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Garth Ennis: Out of the Blues

Seine größten Erfolge feierte Garth Ennis mit Serien wie Preacher oder The Boys, die sich mit Mystery oder Superkräften beschäftigen. Doch am besten ist der 1970 in Nordirland geborene Autor, wenn er sich an der Realität orientiert. So platzierte er mitten in seiner für DC/Vertigo getexteten Hellblazer-Storyline die Geschichte Heartland, die ganz ohne Grusel-Elemente und die Hauptfigur John Constantine auskommt. Stattdessen vermittelt Ennis sehr sensibel, dass es  in einer Stadt wie Belfast, in der die Anwesenheit schwer bewaffneter Militäreinheiten als völlig normal angesehen wird, kein “normales Leben“ gibt.

Garth Ennis: War Stories

Krieg ist immer wieder ein Thema im Werk von Garth Ennis und er gibt unumwunden zu, dass er Angebote in Richtung “Luftkämpfe im Zweiten Weltkrieg“ sofort unterschreibt. Doch bei aller Begeisterung für Flugzeuge wie die Spitfire oder den “Fighter-Bomber“ De Havilland Mosquito, ist Ennis – ganz im Gegensatz zu kontinentaleuropäischen Serien wie Tanguy & Laverdure – in seinen Geschichten nicht nur daran interessiert, technische Gerätschaften so imposant wie möglich zu präsentieren.  Vor einem gut recherchierten Background versucht er auch zu vermitteln, dass es kein Spaß ist, in den Krieg zu ziehen.

Garth Ennis: Out of the Blues

Die Hauptfiguren in den War Stories von Ennis sind keine makellosen und sterilen Helden wie Buck Danny oder Dan Cooper. Es ist völlig unklar, ob sie am Ende der Geschichten noch am Leben sind und weitere Abenteuer erleben werden. 2003 ließ Ennis in der von Gary Erskine gezeichneten War Story Archangel den schottischen Piloten Jamie McKenzie ein Himmelfahrtskommando überleben. Nachdem dieser bei Luftkämpfen in einem per Katapult von einem Schiff gestarteten Marine-Jagdflugzeug dem Tod ins Auge geblickt hatte, beschloss Jamie seiner Freundin Beth einen Heiratsantrag zu machen. Zuvor hatte er Angst davor, dass er sie zur Witwe machen könne…

Garth Ennis: Out of the Blues

2019 kehrte Ennis zu Jamie McKenzie zurück. Auch Out of the Blues beginnt wieder mit einem missglückten Flugmanöver, wodurch Jamie bei seinem Vorgesetzten in Ungnade fällt. Doch Group Captain Broome hat nicht nur Jamie auf dem Kieker, sondern wirft auch ein Auge auf Beth. Ähnlich wie schon Archangel ist auch Out of the Blue in seiner Mischung aus Soap-Elementen und  – diesmal an der norwegischen Küste stattfindenden – spektakulären Kampfszenen für einen Ennis-Comic relativ konventionell erzählt. Doch interessante Nebenfiguren wie Jamies indischer Co-Pilot Ranjaram oder sein väterlicher Freund Captain Oxblood, der schon in Archangel dabei war, verleihen der Geschichte Würze.

Garth Ennis: Out of the Blues

Der wohl faszinierendste Charakter des Comics ist Jamies alter Kumpel Paddy Wallis, den Beth einst als Adonis bezeichnet hatte. Doch der ehemalige Frauenschwarm hat sich bei einem Absturz schlimme Brandwunden zugezogen, seine Lebensfreude ist jedoch geblieben. Paddy zeigt Jamie das Örtchen East Grinstead, das 1943 Ziel eines massiven deutschen Bombenangriffs war. Hier betrieb der Arzt Archibald McIndoe nicht nur ein auf die Behandlung von Brandwunden spezialisiertes Krankenhaus, sondern er ermuntere die Stadtbewohner auch dazu, seinen Patienten zu sich nach Hause einzuladen, um ihnen ein halbwegs normales Leben zu ermöglichen.

Garth Ennis: Out of the Blues

Die Begegnungen mit den entstellten aber lebensfrohen Freunden von Paddy in East Grinstead helfen Jamie dabei, seine eigenen Probleme zu relativieren und aus seiner Depression herauszukommen. Der Zeichner Keith Burns, mit dem Ennis auch den klassischen britischen Comic-Piloten Johnny “Red” Redburn wiederbelebte, ist in nicht nur in der Lage die spektakulären Flugmanöver bei den Luftkämpfe, sondern auch das Gefühlsleben der Figuren an den Leser zu bringen.

