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Lucky Luke – Neue Gesamtausgabe

Als er Ende 1946 im Spirou Almanach erstmals auftrat, sah er sich noch gar nicht ähnlich. Auf dem Rücken von Jolly Jumper sitzend,  trug der Cowboy zwar schon einen weißen Hut und ein rotes Halstuch, doch sein gelbes Hemd war gestreift. Außerdem fehlte noch die schwarze Weste, um Lucky Luke mit allen Farben der belgischen Flagge zu schmücken. Die 20 Seiten des erste Lucky-Luke-Comic sind in Windeseile verschlungen. Arizona 1880 biete rasante, wahnwitzige Cartoon–Action, irgendwo zwischen früher Micky Maus und Tex Avery.

Lucky Luke - Neue Gesamtausgabe

Der 1923 in der flämische Region Belgiens geborene Maurice De Bevere war schon als kleiner Junge vom Kino und vom Zeichentrickfilm begeistert. Die florierende väterliche Tonpfeifen-Fabrik zu übernehmen, war für ihn nie eine Option.  Stattdessen arbeitete der junge Mann nach dem Krieg zunächst in Brüssel als Animator. Doch als US-Trickfilme den Markt überschwemmten, war das belgisch Animations-Studio nicht mehr konkurrenzfähig und schloss seine Pforten.

Lucky Luke - Neue Gesamtausgabe

Maurice nannte sich Morris und begann Western-Comics zu zeichnen. 1948 brach er gemeinsam mit zwei mittlerweile ebenfalls legendären Meistern des frankobelgischen Comics zu einem erinnerungswürdigen Trip auf.

Lucky Luke - Neue Gesamtausgabe
Erstveröffentlichung 1946

Der seinerzeit die Traditionsserie Spirou zeichnende Joseph Gillain alias Jijé (Jerry Spring) fuhr mit seiner fünfköpfigen Familie, sowie mit seinen Schülern Morris und André Franquin (Gaston), über den Atlantik. Der Autor Yann und der Zeichner Olivier Schwartz erzählten einige Jahrzehnte später in ihrem amüsanten Comic Gringos Locos von dieser Reise.

Lucky Luke - Neue Gesamtausgabe
Gesamtausgabe 2020

Die Eindrücke, die Morris in den USA und in Mexiko sammelte, flossen direkt in seine Lucky-Luke-Geschichten ein. Nachdem sein Reverenz-Material zuvor Kino-Aushangfotos waren, zeichnete Morris seine Comicseiten nun vor Ort im Wilden Westen.  Anschließend sendete er die Originale der Comic-Seiten  per Post nach Belgien, wo sie im Magazin Spirou veröffentlicht wurden. Aus der anfangs auf visuelle Gags setzenden Serie wurde nach und nach eine Satire auf Western-Filme, die Morris in authentischen Kulissen in Szene setzte.

Lucky Luke - Neue Gesamtausgabe

Der erste Band von Egmonts neuer Gesamtausgabe enthält die zwischen 1946 und 1949 entstandenen Lucky-Luke-Abenteuer. Zusätzlich gibt es 50 Seiten mit reich bebilderten Sekundärmaterial. Dadurch ist es möglich, dabei zu sein, bei der Entstehung jenes Cowboys, der auch heute noch schneller schießt als sein Schatten.

Lucky Luke - Neue Gesamtausgabe

Als Abschluss enthält das Buch die Geschichte Lucky Luke gegen Cigarette Pete, die damit endet, dass unser einsam in die Ferne reitender Held erstmals das Lied vom “Poor Lonesome Cowboy“ singt. Zuvor griff Lucky Luke im letzten Panel eines Abenteuers auch schon einmal zur Mundharmonika…

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Norbert Aping: Es darf gelacht werden

Norbert Aping leitete das Amtsgericht Buxtehude, doch seine Liebe gehört ganz offensichtlich den Slapstick-Komödien der Stummfilmzeit. Dies schlug sich in einer (nicht nur quantitativ) beachtlichen Reihe von Publikationen nieder: Das Dick und Doof Buch, Charlie Chaplin in Deutschland, Charlie Chaplin und die Nationalsozialisten, Laurel & Hardy auf dem Atoll.

Norbert Aping: Es darf gelacht werden

Da Aping 1951 geboren wurde, ist zu vermuten, dass sein Interesse an den “Männern ohne Nerven und Vätern der Klamotte“ (so der Untertitel seines neuen Buchs) durch im Vorabendprogramm gezeigte TV-Reihen mit Stummfilm-Grotesken geweckt wurde. Hierfür wurden Slapstick-Filme zu gut zwischen die Werbepausen passenden Häppchen zusammengeschnitten. Hochmotivierte Sprecher (oft mit Kabarett-Background), wie Hans-Jürgen Dietrich oder Hanns Dieter Hüsch trieben das schwarzweiße aber dennoch bunte Geschehen auf die Spitze. Mit diesem Konzept erreichten Reihen wie Opas Kino lebt oder Hocherfreut mit Harold Lloyd ein großes Publikum.

Norbert Aping: Es darf gelacht werden

In seinem Buch belegt Aping, dass das launige Kommentieren von Filmen nicht von den Programmdirektoren der TV-Sender erfunden wurde. Bereits in den Kindertagen des Kinos wurden “Film-Erklärer“ benötigt, um dramaturgische Schwächen aufzufangen. Später übten diese Tätigkeit Filmkuriositäten-Sammler wie Walter Jensen oder Ferdinand Althoff aus, die – oft mit musikalischer Orchester- oder Grammophon-Begleitung – ihre cineastischen Schätze oder auch überholt wirkende Peinlichkeiten präsentierten.

