von markanten Gesichtern und gemächlicher Spannungs-Steigerung, der typisch für den Italowestern werden sollte und den er schließlich ein Jahr später in Zwei glorreiche Halunken fast drei Stunden lang auf die Spitze treiben sollte.

Dollar-Western von Sergio Leone

DVD-Bonusmaterial bei “Für eine Handvoll Dollar“: Audiokommentar von Sir Christopher Frayling (wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), Dokumentation „A new Kind of Hero“ (21:18 min), Interview mit Clint Eastwood (7:55 min), 3 Freunde erinnern sich an Sergio Leone (10:28 Min.) Bericht über Restaurierung (5:24 min), „The Network Prologue“: Zusätzliche Szene mit Harry Dean Stanton (7:09 Minuten) mit Einführung (5:47 min), Locationvergleich (4:49 min), 10 US-Radiospots, US-Trailer (2:17 min), Double Bill US Trailer für beide Dollar Filme (1:53 min), 11 Texttafeln mit Infos über die Restaurierung, Trailer zu den Dollar-Filmen

Dollar-Western von Sergio Leone

DVD-Bonusmaterial bei “Für ein paar Dollar mehr“: Audiokommentar von Sir Christopher Frayling (wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln), Dokumentatione „A new Standard“ (19:08 min), Interview mit Clint Eastwood (6:34 min), 3 Freunde erinnern sich an Sergio Leone (10:16 min) Bericht über Restaurierung (4:20 min), alternative Szenen/alternative Versionen (4:45 min), Locationvergleich (11:25 min), 12 US-Radiospots, US-Trailer (3:35 min), Double Bill US Trailer für beide Dollar Filme (1:53 min), 12 Texttafeln mit Infos über die Restaurierung, Trailer zu den Dollar-Filmen und zur Nobody-DVD-Edition

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Todesmelodie

1913 in den blutigen Wirren der mexikanischen Revolution trifft der Bauer Juan Miranda (Rod Steiger) auf den frustrierten irischen Terroristen John Mallory (James Coburn). Beide planen den Tresor einer Bank zu sprengen. Doch statt auf Gold stoßen sie hinter den Panzertüren auf politische Gefangene. Dadurch wird Miranda zum Helden der Revolution und zur Zielscheibe brutaler Militärs. Immer tiefer gerät er in eine tödliche Spirale der Gewalt…

Todesmelodie

Todesmelodie, der zu allem Überfluss in den USA auch noch den saudummen Titel Duck you Sucker erhielt, ist der Mittelteil von Leones zweiter Trilogie uns sein unbeliebtester Film (sogar der kleine Sohn des Regisseurs zog ihn damit auf, dass der Film “Scheiße sei“). Nach den drei Dollar-Western, drehte Leone mit Spiel mir das Lied vom Tod sein wohl bestes Werk. In der italienischen Originalfassung lautete der Titel C´era una Volta il West also sinngemäß Es war einmal im Wilden Westen. Leones letzter Film hieß auch bei uns Es war einmal in Amerika und der dazwischen entstandene Film Todesmelodie trug nur in Frankreich den passenden Titel C’era una volta la rivoluzione also Es war einmal die Revolution.

Todesmelodie

Der Film wurde überall (nur nicht in Frankreich!) zu einem großen Reinfall, was teilweise auch an den drastischen Kürzungen lag, die vor allem in den USA vorgenommen wurden. Auf DVD ist Todesmelodie endlich in voller Länge zu genießen, inklusive vorangestelltem Mao-Zitat (“Die Revolution ist kein Galadiner“) und allen in Irland spielenden Rückblenden. Dadurch wird Todesmelodie ganz gewiss kein Meisterwerk, doch Leones gelangen etliche unvergessliche Szenen.

Todesmelodie

Die DVD enthält dieses Bonusmaterial: Audiokommentar von Sir Christopher Frayling (wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln); Dokumentation „Der Mythos der Revolution“ von Sir Christopher Frayling (21:14 min), ein sehr interessante Making Of;   Sergio Donati erinnert sich (7:00 min); Es war einmal in Italien – Bericht über eine Leone-Ausstellung (5:45 min); Restauration im italienischen Stil (5:50 min); Drehort-Vergleich (9:01 min); US-Radiospots (3:54 min); Galerie mit 30 Fotos; US-Trailer (3:27 min)