Garth Ennis: Out of the Blues
Ian Kennedy

Out of the Blues ist ganz gewiss nicht seine beste War Story, doch  Ennis, zeigt dass er auch fast durchgehend warmherzig erzählen kann, wobei er keineswegs die Schrecken des Zweiten Weltkriegs verharmlost. Über jeden Zweifel erhaben ist die schöne, leider nur in englischer Sprache vorliegende Hardcover-Ausgabe von Out of the Blues, die noch garniert wurde mit thematisch passenden Artwork von Ian Kennedy, der seit den 50er-Jahren britische Magazine mit beeindruckenden Cover-Gemälden versorgt.

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Garth Ennis: War Stories

In seiner Jugend faszinierten den Iren Garth Ennis (Preacher, Hellblazer) britische Kriegs-Comics sehr viel stärker als die US-Hefte von Marvel oder DC. Als Autor feierte Ennis in den letzten Jahrzehnten zwar große Erfolge im Superhelden-Genre, doch verstanden hat er nie, warum selbst erwachsene Menschen so begeistert von kostümierten Rächern sind.

Garth Ennis: War Stories

Ganz gegen den Comic-Trend erzählte Ennis zwischendrin auch immer wieder Kriegsgeschichten, in denen seine drastische Darstellung von Gewalt sehr viel weniger ein Fremdkörper war, als in der ziemlich sterilen Welt der Superhelden. Dies geschah sowohl im Rahmen der Serien The Boys oder Punisher als auch in eigenständigen Comics wie Sara – Tod aus dem Hinterhalt.

Garth Ennis: War Stories

Wann immer Ennis ein Angebot in Richtung “Luftkrieg im Zweiten Weltkrieg“ erhält, dann lässt er “alles stehen und liegen und unterschreibt sofort“. Ganz im Gegensatz zu kontinentaleuropäischen Serien wie Buck Danny, Dan Cooper oder Tanguy & Laverdure ist Ennis in seinen Geschichten nicht nur daran interessiert, Kampfflugzeuge so imposant  wie möglich zu präsentieren, sondern er versucht auch zu vermitteln, dass es kein Spaß ist, in den Krieg zu ziehen.

Enemy Ace: War in Heaven

Ennis ließ klassische britische Comic-Soldaten wie Battler Britton, Johnny “Red” Redburn oder Colonel Dan Dare von der Interplanet Space Fleet auf die Comic-Bühne zurückkehren. DCs im Ersten Weltkrieg kämpfenden deutschen Jagdflieger Hans von Hammer konfrontierte Ennis in Enemy Ace: War in Heaven mit der Schlacht um Stalingrad und dem Grauen im Konzentrationslager Dachau.

Garth Ennis: War Stories

Von 2001 bis 2017 schrieb Ennis die Serie War Stories und erzählte auf jeweils circa 50 Seiten in sich abgeschlossene an realen Ereignissen orientierte Geschichten, die teilweise recht blutrünstig, aber auch sehr sorgfältig recherchiert sind. Im Zentrum stehen meist britische Frontsoldaten, die versuchen auf den Schlachtfeldern des Zweiten Weltkriegs halbwegs anständig und vor allem am Leben zu bleiben. Die zugehörigen Zeichnungen stammen von einigen der hochkarätigsten britischen Zeichnern.

Johann’s Tiger

Der Auftakts von War Story (unter diesem Titel veröffentlichte Speed Comics bei uns alle acht bei DC Vertigo erschienenen Geschichten der Serie) handelt von der Besatzung eines deutschen Wehrmacht-Panzers vom Typ Tiger.

Garth Ennis: War Stories

Hauptfigur ist der Kommandant Johann Kleist, der alles dransetzt, damit seine Männer in amerikanische Kriegsgefangenschaft geraten und nicht den Russen in die Hände fallen.

Garth Ennis: War Stories

Ein verantwortungsbewusst handelnder Soldat ist Kleist aber dennoch nicht, denn er hat zahllose Untaten an der Ostfront begangen, die ihn bis in den Schlaf verfolgen. Für sich selbst sieht Kleist keine Zukunft mehr.

Garth Ennis: War Stories

Diese Geschichte vom nahezu unbesiegbaren, doch menschlich verrohten, deutschen Soldaten und seinem den feindlichen Panzern überlegenen Kriegsgerät (eins der Leitmotive in War Stories) setzte Chris Weston (Fantastic Four: First Family) zusammen mit Gary Erskine (Garth Ennis‘ Dan Dare) mitreißend in Szene.

D-Day Dodgers

Die zweite War Story ist ein Highlight der Serie. Erzählt wird von einer irischen Einheit, die 1943 von Reggio di Calabria in Richtung Norden aufbrach und immer wieder von Einheiten der Wehrmacht angegriffen wurde.

Garth Ennis: War Stories

Die Männer kämpften auf verloren Posten, denn als 1944 am D-Day alliierte Truppen in der Normandie landeten, bekamen diese nicht nur die volle Aufmerksamkeit der Presse und Öffentlichkeit, sondern auch ein Großteil des Nachschubs landete jetzt in Frankreich.