Norbert Aping: Es darf gelacht werden

Dies ging auch in der Nachkriegszeit munter weiter. Hier ist ganz besonders Werner Schwier hervorzuheben, der zunächst als Film-Erklärer gemeinsam mit Konrad Elfers am Klavier sein Programm Kintopp Anno Dazumal live präsentierte. Auch im Kinofilm Charlie Chaplins Lachparade trat das Duo in derselben Funktion auf, bevor Schwier in TV-Reihen wie Es darf gelacht werden seine Tätigkeit fortsetzte.

Norbert Aping: Es darf gelacht werden

Einmal mehr ist beeindruckend, was Norbert Aping alles an Informationen ausgegraben hat. In einer ausführlichen 70-seitigen Einleitung schreibt er kenntnis- und faktenreich über die Väter der Väter der Klamotte. Im Hauptteil funktioniert das Buch als “Lexikon der deutschen TV-Slapstickserien“ und informiert über Fernseh-Klassiker wie Willi Schwabes Rumpelkammer oder Zwei Herren Dick und Doof, aber auch über Western von gestern. Da werden wohlige Jugend-Erinnerungen wach…

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Western von Gestern

Ende der Siebziger Jahre gab es noch kein Privatfernsehen in Deutschland, doch auch die öffentlich-rechtlichen Sender bemühten sich das Publikum mit unbeschwerter Unterhaltung zu versorgen und zeigten freitags unter dem Motto Väter der Klamotte zur Abendbrotzeit immer gerne schwarzweiße Slapstick-Filme. Doch als sich kaum noch “neues“ sendefähiges Material auffinden ließ, hieß es “Galopp statt Klamauk“.

Western von Gestern

Mit dem Aufkommen des Tonfilms wurde Serials immer beliebter. Hierbei handelt es sich um meist aus 12 – 15 Teilen bestehende Fortsetzungsfilme. Diese 20-minütigen Einzelepisoden liefen im Vorprogramm der Kinos und endeten immer mit einem so genannten Cliffhanger. Da hing dann der Held buchstäblich an einem Cliff und wer wissen wollte, wie es weiter geht, musste nächste Woche erneut ins Kino kommen.

Western von Gestern

Als eins der besten dieser Serials gilt nicht ohne Grund Zorro Rides Again von 1937. In deutschen Kinos wurde die Filmreihe unter dem Titel Zorros schwarze Peitsche in zwei Teilen gezeigt. Als Zorro reitet wieder eröffnete das Serial in neuer Bearbeitung am 5. Mai 1978 im ZDF die Reihe Western von Gestern. Hierzu wurden die 12 Episoden etwas gerafft in sechs Teilen gezeigt und mit neuer Musik versehen.

Western von Gestern

Betreut wurde die Serie von Joe Hembus, der mit seinem leider schon lange vergriffenen Western-Lexikon ein echtes Standartwerk verfasst hatte und auch ein Begleitbuch zu Western von Gestern schrieb. Das Konzept ging auf und in insgesamt 155 Folgen wurden im ZDF neben Western-Serials auch gekürzte Filme mit Westernstars wie John Wayne, Roy Rogers und Al “Fuzzi“ St. Jones gezeigt. In vier Boxen hat Fernsehjuwel 84 dieser Episoden auf DVD veröffentlicht.

Western von Gestern

Doch am meisten Spaß macht immer noch Zorro reitet wieder, eine in der damaligen Gegenwart der dreißiger Jahre angesiedelte humorvolle Abenteuerserie mit reichlich Explosionen und Verfolgungsjagden per Bahn, Pferd und Flugzeug, kurzum eine der Vorlagen für Indiana Jones.

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Joe Hembus: Das Western-Lexikon

Für jeden am Kino Interessierten war es sehr erfreulich, als 1995 endlich eine Neuauflage dieses Standartwerks erschien. Zum einen war die alte 1976 erstmals erschienene Taschenbuch-Ausgabe durch beständiges Festschmökern mittlerweile völlig zerlesen und zum anderen war doch der eine oder andere neue Western mittlerweile in die Kinos gekommen.

Joe Hembus: Das Western-Lexikon
Ausgabe von 1995

Leider war Joe Hembus mittlerweile bei einer Bergwanderung ums Leben gekommen und so hatte sein Sohn Benjamin das Lexikon recht behutsam (mit sehr verhaltenen Kritiken, lediglich Der mit dem Wolf tanzt kann er überhaupt nicht ausstehen) aktualisiert.

Western Lexikon
Erstausgabe von 1976

Besonders bemerkenswert am Western-Lexikon ist, dass immer zu spüren ist, wie sehr Joe Hembus, der auch die TV-Reihe Western von Gestern organisierte, das Genre liebte. Wenn er etwas zu meckern hatte (so mochte er z. B. Mein großer Freund Shane überhaupt nicht), dann wurde auch eine schlüssige Begründung mitgeliefert.

Joe Hembus: Das Western-Lexikon
Ausgabe von 1978

Dies ist leider bei vergleichbaren Nachschlagewerken (z. B. den SF-, Horror- und Fantasy-Film von Hahn und Jansen) oder bei Oneline-Rezis nur sehr selten der Fall. Es bleibt zu hoffen, dass recht bald wieder eine (am besten aktualisierte) Neuauflage dieses unverzichtbaren Buchs erscheint.

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