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Spiel mir das Lied vom Tod

Drei Cowboys in langen Staubmänteln warten an einer Bahnstation. In langen Einstellungen wird diese Maxi-Version einer ähnlichen Szene aus High Noon genüsslich ausgekostet. Musik gibt es keine, obwohl Ennio Morricone etwas hierzu Passendes komponiert hatte. Als der Zug dann endlich einfährt, ertönt eine unverwechselbare Mundharmonika-Melodie und ein unübertroffen cooler Charles Bronson ist zu sehen. Er ist keinesfalls der Meinung, dass ein Pferd zu wenig vorhanden wäre, sondern vielmehr zwei Pferde zu viel…

Spiel mir das Lied vom Tod

Diese unvergessliche Sequenz eröffnet Sergio Leones besten Western. Die staubigen Cowboys sollten eigentlich von Clint Eastwood, Lee Van Cleef und Eli Wallach gespielt werden, den „Helden“ aus Leones zuvor gedrehten Dollar-Western. Doch der Film hat auch ohne diese leider nicht zustande gekommenen Gastauftritte einen ungewöhnlichen Besetzungs-Coup zu bieten. Den Schurken spielt der ansonsten fast immer als Held auftretende Henry Fonda (Faustrecht der Prärie). Auch Claudia Cardinale und Jason Robards waren selten so gut wie in diesem Film.

Spiel mir das Lied vom Tod

Leone musste dazu gezwungen werden Spiel mir das Lied vom Tod (diesen Titel und das zugehörige Filmzitat gibt es nur in der deutschen Fassung) zu drehen. Eigentlich war er den Western leid und wollte endlich mit Es war einmal in Amerika beginnen, der später dann gemeinsam mit Todesmelodie und Spiel mir das Lied vom Tod eine Art Trilogie bildete. Doch US-amerikanische Finanziers bestanden auf einem weiteren Western, den sie dann später radikal zusammenkürzten. Im Rest der Welt trat der Film in voller Länge einen unvergleichlichen Siegeszug an und entfaltet, bei allem Respekt vor dieser hervorragenden Blu-ray-Edition, seine volle Wirkung erst in der Dunkelheit des Kinos.

Spiel mir das Lied vom Tod

Die DVD enthält dieses Bonusmaterial: Audiokommentar mit Beiträgen von den Regisseuren John Carpenter, John Milius & Alex Cox, den Filmhistorikern Sir Christopher Frayling & Dr. Sheldon Hall sowie Besetzung & Crew, wie alle Extras wahlweise mit deutschen Untertiteln; Sehr informative 60-minütige Dokumentation unnötigerweise verteilt auf drei Filme namens “Oper der Gewalt“, “Der Lohn der Stunde“ und “Die Verbindung mit dem Tod“; Schwarzweiße Fotogalerie (5:16 min); Location-Galerie (4:28 min); Eisenbahndokumentation (6:21 min); US-Kinotrailer (2:52 min, 1 : 2,35, anamorph, Stereo 2.0); Bio-und Filmographie zu Charles Bronson, Henry Fonda, Claudia Cardinale, Jason Robards und Gabriele Ferzetti

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Mein Name ist Nobody

An den Welterfolg seines ultimativen Klassiker Spiel mir das Lied vom Tod konnte Sergio Leone mit seinem nächsten in Mexiko spielenden Film Todesmelodie nicht mehr anknüpfen. Sehr viel besser liefen seinerzeit in den frühen 70er Jahren die Klamauk-Western mit Terence Hill und Bud Spencer. Daher versuchte Leone seine bewusst verzögerte und epische Art einen Film zu erzählen mit Stilmitteln des Prügel-Western aufzupeppen.

Mein Name ist Nobody

In Mein Name ist Nobody trifft der von Henry Fonda dargestellte alternde Revolverheld Jack Beauregard auf seinen treusten Fan Nobody, den Terence Hill mit geballter blauäugiger Wucht voller Charme auf die Leinwand zaubert. Das Resultat ist eine nicht immer homogene aber ungeheuer unterhaltsame Mischung aus klassischem US-Western, Italo-Prügelfilm und bestem barocken Leone-Stil. Der Film ist voller erinnerungswürdiger Momente und wurde zudem auch noch abgeschmeckt mit Ennio Morricones zweitbestem Soundtrack.

Mein Name ist Nobody

Seltsamerweise saß der Meister des Italo-Western nicht höchstpersönlich im Regiestuhl. Leone gab dem Film aber dennoch seinen eigenen Stempel. Während das Werk in den USA, aber auch in Italien floppte, wurde Mein Name ist Nobody in Deutschland auch aufgrund der flappsigen Synchronisation von Rainer Brandt (Die Zwei) zu einem gewaltigen Erfolg und liegt jetzt endlich sorgfältig restauriert und ausgestattet auch auf Blu-ray vor.