Garth Ennis: War Stories

Für die angeblich im sonnigen Italien faulenzenden D-Day-Drückeberger, von denen über 100.000 verwundet oder getötet wurden, blieb nur noch Spott übrig, dem diese durch Sarkasmus begegneten. Aus Trotz sangen die Männer nach der Melodie von Lili Marleen die Ballade der D-Day Dogers und beschrieben ihre ach so tolle Zeit mit Freibier, Vino und Mädels in Neapel, Florenz oder Rimini.

Garth Ennis: War Stories

Ennis lässt seinen Comic mit dem satirischen Liedtext enden und John Higgins – vor allem bekannt als Kolorist des Comic-Meilensteins Watchmen – zeichnet dazu ganzseitige Bilder von gefallenen alliierten Soldaten. Doch auch die zuvor erzählte Story vom unerfahrenen britischen Second Lieutnant Ross, der sich – nachdem er seinen Dienst in Italien angetreten hat – über den kernigen irischen Sergenat Major Dunn, aber vor allem über seinen Vorgesetzten Captain Lovatt wundert.

Garth Ennis: War Stories

Letzterer verbringt als “ganz beträchtlich enttäuschter Katholik“ einen Großteil seiner Zeit in einer Dorfkirche und schießt betrunken auf  den hölzernen Jesus am Kreuz. Solche Geschichten schreibt nur das Leben (oder Garth Ennis)!

Screaming Eagles

Die dritte War Story zeichnete Dave Gibbons in jenen ausgereiften Stil, der dazu beitrug, dass Watchmen durch Nachdrucke oder eine gelungene TV-Serie immer noch sehr präsent ist.

Garth Ennis: War Stories

Ennis wählte Gibbons für die Visualisierung einer Geschichte aus, in deren Zentrum US-Sergeant Brewer und drei seiner Kameraden stehen. Diese sind die einzigen Überlebenden einer Kompanie, die am D-Day in der Normandie landete und sich bis ins KZ Dachau durchkämpfte.

Garth Ennis: War Stories

Die kleine Truppe erhält den Auftrag ein Landhaus in Süddeutschland in Augenschein zu nehmen, um zu prüfen, ob es sich als Hauptquartier für General Bledding eignet. Neben geraubten Kunstschätzen finden Brewer und seine Männer im feudalen Anwesen gut gefüllte Speisekammern, sowie einen Weinkeller mit edelsten Tropfen vor.

Garth Ennis: War Stories

Auch bei der weiblichen Bevölkerung findet die kleine Truppe Anklang und lässt es sich einige Tage gut gehen, bevor sie schließlich einen Anschiss von der Generalität bekommen. Doch das letzte Wort hat Brewer…

Garth Ennis: War Stories

Ähnlich wie John Higgins bei D-Day Dogers setzt auch Gibbons die besonders schrecklichen Kriegs-Erlebnisse der vorrückenden US-Soldaten in ganzseitigen Bildern um. Dabei handelt es sich um Rückblenden, die die ansonsten eher feucht-fröhlich verlaufende Geschichte kontrastieren. Auch hier erzählt Ennis von tapferen Soldaten, die für arrogante Offiziere “den Arsch hinhalten“ müssen. Im Gegensatz zu General Bledding wird wohl jeder Leser Brewer und seinen Männern einige unbeschwerte Tage voller Suff und Vandalismus gönnen…

Nightingale

Erzähler bei der vierten War Story ist der Erste Offizier des Zerstörers HMS Nightingale. Das britische Kriegsschiff gehört zu einer kleinen Flotte, die im Rahmen der Nordmeergeleitzüge einen in Richtung Russland fahrenden Versorgungkonvoi beschützen soll.

Garth Ennis: War Stories

Nachdem die Nightingale ein deutsches U-Boot zerstört hat, erhält die Besatzung einen Funkruf. Angeblich ist das deutsche Schlachtschiff Tirpitz auf Angriffskurs und daher wird dem Konvoi befohlen sich aufzulösen. Dies hat zur Folge, dass die jetzt ungeschützten Frachtschiffe von der deutschen Marine versenkt werden. Bei der Meldung mit der Tirpitz handelte es sich jedoch um eine Fehleinschätzung der Admiralität.

Garth Ennis: War Stories

Garth Ennis gelingt es, sowohl den Alltag an Bord der Nightingale zu schildern, als auch den Frust der Mannschaft nach dem Scheitern der Mission. Obwohl die Seeleute nicht für die Zerstörung der Frachtschiffe verantwortlich waren, verfolgt die Katastrophe den Ersten Offizier bis in den Schlaf, einen jungen Matrosen treibt sie sogar in den Selbstmord. Bei einer weiteren Schutzmission im Mittelmeer erhält die Mannschaft der Nightingale schließlich eine Chance, die Scharte auszuwetzen…

Garth Ennis: War Stories

Die Bilder der rauen See und der dort stattfindenden Gefechte steuerte David Lloyd bei, der mit J for Jenny noch eine weitere War Story illustrieren sollte. Lloyd hat mit Alan Moores V for Vendetta einen der ganz großen Comic-Klassiker illustriert. Wenn es darum geht, wiedererkennbare Charaktere zu zeichnen, ist Lloyd ganz gewiss nicht die erste Wahl, doch seine selbstkolorierten, impressionistisch anmutenden Bilder vermitteln genau die richtige Atmosphäre.

Garth Ennis: War Stories

Auf 56 Seiten erzählt Ennis nicht viel weniger als Wolfgang Petersen in seinem mehr als seinem 140-minütigen Film Das Boot. Für Ennis ist Nightingale eins der Highlights seiner Karriere: “Wenn ein Comic zeigen soll, was ich kann, dann ist es dieser.“

The Reivers

Eine besonders wilde in Afrika spielende Geschichte eröffnet die zweite Staffel von War Stories. Diese und die folgenden drei Geschichten sind die letzten, die bei DC Vertigo erschien sind und bei uns von Speed veröffentlicht wurden. Für diese vier Comics hat Terry Marks extrem hässliche Titelbilder angefertigt,

Garth Ennis: War Stories

Das ist ziemlich schade, denn das Artwork von The Reivers zählt zu den Höhepunkten der Serie. Die Zeichnungen stammen von Cam Kennedy, der für Dark Horse seinerzeit auch etliche Star-Wars-Comics anfertigte.

Garth Ennis: War Stories

Genau wie Cam Kennedy ist auch die Hauptfigur von The Reivers Schotte. Lieutnant Nixon führt beim Special Air Service einen wilden Haufen an, der mit Geländewagen durch die Wüste braust. Die Einheit ist darauf spezialisiert das Afrikakorps aufzumischen, deutsche Flugzeuge am Boden zu zerstören und dabei eine versaute Version von Lili Marleen zu schmettern.

Garth Ennis: War Stories

Nixon ist in den Krieg gezogen, um die Tradition seiner die Highlands plündernden schottischen Vorfahren fortzuführen. Doch als er einen deutschen General durch ein quer über die Straße gespanntes Stahlseil köpfen will, geht das total in die Hose…

Garth Ennis: War Stories

The Reivers überzeugt weniger durch eine ausgefeilte Story, sondern vor allem durch die Rasanz und die Ironie, mit der Kennedy die Action in Szene setzt.

J for Jenny

Der Titel deutet es schon an, denn genau wie zuvor schon die War Story Nightingale setzte David Lloyd auch die sechste Kriegsgeschichte in Szene, während Terry Marks wieder ein äußerst hässliches Cover zum Comic beisteuerte

Garth Ennis: War Stories

David Lloyd, der Zeichner des Comic-Klassikers V for Vendetta , bereichert erneut eine der besten Geschichten von Ennis durch den wilden Stil seines selbstkolorierten Artworks. Die Story spielt diesmal nicht auf hoher See, sondern hoch oben im Himmel.

Garth Ennis: War Stories

Hauptfigur ist Flight Lieutnant Ronald Page, der Ehefrau und Kinder bei einem Bombenangriff der Luftwaffe verloren hat. Daher hat er als Pilot eines britischen Bombers keine Probleme damit, wenn zivile Ziele zerstört werden.

Garth Ennis: War Stories

Page geht sogar so weit, darauf zu hoffen, dass seine Bomben ein Waisenhaus zerstören und er teilt dies per Funk auch seiner Mannschaft mit. Dies führt zu Problemen mit dem eher pazifistisch gesinnten Co-Piloten Stark…

Garth Ennis: War Stories

Neben V for Vendetta sind seine beiden Beiträge zu War Stories der Höhepunkt im Comic-Schaffen von David Lloyd. Durch den von Ennis sehr sauber herausgearbeiteten moralischen Konflikt, das realistisch geschilderte militärische Umfeld und die bis hin zum überraschenden Ende sehr spannende Geschichte, ist J for Jenny ein Höhepunkt der Serie.

Condors

Die siebte War Story spielt 1939 im letzten Jahr des Spanischen Bürgerkriegs. Vier Soldaten haben sich in einen Bombenkrater geflüchtet. Obwohl sie Gegner sind, gönnen sich die Männer etwas Ruhe und tauschen Erfahrungen aus.

Garth Ennis: War Stories
Über Terry Marks hässliches Cover schweigen wir diesmal

Joachim Reinert ist Pilot der Luftwaffe und kämpft mit der Legion Condor auf der Seite Francos, genau wie der in der IRA aktive Ire Thomas Kilpatrick. Der britische Sozialist Billy Gardner hingegen, ist bei den Internationalen Brigaden aktiv, die versuchen zu verhindern, dass Spanien faschistisch wird.