Mein Name ist Nobody

Die DVD enthält dieses Bonusmaterial: Deutschsprachige Dokumentation “Nobody Is Perfect: Leones Grabgesang auf den Western der alten Generation“ mit Terence Hill – Interview (73:21 min); Deutschsprachige Dokumentation “NOBODY Dusted – Der Film vor und nach der Restauration“ mit einer Chronik des Heimkinos und detaillierten Vergleichen des neuen, High Definition 24psf 1080 Masters mit den 8mm, VHS & Laserdisc Versionen (34:42 min); Deutscher Trailer (3:48 min); US-Trailer (2:41 min): Wendecover

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Die rechte und die linke Hand des Teufels

Keiner ist schneller mit dem Colt als der müde Joe (Terence Hill) und sein Bruder „der Kleine“ (Bud Spencer). Doch letzteren hat es, nachdem ihm der Zufall einen Sheriffstern in die Hände gespielt hat, zur Abwechslung mal auf die Seite des Gesetzes geschlagen und er schiebt in einem kleinen Städtchen eine ruhige Kugel. In diese Idylle verschlägt es auch den müden Joe, und die beiden Raufbolde legen sich mit dem land- und geldgierigen Major (Farley Granger aus Hitchcocks Der Fremde im Zug) an.

Die rechte und die linke Hand des Teufels

Die rechte und die linke Hand des Teufels ist in zweierlei Hinsicht ein bemerkenswerter Film. Zum einen handelt es sich um den ersten Film, der Terence Hill und Bud Spencer als unschlagbares Duo präsentierte, außerdem machte sich hier erstmals ein Italo-Western über die eigenen Stilmittel lustig. Terence Hill als der “müde Joe“ (im Original: Trinity) wirkt zunächst wie ein ähnlich maulfauler (ja sogar fauler) Charakter wie Django oder die von Clint Eastwood verkörperten Figuren aus den Western von Sergio Leone. Er ist sogar zu faul zum Reiten und lässt sich auf einer Art Liegestuhl von seinem Pferd hinterher ziehen.

Die rechte und die linke Hand des Teufels

Doch wenn Joe auf seinen deutlich stämmigeren von Bud Spencer verkörperten Bruder „der Kleine“ (im Original: Bambino) trifft, werden Erinnerungen an Laurel & Hardy geweckt. Statt blutiger Schießereien wird der Konflikt des Filmes durch eine große Prügelei gelöst. Dieses Konzept und das Duo Spencer & Hill kamen so gut an, dass schon ein Jahr später der ebenfalls von E. B. Clucher inszenierte Prügel-Western Vier Fäuste für ein Halleluja Trinity & Bambino zurückkehren ließ und noch erfolgreicher in den Kino lief.

Die rechte und die linke Hand des Teufels

In zweierlei Hinsicht unterscheidet sich Die rechte und die linke Hand des Teufels von den meisten Filmen mit Spencer & Hill. Zum einen fungierte hier noch nicht Thomas Danneberg als Synchronsprecher von Terence Hill (der witzigerweise einen auf dieser Blu-ray enthaltenen Wiederaufführungs-Trailer in den 80er Jahren synchronisiert hat) sondern der “müde Joe“ spricht hier mit der ungewohnten Stimme von Hartmut Reck, während aus Bud Spencers Mund die gewohnt markige Stimme von Wolfgang Hess zu hören ist. Für die musikalische Untermalung sorgte hier noch nicht das Bruderpaar Guido & Maurizio De Angelis, sondern Franco Micalizzi, dessen einprägsame gepfiffene Titelmelodie auch am Ende von Quentin Tarantinos Django Unchained zu hören ist.

Extras der Blu-ray: 8-seitiges schönes Booklet; Zusätzliche Szenen (7:12 min); Bildvergleich SD / HD (5:09 min); Deutscher Erstaufführungs-Kinotrailer (1:44 min); Deutscher Wiederaufführungstrailer mit Thomas Danneberg als Synchronsprecher von Terence Hill (3:11 min); Deutscher DVD-Trailer (2:08 min); Englischsprachiger Weltvertriebs-Trailer (3:01 min); Italienischer Trailer (3:01 min); Selbstlaufende internationale Artworkgalerie (8:01 min)

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