Garth Ennis: War Stories

Doch die teilweise erschütternden Kriegs-Erlebnisse der drei Soldaten verblassen gegen die erschütternde Schilderung des Spaniers Juan-Miguel Martinez. Dieser musste miterleben, wie 1937 die Stadt Guernica von der Legion Condor ohne Rücksicht auf Verluste gnadenlos plattgemacht wurde. Als der Morgen anbricht, ziehen die Männer in vier verschiedene Richtungen ab, und der Krieg geht weiter…

Garth Ennis: War Stories

Durch die vier verschiedenen Erlebnisse seiner Protagonisten, die in Rückblenden geschildert werden, beschreibt Ennis die Motivationen der am Spanischen Bürgerkrieg beteiligten Seiten sehr plastisch. Zugleich wird klar, dass dieser schreckliche und äußerst blutig ausgetragene Konflikt nur das Vorspiel zu einem noch sehr viel schlimmeren Krieg ist.

Garth Ennis: War Stories

Einmal mehr hat Ennis Glück mit seinem Zeichner, der eine verwandte Seele ist. Der gebürtige Spanier Carlos Ezquerra ist Co-Schöpfer der britischen Comic-Ikone Judge Dredd und hat dadurch reichlich Erfahrung mit der Inszenierung von Gewalttaten. Ezquerra sollte noch weitere Kriegsgeschichten von Ennis in Szene setzten, etwa bei dessen Game-Adaption World of Tanks oder innerhalb der Reihe Battlegrounds.

Archangel

Bei der achten War Story handelt es sich um die am konventionellsten erzählte Geschichte der Reihe. Der Comic handelt von einem unerfahrenen jungen Mann, der sich einer großen Herausforderung stellen muss, dabei über sich hinauswächst und – nachdem er dem Tod ins Auge blickte – beschließt sein Privatleben zu überdenken…

Garth Ennis: War Stories

Doch immerhin benutzte Ennis ein interessantes Kapitel des Zweiten Weltkriegs als Grundlage für seine klischeehafte Story. Jamie McKenzie (bei Speed „Jamie MacKenzie“) von der Royale Air Force ist bei seinem Vorgesetzten in Ungnade gefallen und wird zu einem Himmelfahrtskommando verdonnert.

Garth Ennis: War Stories

Er wird auf ein sogenanntes CAM ship (catapult aircraft merchant ship) versetzt und soll von dort aus mit einem per Katapult gestarteten Marine-Jagdflugzeug Versorgungsfrachter beschützen, die in Richtung Russland unterwegs sind. McKenzie kann seine Maschine nicht wieder auf einem Schiff landen, die einzige Möglichkeit zu überleben, besteht darin, die nordrussische Hafenstadt Archangelsk zu erreichen.

Garth Ennis: War Stories

Recht gut zur Geschichte, die einem mittelprächtigen Kriegsfilm als Vorlage dienen könnte, passt das grundsolide Artwork von Gary Erskine (Garth Ennis‘ Dan Dare), der bereits gemeinsam mit Chris Weston die War Story Johann’s Tiger in Szene setzte.

Garth Ennis: War Stories

2020 kehrte Jamie McKenzie in Out of the Blue zurück. Garth Ennis erzählte ein weiteres Abenteuer des mittlerweile verheirateten Piloten. Als Zeichner fungierte diesmal Keith Burns, mit dem Ennis auch den klassischen britischen Comic-Piloten Johnny “Red” Redburn wiederbelebte.

War Stories bei Avatar Press

Die ersten Kriegsgeschichten von Garth Ennis erschienen zwischen 2001 und 2003 bei DC Vertigo unter dem Titel War Story. Erst 2014 ging es bei Avatar Press weiter. Für diesen Verlag hatte Ennis zuvor die Erfolgsserie Crossed gestartet,  Kieron Gillen veröffentlicht bei Avatar die umstrittene Reihe Über und Alan Moore ist dort mit seinen Reihen Cinema Purgatorio oder Neonomicon vertreten.

War Stories bei Avatar Press

Das Problem bei Avatar Press sind jedoch die dort tätigen Zeichner, die es nicht mit der britischen Elite aufnehmen konnte, die zuvor für War Story tätig waren. Der von Matt Martin und Keith Burns in Szene gesetzte Auftakt Castles in the Sky kann dabei noch am ehesten bei den Vertigo-Ausgaben mithalten. Das liegt aber auch daran, dass die Geschichte eines jungen US-Soldaten, der 1943 nach England abkommandiert wird, von Ennis recht sensibel mit einer Love Story verknüpft wird.

War Stories bei Avatar Press

Der 19-jährige College-Boy Leonard Wesmore verlässt sein Provinzstädtchen um von Großbritannien aus mit einem Bomber nach Deutschland zu fliegen. Er lernt die Witwe Paula kennen, doch deren Sohn versucht zu verhindern, dass seine Mutter eine Beziehung zu einem US-Soldaten eingeht. Der Junge fragt sich, wo die amerikanischen Truppen waren, als sein Vater gefallen ist.

War Stories bei Avatar Press

Wenig hilfreich bei den Balzversuchen sind zunächst die offiziellen “Instructions for American Servicemen in Britain“, die Leonard mit auf den Weg gegeben wurden. Doch zum Eisbrecher taugt die Broschüre schließlich doch noch.

Garth Ennis War Stories
60 Jahre später wurde diese Broschüre zum Bestseller

Als Paula in jenem Leitfaden schmökert, findet sie es ziemlich amüsant, dass die US-Truppen darauf eingestimmt werden, dass die Briten sich “little about size“ kümmern und es in ganz London keinen einzigen Wolkenkratzer gibt.

War Stories bei Avatar Press

Wie sich Leonard und die 10 Jahre ältere Paula langsam aber sicher näherkommen, ist ein guter – aber auch nötiger – Kontrast zu den Luftkämpfen, die mit sehr viel weniger Kunstfertigkeit in Szene gesetzt wurden, als dies zuvor David Lloyd in der War Story J for Jenny gelang.

War Stories bei Avatar Press

Die restlichen sieben War Stories illustrierte alle Tomas Aira in einem sehr sterilen Stil, der oft an Amateur-Zeichnungen denken lässt und durch die halbwegs stimmige Computer-Kolorierung auch nicht wirklich gerettet wird. Children of Israel spielt 1973 in Israelin den umkämpften die Golanhöhen.

War Stories bei Avatar Press

The Last German Winter beschreibt das Schicksal einer deutschen Mutter, die mit ihren beiden Kindern aus den Ostgebieten vor der anrückenden Roten Armee flüchtet und nicht sicher ist, ob sie einer kleinen Gruppe von Wehrmachtssoldaten trauen kann. Ennis gelang hier eine durchaus spannende Geschichte, die von Aira jedoch leider sehr unzureichend bebildert wurde.

War Stories bei Avatar Press

Das trifft auch auf die restlichen War Stories Our Wild Geese Go, Tokyo Club, Send a Gunboat, Vampire Squadron und Flower of My Heart zu. Avatar Press veröffentlichte die War Stories jeweils als aus drei Heften bestehende Miniserien. Die ersten fünf War Stories sind anschließend auch noch in Form von zwei Sammelbänden erschienen.

War Stories bei Avatar Press

Besonders albern sind die zugehörigen Good Girl Nose Art & Battle Damage Variant-Cover von Matt Martin, die selbst die schlimmsten Vertigo-Titelbilder von Terry Marks noch kunstvoll erscheinen lassen.

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Siggi und Babarras

Lange bevor die Comics über die Gallier Asterix und Obelix bei uns zum absoluten Bestseller wurden, traten das ungleiche Duo als Germanen unter dem Namen Siggi und Barbarras auf. Rolf Kauka, der ab 1953 mit Fix & Foxi eine erfolgreiche Konkurrenz zu den Micky-Maus-Heften aufgebaut hatte, kaufte in den 60er-Jahren verstärkt Lizenzen aus dem frankobelgischen Raum ein.

Siggi und Babarras

Bei den Übersetzungen nahm er sich allerlei Freiheiten. So hießen Spirou & Fantasio bei ihm Pit und Pikkolo, ihr originelles Haustier Marsupilami wurde zu Kokomiko, Gaston stotterte unter dem Namen Jojo, während Boule & Bill zu Schnieff und Schnuff wurden. Die Piloten Tanguy & Laverdure hießen bei Kauka Rolf Randers & Miki Kabel und wurden zu „zwei deutschen Jagdfliegern in einer geheimen Spezialstaffel.“  Doch so radikal wie bei Asterix – ja man kann durchaus sagen: rechtsradikal – fiel bei keiner anderen Serie die deutsche Bearbeitung aus. Diese „freie Übersetzung “ nahm das vorweg, was später – unter anderem politischen Vorzeichen – in Raubdrucken wie Asterix und das Atomkraftwerk mit der Erfolgsserie angestellt wurde.

Siggi und Babarras

1965 in Ausgabe 6 des Comic-Magazins Lupo, das kurz darauf in Lupo modern umbenannt wurde, startete der Comic Siggi und die goldene Sichel. Auf der einleitenden Seite mit der Landkarte liegt das kleine Dörfchen “so um die Zeitenwende herum“ nicht etwa an der Küste des heutigen Frankreichs, sondern “am rechten Ufer des Rheins“ und heißt Bonhalla. Dort leben “Restgermanen“, die von den “Feinden nicht ernsthaft behelligt werden“, doch vielleicht als “Verbündete oder Gladiatoren“ gebraucht werden könnten.

Siggi und Babarras

Die römischen Legionäre sprechen bei Siggi und Barbarras nicht etwa lateinisch, sondern englisch, genau genommen amerikanisch und die Serie wurde in Lupo zu einer “Satire“ auf das Nachkriegsdeutschland. In Kaukas Version von Die goldene Sichel brachen Siggi und Barbarras auf, um den Druiden Wernher von Braunsfeld (der später Talentix hieß)  zu finden, den auch die römischen Besatzer suchten, ähnlich wie Russen und Amerikaner kurz vor Kriegsende nach dem für die Nazis tätigen Raketen-Pionier Wernher von Braun fahndeten.

Siggi und Babarras

Die großteils von Rolf Kauka persönlich durchgeführte Verfremdung ging sogar so weit, dass eine schurkische Figur mit jiddischen Akzent sprach und der Hinkelstein von Barrabas alias Obelix zum (Auschwitz-) Schuldkomplex wurde. Zitat: „Babarras, musst du denn ewig diesen Schuldkomplex mit rumschleppen? Germanien braucht Deine Kraft wie nie zuvor.“

Siggi und Babarras

In Lupo modern folgte direkt im Anschluss an Siggi und die goldene Sichel unter dem Titel Kampf um Rom eine verfremdete Version von Asterix als Gladiator. Besonders extrem fiel die deutsche Bearbeitung von Asterix und die Goten aus.

Siggi und Babarras

Unter dem Titel Siggi und die Ostgoten treffen hier die freiheitsliebenden Bewohner von Bonhalla auf die bösen Ostgoten und ihren “Führer Hulberick“, deren Sprechblasen nicht – wie im französischen Original – mit Texten in Fraktur gefüllt sind, sondern mit sächsischen Dialekt in roten Maschinensatz-Buchstaben.

Siggi und Babarras

Dem Magazin PARDON war schon recht bald aufgefallen, dass hier “Politische Bildung für die Kleinen“ (so der Titel eines Artikels in Ausgabe 6 von 1965) betrieben wurde. Peter Sulzbach verglich Lupo modern mit Landser-Heften und bezeichnete es als “rechtsradikales Kindermagazin“.

Siggi und Babarras

Im seinem Buch Albert Uderzo erzählt sein Leben schildert der Asterix-Zeichner, wie er durch PARDON erfuhr, dass die deutsche Asterix-Übersetzung “rechtsradikale Propaganda verbreitete“. Rolf Kauka wurde daraufhin die Asterix-Lizenz  entzogen und dieser hat sich danach laut Uderzo “bei Pressekonferenzen in Deutschland unter die Journalisten gemischt, um mich zu beschimpfen. Jedes Mal wurde er resolut vor die Tür gesetzt.

Siggi und Babarras

1966 erschien in Lupo modern unter dem trotzigen Titel Siggi der Unverwüstliche noch eine halbwegs moderat eingedeutschte Version des ersten Albums Asterix der Gallier, in dem die Römer auch schon einmal lateinisch sprachen. Doch danach war Schluss mit Asterix bei Kauka. Auf der Suche nach Ersatz wurden Die Pichelsteiner als die “legendären Vorfahren von Siggi und Barbarras“ aus der Steinzeit präsentiert.

Siggi und Babarras

Auch mit der Eigenproduktion der Serie Fritze Blitz und Dunnerkiel versuchte Kauka ab 1967 die Lücke zu schließen, wobei diese nicht mehr Erfolg hatte, nachdem  die Germanen zwei Jahre später in Siggi und Barbarras umbenannt wurden. Zeitgleich feierte Asterix passabel übersetzt in Kaukas Konkurrenz-Magazin MV Comix erste Erfolge. Doch erst nachdem Gudrun Penndorf ab 1968 als Übersetzerin fungierte, stellte sich nach und nach der große Erfolg ein.  Die Veröffentlichung einer kritisch kommentierten Gesamtausgabe der Kaukaschen Asterix-Verunglimpfung wäre dennoch wünschenswert!

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Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure

Im Windschatten von Asterix wird immer wieder übersehen, dass der meisterliche Zeichner Albert Uderzo zeitgleich mit den Abenteuern des kleinwüchsigen Galliers – ebenfalls am 29. Oktober 1959 in der ersten Ausgabe des Magazins Pilote – noch eine zweite gänzlich anders geartete Comic-Serie an den Start brachte.

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure

Auch die Abenteuer der tollkühnen französischen Militärpiloten Michel Tanguy und Ernest Laverdure haben mittlerweile Klassikerstatus. Die Serie erscheint noch heute und inspirierte zwei TV-Serien, sowie den aufwändigen französischen Kinofilm Sky Fighters.

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure

Die Geschichten stammen des  ungemein produktiven Autors Jean-Michel Charlier (Blueberry), der bereits im Rahmen seiner Recherche für die 1947 gestartete Fliegerserie Buck Danny seinen Pilotenschein gemacht hatte. Charliers Geschichten sind aus heutiger Sicht etwas arg militaristisch geraten, auch wenn ein immer wieder aufblitzender Humor dies etwas neutralisiert.

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure

Für lustige Einlagen sorgte der tollpatschige Laverdure, den Albert Uderzo nach seinem Ebenbild gestaltete.  Diese Figur ist ein angenehmer Kontrast zum heldenhaften und etwas steifen Tanguy. Als 1966 dann Jijé die Serie übernahm wurden die Slapstick-Elemente etwas zurückgefahren.

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure

Bereits das erste Tanguy & Laverdure-Abenteuer, das sich über die beiden Alben Die Schule der Adler und Für Ehre und Vaterland erstreckt, ist sehr viel mehr als ein Werbeprospekt für die französische Fliegerstaffel. Wie kaum einem anderen Autoren von Abenteuer-Comics gelingt es Charlier echte menschliche Dramen zu erzählen.

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure

In Deutschland debütierte die Serie in Rolf Kaukas Comicmagazin Lupo, das kurz darauf in Lupo modern umbenannt wurde. Die beiden Flieger wechselten hier die Nationalität, genau wie Asterix und Obelix, die eine Ausgabe zuvor als Siggi und Barbarras gnadenlos (und reichlich deutschnational) germanisiert wurden. Tanguy & Laverdure wurden umbenannt in Rolf Randers & Miki Kabel und zu „zwei deutschen Jagdfliegern in einer geheimen Spezialstaffel.“  Etwaige Ungereimtheiten dieser seltsamen Bearbeitung wurden wie folgt erklärt: “Schauplätze, Namen der handelnden Personen und Zeit dieses Fliegerabenteuers wurden der Geheimhaltung wegen willkürlich gewählt.“

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Erst durch das Comicmagazin Zack fand Anfang der Siebziger Jahre eine recht werkgetreu übersetzte Veröffentlichung der Serie unter dem Titel “Mick Tangy“ sehr viele Fans.  Später folgte beim Splitter Verlag eine Albenreihe unter dem französischen Originaltitel und Ehapa veröffentlichte danach eine Gesamtausgabe in Hardcoverbänden, die neben jeweils mehreren Alben auch allerlei Bonusmaterial enthalten. Für die Konzeption und die redaktionellen Beiträge ist Horst Berner zuständig, dessen Anspruch es war “alles zu veröffentlichen“. Daher erschien die Gesamtausgabe bei uns – im Gegensatz zu Frankreich – in neun statt in acht Bänden!

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Doch bereits mit Band 3 lagen alle acht albenlangen Geschichten vor, die der geniale Zeichner Albert Uderzo zur Fliegerserie beigesteuert hatte. Piraten des Himmels, die letzte komplett von Uderzo gestaltete Geschichte innerhalb der Reihe, schildert einmal mehr, wie ausländische Mächte versuchen zu verhindern, dass Frankreich mit dem Wunderflugzeug Mirage III gute Geschäfte macht.

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure

Während diese Story in Afrika angesiedelt ist, eröffnet die arktische Rettungsmissions-Geschichte Kap Zero den dritten Band der Tanguy und Laverdure-Gesamtausgabe. In dieser Geschichte verwundert etwas, dass  Jean-Michel Charlier – der später im Western-Comic Blueberry meist auf der Seite der Indianer stehen sollte – hier mit der arktischen Urbevölkerung teilweise ganz schön rüde umspringt. Nicht nur schurkische Figuren sondern auch Mick Tanguy bezeichnen einen Eskimo als “Pelzkittel“, “abgekürzter Walfisch“ oder “Kerzenfresser“. Doch immerhin ist es später ein heldenhafter Inuit, der Tanguy das Leben rettet.

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure

Auch an Piraten des Himmels, der letzten Geschichte im dritten Sammelband, war noch Uderzo beteiligt. Hier half er bei den ersten sechzehn Seiten seinem Nachfolger Joseph Gillain alias Jijé (Jerry Spring) sich in die Serie einzuarbeiten. Diese Zusammenarbeit resultierte in einigen höchst amüsanten und lässig in Szene gesetzten Slapstick-Aktionen, bei denen sich der tollpatschige Laverdure als Wintersportler versuchte.

Die Abenteuer von Tanguy und Laverdure

Der etwas spartanische Zeichenstil mit dem Jijé Tanguy und Laverdure fortsetzte, fand ebenfalls Anklang bei den Fans. Doch für mich sind die von Uderzo gezeichneten Flieger-Geschichten ein absolutes Highlight des frankobelgischen Abenteuer-Comics.

Tanguy und Laverdure - Die Hommage

Zum 60. Geburtstag der Serie ist der Band Tanguy und Laverdure – Die Hommage erschienen.

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